Sollte Cannabis legalisiert werden? Diskussion 

Zitat Kanaille: "Ich finde man kann sich mit vielen Dingen berauschen, Cannabis ist die gesundheitlich harmloseste Variante."

Ich arbeite nun seit fast 18 Jahren als Sozialpädagoge, davon 13 Jahre im Sucht- und Psychiatriebereich und kann nur den Kopf schütteln, wenn ich so eine unqualifizierte Aussage lese. Fakt ist, dass wir in der schweizerischen Psychiatrielandschaft immer mehr Klienten vorfinden, die aufgrund ihres exzessiven Cannabiskonsums psychotische Tendenzen, bis hin zu einer ausgereiften Schizophrenie aufweisen. Auch Depressionen und Persönlichkeitsstörungen sind im Zusammenhang mit Suchterkrankungen (auch Cannabis) häufig anzutreffen. Kein Wunder, der THC-Wert ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Auch ich habe in meiner Adoleszenzzeit ein paar Jahre gekifft und weiss genau wovon ich rede. Zu meiner Zeit hatte ein gutes Gras einen THC-Gehalt von etwa 4 - 5 %, heute sind wir im zweistelligen Bereich, dank potenter Indoor-Züchtungen. Die psychoaktive Wirkung hat erheblich zugenommen. Als Einstiegsdroge würde ich Cannabis auch nicht bezeichnen, aber ganz bestimmt nicht als ungefährlich. Selbstverständlich spielen das Alter, das Konsumverhalten und die Konsumjahre eine erhebliche Rolle. Es ist auch nur ein Bruchteil, jener Leute die kiffen, die ein psychiatrisches Krankheitsbild entwickeln. Allerdings kenne ich ein paar alte Kollegen von mir - sie kiffen nun nach 20 Jahren immer noch regelmässig, welche eindeutig einen verstärkten geistigen Abbau vorweisen. Auf gut germanisch: Sie verblöden. Dies bestätigt eine Studie welche ich vor kurzem gesehen habe, die alzheimerähnliche Erscheinungsbilder in neurologischen Scanns bei alten Kiffern aufweisen. Die Bilder sahen aus wie Emmentaler-Käse!!!!

@Anakin: Ich gebe dir bez. der Toxizität von Alkohol völlig recht. Allerdings ist es müssig das Kiffen schön zu reden, indem man mit der bösen Alkohol-Keule kommt. Dieser Vergleich macht das Kiffen nicht besser. Es ist die uralte Entschuldigung der Kiffer.

Gruss freefloating
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@ freefloating

Es geht mir nicht ums schönreden, sondern darum das jede Droge ihre eigenen Gefährdungsmomente hat. Wenn ich diese Gefährdung in Relation zu einem halbwegs gesunden Körper setze, kommt Alkohol einfach am schlechtesten weg. Das ist keine Entschuldigung zum kiffen, fixen, oder schniefen. Es ist eine Frage der Abwägung was Dir gefällt und wie der Körper, die Psyche darunter leidet.
Jeder der sich für den Alkohol entscheidet, dem sei es von Herzen gegönnt zu trinken, der Konsument sollte allerdings über die möglichen Folgen aufgeklärt sein. Und wenn Du das Pychoserisiko erwähnst, dieses besteht bei Alkoholkonsum auch (und noch einigen andern Substanzen).
Deshalb ist Drogenkonsum für in dieser Hinsicht vulnerable Persönlichkeiten, strikt abzulehnen.

Wenn ich die behandlungsbedürftigen Kiffer mit den behandlungsbedürftigen Alkoholikern vergleiche (ich arbeite in dem Bereich) ist die Quote ca 150-200 : 1.

Die Verblödung (von der ich nicht überzeugt bin - weil Einzelfälle keine Regel generieren) bei Langzeitkonsum von Cannabis gegenüber Alkohol ist fast zu vernachlässigen, denn der Trinker ist in dieser Zeit wahrscheinlich schon infolge seines Konsums verstorben.

