Todesstrafe in den USA - Eure Meinungen Diskussion 

  • Ersteller Ersteller CharlyH
  • Erstellt am Erstellt am

Todesstrafe in den USA - Was meint Ihr?

  • Ja

    Stimmen: 0 0,0%
  • Nein, eine lebenslange Haftstrafe reicht völlig

    Stimmen: 0 0,0%
  • Nur bei erschwertem Mord (z.B. Raubmord, Vergewaltigung mit anschließendem Mord)

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
    0
  • Umfrage geschlossen .
C

CharlyH

Hallo ihr Lieben,:)
ich schreibe eine Facharbeit über das Thema Todesstrafe in Amerika. Der Hauptteil meiner Arbeit soll ein Meinungsvergleich zwischen deutschen/europäischen und amerikanischen Meinungen zur Todesstrafe sein.
Deswegen meine Frage an euch: Seid ihr dafür oder dagegen und wieso?
Ich würde mich über eure rückmeldung freuen :thx:

PS: Wieso ich das poste obwohl es das Thema schon gibt: Ich muss laut meinem Lehrer einen Eigenbeweis erbringen :rolleyes:
 
Hallo CharlyH

Ich bin ein entschiedener Gegner der Todesstrafe, weil der Staat schlicht und einfach nicht das Recht hat, über Leben und Tod zu bestimmen. Das ist für mich ein ethischer Grundsatz. Davon abgesehen wurden in den USA schon sehr viele Unschuldige durch den Staat getötet, das kann und darf nicht sein.

Gruss freefloating
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Schon gesehen?:
Nein zur Todesstrafe - 10 Gründe für ihre Abschaffung | Amnesty International Deutschland

Meine Meinung (zusätzlich zu den im Link erwähnten Punkten):
Es sollten nur Strafen verhängt werden, deren Inhalt man ermessen kann. Da abgesehen von religiös Verwirrten – für die der Tod nur die Schwelle ins „Jenseits“ darstellt* – der Tod noch nicht „erfahren“ wurde, darf man auch ihn auch nicht verordnen.

US-Amerika befindet sich m.E. auf – zumindest – ähnlicher kultureller Stufe wie das von der BRD aufgerüstete Saudi Arabien.

(Des Menschen würdige) Kultur und Todesstrafe: Meiner unbescheidenen Meinung nach unvereinbar!

________________
* Wohl einer der Gründe dafür, dass das betgeile US-Amerika so vehement staatlich sanktioniertes Morden im In- wie auch Ausland für einen Teil seiner zutiefst christlichen Kultur (?) hält.
 
Da kann ich mich nur anschließen!
Jeder muss ne Chance kriegen, an sich zu arbeiten und was zu ändern.
Es ist für mich erschreckend, wie eine Nation, die sich "Freiheit" auf's Banner schreibt, in 37 Staaten (wenn ich richtig informiert bin?) die Todesstrafe verhängt.


edit:
noch ein paar weitere Gedanken ...
Außer den ethischen Gründen dagegen gibt's natürlich auch Argumente dafür, z.B. ökonomische, oder auch die statistische Erkenntnis, dass Gewaltverbrecher häufig zu Wiederholungstätern werden.
Allerdings hat der ethische Gesichtspunkt ein Riesengewicht.
Keiner darf sich ein Urteil über Tod oder Leben anmaßen!

Britney Spears soll mal gesagt haben (sinngemäß): Ich bin für die Todesstrafe, da wissen sie beim nächsten Mal, was ihnen blüht!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
...mal eine andere Frage:

Was kostet eine lebenslange Haftstrafe, und was kostet die Vollstreckung eines Todesurteils?
Evtl. zuweilen steht vielleicht eine wirtschaftliche Entscheidung dahinter, bei manchen Ländern/Staaten?

...nicht falsch verstehen bitte. Ich denke, ein (menschliches oder sich seiner selbst bewußtes, lernfähiges und mitfühlendes ) Leben zu nehmen ist grundsätzlich falsch.

Was nicht heißt, dass ich nicht vermutlich in Selbstverteidigung auch töten würde, sprich, ich bin mir bewußt, dass es Situationen gibt, in denen auch ich gegen diese Regel verstoßen würde.

Mal abgesehen davon, laßt mich eine provikative Frage stellen:
je nachdem wie die Haftstrafe aussieht (die Bedingungen von "lebenslang", inwiefern der Sträfling unter Umständen auch von seiner "Menschlichkeit" verliert, so, wie zuweilen Haftbedingungen sind): ist Haftstrafe da tatsächlich immer gnädiger?
 
