Hm,
ich möchte mich weder an tendenziell polemischen Gegenreden noch an Rechtfertigungsversuchen beteiligen.
Also mal Butter bei die Fische, zumindest für meinen Teil.
Das wesentliche Problem bei derartigen Themen, welches ich u.a auch hier sehe, ist die individuell empfundene Verteilungsgerechtigkeit zwischen erbrachter Leistung und adäquater Gegenleistung.
Wie ich diesen (scheinbaren) Gegensatz letztlich bewerte, resultiert zum Einen aus (m)einer grundsätzlichen Einstellung auch zu ökonomischen Fragen.
Wenn ich einerseits kapitalistischen "Wert"vorstellungen das Wort rede, kann natürlich kaum die Rede von (ggfs. auch politisch motivierten) idealistischen, hier evtl. auch bibliophilen Motiven sein.
Sofern Gier (beider Seiten), in abgeschwächter oder ausgeprägterer Form, die Maxime des Handels sein sollte, können wir mit der vorherigen, tendenziell juristisch gefärbten Debatte natürlich fortfahren oder aber die Lösungssuche auch ganz sein lassen.
Sofern das Überleben durch geleistete Arbeit für eine angemessene und garantierte Gegenleistung Anderer, die diese Arbeit wert schätzen, zur Debatte steht,
sehe ich eine Basis für weiteren Austausch.
Auf dieser Grundlage sehe ich aber auch Brüche und Widersprüche in der allgemein gebräuchlichen Kette von Argumentationen der Medienindustrie, die all zu schnell auch von dir, cditfurth, zudem scheinbar? kritiklos, übernommen zu werden scheint.
Denn zweifelsohne werden nicht nur in der heutigen immer mehr "westlich" geprägten Welt die Schwächeren zur Kasse bzw. auch in den teils wirtschaftlichen Ruin getrieben.
Das Recht des Stärkeren insofern auf den Bereich Kultur anzuwenden, mag in Bezug auf die kulturelle Qualität von Angeboten ja noch angehen - wobei die Realität uns da oft eines besseren belehrt

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aber gilt dies auch für den Zugang zu kulturellen Gütern?
Wer bestimmt nun wirklich die Verteilung ökonomischer Erträge zwischen geistigem Urheber (was auch immer dies en detail bedeuten mag), Dienstleiter und Konsument.
Ist, um das Beispiel eines anderen Themas onboard polemisierend aufzugreifen,
die DDR an zu billig verkauften oder gar schlechten Büchern pleite gegangen?
Geht es Autoren, Journalisten, Wissenschaftlern etc.pp. vorrangig um den finanziellen Gewinn oder auch um Vermittlung von...
Und wer bestimmt hier die Gewinnmargen diese Marktes (im schlechtesten Sinne).
Nein, jeder, auch du, sollte von seiner geleisteten Arbeit leben können.
Aber steht auch die Frage des Preises zur Debatte?
Vielleicht werde ich im Laufe dieser Diskussion noch darauf zu sprechen kommen, wie viel ich von meinem erbrachten Mehrwert in den Medienkonsum diverser Art, wie (Sach-)Bücher, Musik, Filme, Theater neben Wohn- und Nahrungskosten geflossen ist.
Ich habe mich dabei immer, ohne zu gierig zu werden, als sehr privilegiert betrachtet, auch wenn meine werte Verwandtschaft mich wohl eher als armen Utopisten sah

.
Von daher lass uns den hiesigen Dissens auch nicht ohne die Einbeziehung globaler, Einfluss nehmender Medienkonzerne betrachten.
Denn ohne hier zum Spökenkieker werden zu wollen, prophezeie ich einen Niedergang unabhängiger, kritischer Autoren auch ohne die Existenz sogenannter Raubkopierer.
Aber auch die kritische (meinetwegen auch "linke") Minderheit hat es schon immer vortrefflich verstanden, sich eher gegenseitig zu zerfleischen; obwohl ursächliche Analysen dazu auch in schriftlicher Form zuhauf existieren, anstatt Ursachen im Konsens zu entgegnen.
Wohlgemerkt. Alles Obige muss sich beileibe nicht auf dich oder deine Ansichten beziehen, wie wohl ich die Recherchearbeit hoffentlich noch nicht ganz verlernt habe.
Was ich damit zu erreichen hoffe ist lediglich,
dass beide hier vertretene Seiten mal einen Schritt zur Seite machen, um sich die verschiedensten 'Realitäten' auch mal aus anderen Blickwinkel anzuschauen.
Auch...
Wer in unserer Gesellschaft letztlich wen beraubt,
wird vielleicht die Geschichte aufzeigen.
Obwohl ich auch das inzwischen eher bezweifele
so far
PS.
Auch wenn das "Zitat" oder eben die Vervielfältigung mittels Copy & Paste *g* von Bogomir für einige bestimmt Lesens- bzw. Wissenswert sein dürfte, geht dies rein auf das juristische Fußende m.M.n. am Kern des Problems vorbei. Ausnahme: Absatz 4

, der, dies bliebe zu ergänzen, durchaus die Entlohnung des (kopierenden) Kulturschaffenden vorsah.
Eine geschichtliche Steilvorlage zur "Kulturabgabe"?