Gruß
AnakinSky
 
Anakin, dieser Vergleich bringt doch überhaupt nichts. Wenn du eine Quote ermitteln würdest zwischen jenen Leuten die Alkohol trinken (Genuss) und jenen die eine Alkoholkrankheit entwickeln, dann wäre der Quotenabstand noch viel grösser. Den Betroffenen hilft das überhaupt nichts, weder den Alkoholikern noch allen anderen Suchtklienten. Aber ja, die Bevölkerung muss über die Gefahren des Alkoholkonsums aufgeklärt werden. Vermutlich geschieht dies besser und umfassender, als bei den illegalen Substanzen. Es bringt leider nur nicht sehr viel. Bei uns nimmt der Jugendalkoholismus (Kampftrinker am WE) rapide zu.

Gruss freefloating

Schlusswort: Ich bin gegen eine Legalisierung von Cannabis, könnte mich aber sehr gut für eine Straffreiheit bei volljährigen Konsumenten aussprechen - also eine Art Liberalisierung. Kinder und Jugendliche sollten geschützt werden. Eine vollständige Legalisierung könnte einem Dammbruch gleichkommen. Man blicke nur nach Amsterdam, dem Mekka aller Hanf-Touristen - Coffee-Shops ohne Ende.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Zitat freefloating: "Den Betroffenen hilft das überhaupt nichts, weder den Alkoholikern noch allen anderen Suchtklienten."

Dieser Aussage stimme ich zu. Die Aufklärung jedoch richtet sich mM sehr einseitig auf illegale Drogen. Es ist eine Frage der Lobby (und die Sprituosenindustrie ist hierzulande sehr einflußreich) wie die Art der Aufklärung betrieben wird. Der Genußtrinker ist gesellschaftlich erwünscht - der Alkoholiker nicht. Der Genußkonsument anderer Substanzen wird ebenso geahndet und verfolgt, wie der Suchtkranke.

Und nochmals - ich will das Kiffen nicht schönreden, aber es gibt gerade im Bereich der Tumorerkrankungen und Schmerzsyndrome eine therapeutische Bandbreite zum Einsatz von Cannabinoiden. Diese therapeut. Bandbreite gibt es bei Alkohol nicht.
 
@Anakin: Gegen eine therapeutisch indizierte Schmerzbehandlung verschiedener Gebrechen habe ich nichts einzuwenden. Aber bitte vom Arzt verschrieben! Ich bin auch durchaus dafür, den Hanf als vielseitige Nutzpflanze (Industrie, Kosmetik, etc.) noch mehr zu fördern.

Gruss freefloating :)

So, ich mach mich mal für ein paar Stunden rar.
 
Ich lese Anakin Sky eher so, dass er Cannabis nicht schönredet sondern ins Verhältnis setzt:

Cannabis = illegal
Alkohol = trotz hohem Gefährdungspotenziel gesellschaftlich akzeptiert und geduldet bis "gefördert" (gefördert z.Bsp. i.S.v. Alkopops, die gerade der Jugend vorgaukeln, just_4_fun zu sein)

Dennoch halte ich nichts von Verboten. Prima fände ich hingegen, wenn z.Bsp. Alkohol-Etikettierung schlichter wäre und einen Warnhinweis beinhalten würden (adäquat wie bei Tabak-Produkten) und der Inhalt weniger "spannend-lustig-bunt".

Bezgl. Cannabis und die Verfolgung bin ich mit freefloating d’accord

MfG
 
Zitat freefloating: "Schlusswort: Ich bin gegen eine Legalisierung von Cannabis, könnte mich aber sehr gut für eine Straffreiheit bei volljährigen Konsumenten aussprechen - also eine Art Liberalisierung. Kinder und Jugendliche sollten geschützt werden. Eine vollständige Legalisierung könnte einem Dammbruch gleichkommen. Man blicke nur nach Amsterdam, dem Mekka aller Hanf-Touristen - Coffee-Shops ohne Ende. "

Ja, das sehe ich ebenso. Liberalsierung statt Legalisierung, halte ich auch für den besseren Weg. Wobei Du Dich bezügl. Holland täuschst. Dort wird Cannabis nur noch im Rahmen der Mitgliedschaft eines Cannabiscubs ausgegeben. Mitglieder müssen Holländer sein. Ziel dieser Maßnahme war es, den Drogentourismus zu bekämpfen - das Gegenteil ist daduch eingetreten. Der Dogentourismus hat sich vom Hell- ins Dunkelfeld verlagert und ist im Gegenteil angestiegen. Die holländische Jugend wächst im Gegensatz zu den deutschen Jugendlichen, mit dieser Kultur auf. Die dortigen Jugendlichen sind diesbezüglich tolerant, jedoch auch eher distanziert. "Der Reiz des Verbotenen" fällt dort weg.

