Hallo CroBoy,
diese Situation kommt mir leider sehr bekannt vor.
Ich selber habe das Glück in einer großen Firma meine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik absolvieren zu dürfen. (Bin auch bis Januar verkürzt fertig

) Aber viele meiner Freunde & neuen Klassenkameraden sind in kleineren Betrieben gelandet, hier ist dies leider oft während der Ausbildung praxis

Bei kleinen "Familien"-Betrieben ist es manchmal auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht anders lösbar mit den Überstunden.
Die erste Frage ist natürlich ob du volljährig bist:
Wenn nein, dann darf deine Arbeitszeit gesetzlich nicht über 8Std täglich & 40Std/Woche betragen. Da gibt es für niemanden was dran zu rütteln.
Wenn ja, dann kann deine Arbeitszeit bis unter Umständen auf 60Std/Woche erweitert werden, wenn diese Zeit vergütet oder durch Freizeit ausgeglichen wird. Schreibe dir im übrigen alle deine Überstunden für evtl. spätere rechtliche Schritte (man weiß ja nie..) auf, dein Arbeitgeber muss dies übrigens während der Ausbildungszeit gesetzlich auch. (aber wer prüfts? naja egal)
Eine weitere wichtige Frage ist, ob du dich noch in der Probezeit befindest:
Ich denke mal du hast deine Ausbildung erst zum August diesen Jahres begonnen - wenn dies zutrifft würde ich bis zum Ende der Probezeit (i.d.R 4 Monate) mich noch recht ruhig verhalten, da du ja sicherlich deine Ausbildung fortführen möchtest und leider einige Chefs natürlich die Zeit nutzen um einen zu testen oder auch "auszubeuten".
Ist dies nach der Probezeit immer noch der Fall mit den unbezahlten oder unausgeglichenen Überstunden würde ich ihn direkt drauf ansprechen und sagen das du wenigstens die Zeit als Freizeit ersetzt haben möchtest.
Lässt er sich hier drauf nicht ein hast du die Wahl zum Betriebsrat (lässt sich ab 5 wahlberechtigten Arbeitnehmern gründen und dein Chef kann gegen die Gründung nichts unternhmen) zu gehen und von dort aus Druck auf den Arbeitgeber zu üben (hat mir übrigens seeehr geholfen, seit dem bin ich auch 3mal glücklicher mit der Ausbildung) oder du tritts in deine zuständige Gewerkschaft ein (kostet wenige € im Monat - abhängig vom Gehalt) und die unterstützt dich auf jeden Fall bei deinen Rechten in der Ausbildung.
Eine weitere Möglichkeit ist es sich bei deiner zuständigen Kammer (z.b. bei mir IHK Köln) über deinen Arbeitgeber zu beschweren. Die Kammer ist ja zuständig für die Ausbildung & deren Durchführung. (dann dürfte dein Chef unter Umständen dannach auch keine Personen mehr ausbilden)
Hoffe konnte dich ein wenig informieren, wenn du noch fragen hast schreib mich ruhig via Pn an
mfg
Benny