Titel: (alle von diesem(r) Autor(in) hier angeführten Titel in DE)
Ulrike Draesner - Die Verwandelten
Ulrike Draesner - Heimliche Helden
Ulrike Draesner - London – Lieblingsorte (SB)
Ulrike Draesner - Richtig liegen
Ulrike Draesner - Richtig liegen - Geschichten in Paaren
Ulrike Draesner - Schwitters
Ulrike Draesner - Sieben Sprünge vom Rand der Welt
Ulrike Draesner - Spiele
Ulrike Draesner - Subsong (SB)
Ulrike Draesner - Vorliebe
Spiele:
München 1972 – für die 13-jährige Katja eine spannende Zeit: Alles ist neu, die U-Bahn, die fremden Menschen, die bunten Sportübertragungen im geliehenen Fernseher. In strahlendem Münchner Föhn-Wetter beginnen heitere Spiele. Doch auf einmal ist alles anders – der Vater hat eine neue Frau, und Max, den Katja doch eigentlich so gerne mag, hat sie vor ihren Freunden derart blamiert, dass sie sich bitterlich an ihm rächt. Währenddessen läuft im Fernseher Terror statt Sport: Die Fröhlichkeit der Olympischen Spiele wird zunichte gemacht von einem Ereignis, »das mit seiner ganzen Tragik, seiner Wirrnis und der Unreife die Probleme deutlich gemacht hat, mit denen wir heute leben müssen«. Aber wie hängt die kleine Geschichte mit der großen zusammen? Ist Katja wirklich schuld daran, dass Max sich plötzlich entschließt, zur Polizei zu gehen und in Fürstenfeldbruck bei dem misslungenen Versuch, die israelischen Geiseln zu befreien, verwundet wird? Und warum spricht die Familie angesichts der Ereignisse im Fernseher plötzlich von der eigenen Herkunft? Jahre später, als angesehene Fotojournalistin, versucht Katja, die Bilder, das Getuschel und ihre Ängste von damals zu entwirren.
Spiele entwirft ein großes, hinreißend atmosphärisches Gesellschaftspanorama. Mitten darin und von der ›großen Geschichte‹ auf verblüffende Weise mitbestimmt: die virtuos erzählte Geschichte einer zarten, verhinderten Liebe.
Sieben Sprünge vom Rand der Welt:
Simone Grolmann ist 52, etabliert und angesehen, Professorin für Verhaltensforschung, Mutter einer Tochter, ein analytischer Mensch. Und doch hat sie Angst. Angst vor Schnee. Die Angst ist tief in ihr, versunken wie der Breslauer Wald, durch den ihr Vater, sein behinderter Bruder Emil und Lilly, die Mutter der beiden, in der Nacht vom 19. auf den 20. Januar 1945 stapften, bei minus 21 Grad: drei Menschen mit drei durchweichten Pappkoffern. 17 Jahre vor Simones Geburt war das, und doch ist es ihre eigene Angst.
Simone liebt ihren Vater Eustachius – und kommt ihm gleichwohl nicht nah. Eustachius Grolmann, 83, ist ein Kriegskind. Aufgewachsen im Propagandastaat, 1945 aus Schlesien in den Westen geflohen. Noch immer wird er von den Erinnerungen an die Flucht und den Tod seines Bruders heimgesucht. »Sei froh, dass du lebst.« Diesen Nachkriegssatz hat er sich selbst so oft vorgesagt, bis er glaubte, das, was er spürte, könnte nun endlich dieses Frohsein sein.
Ulrike Draesner kreuzt die Lebenswege der schlesischen Grolmanns mit dem Schicksal einer aus Ostpolen nach Wrocław vertriebenen Familie. Vier Generationen kommen zu Wort. Virtuos entwirft sie ein Kaleidoskop der Erinnerungen, die sich zu immer neuen Bildern fügen. Sie zeigen, wie die durch Flucht und Vertreibung ausgelösten Traumata weiterwirken und wie sich seelische Landschaften von einer Generation in die nächste weitervererben. Die Geschichten der Grolmanns und der Nienaltowskis werden zum Spiegel von hundert Jahren mitteleuropäischer Geschichte. Sie erzählen von den Mühen und Seligkeiten zwischen Eltern und Kindern, von Luftwurzeln, Freiheit und Migration.
Vorliebe:
Ein Wiedersehen, das einschlägt wie ein Blitz: plötzlich steht die Astrophysikerin Harriet ihrer großen Liebe von einst gegenüber. Und allmählich, aber unaufhaltsam, gerät ihr bisheriges Leben aus seiner geordneten Umlaufbahn. Ulrike Draesners neuer Roman ist ein mit großer Lust und Rasanz betriebenes Forschen nach den romantischen Gefühlen in Zeiten der Abgeklärtheit.