[…]Da macht sich ein Bayer über sich selbst lustig. Na die Polackensau kann er wohl stecken lassen.[…]
Wenn ich dies meinen Sportschülern erzähle, gibt es bestimmt großes Gelächter. Wäre es so (dass ich ein Bayer bin), dann wäre wohl nicht fast unsere gesamte Sippe von den deutschen Kulturträgern in Oświęcim umgebracht worden.
Auf Anordnung von deutschen Kulturträgern, die nahtlos in den Kulturbetrieb der BRD aufgenommen werden konnten*. Dies nicht nur, ohne mit ihrer deutsch-kulturellen Vergangenheit anzuecken, sondern – wohl ihrer deutscher Art entsprechenden Leistungen wegen – mit dem Großen Bundesverdienstkreuz** ausgezeichnet („Ehre, wem Ehre gebührt“).
Dass deren kulturelle Denkweise und Haltung erfolgreich in der deutschen Denkweise ihre Fortsetzung fand (kein Richter, kein Lehrer wurde in der BRD wegen seiner NS-Aktivitäten je belangt), wird täglich unter Beweis gestellt.
Wahrzeichen deutscher Kultur: Immerhin wurden die deutsch-kulturellen Einrichtungen in Oświęcim von der UNESCO zum Teil des Weltkulturerbes ernannt.
Also Respekt: Deutsche Kultur ist Weltkultur!
Weil ich
hier lebe, Steuern (als gut Verdienender nicht gerade wenig) zahle, auch eine nicht ganz schlechte Reputation besitze, nehme ich mir – selbstverständlich – das Recht, das, was ich als Missstand ansehe, zu kritisieren. Nachdem ich seit einigen Jahren einen deutschen Pass besitze, sogar ohne Sorge, ausgewiesen zu werden (wobei mir selbstverständlich klar ist, dass mir kein Deutschpolitiker helfen wird, sollte ich in irgendeinem Folterlager irgendeines befreundeten (?) Folterstaates verschwinden).
Würde ich in einem anderen Land leben, würde ich genau so vehement dortige Missstände – falls für mich erkennbar – anprangern (was ich ganz nebenbei auch in Polen mache, in der DDR machte).
[…]Es gibt allerdings auch poster, die lassen kein gutes Haar an der BRD, so dass ich mich frage, ob sie sich vielleicht in einem anderen Land wohler fühlen würden.[…]
Davon abgesehen, dass es wohl die Aufgabe der Jubeldeutschen ist, die guten Haare hervorzuheben, bin ich der Meinung, dass es selbstverständlich sein sollte, dass die als Regierende angestellten ihre Arbeit gut erledigen. Dafür werden sie schließlich fürstlich entlohnt.
[…]Ich finde es immer noch legitim, dass einer sich in D wohlfühlen und das Hohelied davon singen kann, ohne fit in der Sprache zu sein. Ein Vorwurf diesbezüglich lenkt ab vom Wesentlichen und emotionalisiert unnötig.[…]
Von den mir halbwegs geläufigen Sprachen ist die deutsche Sprache – neben dem Serbischen (hier wird so geschrieben, wie man spricht) – eine der einfacheren Schriftsprachen. Gerade, wer sein Deutschtum so positiv bewertet sehen möchte wie der Themenersteller, sollte sich der seinem Sprach- und Kulturraum zugehörigen Sprache, dazu gehört m. E. auch die Schriftform, befleißigen (… kommt von Fleiß).
Deutschtümelei, Nationalgefühl usw. sind emotionalisierte Begriffe. Insofern, da der Themenersteller „seine“ Nation/Volk/Staat belobigt sehen will, sollte nicht darüber Klage geführt werden, dass hier „emotionalisiert“ wird.
[…]Auch jemand mit Schwächen im Sprachgebrauch (ohne dem TS etwas unterstellen zu wollen) wird seine Form auf mangelnde Lust zurückführen.
Wie vom Themenersteller bereits erklärt, ist die „mangelnde Lust“ sich um die korrekte Form zu bemühen, genau der hüpfende Punkt.
[…]Das versteh ich nun gar nicht
Kannst du das mal erläutern?
Vielleicht lege ich Dich in die falsche Schublade; ich halte Dich für einen Beamten. Als solcher wärest Du, was Kritik am herrschenden System betrifft, bestimmt etwas vorsichtiger als z. B. ein unabhängiger Freischaffender.
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* „BRAUNBUCH – Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik“; Berlin 1965
** „GROSSES Bundesverdienstkreuz“; Bernt Engelmann, 1998; ISBN 3882433140