@ NeHe genau so; Du hast mich richtig verstanden. Deinen Vorschlag mit den Warnhinweisen finde ich gut ;).

Gruß
AnakinSky
 
Ich fasse mal zusammen:
Beeinträchtigt im Straßenverkehr: Alkohol ja[x] nein[], Cannabis ja[x] nein[]
Macht abhängig bei exzessivem Konsum: Alkohol ja[x] nein[], Cannabis ja[x] nein[]
Exzessiver Konum verändert Psyche: Alkohol ja[x] nein[], Cannabis ja[x] nein[]
Ist eine Einstiegsdroge:Alkohol ja[x] nein[], Cannabis ja[] nein[x]
Gesellschaftlich weitgehend akzeptiert: Alkohol ja[x] nein[], Cannabis ja[x] nein[]
Staat verdient am Konsum: Alkohol ja[x] nein[], Cannabis ja[] nein[x]
Ein Verbot würde Konsum einschränken: Alkohol ja[] nein[x], Cannabis ja[] nein[x]
Ein Verbot ließe sich effektiv durchsetzen: Alkohol ja[] nein[x], Cannabis ja[] nein[x]

daraus folgt: Alkohol=Cannabis ("=" im Sinne von "hat dasselbe Gefahrenpotential")

-> Legalisierung ja!

Gruß
Tobi
 
Naja ...

Ist eine Einstiegsdroge:Alkohol ja[x] nein[], Cannabis ja[] nein[x]
Gesellschaftlich weitgehend akzeptiert: Alkohol ja[x] nein[], Cannabis ja[x] nein[]
Sehe ich etwas anders :D

Einstiegsdroge ist Alk nicht, weil Alkoholiker bei Alkohol bleiben, während Cannabis-Konsumenten des Öfteren auch zu härteren Drogen wechseln ;) >>> für mich also genau umgekehrt.

Gesellschaftlich akzeptiert ist Cannabis nicht, sonst würden wir hier nicht darüber diskutieren ob legal - illegal - schei**egal
 
Zitat Anakin: "Dort wird Cannabis nur noch im Rahmen der Mitgliedschaft eines Cannabiscubs ausgegeben."

Ist das so? Ok, diesbezüglich scheine ich nicht mehr up to date zu sein. Das ist eine interessante Entwicklung. Als ich allerdings vor zwei Jahren im Herbst mit der Familie in Holland Hausbootferien machte, hatten wir einen mehrstündigen Zwischenaufenthalt in Amsterdam. Wir sassen mitten in der Stadt in einer ganz normalen Kneipe an der Strasse und am Nachbartisch wurde frischfröhlich ein Joint nach dem anderen reingezogen. Das machte auf mich doch noch einen seeeeeeehr liberalen Eindruck. ;)
 
Diese Änderung (Cannabisclubs) ist ca. ein Jahr alt. Nur leider hat sich die Situation nicht in gewünschter Weise entschärft.
 
Ich arbeite nun seit fast 18 Jahren als Sozialpädagoge, davon 13 Jahre im Sucht- und Psychiatriebereich und kann nur den Kopf schütteln, wenn ich so eine unqualifizierte Aussage lese.

Was heist hier unqualifiziert? Aber vielleicht hast du meinen Beitrag nicht richtig gelesen, oder ich habe mich etwas falsch ausgedrückt. :) ich zitiere mich selbst:
um mal genußvoll ein Tütchen zu rauchen,
.

Damit meine ich das man mal sich ein Joint rein ziehen kann. Man geht ja auch mal ein Bier trinken und ist nicht gleich Alkoholiker, oder man isst mal ein fettes Eisbein und hat nicht gleich hohes Cholesterin. So lange alles im Rahmen bleibt und man sich voll unter Kontrolle hat kann gar nichts schief gehen.

Achso ja, unter mal verstehe ich nicht mehr als 1 mal im Monat.

Ich finde man kann sich mit vielen Dingen berauschen, Cannabis ist die gesundheitlich harmloseste Variante.

