McKilroy schrieb:
Erst einmal ginge es uns schon etwas besser, wenn es keine Sozialschmarotzer gäbe.
Und wenn es dreimal so viele gäbe, dann hätten wir noch mehr Probleme.
Aber sie sind nicht dir Ursache, sondern lediglich die Wirkung.
Solange die Tendenz zur Ellbogen-Gesellschaft immer weiter zunimmt, in der die persönliche Karriere (die sich meist über den abschöpfbaren Gewinn definiert) alle moralischen Werte weit in den Hintergrund drängt, solange wird sich daran nichts ändert.
Die 'Leistung' des eiskalten Karrieristen (und sei sie volkswirtschaftlich noch so kontraproduktiv, weil sie die Arbeit anderer schlicht und einfach vernichtet) wird offenbar eher toleriert als das, was sich am anderen Ende der Skala abspielt. Es wird meist nicht (mehr) differenziert, obwohl sich dort genau das gleiche abspielt wie in anderen Gesellschaftskreisen auch: die Mentalität, den Hals nicht vollzubekommen.
Allein der materielle Schaden, den z.B. Schwarzarbeiter anrichten, dürfte ein Mehrfaches der Summe sein, die Hartz-IV-Empfänger unberechtigterweise bekommen. Ersteres ist vielleicht einen Nebensatz wert, letzteres hingegen das Tagesgespräch. Es geht nicht darum, das eine mit dem anderen zu rechtfertigen, sondern aufzuzeigen, daß die Relationen nicht mehr stimmig sind.
Ob es nun Arbeiter/Angestellte sind, die bezahlt blaumachen, Beamte, die 'nach Vorschrift' schlafen, Handwerker, die schwarzarbeiten, Steuerzahler, die dem Finanzamt gegenüber 'nicht ganz ehrlich' sind oder eben auch Arbeitslose, welche die Hand aufhalten, die Mentalität ist überall die gleiche.
Wenn man, wie du es so schön sagst,
McKilroy, 'alle Probleme angehen' muss, dann ist das wohl eine Aufgabe für die nächsten Generationen. Ich glaube kaum, daß sich die Defizite in der Erziehung zur Gemeinsamkeit auf Kosten des persönlichen Karriereprinzips mal so nebenbei ausbügeln lassen.
Jedenfalls benötigt es Anreize, um die Leute dazu zu bringen, einer Arbeit nachgehen zu wollen. Wenn z.B. Alleinerziehende durch eine Arbeit derart 'belohnt' werden, daß sie am Ende des Monats weniger in der Tasche haben, als wenn sie es nicht tun würden, dann verstehe ich durchaus, daß sie es nicht tun. Oder wenn Leute plötzlich für einen Euro pro Stunde genau das machen sollen, was sie zuvor lange Jahre als regulären Job gemacht haben, bevor sie arbeitslos wurden, weil Ein-Euro-Jobber eben billiger sind.
Nein, in einem Gemeinwesen, das über solche enormen Vermögen verfügt wie das unsere sollte es eigentlich möglich sein, Arbeit auch anständig bezahlen zu können.
Gruß Konradin