muesli # 72 schrieb:
Was mich jetzt nur noch in meiner Meinung bestärkt,
dass es hierbei weder um architektonische Verzierungen von religiösen Bauten geht
(eine der Initiatoren dieses Entscheids ist schon früher gegen die Errichtung eines muslimischen Friedhofs ins Feld gezogen)
noch um fundierte Integrationsbemühungen geht,
sondern stellvertretend wohl eher bei den Allermeisten um diffuse Kulturängste bzw. nur leicht verbrämte, undifferenzierte Fremdenfeindlichkeit.
Ich zitiere mich ja selten in ganzen Absätzen,
aber hier scheint es auch der Übersichtlichkeit wohl angeraten

.
@ freefloating 
+ all
Was ich geschrieben und Du wiederum heraus gelesen hast,
muss nicht zwangsläufig deckungsgleich sein.
Und babylonische Sprachverwirrungen (Verständigungsprobleme) sind auch nicht nur auf historische Metaphern begrenzt!
Ich bin nämlich durchaus sehr für Interessensabgrenzungen und gegen falsch verstandene "Toleranz", die keinerlei "Grenzen" mehr respektiert.
Auch wenn "unsere globale Gesellschaft" dies anscheinend eh immer mehr aus dem Auge verliert....
Schon angefangen bei Kindererziehung, "Kinderstube" und Bildungsfragen
(Womit wir eigentlich schon beim Thema und auch Ursachen wären *bg*)
Aber, und ich wiederhole mich hier erneut,
dann sollte dies o.g. bitte immer mit klaren, nachvollziehbaren, wohl überlegten und vor allem wohl abgewogenen Argumenten geschehen,
und nicht etwa, wie leider auch hier, mit eher populistisch anmutenden,
einer einvernehmlichen Lösung bzw. diesem Konfliktfall nicht zuträglichen Verkürzungen und Pauschalisierungen, die der Ursache dieses scheinbar im Volksgemüt sehr ernst genommen "Konfliktes" überhaupt nicht auf den Grund gehen.
Wenn ich also den Befürwortern dieses Referendums hier etwas unverhohlen vorwerfe,
dann ist es undifferenziertes, vorschnelles Handeln auf Grund von m.M.n. lächerlichen, eher an den Haaren herbei gezogenen "Beispielen", die nur wieder Populisten jeder weder Couleur in die Hände spielen,
aber bestimmt nicht zur Klärung von einzelnen Positionen oder gar generell zur Aufarbeitung von kulturellen Animositäten beitragen.
Ich habe also lediglich meiner Befürchtung (bestärkten Meinung) Ausdruck verliehen, dass die Ursachen dieses Referendums bzw. des damit auch verbundenen Medienhypes keinesfalls lediglich Minarette, Friedhöfe etc.pp. seien,
sondern sich dahinter diverse andere Motive verstecken, die ich hier eher allgemeiner mit Kulturängsten bzw. mehr oder minder (un)bewusster Fremdenfeindlichkeit umschrieben habe.
Und dazu stehe ich so auch.
Nebenbei ist mir ein Mensch, der sich seiner Ängste und eben auch seiner teilweisen Vorurteilen bewusst ist oder wird,
allemal lieber, als ein verstockter Pharisaer, der durch Nebenkriegsschauplätze immer wieder vom eigenen Versagen und anderen eigentlichen Ursachen abzulenken versucht.
Nennen wir die Dinge doch einfach mal beim Namen und versuchen sie dann gemeinsam zu verändern und auch mit konstruktiven Inhalten zu füllen.
Wenn dem Ganzen nicht Tag täglich
und vor allem durch wohlmeinende und praktizierte Zivilcourage
auf den Grund gegangen wird,
bleibt eh alles, wie es ist.
Indem nämlich noch mehr scheinheilige Sprechblasen abgesondert werden,
ohne das sich aber grundlegend etwas wirklich zum Positiven verändert.
Indem man hier "Verbote" generalisiert sogar auf nationaler Ebene ausspricht
(obwohl gerade die Schwyz sehr restriktive kantonale Bauvorschriften kennt *g*),
zeigt man doch eigentlich nur die eigene Hilflosigkeit,
einem komplexen gesellschaftlichen Wandel nicht anders begegnen zu können,
als die berühmte (germanische) Keule zu schwingen.
Wenn es wenigstens noch, in bester, schon bewährter Schwyzer Tradition,
nur ein kleiner, aber um so besser gezielter Pfeil oder Bolzen gewesen wäre,
der dann auch noch für alle sichtbar deutlich im Ziel gelandet wäre
lg
muesli
PS.
Ich wahrsage jetzt mal,
dass sich das Thema im Wirtschaftsbereich demnächst um verlustig gegangene Einlagen und Kredite drehen wird,
manch Andere vllt. sogar die Bauvorschriften anfangen zu modifizieren *g*,
Parteien dagegen aber zusehen werden, dieses Thema möglichst zu den nächsten Wahlen "nachhaltig" zu besetzen,
Nebenbei werden selbst ernannte Islam-Experten das Ganze demnächst demographisch, sozio-kulturull zum Thema "ihrer" Forschungsvorhaben und Fernsehdebatten machen.
Und auf der "Straße" ändert sich dadurch dann aber was?
PPS
Unter Religionen, Ethnien oder auch nur "einfachen Volksgruppen" gibt es sooo viele Hohlköpfe,
dass dadurch kaum auf Verbesserungen zu hoffen ist.
Menschen müssen sich begegnen, sich in die Augen schauen, mit einander sprechen
und zwar im kleineren Kreis und sich um gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme bemühen,
dann lösen sich all diese Probleme weitgehend in Wohlgefallen auf,
sofern sich nur genügend daran beteiligen.
Durch "Verordnungen" kann man lediglich manchmal Richtungen weisen,
umsetzen müssen es die Menschen aber schon selbst
PPPS
Bei manchen Kommentaren vermute ich hier eher mal: Viel Rauch um nichts

Ich habe durchaus schon im Zuge meiner diversen Tätigkeiten (u.a. Kulturarbeit) auch ausländischen Gruppierungen (und auch Muslimen *g*) schon öfter mal die glasklare rote Karte gezeigt. Dies aber möglichst immer nachvollziehbar, im persönlichen Gespräch und unter Einbeziehung möglichst vieler verschiedenen Interessen und Gruppen.
DAS ist etwas völlig anderes, als ein Mehrheitsvotum hier als der Demokratie letzter Schluss zu "verkaufen". Für mich ist so etwas eher der berühmte Schuss, der dann doch nach hinten losgeht
Und hört bitte auf, mich hier als den Verteidiger des Orients hin zu stellen
Idioten gibt hier, wie dort...
Wie man ja auch hier (wie dort *g*) immer wieder deutlich sehen kann
