Carlos-X schrieb:
@zigi:
Zum einen würde eine "richtige" Rentenreform wahrscheinlich alles auf die Straße bringen, was Beine hat, die eigene Partei 80% der Stimmen kosten und am Ende vielleicht nicht mal durchkommen oder von der neuen Regierung sofort gekippt werden. Das andere Problem: Wie soll sie überhaupt aussehen? Wirklich überzeugende Vorschläge hab ich noch kaum gehört. Und wir können nicht einfach unser System wegschmeißen, um "mal was auszuprobieren". So etwas geht in anderen Bereichen vielleicht, bei so etwas wie der Rente aber nicht.
Abgeordnete dürfen bestimmt nicht erst mit 67 in Rente gehen. Das ist in gewisser Weise aber auch gerechtfertigt. Die Demokratie lebt vom Wechsel. An ihren Sesseln klebende Abgeordnete die ihren Pensionsanspruch erst nach 40 Jahren bekommen wären da nicht unbedingt hilfreich.
Das problem - unabhängig von der jetzigen Rententhematik - ist ja grade, daß generell die Buben, die zum Wohle von uns allen eigentlich regieren sollten aus angst, daß Sie Ihren Posten spätestens bei der nächsten wahl verlieren, lieber alles schön reden anstatt mal richtig anzupacken. lieber den Vorschlag der anderen Partei zereden. Keiner der Jungs ist bereit mal vor die Kamera zu treten und die wahrheit über die rentenkasse zu sagen.
Weist du eigentlich wieviel Sicherheitspolster unsere Rentenkasse momentan hat????
Wenn du meinst, daß die eine Art Sparbuch für deine spätere Rente führen auf dem Sie deine Einzahlungen brav bis zu deiner Rente ansparen, dann bist du auf dem Holzweg.
ich sage ja nicht, daß wir gleich das system wegschmeißen müssen und von experimenten halte ich genau so wenig wie du.
Ich behaupte z.B., daß man im Haushalt einiges an Finanzmittel zugunsten der Rente, Kranken und Pflegeversicherung umschichten könnte. Ein aberwitziges Beispiel von verprassung von Steuergeldern habe ich direkt vor meiner Haustüre. Unsere Gemeinde hat 1,5 Mio. Fördermittel für die Sanierung von Gleisen erhalten. Angeblich für die verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs.
hört sich soweit gut an. das problem ist nur. der Zug kommt nur 3 mal am Werktag vorbei. um 05:15 Uhr um 10:00 Uhr und um 18:00 Uhr.
Die haltestelle befindet sich übrigens nicht in der 10000 einwohner stadt sondern liegt ca. 2 km entfernt in einem 100 Einwohner nest.
Wer bitte schön soll das nutzen???
Und der Oberhammer ist, daß 3 Ortschaften weiter weg die Schulkinder, die in eine andere Gemeinde zur Schule gehen, erst mit dem Bus vom Stadkern zu Zughaltestelle 'gekarrt' werden, dort MÜSSEN sie in den Zug umsteigen, der Zug fährt in die andere Gemeinde an den Bahnhof, vom Bahnhof steigen Sie wieder in den Bus, den sie zuvor verlassen haben, (der Bus fährt leer(!!!!!) neben den zug her. von dort fährt der bus zur Schule.
Alles nur damit man die Fahrgastzahlen auf der Strecke nach oben treiben kann.
Ich bin überzeugt das auf allen Haushaltsebenen solche dinge zu finden sind, mit denen man z.b. die Rentenkassen etwas füllen könnte. Ich bin weiter überzeugt, daß wir uns schnell im Milliardenbereich bewegen, wenn da mal aufgeräumt würde.
Desweiteren läßt sich vortrefflich darüber streiten, daß schon zu Blüms zeiten feststand, daß die Rentenkassen gegen die wand fahren und dort wurde schon nix unternommen. Leider ist es dafür zu spät und jammern hilft wenig.
Nächster Schritt ist, daß nicht nur die Angestellten in die Rentenkasse einzahlen sollen, sondern z.b. auch für die Beamten Rückstellungen vom Staat angelegt werden. Das passiert z.b. momentan gar nicht.
apropo Beamte. wußtest du, daß bei der privatisierung der Telekom und post der staat sich gegenüber der telekomm verpflichtet hat für alle mitarbeiter mit beamtenstatus die rente zu übernehmen? natürlich wurde dafür keine einzige Mark zurückgestellt. und die telekom ist fein raus, weil sie keinen cent zur rentenkasse für ihre angestellten mit beamtenstatus abtreten muß. noch so ein ansatzpunkt. das kam vor ca. 3 Jahren in einer Plusminus sendung. Interessant oder?
Warum sollen auch Selbständige nicht einen grundbeitrag in die rentenkasse einzahlen und dafür später eine grundabsicherung erhalten?
dann hätte ich noch einen ketzerischen vorschlag, der die rentner auf die barikaden bringen wird. Warum nicht eine rentenkürzung von 10 Prozent einführen? die ganzen jetzigen reförmchen betreffen alle nur meine und zukünftige generationen. Wir gucken später in die Röhre, wir sollen zum einen die hohen gesetzlichen Pflichtzahlungen in die marode Rentenkasse einzahlen und von dem was nach abzug der Lebenhaltungskosten noch übrig bleibt noch irgendwie privat vorsorgen. wie bitte soll das gehen. ich für meine begriffe bin am finanziellen anschlag. also warum soll die jetzige rentnergeneration nicht auch lasten davon tragen?
aus persönlicher sicht kann ich nur sagen, daß für mich nicht mehr allzuviel für einen private rentenvorsorge übrig bleibt. das ist mein problem.
Abschließend noch was:
hm, vielleicht habe ich mich etwas undeutlich ausgedrückt. aber wieso soll jemand, der z.B. in seinem leben für 8 Jahre im Bundestag gesessen hat nicht auch erst mit 67 Jahre in Rente gehen?
schließlich verlangen die das ja auch von uns.
Nächster punkt, warum soll jemand der nicht mehr ein abgeordneten mandat ausübt sich nicht auch wieder einen job suchen. die Jungs behaupten ja gerade, daß man mit 55 Jahren noch sehr gut arbeiten kann . von uns verlangt man das ja genau so.