[...]Außer den ethischen Gründen dagegen gibt's natürlich auch Argumente dafür, z.B. ökonomische, oder auch die statistische Erkenntnis, dass Gewaltverbrecher häufig zu Wiederholungstätern werden. [...]
Ich gehe davon aus, dass Du dich nicht verschrieben hast (und vielleicht – was meine Ansicht gestärkt hätte – „ökumenische“ Argumente gemeint hast):
„Das Verfahren mit Anhörungen, Aufschüben und Gnadengesuchen ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch teuer – teurer als eine lebenslange Inhaftierung. In Zeiten der Krise überlegen deshalb einige Bundesstaaten, die Todesstrafe einzusparen.“
Wirtschaftskrise : US-Bundesstaaten wird die Todesstrafe zu teuer - Nachrichten Politik - DIE WELT

„Todesstrafe in den USA: Geldmangel führt zu weniger Hinrichtungen
Die Zahl der Hinrichtungen in den USA ist dieses Jahr um zwölf Prozent gesunken. Grund ist nicht nur eine veränderte Einstellung zu Todesurteilen, sondern auch die Wirtschaftskrise: Vielen Bundesstaaten sind die Tötungen inzwischen zu teuer.“

Todesstrafe in den USA: Geldmangel führt zu weniger Hinrichtungen - SPIEGEL ONLINE

Interessant in diesem Zusammenhang, dass der Bundespastor Indien wegen seines Festhaltens an der Todesstrafe kritisiert, aber ...

Was nicht heißt, dass ich nicht vermutlich in Selbstverteidigung auch töten würde[...]
Das ist auch keine Bestrafungsaktion in dem hier diskutierten Sinne.

[...]Keiner darf sich ein Urteil über Tod oder Leben anmaßen! [...]
Tja ... ("Anderer" hätte ich evtl. hinzugefügt)
 
was hätte denn ökumenisch in diesem Zusammenhang bedeuten sollen? :D

„Das Verfahren mit Anhörungen, Aufschüben und Gnadengesuchen ist nicht nur zeitaufwändig, sondern auch teuer – teurer als eine lebenslange Inhaftierung. [....] “

Hätte ich nicht gedacht.
Hab mal recherchiert, was bei uns die Haft pro Häftling pro Jahr kostet - etwa 26.000 € - da hätte ich mehr erwartet ...

Wenn die Kosten für die Vollstreckung eines Todesurteils so hoch sind, dann sind offensichtlich die zu nehmenden Hürden (erfreulicherweise) eben auch nicht unerheblich.

Allerdings gibt mir die grundsätzliche Bewertung von Urteilen nach ökonomischen Kriterien - wie sie bei SP-ON anklingen - schon sehr zu denken!
 
Das ist auch keine Bestrafungsaktion in dem hier diskutierten Sinne.

kommt zum Teil darauf an, in welchem Land Du mit ein und demselben Tatbestand vor Gericht bist? Die mögen das, was ich "Selbstverteidigung" nannte, auch anders nennen.
Zum Tod verurteilt werden kann ich trotzdem.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich habe für "Nur bei erschwertem Mord (z.B. Raubmord, Vergewaltigung mit anschließendem Mord)" abgestimmt. Ein Mörder hat einen anderen Menschen umgebracht. Welches Recht hat er dann noch, selbst zu leben? Seinen Opfern hat er dieses Recht ja auch genommen.
 
was hätte denn ökumenisch in diesem Zusammenhang bedeuten sollen?[...]
“... das gemeinsame Vorgehen der christlichen Kirchen u. Konfessionen in der Welt betreffend ...“ - © 2000 Dudenverlag

[...]Hab mal recherchiert, was bei uns die Haft pro Häftling pro Jahr kostet - etwa 26.000 € - da hätte ich mehr erwartet ...[...]
Schließlich arbeiten sich die „Längerdienenden“ (mindestens) einen Teil ihrer Kosten wieder herein. Der Mörder meines Bruders (der Mörder: Walter Dippl) arbeitete z.B. in der JVA Straubing für eine renommierte Schifabrik sowie für eine ebenso bekannte Matratzenfirma.

