"Sozialschmarotzer" Sozialthema 

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Die Zahl der Tafelkinder stammt nicht von mir sondern wurde im TV bei den Nachrichten genannt. In Talkshows sprach man von 3 Millionen Kindern. Ich bin nicht in der Lage mich von der Richtigkeit der Zahl zu überzeugen. dazu dürfte ich mich nicht auf Quellen berufen sondern die Zahl selbst ermitteln.

Köln/dpa. Viele Kinder träumen von einem Mountainbike oder einer Playstation zu Weihnachten, andere wünschen sich einfach nur einen vollen Bauch. Kinder mit ständig knurrendem Magen gibt es mitten in Deutschland - in einem der reichsten Länder der Welt haben Suppenküchen in Berlin und Gütersloh oder auch eine Kindertafel in Köln reichlich Zulauf. «Die Kinder haben Hunger, hier wird gut gegessen, denn für manche ist es die einzige Mahlzeit am Tag», sagt die Leiterin des Kölner Caritas-Projekts, Birgit Thielen. Der kleine Nisi aus Ghana hat seine Pizza in Windeseile verputzt: «Darf ich noch mehr?» Auch Adem (11) aus der Türkei haut mächtig rein: «Ich esse hier immer so viel.»

Rund 30 Kinder freuen sich täglich über Linsensuppe, Gemüseauflauf oder Fischgerichte. «Ich mag am liebsten Döner, zu Hause esse ich Reis mit Ketchup», sagt Hersch (7) aus dem Irak. Erstklässlerin Feray isst sich mit Vergnügen satt: «Mir schmeckt es wie in einem Restaurant - ich war schon mal in einem Restaurant.» Blass und schweigend sitzt nur Noah (7) zwischen den hungrigen Kids. Die Kindertafel, die Mittagessen und Hausaufgaben-Betreuung anbietet, liegt in der Wohnung eines Hochhauskomplexes in Köln-Meschenich, in einer der ärmsten Gegenden der Stadt. Finanziert wird das Projekt vor allem mit Spenden einer Biosupermarktkette. Das Angebot reicht aber nicht aus: «Wir können niemanden mehr aufnehmen, der Bedarf ist groß», bedauert Thielen.

Armut unter Kindern breitet sich in Deutschland immer stärker aus. Laut Bundesregierung stieg die Armutsquote bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren deutlich an - rund 1,1 Millionen Kinder sind von Sozialhilfe abhängig. Hilfsorganisationen sprechen von zwei bis drei Millionen armen Kindern. Nach den neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes war 2004 jeder achte Bürger arm oder von Armut bedroht, hatte also weniger als 856 Euro im Monat zur Verfügung - darunter waren 1,7 Millionen Jungen und Mädchen unter 16 Jahren...
Rund 1,1 Millionen Kinder sind von Sozialhilfe abhängig - mz-web.de
Nur als Beispiel. In fast allen Städten findet man weitere Beispiele. Stell Dir das mal die vergangen 10 jahre vor dann kommt schon eine Summe zusammen für die ICH mich schäme! Schäme in so einem Land zu sein! Das kann ich ja ändern.
 
Die Frage ist nur, würde sich die Zahl der Hatz4-Kinder richtung Null bewegen, wenn der Hartz4-Satz angehoben wird, oder nicht. Ich persönlich glaube das eher nicht.

Dass es hungernde Kinder in Deutschland gibt, finde ich schrecklich. Müsste das Jugendamt da nicht vielmehr tätig werden?
 
Deutschland müßte in allen Schulen und Kindergärten für eine gute warme Mahlzeit sorgen. Dann wären auch Kinder versorgt dessen Eltern ihrer Verantwortung nicht nachkommen. Soviel Geld muß übrig sein! Mich hat keiner gefragt ob ich will, das meine Steuergelder so verwendet werden, dass Kinder hungern oder der Schwimmunterricht gestrichen ist! Würde man uns fragen wäre die Mehrheit dafür...?
Deutschlands Bürger wollen das so?
 