Dazu stehe ich weiterhin. Man soll aber aufpassen und es nicht übertreiben.

So wie beim regelmäßigen Genuss von Mon Cheri die Einstiegsdroge für Alkoholiker sein kann, so kann natürlich der regelmäßige Genuß von Cannabis ebenfalls zur Abhängigkeit führen.

Mfg Kanaille
 
Kanaille schrieb:
So wie beim regelmäßigen Genuss von Mon Cheri die Einstiegsdroge für Alkoholiker sein kann...
Ach, und unregelmässiger Genuss etwas nicht?

Gruss Konradin

Ganz ohne Pfingsttütchen... :)

P.S. Krabbeln im Kleinkindalter ist übrigens so gut wie immer die 'Einstiegsdroge' zum späteren Rasen als Autofahrer...

Diese Betrachtungsweise hilft uns allerdings selten weiter. :D
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@Kanaille: Es war nicht meine Absicht deinen Beitrag als Ganzes zu torpedieren. Dieser eine Satz ist mir einfach sauer aufgestossen, weil ich mich Tag für Tag mit dem Thema Sucht auseinandersetzen muss und schon zuviel gesehen haben. Auch ich habe nichts gegen massvollen Genuss, auch wenn bei gewissen Zeitgenossen durchaus Abstinenz angesagt wäre. :)
 
Von mir aus kann das Gras auch ruhig was kosten, ich kiffe nicht und ich habe noch nie gekifft. Würde ich jetzt einen Joint durchziehen was ich gerne mal probieren täte, denke ich mal das ich dann wieder der Zigarettenabhängigkeit verfalle und als Kettenraucher ende. Aber das will ich nicht, deswegen kann Cannabis mir gestohlen bleiben.
Ich bin ein toleranter Mensch, wer es mag soll es konsumieren, ich trink dafür lieber ein Glas Bier:).

@Konradin
Pfingsttütchen? Warum die Verkleinerungsform, die Dinger müssen so groß sein wie eine Schultüte vollgestopft mit White Widow, das wäre doch was :D.

Sorry, ich hoffe du verstehst ein bisschen Spass.:)

@freefloating

Wenn man Tag für Tag das ganze Elend sieht, kann ich das schon verstehen.;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Würde ich jetzt einen Joint durchziehen was ich gerne mal probieren täte, denke ich mal das ich dann wieder der Zigarettenabhängigkeit verfalle und als Kettenraucher ende.
Kleine Anmerkung: Ich kenne einige Kiffer, die genussvoll (also unregelmässig und nicht oft) ab und an 'nen Joint rauchen und ansonsten keinerlei andere Tabakprodukt. Selbst ehemalige Raucher sind dabei. ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich kenne einige Kiffer, die genussvoll (also unregelmässig und nicht oft) ab und an 'nen Jont rauchen und ansonsten keinerlei andere Tabakprodukt.
Bin ich dabei :)

Selten (ca ein mal in drei Monaten) rauche ich mit Freunden. Dazu halt etwas schöne Musik und ein paar Gesellschaftsspiele. Das entspannt ungemein und man geht den nächsten tag mit freiem Kopf in die Welt.
Gleiches gilt für diverse Arten von Pilzen, wenn auch noch seltener (ein- bis zweimal pro Jahr).

Mein Alkoholkonsum ist dafür recht weit unter dem Durchschnitt, gelegentliches Feiern oder grillen ausgenommen. Gerade bei ersterem wirds manchmal doch etwas mehr. Abschuss (aka keine Erinnerung) hatte ich genau zwei mal. Seitdem bin ich von Rum-Cola geheilt :rolleyes:

Ich bin der Meinung, man sollte Rauschmittel OHNE hohes Abhängigkeitspotential legalisieren, auch psychoaktive Stoffe.
Damit einhergehen muss aber eine konsequente Aufklärung. Wer schon mal einen Horrortrip hatte, weiß warum.

Ich bin hingegen völlig gegen die Omnipräsens von Rauschmitteln, wie z.B. Zigaretten oder Alkohol. Die ständige Erreichbarkeit trägt meiner Meinung nach viel zu schnell zum unbewussten (und damit unverantwortlichen) Konsum bei.

