H
Halycon
Grüß euch!
Angeregt durch den "Was tankt ihr"-Fred im Umfrageforum möchte ich hier mal eine Diskussion um die (Un)verträglichkeit von E10 für den Ottomotor starten.
E10 ist ja momentan heiß diskutiert, Geschichten von kapitalen Motorschäden, langsamer Zersetzung des Kraftstoffsystems und allerlei anderen Unsäglichkeiten durch das Tanken von E10 machen die Runde. Ich möchte hier meine eigenen Erfahrungen mit Bioethanol schildern und zudem diskutieren, inwieweit E10 wirklich schädlichen Einfluss auf das Kraftstoffsystem und den Motor haben kann.
Ich möchte KEINE Diskussion über Sinn und Unsinn von Beimischung landwirtschaftlich erzeugten Alkohols im großen Stil und die damit verbundenen ökologischen Folgen, sowie die langfristige Sinnhaftigkeit der Nutzung von Agrarflächen zur Kraftstofferzeugung führen!
Mir geht es ausschließlich um die Gefahr von negativen Auswirkungen durch das Tanken von Ethanol.
Ethanol wird seit geraumer Zeit zu fünf Prozent in Superbenzin beigemischt.
Nun wurde der Prozentsatz in einigen Bundesländern auf zehn Prozent erhöht.
Behauptet wird immer wieder, die Beimischung von zehn Prozent Ethanol können schwerwiegende Folgen für das Kraftstoffsystem und den Motor haben.
Dazu habe ich hier mal eine Materialverträglichkeitsliste eines der größten Hersteller von Hydraulik-, Kraftstoff und anderen Systemen für den automobilen Markt, der Gates Corporation:
Hier zeigt sich, dass pures Ethanol in fast allen Bereichen mindestens genauso gut verträglich ist, wie Benzin.
Ich persönlich fahre seit etwa 20.000 KM E85, also eine Mischung aus 85% Ethanol und 15% Benzin in meinem Auto. Folgen:
-E85 hat einen höheren Flammpunkt, als Benzin: Im Winter springt er schlecht an.
-Mehrverbrauch durch geringere Energiedichte etwa 2 Liter auf 100 KM
-Die Abgase riechen wie nen Fonduestövchen
-besseres Drehmoment durch 110 Oktan Klopffestigkeit
-kühlere Verbrennung, dadurch geringere Motoröltemperatur
Negativen Auswirkungen auf das Kraftstoffsystem oder den Motor, was Haltbarkeit angeht: Keine ersichtlich.
Ethanol löst nachweislich Verschmutzungen im Kraftstoffsystem. Dies kann dazu führen dass sich der Benzinfilter zügig zusetzt. Ein Teil, welches für mein Auto etwa 15 Euro kostet und in 20 Minuten ausgetauscht ist.
Ethanol hat, wie gesagt, einen geringeren Energiegehalt, als Benzin. Das bedeutet, dass zum Erreichen gleicher Fahrleistungen unter Volllast mehr Kraftstoff eingespritzt werden muss. Selbst die Motorelektronik meines 14 Jahre alten Autos kann das bewerkstelligen.
Warum wird also eine zehnprozentige Beimischung von Ethanol so verteufelt?
Meiner Ansicht nach geht es hier, wie so oft, um Geld. Viel Geld in diesem Fall.
Bioethanol ist teurer als reines Benzin. Und was für die Ölkonzerne viel wesentlicher ist: Dieses Geld verdienen Andere, z.B. ehemalige Zuckerproduzenten oder gar ganz andere Unternehmen. Der Ölkonzern verdient weniger. Gegen E10 sind vor allem diejenigen, welche dadurch weniger Geld verdienen, also Autohersteller, denn Freigaben kosten Geld, und die Kraftstoffhändler (da ein Teil deren Geldes jetzt an dritte weiterfließt).
Was das Zaudern der Automobilhersteller angeht:
Da geht es nicht um Garantien oder Gewährleistungen, sondern um Produkthaftung. Gibt z.B. VW ein Fahrzeug für E10 frei, heißt das:
Im Rahmen der normalen Nutzung sind keine Schäden durch den Kraftstoff am Fahrzeug zu erwarten. Wenn jetzt z.B. die Hochdruckpumpe eines FSI kaputt geht, den Motorraum mit Benzin unter hohem Druck verunreinigt und das Auto im schlimmsten Fall in Brand gerät, könnte der Besitzer an VW z.B. Schmerzengeldansprüche stellen, wenn ursächlich der Kraftstoff den Schaden hervorrief. Und das wollen die Hersteller logischerweise vermeiden.
Fakt ist:
Der Verbrauch durch das Tanken von E10 im Vegleich zu E5 steigt, rechnerisch um 2 Prozent.
Fakt ist auch: E10 für das gleiche Geld zu verkaufen, wie vorher E5 ist dadurch eine Verteuerung um durchschnittlich 2 Prozent.
Aber die Behauptung, Motoren würden durch das Verbrennen von E10 beschädigt werden, halte ich für absolut haltlos.
Ich mache mir nach der grundsätzlich positiven Erfahrung überhaupt keine Gedanken mehr, was ich tanke. Wenn es kein E85 gibt, tanke ich Super.
Die Bedenken, dass mein Auto durch getanken Alkohol schaden nehmen könnte, sind verschwunden.
Wenn jemand mir erklären kann, was genau und warum im Motor schaden nehmen sollte, weil es mit einer um 5 Prozent gehaltvolleren Ethanolmischung in Berührung kommt, dann kläre er mich bitte auf.