Wieso habe ich noch nie was von eurem freiwilligen Abgabenfond gehört, mit dem ihr die Bedürftigen unterstützt?

Den haben wir doch lieber McKilroy.....Steuern!!!

Der einzige der sich hier die ganze Zeit darüber aufregt bist Du. Die Art und Weise wie Du das tust bleibt von mir unkommentiert. Da habe ich schon ein paar mal etwas drüber geschrieben. joungster hat das in Thread #552 schon auf den Punkt gebracht.

@Carmen
Ich schäme mich mit Dir fremd und ich wäre auch für eine völlig andere Verteilung ohne Frage.
 
lolman63 schrieb:
joungster hat das in Thread #552 schon auf den Punkt gebracht.
Auch meine Meinung. Es stimmt, aber man darf es hier wohl nicht sagen.

Vielleicht machen wir besser einen neuen Thread zum Thema 'Sozialdarwinismus auf Kosten der Kinder' auf. Keiner will sie, keiner möchte für sie zahlen und für unsere Zukunft brauchen wir sie sowieso nicht. Schön, wer's glaubt.

Das Grundrecht auf's Poppen steht übrigens selbst 'Einwohnern' der geschlossenen Psychiatrie zu, auch wenn man gern auf deren Nachwuchs verzichtet. Aber natürlich könnte man eine rigide Bevölkerungspolitik betreiben und die menschliche Fortpflanzung unter Strafe stellen. Ausnahmen gibt es dann nur noch für Spitzenverdiener und ihre Lakaien. Das ist zumindest einfacher, als die Menschheit ausreichend mit Verhütungsmitteln zu versorgen.

Natürlich ist es unangemessen, wenn Minderjährige selbst schon Kinder bekommen, aber gerade dort sieht man recht deutlich, zu was die Einstellung 'wer poppen kann der kann auch zahlen' führt. Wovon sollen diese Mütter (und Väter) denn zahlen, haben sie in ihrem Alter doch wohl kaum eine ausreichende Ausbildung oder gar einen halbwegs zukunftssicheren Job. Doch dieses Problem löst man weder durch Schimpfen noch dadurch, daß man den Kindern staatliche Zuwendungen entzieht.

Wenn wir alles nicht mehr zahlen würden, worüber irgendjemand jammert, dann würde sehr bald keiner überhaupt noch etwas zahlen und das Steueraufkommen wäre gleich null. Auch eine nette Idee. :)

Gruß Konradin
 
Nö, es darf nur die einseitige Meinung gesagt werden. Manches kann man nicht umschreiben sondern muß mal unverblümt gesagt werden dürfen. Dazu haben wir die Sprache.
Das Menschenverachtung definiert jeder auf seine Art. Wenn jemand der Meinung ist das er auf Unrecht dieser Art gestoßen ist... muß er die Freiheit haben dies, auch öffentlich, so beim Namen nennen zu dürfen.
Menschen die unter Hitler leiden mußten oder Verluste hinnehmen mußten, haben dafür eine andere Sensibilität als Unbetroffene.
Zivilcourage hätte damals geholfen. In den Schulen wurde diese Geschichte gelehrt um aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen.
Deswegen setze ich mich gerne dem Risiko aus, auch gesperrt zu werden.

Das Moderator Zweistein, joungster gesperrt hat, weil er (joungster) es nicht mehr ertragen hat und deswegen seine nachvollziehbare Meinung gesagt hat..ist falsch! Diese Aussage ist von McKilroy provoziert und deswegen von vielen Lesern ähnlich gedacht wie es joungster formuliert hat. Das aber hätte man diskutieren müßen und können...so gibt es einen Maulkorb.
Man hätte youngsters Aussage auch als etwas aufrüttelndes verstehen können, wenn man es denn verstehen wollte. Im Wesen einer Diskussion, wäre es möglich gewesen eine andere Überzeugung durch überzeugen herbeizuführen.

