- Matthew - schrieb:
Gilt? Galt. Jedenfalls in der SBZ war es tatsächlich mal ein Feiertag.
SBZ? Sag mal, in welchem Jahrzehnt des Kalten Krieges bist du eigentlich steckengeblieben? Das war ja noch lange vor
sogenannte DDR mit Gänsefüsschen.
P.S. Sorry,
StaryWojownik, beim späteren Weiterlesen des Threads habe ich festgestellt, daß du dich dazu bereits geäussert hat. Ich fand es schon wichtig, auf die mit dem Kürzel SBZ verbundene Geisteshaltung hinzuweisen.
-----
1. Mein Nationalstolz hält sich in sehr engen Grenzen, trotzdem geht es mir gegen den Strich das immer noch auf den Deutschen rumgehackt wird wegen den Verbrechen der Nazis.
Wer hackt deswegen denn pauschal auf den Deutschen herum? Schuldig sind nicht nur die damaligen Täter, sondern auch die notorischen Weg-Gucker, welche diese Verbrechen durch ihr Wegschauen erst m,öglich gemacht haben. Schuldig sind aber auch all diejenigen, welche aus der Geschichte nichts gelernt haben und
heute tatenlos zuschauen, wie die braune Brut wieder aus den Löchern kriecht und nahtlos am alten Rassimus anknüpft und weiterhetzt.
2. Das ist jetzt über 70 Jahre her! Von denen die das damals verbockt haben lebt kaum noch jemand und wenn dann als seniler Taddelgreis im Seniorenstift. Irgendwann ist doch auch mal Schluß. Weder ich noch mein Vater haben jemals einem Juden oder Polen oder was auch immer gemeuchelt, gemordet, überfallen oder sonstwie geschädigt, von daher habe ich auch nicht das geringste Schuldgefühl gegen diese Völker oder Religionsangehörigen.
Hättest
du auf diese Weise Angehörige verloren, dann würdest du wohl nicht fordern, nach einer kleinen Übergangszeit alles zu vergessen und zur Tagesordnung überzugehen. Die Verbrechen der Nazis haben eine Qualität und ein Ausmaß errreicht, daß wir (die Menschheit) es uns nicht leisten können, sie zu vergessen und somit eine Wiederholung zu riskieren. Es geht heute nicht um die kleinliche Schuldfrage, sondern schlicht und einfach darum, wie wir uns gegen eine Wiederholung solcher Taten in Zukunft schützen können.
3. Macht eigentlich auch mal jemand dem Ami Vorwürfe? Wie hat der nochmal den Nordamerikanischen Kontinent übernommen? Doch auch nicht nur durch einheiraten und Erbschaften.....
Selbstverständlich, das machen viele (auch ich). Aber eben nicht in diesem Zusammenhang. Nur weil man die Einen kritisiert heisst dies noch lange nicht, daß man bei den anderen wegschaut. Aber unsere eigene Geschichte sollte uns eigentlich doch schon etwas mehr berühren als die Geschichte anderer.
-----
Zum Thema Rassismus fällt mir Folgendes auf: War es bisher nicht so, daß sich EU-Bürger im Gebiet der EU frei ansiedeln und einen Job annehmen durften? Also eine gemeinsame europäische Freizügigkeit für
alle EU-Bürger.
Aber alle sind eben nicht alle. Sinti und Roma gehören natürlich nicht dazu (auch wenn man das nicht offen zugibt, da nicht politisch korrekt, man redet lieber um den heissen Brei herum). Denn kaum sitzen die Rumänen und Bulgaren mit im Boot, dann wird ganz schnell aus allen ein alle ausser...
Offiziell liest es sich dann so, daß man EU-Bürger in ihre Heimatländer zurückschicken möchte, die länger als ein halbes Jahr arbeitslos sind oder garnicht nach Deutschland hereinlassen will, wenn ihr erklärtes Ziel nicht die Aufnahme eine Jobs ist. Komisch. Zu Zeiten der Portugiesen hat dies kein Schwein interessiert und die Gerichte haben die Gleichbehandlung aller EU-Bürger über die Ländergrenzen hinweg oftmals bestätigt (da ging es auch noch nicht um Rumänen oder Bulgaren).
War die Aufnahme von Rumänien und Bulgarien in die EU eine feindliche Übernahme (und wenn, mit wessen Kapital eigentlich?), bei der wir hilflos mitmachen mussten und nun müssen wir uns dagegen wehren? Arme EU-Bürger, die nach Deutschland kamen, die gibt es schon seit anfang der EU; das ist nun wirklich nichts Neues. Aber kaum regt sich ein Rumäne oder ein Bulgare...
Einerseits zeigt mir dies, daß gewisse Leute, welche die EU auf ihre Fahne schreiben, sich einen Dreck um eine gemeinsame europäische Zukunft scheren und selbst europäische Grundrechte wie die Freizügigkeit Stück für Stück aushebeln und Europa so eines langsamen Todes sterben lassen.
Aber andererseits zeigt mir das, wie anfällig man man wieder für Rassismus ist. Man muss nur Sozialneid und Rassismus zu einem gemeinsamen Angstpaket kombinieren und schon ist es nicht nur salonfähig, sondern am Ende gar auch noch mehrheitsfähig.
Vielleicht habe wir Deutsche nach dem Krieg einiges gelernt. Nur leider haben wir es inzwischen wohl auch wieder vergessen. Bis zur nächsten Weimarer Republik und möglicherweise auch danach.
Natürlich sind wir lenrfähig. Nur, was nützt es, wenn wir schneller vergessen, als wir lernen können?