Wenn die Kosten für die Vollstreckung eines Todesurteils so hoch sind, dann sind offensichtlich die zu nehmenden Hürden (erfreulicherweise) eben auch nicht unerheblich.
So erfreulich dies – einerseits – ist, so ernüchternd sollte es doch für sehr Blauäugige Idealisten sein, (wieder einmal) zu erfahren, dass grundsätzlich der „wirtschaftliche Faktor Mensch“ den ethischen Faktor dominiert.

Allerdings gibt mir die grundsätzliche Bewertung von Urteilen nach ökonomischen Kriterien - wie sie bei SP-ON anklingen - schon sehr zu denken!
Eben!

[...]kommt zum Teil darauf an, in welchem Land u mit ein und demselben Tatbestand vor Gericht bist?[...]
Du hast Recht (leider)!
Es ist klar, dass Du zum Tode verurteilt werden würdest, wenn Du z. B. in Saudi Arabien einen Vergewaltiger zur Vermeidung der Vollendung seines Wunsches (was für ein Satz!) töten würdest. Schließlich gehört dieses Land zu den respektierten Mitgliedern der Freien Völkergemeinheit, in denen Du nicht Mensch, sondern Frau bist (ein Schaf ist u. U. mehr wert: Kann man auch fi...., und wert sich nicht; so wurde mir von einem Araber berichtet)!

[...]Ein Mörder hat einen anderen Menschen umgebracht. Welches Recht hat er dann noch, selbst zu leben? Seinen Opfern hat er dieses Recht ja auch genommen.
Tja ...
Den Dieb ebenfalls bestehlen;
den Gewalttäter verprügeln;
den Vergewaltiger vergewaltigen ...

Diese Logik erschließt sich mir nicht ganz.
 
.

(Des Menschen würdige) Kultur und Todesstrafe: Meiner unbescheidenen Meinung nach unvereinbar!
[/SIZE]


Das ist meines Erachtens der Knackpunkt ;). Wenn man so ehrlich ist, die "Kultur" als die Makulatur zu entlarven, die sie tatsächlich ist (denn im Zweifelsfall zählt immer das Recht des -militärisch- Stärkeren und die Geschichte wird von Siegern geschrieben ..) und sich somit letztlich zur Natur bekennt, habe ich mit der Todesstrafe eigentlich keine Probleme (mehr).

Im übrigen glaube ich, das die Tötungen preiswerter zu haben sind, als in den USA - hier lohnt vllt eine Blick nach China ;).

Wenn man jedoch eine menschenwürdige Kultur zugrunde legt, geht all dies imho überhaupt nicht - ebensowenig wie lebenslange Haftstrafen. Purer Unsinn!

Das einzige was event. sinnvoll sein könnte, wäre eine Konfrontation des Täteres mit den Konsequenzen seiner Tat und der Sühne -soweit irgend möglich- in der Kompensation der Tatfolgen. Darüber könnte es sich lohnen gesellschaflich nachzudenken und weniger über das legalisierte staattiche Morden, oder das Wegsperren. Das verhindert nichts und das verändert auch nichts.

Anekdote am Rande, anlalog zu dem Buch von S. Lem "Der futurologische Kongreß". Keiner meiner Bekannten würde Folter oder Verstümmelung zur Verhaltensänderung bejahen, aber die Möglichkeit einer psychischen Verstümmelung/Domestizierung wurde fast einhellig begrüßt. Der Grund: man kann weiter so tun, als wäre man human und es sieht außerdem besser aus.
Wenn eine solche Akzeptanz auch auf der Makroebene bestünde, gäbe es wenig Hinderungsgründe für eine staatl. gelenkte Chemokratie. Obwohl, wer weiß ob an solchen Projekten nicht schon mit Hochdruck gearbeitet wird :D.

Gruß
AnakinSky
 
[...]Buch von S. Lem "Der futurologische Kongreß".[...]
Eine Frage die mit dem Thema nichts zu tun hat:

Ist "Kongres futurologiczny" von Stanisław Lem in der deutschen Übersetzung auch so furchtbar verschachtelt im Satzbau?

Nebenbei: Unglaublich zeitgemäß dieses um 1970 geschriebene Werk!
 
ich frage mich gerade, was ich tun würde, hätte ich die Verantwortung über eine Gruppe von Menschen, und es ginge um jemanden, der wiederholt dieser Gruppe schaden zufügt (zB tötet oder vergewaltigt oder...)

Sollte ich nicht die Ressourcen haben, ihn sicher (wissend, dass es absolute Sicherheit nicht gibt) wegzusperren, weiß ich nicht, wie ich entscheiden würde.

Mein Dilemma ist also, völlig abgehoben von den USA kann ich mir durchaus Situationen vorstellen, in denen mir in Ermangelung adäquater Handlungs-Alternativen die Todesstrafe eine mir vorstellbare Alternative wäre, unabhängig davon, dass sie - auch in meinen Augen - falsch ist. (the needs of the many...)

Interessant finde ich, dass die USA trotz Statistiken, die klar darauf hinweisen, dass das Hauptargument (Abschreckung, und auch: dass die Angehörigen/das Opfer selbst evtl Frieden findet) nicht wirkt, am Verfahren festhalten.
Klar, "Abschreckung" hört sich evtl besser an als: "Ein anderes Verfahren können wir uns nicht leisten."...

Andererseits, die Behandlungsmethoden, die vielleicht "Abhilfe" schaffen könnten, wollen wir wiederum aus Angst vor Mißbrauch derselben (und Anwendung in anderen Bereichen) gar nicht haben....

Ob USA oder woanders, ich finde es ein schwieriges Thema, auch in dem Wissen, dass Leben nehmen falsch ist und wir nicht alt-testamentarisch gleiches mit gleichem vergelten wollen. Weil andere Faktoren auch eine Rolle spielen.

Es sind auch schon vermeintliche Kinderschänder zu Unrecht hingerichtet worden.
"Eindeutige" Beweislagen sind oft nicht zu erbringen.
Einserseits: wehe dem Menschengeschlechte, wenn auch nur eine Seele verloren gehe (oder so)
andererseits.... the needs of the many.
 
Vielleicht Zynismus, vielleicht Erfahrung,
aber ...
[...]the needs of the many.
... are nothing but a construct.

„Dem Volk“ wird vorgeschrieben, welche Bedürfnisse, welche Meinungen es zu haben hat. Wird „dem Volk“ suggeriert, dass es seiner (?) Gesellschaft hilft, bestimmte Teile der Gesellschaft auszugliedern (bzw. „auszumerzen“) wird es – ganz selbstverständlich – entsprechende Maßnahmen in kurzer Zeit für richtig halten.

Was m. E. auch bei pro/contra Todesstrafe nicht unwesentlich zur Meinungsbildung beiträgt: Der Marktanteil der fünf größten Verlagsgruppen bei den Kaufzeitungen beträgt 94,6 %
https://www.uni-due.de
(war nicht nahezu jeder sich für anständig haltende BRD-Bürger der Meinung, dass seine (ausgerechnet!) Freiheit am Hindukusch durch Brückenbauer zu verteidigen wäre? Ein paar Wochen gleichgeschalteter Medien reichten!

Die gewünschte Meinung der „Vielen“ wird konstruiert. Ist das Regime der Ansicht, dass es zu seinem Bestand töten (lassen) soll, wird „das Volk“ diese Ansicht bald als seine Ansicht vertreten.
 
Vielleicht Zynismus, vielleicht Erfahrung,
aber ...
... are nothing but a construct.

bestimmt ist das richtig. AUCH richtig, als ich das schrieb, hatte ich zb sog "Triebtäter" vor Augen, die wir zT nicht adäquat behandeln können.
Ich hatte also als "needs of the many" die Sicherheit von weiteren Opfern im Hinterkopf. Die ich unter Umständen, zumindest was diesen Täter beträfe, nur durch seinen Tod gewährleisten könnte.
Habe das allerdings nicht geschrieben (sorry, mein Fehler, ich bin heut nicht die Konzentrierteste)
 
"Triebtäter" vor Augen, die wir zT nicht adäquat behandeln können.
Ich hatte also als "needs of the many" die Sicherheit von weiteren Opfern im Hinterkopf. Die ich unter Umständen, zumindest was diesen Täter beträfe, nur durch seinen Tod gewährleisten könnte.

Das ist sicherlich richtig sorei. Zur unmittelbaren Gefahrenabwehr für Leib und Leben, bin ich duchaus für geeignete Gegenmaßnahmen, die sogar den Tod des Täters zur Folge haben könnten.
Aber bei der mittelbaren Notwehr, oder bei plumper Rache, wird es nicht besser wenn solche Maßnahmen "in Nachhinein" ergriffen würden. Dabei sind mir religiöse Konventionen weitestgehend schnuppe - was mich davon abhielte, wäre allein der Umstand, das ich mich selbst duch meine Tat, zum Opfer meiner Tat machen würde. Mein Leben wäre nie mehr wie vorher, innerstes Wesen, Charakter (die Seele) nenn es wie Du willst, würde nachhaltig beschädigt. Meine Tat würde nur deshalb nicht begangen, weil ich mich selbst nicht verletzen will und diese niedere Erkenntnis allein, ist schon Verletzung genug.