Es wäre angebracht die Sperrung von joungster aufzuheben!
 
könnte man/frau mal wieder zum thema kommen ? ich diskutiere hier bestimmt nicht, ob ich irgendwen sperre, verwarne oder sonst was.
 
Der Ausdruck "Heitla!!!" unseres *Freundes* joungster, eines übrigens Lehrers! an deutschen Schulen der Neuzeit, der auch Eure Kinder unterrichten könnte... war eindeutig genug! :rot: MfG J&S
 
Jäger&Sammler schrieb:
Der Ausdruck "Heitla!!!" unseres *Freundes* joungster...
Ich denke, Entscheidungen der Mods werden hier nicht diskutiert?

Außerdem ist es für diese Thema völlig irrelevnt, ob er nun 'Helau!' oder 'Heissa!' geschrieben hat. Wenn alles, was sich vor irgendjemandem assoziieren ließe, nicht ok wäre, dann könnten wir uns das Schreiben eigentlich ersparen.

Um den Faden wieder aufzugreifen, ich war übrigens derjenige, welcher den Begriff 'Sozialdarwinismus' in diese Diskussion hineingetragen hat, weil mich eine bestimmt Art der Argumentation fatal daran erinnerte. Denn Selektion findet nicht nur durch (positive) Auswahl statt, sondern ebenso dadurch, daß bestimmte Leute sich nicht mehr fortpflanzen dürfen.
Inzwischen sind wir in dieser Diskussion aber soweit, daß scheinbar ein Konsens darüber besteht, daß Fortpflanzung nicht unterbunden wird. Lediglich die Konditionen, zu denen dies zu geschehen hat (z.B. 'solange man ihn versorgen kann'), sind strittig.

Denn nur eines ist heutzutage sicher. Nämlich der Fakt, daß niemand sicher ist. Jeden kann es erwischen, daß er plötzlich unverschuldet arbeitslos wird oder ein Familienangehöriger pflegebedürftig wird und und das ersparte Eigenheim dafür verlassen werden muss oder andere Widrigkeiten des Lebens, welche die Vermögens- oder Einkommenssituation nachhaltig negativ verändern.

Bei diesen Betroffenen pauschal von 'Sazioalschmarotzern' zu reden halte ich für äußerst gewagt. Aber selbst wenn, was können eigentlich deren Kinder dafür?

Gruß Konradin
 
Ok, nochmal das Ganze....

Auf gehaltsvergleich.de habe ich mir mal den Spaß erlaubt, ein paar ganz normale Berufe rauszusuchen mit den durchschnittlichen Gehältern.

Gehen wir jetzt annahmegemäß von einer kleinen Familie mit 1 Kind aus und einem verdienenden Elternteil. Ganz klassische Familie.

z.B. ein Elektriker in NRW verdient danach im Durchschnitt 2467 €. Das macht lt. Brutto-Netto-Rechner 1840 € netto in StKl 3 mit Kinderfreibetrag. Dazu kommt noch Kindergeld. Also liegen wir bei ca. 2000 € Einkommen bei einem VOLLZEITJOB.

Ein Onlinerechner für ALG2 berechnet mir einen Anspruch von 1547 € inkl. dem zu beücksichtigen Kindergeld.

D.h. ich habe als Vollzeitbeschäftigter mit normalem Einkommen gerade mal 450 € mehr im Monat.

Was ist erst mit den Leuten, die erheblich weniger verdienen??? Es gibt ja genug Berufstätige, die deutlich unter 2500 € brutto verdienen. Warum sollten die noch arbeiten gehen?

ALG2 ist eine gute Sache. Es soll ja niemand "auf der Strecke bleiben", aber bei dann noch jammern...... Sorry, spätestens dann hört für mich jegliches Verständnis auf. Durch dieses Gejammer wird das Verständnis innerhalb der Bevölkerung auch sicherlich immer weiter abnehmen.

Wer erklärt mir jetzt bitte von den "Jammerern", warum Leute mit normalen Einkommen noch arbeiten gehen sollen, wenn man für ein unwesentlich geringeres "Einkommen" den ganzen Tag mit der Familie verbringen kann.

