Du darfst nicht alles durcheinander bringen. Mein Zitat in deinem Beitrag bezog sich nicht auf das Zitat von McKilroy. Du darfst hier nicht einfach irgend welche Sätze wild durcheinander mischen und dann behaupten ich sei kein normaler Bürger.
Auch finde ich traurig das du dich jetzt auf einen damals 12 Jährigen berufst um mir zeigen zu wollen was für ein schlechter Mensch ich doch bin und meine Erfahrungen, die ich in 25 Jahren gemacht habe nichts Wert oder aber alles Lügen sind.
Was soll ich hier denn schreiben? Leider hat mich nie ein Stasimitarbeiter belästigt. Soll ich nun hier schreiben das ich verfolgt wurde und mich keinen Tag in der DDR sicher gefühlt habe?
Ich bin auch nie verhaftet worden obwohl ich damals, genau wie heute auch noch, meine Meinung offen gesagt habe. Soll ich nun schreiben wie schlecht es mir im Stasiknast ging und wie ich dort gefoltert wurde?
Ich hatte einen sicheren Arbeitsplatz in der Industrie und habe, rein von der Summe her, mehr Geld verdient als heute. Ich hatte auch mehr Urlaubstage als heute und alle halbe Jahre eine medizinische Untersuchung beim Betriebsarzt. Dazu gab es für unsere Abteilung (Galvanik) jeden Tag eine Flasche Milch auf Firmenkosten. Und da war auch nichts marode, wir hatten vollautomatische GGA's (Galvanische Gestellanlagen) mit Absauganlagen an jedem Säure-, Laugen-, Natronbecken. Ich hab nach der Wende in einer Galvanik in Karlsruhe gearbeitet, in der ganzen Halle eine einzige Absaugung, Arbeitsschutz = Fehlanzeige. Du siehst, ich hab auch hier den Vergleich zwischen Ost und West.
Ich kenne auch keine Produktionsausfälle wegen angeblich fehlendem Material oder Ersatzteilen. Was soll ich denn nun hier schreiben? Das alles kaputt war, danieder lag und marode war und eh alles Schrott weil wir einen 5 Jahresplan hatten? Ich hab es so nie erlebt. Und deswegen bin ich nun ein ewig gestriger?
Eine Wohnung hatte ich auch im 8. Stock eines (Zitat "Faehnrich")
seelenlosen Plattenbaus. Kostete 50 Mark Miete (Kabelfernsehen, Heizung und Warmwasser incl.) Kostet heute 330,- Euro. Soll ich mich hier nun aufregen wie scheiße ich doch damals in der DDR wohnen musste?
Eine Busfahrt kostet 0,20 Pfennig, eine Monatskarte 10,- Mark ne Bahnfahrt nach Berlin hin und zurück 29,- Mark. Heute musste Glück haben das überhaupt noch ein Zug fährt. Soll ich hier nun schreiben wie schlecht das damals alles war?
Und wenn der Faehnrich schreibt "
Überwiegend marode Industriebetriebe. Landwirtschaftliche LPGs mit einer Unmasse an Beschäftigten, so dass diese Agrarbetriebe überwiegend Verlust geschrieben hatten." dann frag ich mich woher weiß er das? Hatte er Einsicht in LPG Unterlagen und warum existieren die noch heute wenn die doch so schlecht waren? Oder das hier "
Seelenlose Plattenbauten, in die man die Menschenmengen einfach hinein verfrachten konnte." Es ist nun mal eine Tatsache (und keine kommunistische Propaganda von mir) das die Plattenbauten in der DDR eigentlich recht beliebt waren und die Leute froh waren wenn sie eine Wohnung in einem solchen bekamen. Und ehrlich gesagt, die scheußlichsten Plattenbauten die ich in meinen Leben gesehen habe standen/stehen in Westberlin. Vielleicht sollte der Faehnrich mal Berlin Gropiusstadt besuchen und sich davon überzeugen.
Und weiter gehts mit Faehnrich Zitaten "
Verkommende historische Innenstädte,". Da hat er teilweise Recht. Es gab etliche Innenstädte die ordentlich runtergekommen waren. Ganz besonders im sächsischen Raum wie Leipzig oder Halle aber auch in Berlin. Die DDR hat da mehr auf Neubau statt auf Sanierung gesetzt.
Hierzu allerdings "
eine desolate Verkehrswegeinfrastruktur" muss ich wieder sagen das wir hier (in meiner Gegend) noch nie so runter gekommene Straßen hatten wie Heute. Loch an Loch hält aber noch und im Frühjahr ein bisschen ausflicken mit Rollsplitt. Und wenn wir hier von Verkehrswegeinfrastrucktur sprechen dann dürfen wir hier auch nicht den Schienenverkehr vergessen. Hier war das Tarnsportaufkommen zu DDR Zeiten um etliches höher als im wiedervereinigtem Deutschland und wurde auch in dieser Höhe nie wieder erreicht.
Ok und zum Schluss das Beste "
Umweltverschmutzung allüberall, etc. etc.". Hier hat der Faehnrich zwar Recht unterschlägt aber das der Rhein, der Main oder die Donau auch nicht grade Trinkwasser mitgeführt haben. Und der Himmel über dem Ruhrgebiet ist auch erst wieder seit dem Industriesterben blau. Und in einem Westdeutschen Kaliabbaugebiet sah es nicht viel anders aus als in einem Ostdeutschen. Glaubt es mir!
Und jetzt frage ich dich noch mal. Wie kommst du dazu sowas hier zu behaupten.
Uludag schrieb:
Ihr trägt mit euren Beiträgen nichts gutes zu der Vereinigung bei, sondern verschafft hier ein völlig falsches Bild über die ehemaligen DDR Bürger, die froh sind Frei zu sein und ab der wende auch ihr Leben führen können ohne bevormundet zu werden, ist das für euch denn nichts wert?
Warum vermittle ich als ehemaliger DDR Bürger ein völlig falsches Bild über die ehemaligen DDR Bürger bzw. die ehemalige DDR? Nur weil ich, und andere ja auch, nicht das berichten was du gerne hören möchtest oder es so erzählen wie du dir vorstellst das es gewesen sein muss? Ich hab auch vor der Wende gelebt ohne mich bevormunden zu lassen und ich habe ein gutes Leben geführt. Ja gut, ich gebe es zu, ich besitze heute mehr materielle Dinge als damals. Obwohl was heißt mehr? Ich hatte damals einen Farbfernseher ohne Fernbedienung und heute besitze ich einen mit. Ich besitze heute eine Yamaha damals eine MZ. Ich besitze heute ein Auto, nun ja damals hatte ich keins. Ok, gewonnen damals ging es mir eindeutig schlechter.

Und die Sache mit den Frei sein. Ja heute hab ich die Freiheit zu Reisen (wenn ich es denn bezahlen kann). Und Meinungsfreiheit hab ich auch, nutzt mir nur nix denn wenn ich meinem Chef die Meinung sage dann hab ich die Freiheit das Arbeitsamt zu besuchen.
Oh man, ich glaub ich mach jetzt erst mal Schluss, sonst sind nachher noch einige von den vielen Informationen überfordert. :fuck: :fuck: