Carmen schrieb:
Also bitte

Dann doch bitte auch ein paar mehr Kommentare zu den Punkten, wo Du evtl. nicht ganz....warst
Aber...
Trotz aller Eskalationen auch hier im thread
versuche auch ich mal (erneut) einen Versuch der Versachlichung zu starten
Dabei sehe ich allerdings unproduktive Emotionalisierungen und Kriminalisierungen
- wie "gewaltbereite" Bürger
- zu späte Proteste
- unsachliche oder keine Argumente dagegen
- bzw. keine rechtlichen oder demokratisch legitimierten Gründe bzgl. der Gegner des Projekts S21
als hier eher als in die Irre führend bzw. nicht lösungsorientiert an.
Das Grundproblem stellt sich zwar (verflixt) vielfältig dar,
grundsätzlich lassen sich aber zwei größere Schwerpunkte heraus kristallisieren:
1. - Zum Einen städtebauliche Veränderungen in Stuttgart selbst,
die sowohl ökologische, wirtschaftliche, soziale, infrastrukturelle wie auch geologische Fragen und Unwägbarkeiten enthalten
2. - zum Zweiten infrastrukturelle Veränderungen bzgl. der geplanten (an zuschließenden) Schnelltrasse in der West-Ost-Tangente Paris-Budapest mit dem bisherigen Nadelöhr Schwäbische Alp.
Hierbei werden Aspekte wie die Modernisierung sowie (vor allem) die Beschleunigung des Personenverkehrs (Nah-wie Fernverkehr) in Frequenz und Aufkommen genannt,
aber auch die Kapazitätsvergrößerung des Güteraufkommnes gerade auf dieser Strecke ist ein Schwerpunkt, der (schon seit Jahren) gelöst werden müsste.
Fakt ist
- das der jetzt eskalierende Dissens zwischen Befürwortern und Gegnern eine 15jährige "Tradition" hat.
Mehrere wechselnde (3) Landesregierungen in BW
sowie verschiedene Führungsriegen der DB
haben in dieser Zeit das Projekt teilweise stark befürwortet,
zeitweilig aber auch als zu teuer (un finanzierbar) bzw. nicht als umfassend genug zu angestrebten Lösungen, also nicht wirklich Kosten/Nutzen effektiv sowie zukunftsweisende Lösungen schaffend, länger auf Eis gelegt.
Die DB ist über einen längeren Zeitraum dabei völlig aus den Planungen ausgestiegen und erst mit Mehdorn (nach der Zusage von außerordentlichen "Finanzspritzen) wieder an den Planungstisch zurückgekommen.
Die jetzt präferierte und durchgesetzte Planung
trifft im ersten Punkt auf fast unversönliche Widerstände der Gegner
bzw. das Beharren auf dem "Status Quo" formal legitimierter Planungen
Im zweiten Punkt, der weitgehend in der öffentlichen Diskussion untergeht,
wird neben immens steigenden Kosten aber kaum benannt,
dass das Nadelöhr Schwäbische Alp mit den jetzigen Planungen allerhöchstens teilweise im Personenschnellverkehr verbessert wird.
(Geschwindigkeit wird zwar erheblich erhöht, die Frequenz aber kaum)
Im ökonomisch wie ökologisch höchst sinnvollem Güterfernverkehr ändert sich an diesem Nadelöhr aber fast gar nichts!
Und nur dadurch wären (für mich) auch EU und Bundesmittel wirklich gerechtfertigt!
Das auch hierfür die Landesregierung mit ca. 2,1 Milliarden in Vorleistung (ohne Garantien der Gesamtkosten bzw. der Leistungsfähigkeit) getreten ist,
ist zudem einer der maßgeblichen Gründe, weshalb die Deutsche Bahn AG überhaupt wieder in die zeitweilig (für die DB) ad acta gelegten Pläne eingestiegen ist.
Von daher bleiben selbst für Befürworter (der DB) sehr viele Punkte rein bahntechnisch betrachtet unbefriedigend bis völlig ungelöst.
Dies wird zwar seltenst offen kommuniziert,
da (erst einmal) als irrelevant im Gesamtkontext von Befürwortern apostrophiert,
ist aber für die Kosten/Nutzen Rechnung des Gesamtprojekt von zukünftig immenser Bedeutung.
Bevor dazu also nicht von offizieller Seite (der DB) auch mal Tacheles geredet wird,
- will heißen, dass dezidierte Pläne der bisherigen und zukünftigen Kapazitäten dieser Strecken offen gelegt werden und auch ältere Ablehnungsgründe der DB aus internen Papieren mal auf den "Tisch" kommen -
stellt sich der Sinn und Zweck der gesamten Maßnahme auch berechtigt in Frage.
Denn was nützt der schönste (kommunale) Bahnhof, eine Zeitersparnis von 28 Minuten im mittleren Personennahverkehr auf der Strecke S-Ulm, wenn nach wie vor der meiste Güterverkehr im Rheintal auch zukünftig quasi in einer Warteschlange steht.
Bahnprojekt Stuttgart-Ulm: 21 gute Gründe
Zitat: Die Neubaustrecke ist auf den schnellen Personenfernverkehr ausgerichtet und wird frei von schwerem Güterverkehr sein.
Darüber täuschen auch nicht Hochglanzprojekte und wunderschäöne Visualisierungen eines Neubaugebietes hinweg.
da zudem in diesen Stadtgebieten Stuttgarts wohl eher ein Hochpreissegment an Mieten/Preisen in diesem zukünftigen Quartier zu erwarten ist, werden die "Vorteile" des Gesamtprojekts eh nur einem begrenzten Personenkreis zum Vorteil gereichen.
Zitat: Damit sich auch junge Familien dort Wohnraum leisten können, plant die Stadt Förderprogramme anzubieten.
Sozialpläne gehörten, wenn überhaupt, jetzt konkret (und durchfinanziert!) in die Planungen! Äußerungen guter Absichten nutzen eher wenig, auch wohl kaum zur Vertrauensbildung
Auch den "regionalen" Nutzen sehen demnach die meisten Gegner des S21 nicht (als wesentlich an),
und diese Bedenken sollten eben (endlich mal) durch Offenlegung aller (internen) Fakten und Planungen (sowohl der DB als auch der kommunalen Städteplanung) entgegnet werden.
Ich hoffe in einer Schlichtung mit Geisler genau darauf,
allerdings bezweifele ich aus eigenen Erfahrungen heraus,
dass wirklich ALLES dazu JETZT offen gelegt werden wird.
Zu viele "Gewinne" aus öffentlichen (steuer-)Mitteln stehen nämlich für die (ersten) Profiteure dieses Projekts (als Bau"Unternehmer") auf dem Spiel.
muesli
PS.
Ich meine und meinte dagegen sehr wohl explizit Dich, Carmen, aber auch Mc Kilroy.
Mit haltlosen Vorwürfen und dem Vorwurf mangelnder Informationsbereitschaft mir gegenüber kannst Du hier höchstens "Stimmung" machen. Hm, ruhig weiter so
Eine kritische Reflexion (en detail) Deiner geposteten Links lässt Du aber leider vermissen.
Das ist für mich entlarvender.
PPS.
Mein Tipp @ all
Wer an sehr ausgewogenen Informationen zu Stuttgart 21 (zumindest etwas mehr) Interesse hat,
sollte die Dokumentationen und Berichterstattungen über Phoenix verfolgen.