Die Frage stellt sich nur aus finanziellen Anreizen. Motivation andere Art spielt dabei keine Rolle.
 
Warum ist das ALG2 schuldig am geringen Lohn den Arbeitgeber bezahlen?
Wenn die Friseuse 800 Brutto hat sinkt das Existenzminimum automatisch unter 800 €? Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Der Mindestlohn wird von den Bürgern abgelehnt und lieber für weniger zur Arbeit gegangen..fahren kann ja nicht sein, eigentlich...
Und warum geht man arbeiten wenn man doch auch ohne am Existenzminimum leben kann? Weil man an das Gute glaubt und das sich Fleiß lohnt und sich Türen öffnen:D man fängt ja mit niedrigem Lohn an... hihi, geht es der Firma gut, geht es auch dir gut:weg:
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei uns arbeitet einer, von einer Leiharbeiterfirma. 7,50 Euro Stundenlohn. Netto bekommt er 1050,00 Euro. Er ist Alleinverdiener, hat Frau und 1 Kind. Er braucht ein Auto um zur Arbeit zu fahren und wohnt zur Miete. Ohne Sozialamt kommt der nie durch den Monat und das bei wöchentlich 40 Arbeitsstunden.

Fragt mal den, ob der Hart4-Satz zu nieder ist. Da könntet ihr was hören. Auweia, mir tun jetzt noch die Ohren weh.
 
Jetzt verrate uns nur noch, ob die Lebenshaltungskosten dadurch niedriger werden, daß jemand für wenig Geld arbeitet, kanone64. Wenn ich nachts um drei aufstehen muß, dann ist es doch auch recht und billig, wenn ich von jedermann verlange, spätestens um halb vier aufzustehen. :D

Der Denkfehler ist, daß die Welt nicht dadurch besser wird, indem man den schlechten Fall zum Maßstab nimmt und alles und jeden auf dieses Niveau herabzieht. Wenn man etwas verbessern will, dann sollte man Mißstände abschaffen, anstatt sie zum Standard zu erheben.

Du musst mich keineswegs darauf schubsen, Jäger&Sammler, aber auch 1488 ist letztendlich eine ganz normale Zahl, auf welche die Rechten keineswegs ein Monopol haben. Wenn man natürlich in diesem Kontext assoziiert, dann ist der Zusammenhang klar. Aber das ist er ohnehin, denn wer assoziieren will, der tut dies auch und wer nur liest, was er will, der wird auch dieses tun.
 
Schaut doch einfach mal dort nach:

Durchschnittseinkommen monatlich netto Deutschland

Und dann vergleicht mal dieses Bruttoeinkommen mit dem Nettoeinkommen einer Hartz-4-Familie.

Fällt was auf?


Es ist insgesamt aber erstaunlich, wie massiv man angegriffen wird, wenn man anderer Meinung ist als einige Leutz hier.

Carmen schrieb:
Nö, es darf nur die einseitige Meinung gesagt werden. Manches kann man nicht umschreiben sondern muß mal unverblümt gesagt werden dürfen. Dazu haben wir die Sprache.

Und das gerade von dir, wo du doch in dem anderen thread die Pressefreiheit einschränken wolltest. Irgendwie seltsam, deine Ansichten.


Meine Meinung in diesem thread hier ist die, dass die Menschen in Deutschland wieder dazu übergehen sollten, mehr Eigenverantwortung an den Tag zu legen. Wir verkommen von einem Sozialstatt zu einem Wohlfahrtsstaat - und das ist auf die Dauer nicht hinnehmbar. Wir haben das Glück, dass wie Wirtschaft zurzeit noch so gut läuft, dass wir uns das "leisten" können - aber wie lange noch?

Dieser versprochene Wohlfahrtsstaat ist eine Masche der linken Parteien, um bei dieser Klientel Wähler abzuschöpfen. Wenn die SPD dann drann ist, sieht die Sache, wie gehabt, wieder anders aus. (Nur mal zum Nachdenken: Wer hat Hartz-4 eingeführt???)

