Wieso hat fast jeder Jugendlicher heutzutage Facebook? Diskussion 

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Joo-

Egal wo man ist. Facebook, Facebook, Facebook.

Jeder Jugendliche hat ein Handy. Damit wird nur auf Facebook rumgespielt. Kann man den nicht abwarten bis man zuhause ankommt? Dann kann man doch in Ruhe chatten?

Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Das regt einen tierisch auf. Egal wo man ist man wird immer mit Facebook in Verbindung gebracht.

Ein Leben ohne Facebook scheint aussichtslos.
 
...

Jeder Jugendliche hat ein Handy....

Ich denke mal es dient zur sicherheit mit wenn Kinder Handy´s haben, das die Eltern kontrollieren können wo ihre Kinder sind und die wiederum können sofort sie anrufen wenn was ist.

...

Damit wird nur auf Facebook rumgespielt.....

Ich denke ist momentan in der Mode bei den Kids (Games, viele Mitglieder, Freunde,..) war bei mir früher nicht anderst vor 20 Jahren :) , Schule ende schnell nach hause und zocken oder TV sehen, aber trozdem sollten die Eltern auch hier aufpassen. In Facebook haben nicht alle grüne Westen an, deswegn sollte man seine Kinder bis zum gewissen alter doch bischen kontrollieren, was sie in FB (oder im Internet) alles posten.

Ich hab ein fake acc bei FB um zu sehen wie es dort ist aber ich würde meine Daten nicht irrgenwo eingeben wo es nicht unbedingt nötig ist. Ich traue für die Zunkunft FB irrgentwie nicht was sie alles mit meinen Daten machen.
 
Submoon schrieb:
Ich denke mal es dient zur sicherheit mit wenn Kinder Handy´s haben, das die Eltern kontrollieren können wo ihre Kinder sind und die wiederum können sofort sie anrufen wenn was ist.
Dazu würde auch ein Prepaid-Handy der ersten Generatione ohne jeden Schnickschnack reichen. Daß dies nicht ausreicht zeigt, daß die Motivation eine völlig andere ist.

Mal ganz nebenbei: Früher wussten unsere Eltern auch nicht auf den Meter genau, wo wir gerade spielen, dennoch sassen wir nicht den ganzen Tag zuhause herum, damit nichts passiert und damit wir besser kontrollierbar waren.

Es geht ohnehin nicht um echte, sondern um gefühlte Sicherheit, und mit der lässt sich ein Riesengeschäft machen. Ausserdem lässt sich ein Überwachungs- und Schnüffelstaat wesentlich einfacher realisieren, wenn man nur schon rechtzeitig damit anfängt. :)

Auch in dieser Hinsicht ist FaceBook ein Segen. Nie war es leichter, sich mit persönlichen Daten Anderer selbst zu bedienen. Der Schwachpunkt sind nicht einmal die Leute selbst, sondern deren Freunde. Es reicht ja schon, wenn ein einziger persönliche Daten preisgibt und sofort kann man Eins und Eins zusammenzählen.

Aber auch in anderer Hinsicht ist FaceBook ein Segen für Mitläufer und alle, die von ihnen (vorzugsweise wirtschaftlich) profitieren. Für mündige Bürger, die wissen, was sie wollen, allerdings eher ein Fluch. Kaum noch ein Kamerahersteller, der nicht dem Massenwahn fröhnt und keinen FaceBook-Button in seine Software integriert. Qualität ist nicht mehr gefragt.

Viel wichtiger, als er Gedanke, ob es sich überhaupt lohnt, genau dieses Bild zu machen und welchen Bildausschnitt man wählen sollte ist die Frage, wie lange es dauert, bis die Bilder bei FaceBook angekommen sind. Mein Vorschlag: Man sollte in Fotos nicht nur das Datum einblenden können (sieht das nicht chic aus?), sondern gleich noch einen I-like-Button zum Ankreuzen. Denn wichtiger als das Bilder-Machen ist das Bilder-Zeigen. Und wenn es auch nur der letzte Massenschund ist. Hauptsache, man sieht es bei FaceBook, denn dort spielt die Musik.

Nicht ohne Grund ist FaceBook der Finanzmoloch Nummer Eins, es geht dabei um mehrere Milliarden.

Eine kleine Frage übrigens am Rande: wenn FaceBook soviele Milliarden wert ist und Grossaktionäre auf einen Schlag zu Milliardären werden, wer zahlt die Zeche eigentlich? Ich möchte nur daran erinnern, daß FaceBook ja tatsächlich keine neuen Werte schafft oder gar Geld, sondern dieses lediglich umverteilt und das dahinterstehende Prinzip ist ganz einfach: überall, wo es Gewinner gibt, da gibt es auch Verlierer.

Die Verlierer sind meist wir alle. Zumindest fast.

Gruss Konradin
 
Mod-edit: Noch immer sind Vollzitate unerwünscht. Und direkt im Nachfolgepost völlig sinnfrei!

Sehr guter Beitrag Konradin. Ich habe alles durchgelesen. Es reicht natürlich auch ein Prepaidhandy ohne Schnick Schnack. Da hast du vollkommen Recht.

Aber nein. Heutzutage muss unbedingt Facebook aufm Handy sein. Das grenzt hart an einer Sucht.

Wenn ich mal in der Stadt bin und mich rumschaue: Fast jedes Mädchen (oder Junge) hat ein Handy in der Hand und chattet mit irgendeinem.

Sind wir schon so tief gesunken dass wir sogar mit dem Handy chatten müssen?
 
Zuletzt bearbeitet:
denken wir doch mal ein paar Jahre zurück:

das Telefon wird erfunden.