Wenn eine Gemeinschaft mit solchen Menschen zusammenleben soll/kann, dann geht das imho nur mit erhöhter gegenseitiger Achtsamkeit und Fürsorge; soziales Zusammenleben in der positivsten Auslegung dieses Begriffes.
Wenn wir das hinkriegen könnten, dann brauchen wir auch keine Regierungen mehr (jedenfalls nicht im konventionellen Sinne) und Grenzen verlieren zunehmend an Bedeutung.

Gruß
AnakinSky
 
@Anakin:

ich bin da völlig bei Dir. Was auch immer ich tue oder nicht tue (selbst wenn es "richtig" scheint) prägt mich, meine Seele, und ich muß Tag für Tag damit leben.

Was Du beschreibst, sehe ich als eine Art positive Utopie.
Soweit sind wir noch nicht. Letztlich, da wo wir sind, "verdienen" wir das Umgehen mit dem Thema und auch das Erleben noch.

Wir sind über die Todesstrafe noch lang nicht hinaus gewachsen, fürchte ich.

Insofern: auch die USA sind noch lang nicht soweit, darauf verzichten zu können, es wird als Machtinstrument eingesetzt, um, meines Eindruckes nach, "Sozialstrukturen" (Modelle) am Leben zu erhalten, die offiziell angeblich schon lang nicht mehr da sind.

Mein Kopf fühlt sich zunehmend fiebrig an, ohne es de facto zu sein, ich sollte mich jetzt zurückziehen und schweigen, denn auch ohne Fieber ringe ich um die Konzentration.
 
bin ich dafür, zumal die Todesstrafe nicht gleich nach Richterspruch vollzogen wird wie im Mittelalter.

Interessant - und wenn es sich um Deinen Vater oder Deinen Bruder handelt, oder sogar Dich selbst betrifft? Bist Du dann immer noch so sicher dafür? Immerhin hast Du ja Zeit noch Abschied zu nehmen, weil der Richterspruch - wie Du selbst sagst - ja nicht sofort vollzogen wird.
Ja, daran merkt man deutlich, das wir in der Zivilisation angekommen sind; ein deutlicher Unterschied zum Mittelalter (pfui diese Barbaren).

Gruß
AnakinSky
 
Zitat von joungster:
Nebensächlich: Am 15 März 1952 wurde mein jüngerer Bruder von dem bayerischen Metzgerlehrling Walter Dippl geschlachtet (und portioniert).

Quelle: http://www.freesoft-board.to/f29/thema-todesstrafe-pro-and-contra-378244.html

Mir ist aufgefallen, es wurde schon mal heftig diskutiert darüber.

Der Mörder meines Bruders (der Mörder: Walter Dippl) arbeitete z.B. in der JVA Straubing für eine renommierte Schifabrik sowie für eine ebenso bekannte Matratzenfirma.

Walter Dippl taucht hier von unterschiedlichen Usern mehrmals auf.
joungster = StaryWojownik?

Quelle, "Der Spiegel" Zitat:
Noch ein Jahr jünger war der homosexuelle Bäckerlehrling Walter Dippl aus dem bayrischen XXXXX, als er im März 1952 den Schüler Ingo XXXXXX, 7, tötete und die Leiche verstümmelte. Nach einem zweiten Sexualmord an einem Schüler wurde Dippl ein Jahr später gefaßt.

Dippl hatte ein zweites Mal töten können, weil die Kriminalpolizei, obwohl auf Dippls abartige Veranlagung hingewiesen, aufgrund einer Reihe von Fehlschlüssen monatelang nach einem erwachsenen Täter fahndete.

Zitat joungster:
Nachdem er etwa zwei Jahre lang als "Freigänger" das Leben außerhalb der Gefängnismauern kennen lernen durfte, wurde er – so die Angabe eines meiner Schüler (Beamter der Staatsanwaltschaft) – um 1995 als alter Mann aus der JVA entlassen.
Als Jugendlicher für die beiden Taten, dafür rund 40 Jahre Knast, dass ist schon eine sehr harte Strafe aber angemessen.