Was hier in diesem thread völlig zu kurz kommt ist die Tendenz, dass durch diese Abnahme jeglicher Eigenverantwortung dieser Teil der Bevölkerung entmündigt wird. Ist es wirklich erstrebenswert, ohne wirkliche Aufgabe auf die Versorgung durch Dritte zu warten?

Mir tun die armen Kinder leid, die bei Eltern mit dieser Einstellung aufwachsen. Wie schwer haben es diese Kinder, zu einem selbständigen ERwachsenen heranzuwachsen.

Daher ist die Einstellung einiger Leutz hier für mich absolut erschreckend. Was ist daran gut, wenn diese Leutz ihren Kindern vermitteln:

Wir haben sowieso keine Chance.
Unsere Kinder haben keine Chance.
Auch wenn du dich bemühst, wirst du nichts werden, weil du aus einer "armen" Familie stammst.

Das Ergebnis sieht man ja deutlich.

Und hier bemühe ich jetzt noch einmal die Statistik, die nachweist, dass Kinder aus "armen" Familien südostasiatischer Herkunft überproportional als Schulabschluss das Abitur machen. Das liegt wohl kaum an den Genen - das liegt einzig und allein an der Einstellung!

Und am Schluss noch einmal die Frage:

Wieso kommen sehr viele Familien mit Hartz-4 aus, während andere Familien nicht? Ist das nicht auch eine Sache der Einstellung?
 
Jetzt verrate uns nur noch, ob die Lebenshaltungskosten dadurch niedriger werden, daß jemand für wenig Geld arbeitet, kanone64. Wenn ich nachts um drei aufstehen muß, dann ist es doch auch recht und billig, wenn ich von jedermann verlange, spätestens um halb vier aufzustehen.

Würdest du das, diesem Menschen wirklich so ins Gesicht sagen?
Wäre das nicht sehr herablassend, nur weil er keine besserbezahlte Stelle bekommen hat?

Wie kann man über eine Erhöhung des Hart4-Satzes reden, solange der Mindestlohn nicht vorher angehoben wurde?
 
Nun, Ironie wird scheinbar nicht von jedem verstanden. Und selbst wenn es nicht ironisch gemeint wäre, was hat früh aufstehen mit schlechtbezahlten Stellen zu tun? Mir scheint, du verwechselst hier etwas.

Was hat das anerkannte Existenzminimum eigentlich mit Mindestlöhnen zu tun?

McKilroy schrieb:
Wieso kommen sehr viele Familien mit Hartz-4 aus, während andere Familien nicht? Ist das nicht auch eine Sache der Einstellung?
Gegenfrage: Wieso kommen einige Menschen ohne Obdach aus und andere nicht? Ist nicht auch dies eine Sache der Einstellung? Wie du siehst sind einige Menschen notgedrungenermaßen anpassungsfähiger als andere.
 
McKilroy schrieb:
Wieso kommen sehr viele Familien mit Hartz-4 aus, während andere Familien nicht? Ist das nicht auch eine Sache der Einstellung?
Weil viele Familien noch von Verwandten unterstützt werden und so ein wenig Entlastung statt findet. Es gibt aber eben auch welche die keinerlei Unterstützung bekommen, die zusehen müssen wie sie z.B. eine Reparatur der Waschmaschine bezahlt bekommen oder die Winterjacke, die Winterhose oder die Schuhe für die Kinder. Es wird wahrscheinlich auch Hartz IV Empfängern auf dem Dorf besser gehen als denen in der Stadt. Viele von denen haben noch eine kleine Landwirtschaft nebenbei laufen, Obst, Gemüse und Kartoffeln vom eigenen Stück Acker, Eier, Fleisch und Wurst vom selbst gehalten Vieh. Das sind z.B. ein paar Gründe warum es einige schaffen mit dem bisschen Geld besser aus zu kommen als andere.