Generationen davor haben hervorragend ohne telefon gelebt. deren leben war auch nicht sinnlos.
ziemliche neumodische erfindung also, die eigentlich keiner wirklich braucht.
ständige erreichbarkeit (im vergleich zu zT monatelang unterwegs seienden briefen)
und mißbraucht werden kann das auch...
(die dame vom amt kann mithören, und nicht nur die - die es nicht mehr gibt, klar - sondern nach ihr noch viele andere)
...und gefakt werden kann da auch (anruf kommt eigentlich von wem anders oder einer anderen nummer)

heute hat jeder mindestens ein telefon ;)

mißbraucht werden kann jedes neue kommunikations-medium.
wer selbst ohne telefon groß wurde, hatte einen schwereren einstieg da hinein, was das ding so praktisch macht. die meisten von uns sind mit telefonen augewachsen und damit vertraut.

jedes medium, was ich gebrauchen kann, kann ich auch mißbrauchen.
wir brauchen alle zeit, um ein neues medium kennenzulernen, und beinhaltet auch eine phase des ausprobierens.
ausprobieren heißt sicher immer auch, grenzen zu überschreiten.

wit tun uns mit facebook einfach ähnlich "schwer", denke ich, wie früher die menschen mit der einführung anderer "neuheiten".

und auch kommunikationsgewohnheiten und rituale ändern sich. hauptsache - meiner meinung nach - es wird überhaupt kommuniziert, auch wenn sich der sprachgebrauch ändert, was auch nicht ungewöhnlich ist und immer wieder zwischen den generationen passiert.

übrigens ist facebook doch out.
es lebt doch schon längst die generation twitter ;)

...oder des nachfolgers davon.... :D
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich meine jetz garnicht einmal sosehr die Leute, welche in ihrer Freizeit zwar im gleichen Raum sitzen, sich aber dennoch eine SMS nach der anderen schicken, sorei, das ist letztendlich ein Anwenderproblem.

Auch die Entwicklung bis hin zum Telefon lasse ich einmal aussen vor (ob es für den Menschen selbst ein Segen war, das ist keineswegs sicher). Aber spätestens seit der Verbreitung des Marionettenfadens namens Handy schrillen bei mir die Alarmglocken und ich frage mich, ob das Ganze wirklich so vorteilhaft ist, wie es scheint.

Parallel zur Aubreitung des Kult-Objekts Handy breitete sich der Wahn der ständigen Verfügbarkeit aus. Wer nicht rund im die Uhr verfügbar ist, der ist out. Da gibt es kaum ein Entrinnen. Denn da fast jeder ein Handy hat und dieser Wahn mittlerweile gesellschaftlicher Konsens ist wird es auch vom Einzelnen erwartet.

Meine These: die tatsächliche Lebensqualität der Menschen ist durch das Damoklesschwert der ständigen Verfügbarkeit nicht gestiegen, sondern real gesunken. Die Menschen sabbeln zwar mehr und schicken sich SMS, aber es wird immer oberflächlicher. Daß auch die Sprache zunehmend verwahrlost und die Sprachvielfalt abnimmt geht damit Hand in Hand.

Die Menschen vereinsamen eben nur kommunikativer als früher und der Trend zum Dauer-Single ist ungebrochen. Daran ändern weder Handy noch FaceBook irgendetwas.

Das Stichwort 'Social Networks' ist reinster Etikettenschwindel. Eine eingebildete Beziehung zu Dutzenden oder gar Hunderten von FaceBook-Freunden ist eine Illusion. Die tatsächliche Beziehung zu anderen Menschen bleibt oftmals auf der Strecke (mit wielviel Prozent der FaceBook-Freunde hat man denn tatsächlich einen sozialen Kontakt)?

FaceBoook und Konsorten sind keine Erfindungen, welche das menschliche Leben tatäschlich bereichern, sondern Wirtschaftunternehmen, welche die Macht an sich reisssen udn als Seitenffekt das soziale Leben immer weiter verarmen, indem sie den Level immer weiter nach untern schrauben. Wenn es so weitergeht, dann schafft man die Sprache irgendwann ganz ab. Für eine 'gesunde' Kommunikation genügen schliesslich hochgeladene Bilder und Clips - und als Möglichkeit der Intertaktion der Button 'I like'.

Warum sich die Mühe machen, einen Text sorgfältig auszuarbeiten, wenn man das Ganze auch als fertigen Clip präsentiern kann? Das erspart einem wenigstens, diskutieren zu müssen. Man behauptet einfach etwas und schon ist es so. Einem Clip wird geglaubt. Schliesslich ist es ein Clip.

Ich habe fertig.
 
Parallel zur Aubreitung des Kult-Objekts Handy breitete sich der Wahn der ständigen Verfügbarkeit aus. Wer nicht rund im die Uhr verfügbar ist, der ist out. Da gibt es kaum ein Entrinnen.

und genau da ist Grenz-Setzung gefragt, meiner Meinung nach, und zwar im Umgang MIT dem Medium nicht zuletzt auch, nicht in der Meidung dessen.


Was die Verflachung von Kommunikation betrift, stimme ih Dir durhaus zu und kann Dich nachvollziehen, spätestens mit den Massenmedien sind Gesprächsniveaus zwar oft hoch, aber bedauerlicherweise ist keiner mit drauf ;)

...allerdings ab es die grundsätzliche Problematik immer.

Und trotzdem:

es bleibt die Entscheidung der Menschen, dies herauszuspüren, Entscheidungen zu treffen die abgrenzen helfen, und in wichtigen Dingen nicht zu verflachen.

