Nun, nicht nur zu digitalen Likes habe ich ein sehr zwiespältiges Verhältnis,
ich sehe darin auch die Gefahr einer höchst missverständlichen Inflation von leicht zu bekommenden Zustimmungen oder irrealen Sympathiebekundungen.
Ähnlich wie das an- und ausgeknipste Lächeln eines Verkäufers/Politikers oder sonstiger Berufs-Prostituierten
Eben weil sich das anfängliche twitter, facebook etc.pp. liken oftmals auch jeder Begründung entzog, ergaben sich daraus im Negativen genauso oft auch ähnlich schlecht nachvollziehbare shitstorms des disliken.
Von daher sollte ich eigentlich jeden Beitrag, ähnlich wie odessa es versucht, nicht nur zu liken, sondern wenn, dann auch zu kommentieren.
Und Nein, ich werde meine Likes auch weiterhin so verteilen, wie es meinem jeweiligen spontanem Gefühl, meiner Meinung oder eben meinem Wissen entspricht.
Real empfundene bzw. empfangene Empathie eines Gegenübers kann dies für mich aber nie ersetzen
Und ja, sorei

Wir sind süchtig nach Anerkennung und Belohnungen

Das mag im Kindesalter auch (noch) substantiell notwendig sein, aber später ...?
Wer wie in unserer heutigen Gesellschaft aber derartige Belohnungsszenarien braucht
- und die Zunahme solcher Tendenzen, bis hin zu Süchten ist teils erschreckend, andererseits auch, weil irreal unbefriedigend -
zeigt zum Einen, das ihr/ihm
reale Unterstützung und vor allem reale spontane Zuwendung fehlt;
zum Anderen birgt das auch die große Gefahr, dass begründete Zustimmung und noch mehr begründete (aber durchaus wohlmeinende) Kritik aus Gründen von möglichen Ablehnungsreaktionen unterbleibt
und sich lediglich auf schlimmstenfalls pöbelhaftes Ausgrenzen (ohne substantielle) Begründung reduziert.
Kurzum, einen kurzen (oder langen) Kommentar zöge ich vor ...
Ein reales, ehrliches Lächeln oder 'ne knuddelige Umarmung wär mir aber noch lieber