McKilroy schrieb:
Es ist insgesamt aber erstaunlich, wie massiv man angegriffen wird, wenn man anderer Meinung ist als einige Leutz hier.
Das hat weniger mit deiner Meinung, als mehr mit deiner Einstellung zu tun. Über Meinungen kann man diskutieren, Meinungen kann man ändern ..... Einstellungen eher nicht. Und du hast nun mal die Einstellung das hier nur einem was zu steht und dieser eine bist du. Im tiefsten Inneren wirst du von dem Gedanken zerfressen das jemand was kriegen könnte was nur dir zusteht, weil du ja dafür arbeiten gehst. Wie kann es angehen das da ein paar faule, ungebildete Arbeitslose, die nichts weiter zu tun haben als haufenweise Kinder zu machen von deinem Geld leben ............. ach ja die Welt ist ja so ungerecht.
 
Es soll Menschen geben, die Existenzminimum und Mindestlöhne nicht unterscheiden können. Zu dieser Gruppe, gehöre ich Gott sei es gedankt nicht.

Die Lebenshaltungskosten werden durch Menschen, die für niedrige Löhne arbeiten nicht geringer. Es gibt aber nun einmal Menschen, die trotz Arbeit weniger verdienen als der aktuelle Hart4-Satz. Für diese Menschen muss es doch, wie ein Schlag ins Gesicht sein, wenn sie die derzeitigen Debatten verfolgen. Damit meine ich nicht dich, Konradin, sondern im allgemeinen.

Zuerst müssen Wahlslogans wie: Arbeit soll sich wieder lohnen, in die Tat umgesetzt werden. Es macht keinen Sinn, den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen.
 
Das hat nichts mit der Reihenfolge der Schritte zu tun und davon, ob sich Arbeit (wieder) lohnt oder nicht wird kein Bedürftiger satt. Prioriät muß eben die Grundversorgung haben.

Wenn man will, daß sich Arbeit (wieder) lohnt, dann muß man die Entlohnung nach oben korrigieren und nicht das zumutbare Existenzminimum nach unten.

Aber es geht dabei nicht nur ums Geld. Oft ist es auch so, daß Menschen, welche wenig verdienen, zudem noch schlecht behandelt werden. Auch das muß aufhören. Schlimm genug, daß einige Berufsgruppen derzeit hoffnungslos unterbezahlt werden, sie müssen dafür nicht auch noch diffamiert werden.

Doch solange in einer Ellbogengesellschaft das 'Recht des Tüchtigen' (allerdings vorzugsweise für Privilegierte) vor dem Gemeinwohl steht, solange ist auch kaum jemand wirklich daran interessiert, dies zu ändern und die Betroffenen haben keine Lobby.

Als Wahlkampfthema taugt es allemal, zumindest solange eine Veränderung der Verhältnisse nicht zu befürchten ist. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann warten sie noch heute darauf...

P.S.
jajetztja schrieb:
Du behauptest also ernsthaft, dass man mit dem ALG2-Satz nicht satt wird?
Hör bitte auf, mir etwas zu unterstellen, was ich nicht gesagt habe.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das hat nichts mit der Reihenfolge der Schritte zu tun und davon, ob sich Arbeit (wieder) lohnt oder nicht wird kein Bedürftiger satt. Prioriät muß eben die Grundversorgung haben.

Du behauptest also ernsthaft, dass man mit dem ALG2-Satz nicht satt wird?

Das, was einige ALG2-Familien beziehen, muss man mit ehrlicher Arbeit erstmal verdienen. Das dort das eigentliche Problem liegt, sehe ich auch so.

Doch solange in einer Ellbogengesellschaft das 'Recht des Tüchtigen' (allerdings vorzugsweise für Privilegierte) vor dem Gemeinwohl steht, solange ist auch kaum jemand wirklich daran interessiert, dies zu ändern und die Betroffenen haben keine Lobby.