Lebensqualität ist nicht zuletzt etwas, was ich mit bestimme.


Konradin, ich stimme Dir in ganz vielen Dingen zu.
Virtuelles Netzwerk ist oft zu mehr als 95% Luftblase.

Ich erlebe jedoch AUCH, dass mir genau DORT echte Unterstützung zuteil wid, wop ich sie nicht erwatet hatte: Ein virtueller Freund aus den USA hat uns kostenfrei ein Logo entwickelt und zugeschickt, zB, zwei andere Personen hat mir mirvtueller Unterstützung Zugang zu einem Portal/edium verschafft, was mir Freude macht, ganz "virtuell-real",ohne dass die betreffenden etwas davon hatten, um mir zu helfen.

Ich habe ECHTE (im real life getroffene) Freunde dort gefunden (wenigstens 3)

Nur als ein paar banale Beispiele.

Ok, ich versuche Freundschaften, ob real oder "nur" virtuell, zu pflegen, soweit machbar.

Auch im real life zählt man oft Leute zu seinen Freunden, und erst Krisen zeigen, wer wirklich Freund ist und wer sich so nennt.

Einem Clip wird geglaubt. Schliesslich ist es ein Clip.

jawoll.
was in der Zeitung steht, im TV kommt....
oder auch: wo Rauch ist (auch wenn es Tricktechnik ist) ist auch Feuer...


einmal im Leben existente Medien, egal ob Telefon oder Internet, sind DA und nicht mehr zu verbannen, uns BLEIBT letztlich nur die Wahl, auf die eine oder andere Weise zu lernen, damit umzugehen, und ich persönlich glaube, dass dieser Lernprozess mehrere Generationen dauert.

Ganz egal, ob eine solche Sache mit "gut" oder "schlecht" gelabelt wird.

Die Verantwortung, Enscheidungen zu treffen, immer wieder neu, und auch damit zu leben - ggf sie zu verwerfen und andere Entscheidungen zu treffen - wird uns immer bleiben.
 
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sorei schrieb:
Lebensqualität ist nicht zuletzt etwas, was ich mit bestimme.
Aber den Käfig kann ich mir dennoch nicht aussuchen, sorei.

Es würde glaube ich zu weit führen, dies im Augenblick zu vertiefen. Da erscheint mir ein anderer Ansatz zunächst viel wichtiger.

Auch ich lebe recht internet-orientiert. Nach rund fünfzig Jahren Großstadtleben ist es eine völlig andere Sache, plötzlich mitten in der Wildnis zu leben. Es gibt in meiner unmittelbaren Umgebung schlicht und einfach niemanden, der meine Interessen teilt und mit dem es sich lohnen würde, über diese zu reden (von Small-Talks einmal abgesehen). So bietet es sich an, im Internet nach kompetenten Gesprächspartnern Ausschau zu halten.

Ich habe im Lauf der Jahre viele Menschen (auch im Internet) kennengelernt. Einige davon sind mir auch schon real über den Weg gelaufen, andere (meist aufgrund der räumlichen Entfernung) hingegen nicht. Dies ist für mich jedoch nicht entscheidend.

Entscheidend ist für mich, wie weit ich jemanden Stück für Stück kennenlerne und mich auf ihn einlassen kann. Dazu bedarf es einer gewissen Zeit. Nehmen wir doch einmal das FSB als Beispiel. Ich merke schnell, welche Ansichten jemand hat, wie er sich ausdrückt und wie er argumentiert. Es ist auch nicht anders, als wenn ich in einem Cafe sitze und das Gespräche am Nachbartisch mitbekomme oder mit jemandem unverbindlich in ein Gespräch gerate.

Das ist erst einmal die Oberfläche. Wie weit man wirklich etwas miteinander anfangen kann, das merkt man, wenn die Gespräche persönlicher werden und jeder etwas aus seiner Erlebniswert vermittelt. Wichtig sind dabei Glaubwürdigkeit, Widerspruchsfreiheit und Konstanz.

Interessanter wird es auf einer nichtöffentlichen Ebene, z.B. per PN. Da zeigt sich, was von den ganzen Ansprüchen noch übrigbleibt. Ich mache da keinen Unterschied zwischen dem RL und z.B. dem FSB. Wenn ich jemanden mag und glaube, mit ihm etwas anfangen zu können, dann ist dies für mich das Symptom einer beginnenden Freundschaft, zumal wenn dies auf Gegenseitigkeit beruht. Und genauso, wie man sich im RL irren kann, so eben selbstverständlich auch hier. Wo bitte ist da das Problem?

Ok, das war jetzt vielleicht ein wenig ausufernd, aber vielleicht war es nötig, auf diese Weise meine Sicht der Dinge aufzuzeigen, auch, was den Aspekt der gegenseitigen Hilfe angeht. Doch nun zu FaceBook.

FaceBook ist eine Massenveranstaltung und gerade das verwässert meines Erachtens die echten Kennelernmöglichkeiten stark. Oberfläche erscheint wichtiger als Inhalt und genau dies schlägt Wellen.

Auch hierfür ein Beispiel:

Früher war es in (Fach-)Foren oftmals so, daß dort in erster Linie ambitionierte Amateure aktiv waren und man dort untereinander Wissen austauschte. Die ist mittlerweile leider oft nicht mehr gegeben (und daran sind FaceBook und Konsorten meiner Meinung nach nicht gerade unschuldig). Ich rede jetzt konkret von mehreren Foto-Foren, weil ich dort über ausreichen persönliche Erfaqhrungen verfüge, aber letztendlich sind auch diese nur beispielhaft gemeint.

