ich seh das völlig anders:
schuld ist net nokia, sondern standort deutschland! ich frage euch, warum schließt nokia das werk in bochum? es ist zu teuer! jedes unternehmen das wirtschaftlich bleiben will, wird da nach alternativen suchen.
und wenn die leute sagen, jaja, erst fleißig subventionen einstreichen, und dann verschwinden: die bundesregierung is ja selber schuld! erst lockt sie unternehmen mit diesen subventionen an, um ihnen standort deutschland schmackhaft zu machen. und dann wundert sie sich, das die unternehmen, so auch nokia, abziehen, wenn nichts mehr subventioniert wird! deutschland is nicht nicht mehr wettbewerbsfähig.
wo steht geschrieben, das das nokia zu bleiben hat? ohne subventionen rechnet sich deutschland halt noch weniger.
Was für ein Schmarn. Hast dir das aus dem Parteiprogramm des neoliberalen Gesocks von SPD/CDU/FDP abgeschrieben? Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig? Nichts als eine Phrase. Inwiefern? Dass Deutschland nicht mit Hungerlöhnen, wie sie in Rumänien, China und Indien bezahlt werden, mithalten kann? Was schlägst du vor? Löhne weiter nach unten drücken? Deutschland weiter verelenden lassen, nur damit unsere großen Konzerne ja auch "wettbewerbsfähig" sind? Die Meisten glauben ja, der Weg der Globalisierung, welcher uns den ganzen Mist eingebrockt hat, sei unabwendbar und ein ganz natürlicher Prozess. Beides trifft nicht zu! Diese Entwicklung ist politisch gewollt, zwecks Gewinnmaximierung, natürlich. Es ist doch wunderbar für einen Konzern wie Adidas, wenn er die Schuhe in Indien von Kindern für 1 Cent die Stunde zusammenschustern lässt, und uns selbige dann für schlappe 200 Euro verkauft.
Nun, werdet ihr euch fragen, warum tun unsere netten Volksvertreter nichts dagegen, wo sie doch permanent damit beschäftigt sind, in die Kamera zu heulen und uns erzählen wie schäbig doch das Verhalten dieser "Heuschrecken" ist? Naja, nach dem Wahlkampf ist vor dem Wahlkampf, was die Rumheu(ch)lerei erklärt. Auf der anderen Seite werden die meisten Politiker von Lobbyisten beeinflusst bzw. gehören sie selber zu ihnen. Beispielsweise dann, wenn sie eine "Nebentätigkeit" ausüben. Gerhard Schröder fädelte vorher das Geschäft mit Gazprom "für Deutschland" ein, nun sitzt er im Vorstand. Wolfgang Clement sitzt bei RWE im Vorstand, Westerwelle bei der "Atlantik-Brücke" usw. usw. Eine genaue Auflistung findet ihr
hier. Wirklich neu ist das ja alles nicht, nur das Medienecho bleibt größtenteils aus. Auch hier herrscht natürlich eine gewisse Abhängigkeit untereinander.
Wenn man weiss was ein handelsüblicher Politiker sonst noch so alles nebenbei macht, kann man seine Entscheidungen wunderbar nachvollziehen. Sie sind keineswegs zum Wohle des Deutschen Volkes, sondern dienen meist lediglich einer ganz kleinen Klientel.
Zu Nokia:
Den Aufschrei würde ich nicht überbewerten. Wie gesagt, der Wahlkampf hat begonnen. Nun müssen eben Themen her. Mal ist es der Kampf gegen den Rechtsextremismus/Islamismus/Terrorismus, mal der gegen Ausländer und manchmal eben der gegen Großkonzerne. Alles Fassade. Hinter den Kulissen umarmt man sich und küsst sich die Füße. Man weiss ja, wer einem die netten Extras finanziert.
Und wer jetzt tatsächlich darüber nachdenkt Nokia zu boykottieren, dem sei gesagt, dass dies nicht der einzige Konzern ist, welcher sich so verhält. Wer sich etwas näher damit beschäftigen will, dem sei mal das Buch
Schwarzbuch Markenfirmen empfohlen. Ihr werdet es nicht glauben, wen ihr nun alles boykottieren müsst!
Ein Beispiel:
Wer will in Zukunft auf seine leckere Müllermilch verzichten? Hier mal ein kleiner Anreiz von Extra 3. Der Text ist zwar alt, aber witzig geschrieben.
Die leider Wahre Geschichte von Herr Müller...
Sehr Durchlesenswert!!!
Der Herr Müller kommt aus Aretsried,
Das liegt in Bayern, also ganz im Süden.
Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von
Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen,
Wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter
Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die
Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt
dafür, daß sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie Dann kaufen könnt.
Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, daß sogar der
Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat.
Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht,er
Unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in
Sachsen, das ist ganz im Osten.
Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu
Viele davon gibt, und Diese viel zu viele Milchprodukte produzieren,
Aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut.
Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze
Haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld.
Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug.
Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht
Und abgeschickt.
Ein paar Tage später haben ihm Dann das Land Sachsen und die Herren von
Der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro
Geschickt. 70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz
Viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.
Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute
Eingestellt. Hurra, Herr Müller.
Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte
Hergestellt hat, hat er gemerkt, daß er sie gar nicht verkaufen kann,
Denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.
Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewußt, auch die Herren vom
Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewußt, es ist nämlich
Kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.
Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so.
Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist
Ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht
Da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie
Gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der
Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er
Hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.
Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, Dann habt ihr sicher schon
Gemerkt, daß der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat,
Als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen.
Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig
Einen Taschenrechner nehmen, Dann wißt ihr, daß der Herr Müller für
Jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.
Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht.
Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht.
Aber der Herr Müller sitzt nicht nur Rum, sondern er sorgt auch dafür,
daß es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller.
Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller
Verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist
Ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch
Aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch,
Weil man sie wieder verschließen kann und sehen hübsch aus. Allerdings
Sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da spart er was,
Der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle.
Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr
Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, Dann muß ich
Euch sagen, daß man so etwas einfach nicht tut.
Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, Dann laßt doch einfach
Die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die
Daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und
Werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff
"soziale Verantwortung" noch eine Bedeutung hat.
Tja, da könnte man doch echt k.otzen, nicht wahr? Das ist im allgemeinen leider das Wesen der westlichen Demokratie. Sie dient lediglich als Grundlage zur Liberalisierung des Marktes. Es ist also vollkommen schnuppe wo ihr nächstes mal euer Kreuz macht. Die Auswirkungen für uns werden die selben sein. Außer ihr rennt zu den radikalen Kräften, links und rechts von euch. Dort gibts zwar auch Lobbyisten, nur sind diese Partein noch nicht ganz so verseucht wie die etablierte "Mitte".