PS: Arbeite in einer Kneipe und kenne die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Alkohols gut. Beides ist im Übermaße eher traurig als alles andere.
 
Zitat Rosenrot: "Ich bin der Meinung, man sollte Rauschmittel OHNE hohes Abhängigkeitspotential legalisieren, auch psychoaktive Stoffe."

Zitat: "Die ständige Erreichbarkeit trägt meiner Meinung nach viel zu schnell zum unbewussten (und damit unverantwortlichen) Konsum bei
."

Und da siehst Du keinen Widerspruch??

Abgesehen davon ergeben sich Abhänigkeiten nicht nur auf der körperlichen, sondern auch auf der psychischen Ebene.

Gruß
AnakinSky
 
btw: Ich glaube nicht, dass es irgendein Rauschmittel ohne Suchtpotenzial gibt ;)

Was für den einen ein gelegentlicher Ausflug ist, ist bei dem anderen bereits beim 1. Mal ein Auslöser. Selbst Spielsucht z.Bsp. fängt irgendwann mal mit 1 Spiel an.

Darum volle Zustimmung zu Anakin Sky. Auch psychologische Aspekt ist vorher nicht abzuschätzen. Wer schon in der Familie Angehörige hat, die i-ein Suchtverhalten zeigen ist zudem höher gefährdet. Eigenartigerweise sind es aber genau solche Menschen, die der Verlockung nicht widerstehen können bzw. meinen "mir kann das nicht passieren, ich weiss wie man damit umgeht, hab's in der Familie erlebt." ohne das nötige Bewusstsein für ihre grössere Anfälligkeit.

Es gibt ja z.Bsp. Leute, die 10 Jahre lang jeden Tag 1 Bier trinken.
Ein Teil kann von heut auf morgen auch ohne dieses eine Bier leben. Der andere Teil fängt das Zappeln und zittern an, weil er dieses eine Bier nicht kriegt.
Suchtverhalten ist also nicht zwingend mengenabhängig ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ein Teil kann von heut auf morgen auch ohne dieses eine Bier leben. Der andere Teil fängt das Zappeln und zittern an, weil er dieses eine Bier nicht kriegt.

Das kann aber auch sein das es bei den geringen Mengen gar keine Suchterscheinungen sind, sondern die Folge des vermissens einer bestimmten Gewohnheit.

Der Mensch kann sich ja bekanntlich an alles gewöhnen, wenn plötzlich die Gewohnheit fehlt, wirft es den Menschen aus der Bahn.

Regelmäßiger Sex und plötzliche Abstinenz da gibt es auch Entzugserscheinungen, hört sich jetzt plump an ist aber so.

Oder der andere braucht frühs erstmal einen Jogginglauf um durchzustarten, wenn es mal nicht machbar ist, ist er den ganzen Tag nicht zu gebrauchen.
 
Kanaille schrieb:
Das kann aber auch sein das es bei den geringen Mengen gar keine Suchterscheinungen sind, sondern die Folge des vermissens einer bestimmten Gewohnheit.
Am Ende gibt es garkeine Sucht, denn alles ist nur Gewohnheit? Solange man eine (an und für sich überflüssige) Gewohnheit lediglich vermisst, sich ihr aber willentlich widersetzen kann, solange ist aber noch alles im grünen Bereich. Ist es dies nicht, dann ist man bereits süchtig.

Kanaille schrieb:
Der Mensch kann sich ja bekanntlich an alles gewöhnen, wenn plötzlich die Gewohnheit fehlt, wirft es den Menschen aus der Bahn.
Entweder ist dieser Mensch dann gewohnheitssüchtig (es könnte auch die krankhafte Angst vor Risiken oder Veränderungen sein) oder es handelt sich ohnehin um einen Zwangscharakter, der seiner Gewohnheiten bedarf wie ein Rollstuhlfahrer seines Rollstuhls.

Kanaille schrieb:
Regelmäßiger Sex und plötzliche Abstinenz da gibt es auch Entzugserscheinungen, hört sich jetzt plump an ist aber so.
So etwas nennt sich Sexsucht, eine durchaus anerkannte Sucht. Auch dagegen gibt es Therapien.
 