Die einen Foren sind mittlerweile dermassen überlaufen, daß fast ausschliesslich ein einseitiger Wissenstransfer stattfindet (sofern er denn angenommen wird), die Gegenseitigkeit geht verloren. 90% der Fragen laufen auf die Frage heraus: ich möchte mir für x Euro eine Kamera zulegen, welche ist für mich die Beste? Und als Antwort erwartet man den Link auf's nächste Schnäppchen-Paradies. Mit ernsthafter Fotografie hat dies kaum mehr etwas zu tun.

Ebenso ist es mit dem Zeigen der Bilder. Zeigte man führt Bilder überwiegend, um über fotografische Details zu diskutiern und um zu zeigen oder zu fragen, wie man irgendetwas verbessern kann, so ist die Motivation mittlerweile überwiegend zur gegenseitigen Schulterklopf-Orgie verkommen, in der Poster selbst für miserabelste Machwerke Lob einheimsen wollen und ernsthafte Diskussionen nicht mehr erwünscht sind. Dies führt dazu, daß immer mehr ambitionierte Amateure abwandern und ein ehemaliges Fotoforum unweigerlich zum kritikfreien Panoptikum verkommt. Denn Qualität ist selten gefragt.

Auch die Aufteilung der Galerien in einzelne Themenbereiche wird immer obsoleter. Am Deutlichsten merkt man dies in der Kategorie 'Akt'. Handelte es sich früher um Darstellungen (halb)nackter Körper, so wird dies mittlerweile zu Erotik umgedeutet (allerdings unter Beibehaltung des alten Titels). In einigen Foren sind mittlerweile über 90 Prozent der Aktbilder nicht mehr nackt. Aber der Titel ist eben zugkräftiger, man will seine Bilder möglichst vielen Leuten zeigen und dafür (möglichts pauschal) Lob einheimsen, anstatt sich kritisch damit auseinandersetzen zu wollen. Wozu noch etwas lernen wollen oder gar etwas verbessern? Es reicht doch, wenn man es zeigt.

Peinlich wird es, wenn in den Kommentaren die feinen Farbnuancen eines Schwarzweiss-Bildes gelobt werden und der Zeigende nicht einmal merkt, wie er veralbert wird. Oder wenn man Bilder einer x-beliebigen Internet-Cam rippt und als Architektur-Fotos einstellt. Da wird gejubelt und gelobt, was das Zeug hält, und die Automatik der Kamera wird zum begnadeten Fotokünstler hochstilisiert, denn die Leute, die solechn Schwindel schon auf den ersten Blick erkennen, die haben das Licht schon längst gelöscht...

Mitbestimmen kann man in diesen Forum als fotointeressierter Mensch mittlerweile garnichts mehr, man kann eigentlich nur noch gehen. So viel zu deinem Eingangszitat, sorei.

Wer bleibt also auf der Strecke?
 
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-schonmal vorab, ich weiß Du ergänzt Deinen Beitrag noch, also: 1. Antwort:

Aber den Käfig kann ich mir dennoch nicht aussuchen, sorei.

stimmt. zumindest ganz oft nicht.
es ist eine schwierige balance zwischen akzeptanz einerseits und entscheiden andererseits. oft haben wir auch mehr möglichkeiten als wir wahrnehmen.

FaceBook ist eine Massenveranstaltung und gerade das verwässert meines Erachtens die echten Kennenlernmöglichkeiten stark. Oberfläche erscheint wichtiger als Inhalt und genau dies schlägt Wellen.

ja.
wie in einem cafe, irgendwie. einw eltweites cafe. es kann etwas dort angestoßen werden, was zum vertiefen einen anderen ort braucht, zB mails oder einen ort jedenfals mit mehr privatsphäre: gar keine frage!
wenn die welt zum dorf wird grenzen also "enger" werden (weil weiter, sorry, ist jetzt sehr dialektisch), ist auch nachvollziehbar, dass manches erstmal flacher wird, auch aus schutzgründen. die frage die mich interessiert ist mehr, bleibt es so. und wo sind dann dir orte, wo "man" vertief. denn das bedürfnis anch tiefe ist DA, das unterstelle ich jedem, in dem einen mehr, in dem anderen weniger.
 
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Wieso hat fast jeder Jugendlicher heutzutage [einen] Facebook [Account]?

Weil es (scheinbar) noch kostenlos ist
UND
die Zusatzfunktionen eines Mobils noch um spielerische "Kommunikation" mit gefühlt fast der ganzen Welt (allerdings nur scheinbar) erweitert...


Nun ja,
wie Konradin ja schon schrieb... (edit :) jetzt ausführlichst #8)
Ein Mobil macht Sinn als Info- und Nachrichtenmedium,
welches sich AUCH kommunikativ nutzen lässt...
Zusätzliche Softwarefeatures können, müssen aber nicht sinnvoll sein :D

Aber als vorrangiges
Kommunikationsmittel...inklusive Problemen mit der Anpassung im Umgang...
Hm
darin stimme sorei eher nicht zu ;)

Vor allem dann nicht,
wenn zukünftig die "kommunikative" Übersichtlichkeit rein ökonomischen Zwängen von (Werbe-)Einnahmen geopfert werden muss ;)

Facebook dient doch wohl derzeit eher als besseres Analysemittel der Werbungs- und Umfrageindustrie (like-Button) inklusive der Steigerung des Ego-Gefühls bestimmter "geschätzter" User :D

Zum Thema Finanzmoloch
(eher wohl die Mücke, die als Elefant angesehen wird *g*)
Goggle
- geschätzter Wert ca. 50 Milliarden
- Umsatz ca. 10 Milliarden, Gewinn ca 2,5-3 Milliarden