Ich verdiene nicht schlecht, bin aber auch nicht reich. Gehörde vermutlich zu der sog. Mittelschicht, die ja lt. vielen Aussagen aussterben wird. Ich denke, dass ich genug zum Allgmeinewohl über Steuern und Sozialabgaben leiste. Und ob du es glaubst oder nicht, dass mache ich sogar gerne.

Ich sage ja auch nicht, dass man ALG2 durch Gutscheine usw ersetzen soll. Auch sage ich nicht, dass man die Zuwendungen kürzen soll, aber ich sage ganz klar und deutlich, wer sich als ALG2-Empfänger als OPFER hinstellt, der hungern muss und seine Familie nur mit TK-Pizza ernähren kann, weil das Geld nicht reicht, der geht entschieden zuweit und tritt damit den Menschen vor den Kopf, die täglich arbeiten gehen um bedürftige Menschen mit durchzufüttern. Und das mit dem Durchfüttern ist nicht abwertende gemeint, was ich nochmal klarstellen möchte.

Man sollte DANKBAR sein, dass unser hervoragendes Sozialsystem solche, sich oft unschuldig in solch einer Situation befindenden, auffängt und ihnen Finanzmittel und Wohnraum zur Verfüung steht. Für so ein Sozialsystem bendeiden uns glaube ich verdammt viele Bürger aus anderen Ländern, wo man fallengelassen wird.....

DANKBAR sein sollte die Devise sein und nicht das ständige GEJAMMER, dass man hungern muss und am gesellschaftlichen Leben nicht teilhaben kann.

Zuerst müssen Wahlslogans wie: Arbeit soll sich wieder lohnen, in die Tat umgesetzt werden. Es macht keinen Sinn, den zweiten vor dem ersten Schritt zu machen.

Genau das ist der Punkt. Hierzulande wird ja derjenige, welcher für einen geringen Lohn arbeiten geht verspottet. Ohne Arbeit geht es ja auch sehr gut in entsprechenden Gehaltsklassen. Hut ab, wer trotzdem arbeiten geht und ein würdiges Leben führt. Würde ist es nämlich auch, für den ALG2-Satz arbeiten zu gehen und dann zu behaupten, man sorge für sich selber. Meinen größten Respekt vor solchen Leuten.
 
...Genau das ist der Punkt. Hierzulande wird ja derjenige, welcher für einen geringen Lohn arbeiten geht verspottet....
Das ist eine Behauptung die ich hier nirgends lesen konnte.
Es wird behauptet das es so sei...

Aber, eine Frage habe ich an Dich.

Herr Hartz war Mitglied einer Kommission die sich wie folgt zusammensetzte:

Hartz-Kommission


Am 22. Februar 2002 wurde die Kommission für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt eingesetzt. Zu den Mitgliedern gehörten (mit ihrer damaligen Funktion):
Norbert Bensel, Mitglied des Vorstandes der DaimlerChrysler Services AG
Jobst Fiedler, Roland Berger Strategy Consultants
Heinz Fischer, Abteilungsleiter Personal Deutsche Bank AG
Peter Gasse, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen
Peter Hartz, Mitglied des Vorstandes der Volkswagen AG
Werner Jann, Universität Potsdam
Peter Kraljic, Direktor der McKinsey & Company Düsseldorf
Isolde Kunkel-Weber, Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes
Klaus Luft, Geschäftsführer der Market Access for Technology Services GmbH
Harald Schartau, Minister für Arbeit und Soziales, Qualifikation und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen
Wilhelm Schickler, Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen
Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks
Günther Schmid, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Wolfgang Tiefensee, damaliger Oberbürgermeister der Stadt Leipzig
Eggert Voscherau, Mitglied des Vorstandes der BASF AG

Es war also ein Verbund von Arbeitgebern die die einmalige Möglichkeit hatten Bedingungen fest zu legen, die es Ihnen erleichtern würde Personal einzustellen...