@ Kanaille

Jup, darum auch der Hinweis von Anakin auf die nicht unwesentlichen psychischen Aspekte, die es auch bei Cannabis gibt (um mal das topic zu bedienen) und meine Hinweise auf evtl. erhöhte Anfälligkeit durch familiäres Erleben und/oder Erbgut.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Naja ...


Sehe ich etwas anders :D

Einstiegsdroge ist Alk nicht, weil Alkoholiker bei Alkohol bleiben, während Cannabis-Konsumenten des Öfteren auch zu härteren Drogen wechseln ;) >>> für mich also genau umgekehrt.
Ich meinte das eher so: die "Kette" begint bei Alkohol und Zigaretten. Kein Jugendlicher fängt an zu kiffen, der nicht vorher schon Zigaretten und Alkohol konsumiert hat, deswegen ist Alkohol die Einstiegsdroge. Und daß Haschisch-Raucher "öfter" zu Konsumenten harter Drogen werden, ist doch CDU-Propaganda. In meiner Klasse damals hatten wir alle Dope geraucht und keiner hängt jetzt an der Nadel
Gesellschaftlich akzeptiert ist Cannabis nicht, sonst würden wir hier nicht darüber diskutieren ob legal - illegal - schei**egal
Die paar hundert FSB-User hier sind wohl kaum repräsentativ für die BRD, und die gesellschaftliche Akzeptanz hängt ganz klar von der Region ab: hier in Berlin schert es keinen, ob du kiffst, solange du nicht auffällst und deine Arbeit machst.
Wie beim Alkohol eben auch.

Tobi
 
Zitat tobi 79: "Kein Jugendlicher fängt an zu kiffen, der nicht vorher schon Zigaretten und Alkohol konsumiert hat, deswegen ist Alkohol die Einstiegsdroge."

Da ist sicher etwas dran, aber Alkohol und Nikotin sind eben nicht der erste Schritt auf dem Weg zum THC-Konsumenten, es ist eher so, das diejenigen, die mit der Wirkung von Alkohol/Nikotin nicht zufrieden sind, eine andere Substanz ausprobieren. Die Droge sollte sich syntym anfühlen -> "diese Droge paßt zu mir"; "..ich fühle mich so, wie ich mich immer fühlen wollte". Natürlich sind die Einflüsse der Peer-Group nicht zu unterschätzen und so kann es natürlich sein, das sich ein Konsumverhalten von Substanzen entwickelt, die man selbst nicht für sich gewählt hätte.

Gruß
AnakinSky
 
Ich meinte das eher so: die "Kette" begint bei Alkohol und Zigaretten.
Beim Autobahnraser beginnt die Kette auch bereits in der Krabbelstube. Kein Mensch fährt Auto, der sich nicht früher an den ersten Schritten versucht hätte. Er lernt, daß man heutzutage mobil sein muss und 'Zeit ist Geld'. Er verknüpft diese beiden Anschauungen miteinander, verinnerlicht sie und sie werden zum Selbstzweck.

Kein Jugendlicher fängt an zu kiffen, der nicht vorher schon Zigaretten und Alkohol konsumiert hat...
Naja, so stimmt das aber nicht. Ich kannte damals genügend Kiffer, die niemals in ihrem Leben auch nur eine einzige Zigarette geraucht haben.

Aber selbst wenn dem so wäre, ein kausaler Zusammenhang erschliest sich mir da nicht. Wie ist es mit dem Zusammenhang von Alkohol und Zigaretten? Wieviele Alkoholiker wären keine Alkoholiker geworden, hätten sie nicht frühzeitig mit dem Rauchen angefangen? Oder ist Rauchen die Einstiegsdroge für eine spätere Spielsucht (ein Großteil der Spielsüchtigen dürften Raucher sein)?

Im Grunde genommen sind dies Spekulationen ohne gesicherte Erkenntnisse und kausal ohnehin völlig daneben.

Auch der schokoladensüchtige Frustrationsfresser hatte seinen Erstkontakt mit der 'Droge' wahrscheinlich bereits im Kindesalter, was ihn aber von anderen unterscheidet, daß ist einerseits seine (chronische) Unzufriedenheit und andererseits die völlige Überhöhung des Genußmittels Schokolade, sowie die Verknüfung beider zu einer persönlichen Suchtkausalität.

Gruss Konradin
 

Ähnliche Themen

Zurück
Oben Unten