Facebook
110 Milliarden
(Startup-Börsenwert / aktuell schon < 100 Milliarden / Tendenz 90 Mill. stark fallend
Umsatz real: ca. 1 Milliarde
Gewinn: wenige Dutzend Millionen

D.h.
ökonomisch ist Facebook (noch?) eine Luftnummer und noch Finanzblase,
die selbst bei optimistischsten Erwartungen derzeit noch grandios überzeichnet ist.
Nur....
Wie sollen denn Wachstum mit zukünftigen Gewinnerwartungen noch korrespondieren? ;)

Mobile Facebook- Nutzer werden sich auch jetzt schon darauf freuen dürfen,
dass sowohl mobil massive Werbung geschaltet wird
und auch noch vermehrter (versteckte) Datenabfragen anstehen werden

Ansonsten dürfte Facebook wohl den Weg aller Webblasen gehen und im Sammelsurium diverser anderer alternativer Anbieter untergehen.
Vom Wert der Aktie will ich erst gar nicht reden...

Netscape & Co lassen - so oder so - schön grüßen...
Von einem ebenso überzeichneten, aber eben als Brand noch gehyptem Apfel mal gar nicht zu reden ;)

Mal schauen, wann China diese "Firma" "Baustoff bedingt" ganz übernimmt ;)

so far

muesli

edit PS ;)
So sehr ich - nach weit mehr als 20 Jahren Netaffinität - Möglichkeiten des IT schätzen gelernt habe,
den Umgang damit haben die Menschen,
genauso wie mit anderen Techniken. wie z.B. der Atomkraft, Energie- und Kunststoffindustrie,
noch nicht gelernt...

UND ICH BEFÜRCHTE fast,
die Zeit wird nicht recht reichen,
um diese auch Energie und Ressourcen intensive Technik solange der Menschheit zur Verfügung zu stellen,
bis sie den Umgang mit ALLEN,
also auch diesen kommunikationstechnischen Ressourcen,
richtig gelernt hat ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
..ich meine nicht, dass sich facebook mir anpassen wird.
(oder sonstwem)

Aber es ist meine freie Entscheidung, inwiefern ich mich facebook anpasse, oder eben auch NICHT....

:)

den wirtschaftlichen aspekt hab ich dabei außen vor gelassen.
da finde ic sowohl konradins als auch mueslis argumente durchaus überzeugend. ;)
 
sorei schrieb:
Aber es ist meine freie Entscheidung, inwiefern ich mich facebook anpasse, oder eben auch NICHT....
Ohne Frage. In meinem Fall heisst dies konkret, daß ich dort weder einen Acoount habe noch einen direkten Link auf FaceBook zulasse.

Auf die Folgen der FaceBook-Hype habe ich allerdings nur einen verschwindend geringen Einfluss (z.B. durch meine Beiträge hier). Ganz im Sinne der alten These 'das Sein bestimmt das Bewusstsein'. Oder doch eher umgekehrt?

Gruss Konradin
 
@Konradin

Mitbestimmen kann man in diesen Forum als fotointeressierter Mensch mittlerweile garnichts mehr, man kann eigentlich nur noch gehen. So viel zu deinem Eingangszitat, sorei.

nenn mich naiv, oder - in Maßen - unverbesserlich optimistisch, aber ich denke immer, es werden sich weitere Türen mit weiteren Möglichkeiten auftun.
Hinter jeder Ecke lauern ein paar Möglichkeiten ;)

sprich:
manchmal ist die einzige Möglichkeit, zu gehen. Manchmal ist es aber auch nur die einzige Möglichkeit, die ich sehe/kenne.

Und die Frage bleibt dann auch: wohin
nämlich woanders hin

wenn facebook fällt, wird es etwas anderes geben

und @muesli, es wird soviel zeit brauchen wie es braucht, wir werden sie haben oder nicht, aber egal wie weit wir kommen, wir können es immer nur "versuchen": der weg ist das ziel, oder so.

es gibt auch hier eine vielfalt von "richtig", was für mich richtig ist, ist für die wirtschaft wohl falsch, und zuweilen auch umgekehrt.

was mich wohl bedenklich stimmt, wieder mal, ist mangelnde aufklärung (über den umgang mit solchem wie facebook, über spielräume und grenzen)
 
Auf das Atomszenario übertragen hiesse dies, Atomkraftwerke würden weiterhin hemmungslos gebaut und derjenige, der die Risiken nicht tragen möchte, der kann ja gegebenenfalls auf auf Nicht-Atomstrom ausweichen. Auch eine Problemlösung, oder etwa nicht? :D

Weitere Möglichkeiten? Ja sicher, lokale Vereine (sofern es sie in der Nähe überhaupt gibt). Eine weitere Möglichkeit wäre wohl, ganz einfach das Hobby zu wechseln. :D :D

Aber ich gehe noch einen Schritt weiter. Die Digitalfotografie verkommt überwiegend zum Hochlade- und Beifalleinheimsespektakel und die Kamerahersteller tun ein Übriges, diesen Trend zu unterstützen. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Materie ist nicht mehr erwünscht.

Viele akzuelle Kameramodelle haben einen zu winzigen Sensor, um Qualität liefern zu können, einen zu grossen Zoombereich, um wirklich scharfe Bilder machen zu können und speichern (am Beispiel Nikon) die Bilder bereits temporär ab, noch bevor ich mich entschieden habe, den Auslöser wirklich durchzudrücken. Besser kann man einen Fotografen eigentlich nicht entmündigen.