Gruß Halycon
Angeregt durch den "Was tankt ihr"-Fred im Umfrageforum möchte ich hier mal eine Diskussion um die (Un)verträglichkeit von E10 für den Ottomotor starten.
E10 ist ja momentan heiß diskutiert, Geschichten von kapitalen Motorschäden, langsamer Zersetzung des Kraftstoffsystems und allerlei anderen Unsäglichkeiten durch das Tanken von E10 machen die Runde. Ich möchte hier meine eigenen Erfahrungen mit Bioethanol schildern und zudem diskutieren, inwieweit E10 wirklich schädlichen Einfluss auf das Kraftstoffsystem und den Motor haben kann.
Ich möchte KEINE Diskussion über Sinn und Unsinn von Beimischung landwirtschaftlich erzeugten Alkohols im großen Stil und die damit verbundenen ökologischen Folgen, sowie die langfristige Sinnhaftigkeit der Nutzung von Agrarflächen zur Kraftstofferzeugung führen!
Mir geht es ausschließlich um die Gefahr von negativen Auswirkungen durch das Tanken von Ethanol.
Ethanol wird seit geraumer Zeit zu fünf Prozent in Superbenzin beigemischt.
Nun wurde der Prozentsatz in einigen Bundesländern auf zehn Prozent erhöht.
Behauptet wird immer wieder, die Beimischung von zehn Prozent Ethanol können schwerwiegende Folgen für das Kraftstoffsystem und den Motor haben.
Dazu habe ich hier mal eine Materialverträglichkeitsliste eines der größten Hersteller von Hydraulik-, Kraftstoff und anderen Systemen für den automobilen Markt, der Gates Corporation:
Hier zeigt sich, dass pures Ethanol in fast allen Bereichen mindestens genauso gut verträglich ist, wie Benzin.
Ich persönlich fahre seit etwa 20.000 KM E85, also eine Mischung aus 85% Ethanol und 15% Benzin in meinem Auto. Folgen:
-E85 hat einen höheren Flammpunkt, als Benzin: Im Winter springt er schlecht an.
-Mehrverbrauch durch geringere Energiedichte etwa 2 Liter auf 100 KM
-Die Abgase riechen wie nen Fonduestövchen
-besseres Drehmoment durch 110 Oktan Klopffestigkeit
-kühlere Verbrennung, dadurch geringere Motoröltemperatur
Negativen Auswirkungen auf das Kraftstoffsystem oder den Motor, was Haltbarkeit angeht: Keine ersichtlich.
Ethanol löst nachweislich Verschmutzungen im Kraftstoffsystem. Dies kann dazu führen dass sich der Benzinfilter zügig zusetzt. Ein Teil, welches für mein Auto etwa 15 Euro kostet und in 20 Minuten ausgetauscht ist.
Ethanol hat, wie gesagt, einen geringeren Energiegehalt, als Benzin. Das bedeutet, dass zum Erreichen gleicher Fahrleistungen unter Volllast mehr Kraftstoff eingespritzt werden muss. Selbst die Motorelektronik meines 14 Jahre alten Autos kann das bewerkstelligen.
Warum wird also eine zehnprozentige Beimischung von Ethanol so verteufelt?
Meiner Ansicht nach geht es hier, wie so oft, um Geld. Viel Geld in diesem Fall.
Bioethanol ist teurer als reines Benzin. Und was für die Ölkonzerne viel wesentlicher ist: Dieses Geld verdienen Andere, z.B. ehemalige Zuckerproduzenten oder gar ganz andere Unternehmen. Der Ölkonzern verdient weniger. Gegen E10 sind vor allem diejenigen, welche dadurch weniger Geld verdienen, also Autohersteller, denn Freigaben kosten Geld, und die Kraftstoffhändler (da ein Teil deren Geldes jetzt an dritte weiterfließt).
Was das Zaudern der Automobilhersteller angeht:
Da geht es nicht um Garantien oder Gewährleistungen, sondern um Produkthaftung. Gibt z.B. VW ein Fahrzeug für E10 frei, heißt das:
Im Rahmen der normalen Nutzung sind keine Schäden durch den Kraftstoff am Fahrzeug zu erwarten. Wenn jetzt z.B. die Hochdruckpumpe eines FSI kaputt geht, den Motorraum mit Benzin unter hohem Druck verunreinigt und das Auto im schlimmsten Fall in Brand gerät, könnte der Besitzer an VW z.B. Schmerzengeldansprüche stellen, wenn ursächlich der Kraftstoff den Schaden hervorrief. Und das wollen die Hersteller logischerweise vermeiden.
Fakt ist:
Der Verbrauch durch das Tanken von E10 im Vegleich zu E5 steigt, rechnerisch um 2 Prozent.
Fakt ist auch: E10 für das gleiche Geld zu verkaufen, wie vorher E5 ist dadurch eine Verteuerung um durchschnittlich 2 Prozent.
Aber die Behauptung, Motoren würden durch das Verbrennen von E10 beschädigt werden, halte ich für absolut haltlos.
Ich mache mir nach der grundsätzlich positiven Erfahrung überhaupt keine Gedanken mehr, was ich tanke. Wenn es kein E85 gibt, tanke ich Super.
Die Bedenken, dass mein Auto durch getanken Alkohol schaden nehmen könnte, sind verschwunden.
Wenn jemand mir erklären kann, was genau und warum im Motor schaden nehmen sollte, weil es mit einer um 5 Prozent gehaltvolleren Ethanolmischung in Berührung kommt, dann kläre er mich bitte auf.
Gruß Halycon