Wenn Du Arbeitgeber wärst und eine Wunschliste schreiben dürftest die bestimmt wie es zukünftig ablaufen soll.... was hättest Du da rein geschrieben?
Billige Einstellkriterien (Entlohnung)?
Erweiterte Möglichkeiten die es erlauben Arbeitnehmer unter Druck zu setzen?
Sinkende Lohnnebenkosten?
Was denn alles?

Wie auch immer, Fakt ist, dass es sich ein Arbeiter sehr genau überlegen muß ob er dem widerspricht was der Arbeitgeber von ihm verlangt. Es kann sein das er dadurch zum Hass4 Empfänger wird...
Wenn die Arge jemanden vorbei schickt..weiß der Personalfuzzi das der Bewerber unter dem Existenzminimum lebt und zudem Bargeld und andere Besitztümer reichlich dezimiert wurden... der Spielraum des Bewerbers ist also recht dünn. Sagt der Bewerber ab hat er ein Problem...
Deswegen werden solche Leute mit Leichtigkeit eingestellt auch wenn der Lohn an Sittenwidrigkeit grenzt.

Diese Möglichkeiten führen dazu das man allmählich den Lohn senkt den man durchschnittlich bezahlen muß.

Ich möchte nicht noch ausführlicher über Ursache und Wirkung schreiben weil es an den Fingern einer Hand abzählbar ist was daraus alles entstand und noch entsteht.

Es ist eine riesen Sauerei!

Wer es mit Deutschland gut meint, muß dafür sein das gute Arbeit mit gutem Lohn gewürdigt wird. Je niedriger die Hass4 Bezüge sind desto mehr Luft nach unten entsteht...wie lange muß man wohl warten bis ein Arbeitgeber nachbessert?

Das Existenzminimum sollte für einen Vollzeitarbeiter eine unbekannte Größe sein.
Jedes Geschäft das es nicht erlaubt davon über dem Existenzminimum zu leben ist ein Geschäft das durch massiven Eingriff in die Marktwirtschaft, künstlich am leben erhalten wird. Es wird subventioniert anstatt es wegen Unwirtschaftlichkeit zu schließen.
Wir subventionieren solche Betriebe deren Chefs golfen sind und segeln und spekulative "Investitionen" tätigen.

Anstatt zu jammern das ein Nichtarbeiter soviel oder mehr Geld zur Verfügung hat als man es als Arbeitender selbst hat, sollte man sich Gedanken machen wer hier ausgebeutet wird... Der Arbeiter nicht? Er bekommt ja Geld für Arbeit die er leistet? Gerade dieser wird ausgebeutet... und dagegen müßte man eigentlich auf die Strasse gehen.
Dafür zu sorgen das Hass4 Empfänger noch weniger bekommen ist das Sägen am eigenen Ast!
Es führt dazu das für Arbeit noch weniger bezahlt wird und zudem das wenn alles in den Brunnen gefallen ist...auf einen das wartet was man anderen auferlegt hat...Hass4.

Jemand wie McKilroy kann da ja auf recht hohem Niveau jammern das ihm die Haare von Kopf sozialisiert werden, aber dennoch sicher sein das er schon so viel hat das Hass4 niemals Thema für ihn sein wird.
So verstand ich jedenfalls seine Aussagen. Tja, da hat er dann auch Recht. Was geht ihn das Leid und die Probleme anderer an? Man lebt nur einmal und das letzte Hemd hat keine Taschen.

Siehst Du das ALG2 als Grund für den niedrigen Lohn von Arbeitern? Wenn ja, erklär mal bitte wie ein noch niedrigerer Hass4 Satz dazu führt das Niedriglöhner mehr Geld bekommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich fasse jetzt mal zusammen, wie ich das bis hierhin verstanden habe:

Durch das Anheben des Hartz4-Satzes (der unter dem Existenzminimum liegt), werden die Arbeitgeber gezwungen, die Löhne anzuheben. Da für die bisher zu nieder entlohnte Arbeit, keiner mehr arbeiten würde.

Das ist auf jeden Fall ein intressanter Denkansatz. Das könnte klappen ... oder doch nicht?
 
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