Aber wer will schon technisch einwandfreie Fotos machen, wenn man stattdessen für wenig Geld auch mit einer halbautomatischen Überwachungskamera oder FaceBook-Fütter-Maschine mit GPS und allem Schnickschnack ausgerüstet sein kann? Bald ist die Flatrate nicht nur für Handybesitzer Pflicht, sondern auch für Hobbyfotografen.

Was ich damit im Zusammenhang mit deiner These sagen will, sorei, der Markt bestimmt, welche Geräte ich mir kaufen kann (und welche nicht). Also auch für Individualisten: entweder auf altes Materiel ausweichen, wenn Profigeräte zu teuer sind oder die Segel streichen, denn Selbstbau kommt in diesem Sektor wohl kaum in Frage.

Nett wäre auch, wenn man erst garnicht ins Kamera-Setup gelangen könnte, wenn man keinen verifizierten FaceBook-Account hat. :D

Ein anderer wirklich netter Denkanstoss für Machtentfaltung und kommerzielle Interessen: gesetz der Fall, aktuelle Kameras laden Bilder mehr oder minder automatisch auf die eigene FaceBook-Seite hoch, natürlich möglichst vollständig mit Zeit- und GPS-Angaben. Wäre dies nicht ein gefundenes Fressen für alle Schnüffel-Datenbanken? Grossflächiger kann man Bewegungs- und sonstige Profile eigentlich nicht mehr erstellen und kaum eine Minute vergeht, in der man nicht mindestens dreimal in der Minute auf Bildern irgendwelcher Zeitgenossen hochgeladen wird? Man muss sich (zumindest in der Großstadt) nur noch in die Öffentlichkeit begeben und schon hat man dank biometrischem Datenabgleich das beste Dauer-Alibi, das man sich denken kann. Gesichtserkennunge beherrschen schon die etwas älteren Modelle und mancher User ist gar so nett, jedem Gesicht im Kamerasetup einen eigenen Namen zu verpassen. Wie lobenswert!

Ich spinne diesen Gedanken besser nicht weiter, die technischen Voraussetzungen dazu sind ja bereits Standard....
 
Auf das Atomszenario übertragen hiesse dies, Atomkraftwerke würden weiterhin hemmungslos gebaut und derjenige, der die Risiken nicht tragen möchte, der kann ja gegebenenfalls auf auf Nicht-Atomstrom ausweichen. Auch eine Problemlösung, oder etwa nicht? :D

jaja, ok, alles hat seine Genzen, ausweichen - sinnvoll - dann eher auf einen anderen Planeten oder so... ;)

Was ich damit im Zusammenhang mit deiner These sagen will, sorei, der Markt bestimmt, welche Geräte ich mir kaufen kann (und welche nicht). Also auch für Individualisten: entweder auf altes Materiel ausweichen, wenn Profigeräte zu teuer sind oder die Segel streichen, denn Selbstbau kommt in diesem Sektor wohl kaum in Frage.

stimmt, einerseits. andererseits orientiert sich der Markt auch am Bedarf.
und Markt hat auch zunehmend "Nischen", kleinere "Nebenmärkte", die sich bilden.

Markt kann beeinflußt werden, wenn vielleicht auch nicht in gewünschten Maß.

Der Schuster/Schuhmacher, der Schuhe nach Maß fertigt, wird nach wie vor gebraucht.
Und so auch zB die Kenntnisse, alte Geräte zu reparieren (so auch bei manchem Tonbandgerät zB)

Dieser Hype, dass immer alles geht und zwar umsonst und JETZT alles von allen miterlebt werden kann, wird abflachen, denke ich. Nicht morgen oder so. Das wird wohl noch eine Weile dauern.


Wir sind eh viel gläserner als wir es uns so wünschen, auch das ist mir klar :)

Nett wäre auch, wenn man erst garnicht ins Kamera-Setup gelangen könnte, wenn man keinen verifizierten FaceBook-Account hat.

:weg:

wer weiß.

Beim technischen Fortschritt gilt sicher das gute alte Borgsprichwort:
Resistance is futile.

Und doch: wir können uns anpassen (wobei ich anpassen jetzt positiv meine!)
Ich bleibe dabei, dass, auch wenn es dauert, wir Möglichkeiten finden werden, damit umzugehen: das ist nur meine ganz private Meinung.

Kommerzielle Interessen sind immer wieder ausschlaggebend. Für alle wichtigen Entscheidungen, auf größerer Ebene, nicht zuletzt.

Und doch baue ich auf die generelle Fähigkeit des Menschen, sich anzupassen, auf Fantasie, Kreativität und die Fähigkeit einzelner Individuen, ganze Wellen von Bewegungen auszulösen, die kein Moloch jemals völlig verhindern kann.
Meine zeitliche Perspektive geht dabei jedoch deutlich über meine eigene Lebensspanne hinaus.

Für jede Bewegung gibt es irgendwann eine Gegenbewegung.
 
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sorei schrieb:
stimmt, einerseits. andererseits orientiert sich der markt auch am bedarf.
und markt hat auch zunehmend "Nischen", kleinere "Nebenmärkte", die sich bilden.
Der Fotomarkt orientiert sich nicht am Bedarf, er schafft den Bedarf. Nischen und Nebenmärkte verschwinden zunehmend (ausser für einen elitären Kreis). Wenn ich zum Beispiel mit ein kompaktes Gekäuse mit einem Vollformatsensor kombiniere, dann lande ich unweigerlich bei der Leica M9 (um die 8000 Euro ohne Objektiv und mit dem Noctilx ca. 15-16000 Taler - einen Gebrauchtmarkt gibt es praktisch nicht). Eine Lösung? Ich frage mich nur, für wen?

Es ist ja schön, wenn der Fortschritt allen dient, aber in gewissen Bereichen dient er ausschlisslich den Herstellern. Die neuen Kameras werden immer preiswerter in der Herstellung, weil man auf Qualitätsoptiken keinen Wert mehr legt. Stattdessen werden Linsenfehler schlampig 'herausgerechnet', das ist erheblich preiswerter. Man spart an Bedienelementen, die nur Kosten verursachen, dem Hersteller aber (ausser möglicherweise einem guten Ruf) nichts bringen.

An den Sensoren kann man kaum noch etwas einsparen, da man sie entgegen aller Technik- und Fortschritts-Hype nicht kleiner machen kann. Warum kann man Kompakte mit kleinem Sensor nicht weiter abblenden als bis Blende 8 (und nicht wie früher bis 32 oder gar 64)? Ganz einfach, weil man in diesen Bereichen bereits Probleme mit der Lichtbeugung hat, weil das Licht eben Licht ist und sich dessen Wellenlänge unverschämterweise nicht einfach miniaturisieren lässt. Das Ende der Fahnenstange ist in dieser Hinsicht mehr oder minder definitv erreicht.

sorei schrieb:
Und doch baue ich auf die generelle Fähigkeit des Menschen, sich anzupassen, auf Fantasie, Kreativität und die Fähigkeit einzelner Individuen, ganze Wellen von Bewegungen auszulösen, die kein Moloch jemals völlig verhindern kann.
Stimmt, auch wenn dies zynisch klingen mag. Selbst das Dritte Reich wurde von einigen wenigen Widerständlern überlebt...

sorei schrieb:
Meine zeitliche Perspektive geht dabei jedoch deutlich über meine eigene Lebensspanne hinaus.
Wenn man das Postulat der allgegenwärtigen Verfügbarkeit erst einmal zum Allgemeingut übernommen hat (sozusagen als Grundrecht, äh, Grundpflicht), dann wird es fast unmöglich sein, sich wieder davon zu trennen. Zumindest nicht in gesamtgesellschaftlichem Rahmen.

sorei schrieb:
Für jede Bewegung gibt es irgendwann eine Gegenbewegung.
Machmal allerdings erst, wenn es (fast) zu spät ist...
 
@Konradin

..."Fotomarkt" war mit meinem Markt nicht gemeint, den kenn ich so gut wie nicht, und Du dagegen sehr viel besser :)


Aus meiner Sicht sind Deine und mueslis Einsichten und auch aufklärende Informationen hierbei essentiell wichtig (nicht nur, was den Fotomarkt betrifft ;) )

benso wichtig, wie es - für mich zumindest - ist, bei allem kritisch zu betrachtenden die angenehmen Aspekte nicht zu übersehen, selbst wenn es ein "Nischen-genuß" sein mag, zuweilen.
Wir brauchen Luft zum atmen, und wir brauchen (das Gefühl von) Perspektiven und Spielräumen.
Sonst gehen wir in einen kollektiven Depressions-Kollaps, aus dem wieder herauszukrabbeln vermutlich nichts mehr mit Genuß zu tun haben wird.

Fast zu spät ist nicht ZU SPÄT.

Ich glaube fest daran, dass keine Energie im Universum verschwendet wird.
Nicht immer äußert sie sich allerdings auf erwartete Weise.

Wenn man das Postulat der allgegenwärtigen Verfügbarkeit erst einmal zum Allgemeingut übernommen hat (sozusagen als Grundrecht, äh, Grundpflicht), dann wird es fast unmöglich sein, sich wieder davon zu trennen. Zumindest nicht in gesamtgesellschaftlichem Rahmen.

Sogar die Erde war irgendwann mal eine Scheibe, und doch hat sich auf Dauer durchgesetzt dass sie es nicht ist.
Der gesamtgesellschaftliche Rahmen kann sich ändern....
 
sorei schrieb:
Sogar die Erde war irgendwann mal eine Scheibe, und doch hat sich auf Dauer durchgesetzt dass sie es nicht ist.
Der gesamtgesellschaftliche Rahmen kann sich ändern....
Du weisst, wieviele Menschenopfer diese Erkenntnis letztendlich gekostet hat?

P.S. Es geht mir beileibe an dieser Stelle nicht um den Fotomarkt. Ich ich kenne ihn gut genug und er dient als Beispiel für Märkte, bei denen man eben nicht beliebig ausweichen kann. In anderen Bereichen ist die natürlich mitunter anders.

Jedenfalls geht es um einen Trend, an dem FaceBook meines Erachtens nicht so ganz unschuldig ist.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
:rolleyes:

das ist in der Tat etwas, wovon ich befürchte, dass es sich auch kaum ändern wird in absehbarer Zeit....
 
Wir sollten doch eigentlich wesentlich weiter als die Altvorderen sein und unsere Lektion gelernt haben.

Veränderungen gern, dann aber bitte sozialverträglich.
 
Lernen ist ein meiner Meinung nach ein Generationen-überspannender Prozeß.

..so sozialverträglich wie möglich, je nach Stand der Gesellschaft...

Und nein, wir sollten nicht wesentlich besser sein. Ein kleines bißchen besser vielleicht.
Wesentlich ist als Anspruch denke ich zu hoch.
 
Ich brauche kein facebook oder Google+!
Ich bin aber auch kein Teenie mehr!

Mir sind solche Datenkraken ein Graus, vor allem die AGB von facebook verletzen geltendes Recht in Deutschland und Europa - doch Zuckerberg kümmert das gar nicht.

Schade nur, dass man als Schüler ohne facebook Account schon fast ausgegrenzt wird und von Festen oder Treffen nichts mitbekommt. Aber man kann jedem nur raten, extrem vorsichtig mit privaten und sensiblen Daten oder gar Fotos umzugehen.



Weil es (scheinbar) noch kostenlos ist

Die Anwender bezahlen mit ihren Daten, kostenlos ist da gar nichts. Mister Zuckerberg hat das frühzeitig erkannt und eine riesen Sache daraus gemacht.

Der Umsatz 2011 von facebook betrug so was um die drei Milliarden Dollar, bei etwa einer Milliarde Dollar Gewinn. Das ist eigentlich eine sagenhaft gute Rendite, nur keine 100 Milliarden an Firmenvermögen wert. Das haben die Klein-/Privataktionäre von facebook nun leider bitter erkennen müssen.

Fast 20 % Verlust innerhalb von wenigen Tagen nach Emissionsbeginn bedeuten wirklich eine gigantische Vermögensumverteilung. Zuckerberg und seinen Kollegen wird's egal sein,
 
Ich glaube, dass die heutige Jugend ein grosses Bedürfnis nach (virtueller) Selbstdarstellung hat, ungeachtet der schwerwiegenden Risiken (Mobbing, etc.), welche das Medium Facebook mit sich bringen kann. Genau hier bietet Facebook eine wunderbare Plattform - sehen und gesehen werden, selbst wenn es um negative Zuwendung geht. Ich gebe es zu, auch ich habe ein Facebook-Account. Trotzdem käme es mir nicht in den Sinn, dort mein Privatleben auszubreiten. Es ist aber ein gutes Medium, um wieder Kontakt zu alten Klassenkameraden aufzunehmen. Ich gebe aber muesli und Konradin recht, dass dieses Medium gewisse (Sozial-) Kompetenzen voraussetzt. Ohne vorher eine gründliche Einführung über die Risiken gemacht zu haben, würde ich meinen Kindern kein Facebook-Account erlauben.

Gruss freefloating
 
freefloating schrieb:
...Genau hier bietet Facebook eine wunderbare Plattform...
Und nicht nur hier. Der soziale Kahlschlag in anderen Foren als Seiteneffekt wird immer unübersehbar. Kaum ein Forum, daß FaceBook nicht durch Anpassung in Form von I-lile-Buttons und sonstigem Firlefanz in den Allerwertesten kriecht und weil man geil ist auf deren Publikum (welches man ohnehin weder bekommt noch halten kann) opfert man mitunter die eigene Qualität.

Der Pluralismus hat allmählich ausgedient, man orientiert sich am Marktführer. Das, was den eigenen Charme ausmacht, bleibt auf der Strecke, aber man macht weiter und macht sich schlicht und einfach überflüssig. Woran merkt man, daß man von dem inen ins andere Forum gewechselt ist? Richtig, die Namen der User sind andere. Das war's aber dann auch schon. Man verliert seine eigentliche Zielsetzung oftmals völlig aus den Augen und frönt nur noch dem Massenkult. Gleich einem Telefonbuch: keine Handlung, aber viele Darsteller.

Mir geht es nicht um die Risiken, die irgendein Selbstdarsteller bei FaceBook für sich selbst eingeht, auch nicht um den Schaden, der möglicherweise für ihn damit verbunden ist, oder gar Mobbing, solange es bei dieser Plattform bleibt.

Das eigentliche Problem mit FaceBook ist ein ganz anderes. Denn jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Habe ich auch nur einen einzigen in meiner Freundesliste, der mit persönliche Daten etwas lockerer umgeht, dann weiss ich nach kurzer Recherche so ziemlich alles, was dort untereinander ausgetausch wurde. Selbst gelöschte Daten sind alles andere als gelöscht, allein schon, weil sie standardmässig bei Freunden mitgespeichert werden, die sie ja nicht zwingend auch löschen. Wenn ich mir dann noch die Mühe mache, deren Daten miteinander abzugleichen, dann habe ich einen unerschöpflichen Fundus an Material, der kaum noch Wünsche offen lässt (zum Beispiel erfahre ich auch, weralles in welchen Foren unter welchem Namen aktiv ist).

Ich muß nicht einmal einen FaceBook-Account besitzen, um die Folgen der Datenkrake spüren zu können. Insofern kann ich nichts Wunderbares daran erkennen, habe ich doch garkeine Wahl.

Es ist wie mit der Atomenergie. Dort tragen die Folgen auch nicht die Befürworter allein oder die Nutzer, sondern wir alle. Bei FaceBooke ist dies nicht anders.

Gruss Konradin

P.S. Es ist völlig unerheblich, welche Sozialkompetenz ein FaceBook-User hat, wenn dessen Freundeskreis sie nicht hat und auf die globalen Auswirkungen der FaceBook-Politik hat sie ohnehin nicht den allergeringsten Einfluss.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Nun, Konradin, wie dem auch sei, für mich persönlich ist Facebook überhaupt keine Konkurrenz zum FSB. Ehrlich gesagt finde ich Facebook stink langweilig und für mich pro Tag gerade mal 2 Minuten wert um allfällige Nachrichten zu checken. Aber sicherlich gehöre ich auch nicht zu jenen Usern, die Facebook ansprechen möchte.

Ich gebe dir grundsätzlich recht, ausser bei deinem PS-Satz. Die persönliche Sozialkompetenz, mit der Entscheidung was ich von mir preisgeben möchte und was nicht, scheint mir schon sehr entscheidend zu sein, auch (oder gerade auch) wenn ich nicht verhindert kann, dass meine Daten wandern.

Gruss freefloating :)
 
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