@StaryWojownik,

tut mir echt Leid was deinen Bruder angetan wurde.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
auch dann AnakinSky, würde ich meine Meinung nicht ändern.

Die Opfer wofür der/die "Mörder" bestraft werden, sollten nicht die Grundlage dafür sein, dass dieser Mensch ein besseres Leben verdient und gegebenenfalls zweite Chance bekommen soll. Wofür auch? Haben die Opfer keine Familie, oder recht auf ein Leben?

Wenn wir in einer Zivilisierten Welt Leben, hat sich auch der Täter dran zu halten und mein Vergleich mit dem Mittelalter hat damit zu tun, dass Urteile ohne 100% schuldnachweiss vollzogen wurden gegenüber heute.

Heute sitzen sie mitunter 20 Jahre wozu sie die Möglichkeiten haben ihre Unschuld zu beweisen bevor sie hingerichtet werden.
 
ich bin gegen die Verhängung der Todesstrafe (als Mittel der Justiz).

Warum?
- ein solches Urteil ist irreversibel. Die Chance eines Fehlurteils besteht immer.
- in manchen Staaten (und in unserer eigenen Vergangenheit) wurden auf Grund von politischen / ethnischen Gründen Todesstrafen verhängt (wenn auch nicht immer öffentlich und explizit). So etwas lehne ich strikt ab! Eine Grundlage für solch eine Entscheidung darf es nach meiner Auffassung nie wieder geben.
- die abschreckende Wirkung (die man oftmals als Grund für die Todesstrafe findet) ist bei einer lebenslangen Haft IMHO genauso gegeben
- die Kostenfrage ist absurd, wenn wir dagegenhalten, wieviel denn ein Menschenleben wert ist
- religiöse Gründe lasse ich (zu Mindestens für mich) nicht gelten, ethische und moralische schon.
- Rachegelüste von Betroffenen (Verwandten) sehe ich nicht als Grund (kann es aber aus eigener Erfahrung auch nicht nachvollziehen). Ich könnte mir vorstellen, dass Verwandte und Freunde / Betroffene lieber die Gründe für eine solche Tat verstehen möchten... Etwas was die Sinnlosigkeit dieser Taten, die heutzutage mit Todesstrafen geahndet werden erklärt.
- Die Problematik der Sicherung und dauerhaften Verwahrung mit Option auf eventueller Wiedereingliederung der Straftäter bedarf eher der Untersuchung und Diskussion. Das ist meiner Auffassung nach einer der Gründe, die Befürworter der Todesstrafe zu Recht als Argument aufführen.

Sowohl bei der Entscheidung zur Verhängung einer Todesstrafe, wie auch bei der Entscheidung über die Resozialisierungsfähigkeit von Straftätern, zu deren Straftaten in anderen Ländern die Todesstrafe verhängt worden wäre, entscheiden Menschen ... Jeder Irrtum in einer solchen Entscheidung zieht unglaublich viel Leid und Schaden nach sich.

Jeder muss für sich selbst seine eigene Meinung zu diesem Thema finden ... gefährlich wird eine solche Meinungsfindung nur dann, wenn sie von Außenstehenden für uns vorgenommen wird, ohne dass wir darauf Einfluss nehmen können.
 
Hallo zusammen,
Gewalt ist nie die Lösung. Mord ist die höchste Form der Gewalt. Und das Vollstrecken der Todesstrafe ist die vorsätzliche Tötung eines Menschen, also Mord. Und da ist es ganz egal, ob dies von staatlichen Stellen ausgeübt wird. Nicht ohne Grund wurde bei uns die Todesstrafe abgeschaft.
Und das ist gut so.
Gruß timi
 
[...]
Wenn wir in einer Zivilisierten Welt Leben, hat sich auch der Täter dran zu halten [...]

Zunächstmal schließen sich für mein Verständnis ein hoher Grad an "Zivilisation" und die Todesstrafe gegenseitig aus.

Todesstrafe assoziiere ich eher mit Barbarei, antiquierter Auge-um-Auge-Philosophie und vielleicht auch Hilflosigkeit.

Im Grunde genommen muss man immer den Einzelfall genau anschauen. Wenn ein Serienmörder / -vergewaltiger im Alter zwischen 50 und 60 im Fokus steht gibt es sicherlich weniger Hoffnung auf Verhaltensänderung als wenn es um einen Täter geht, der Mitte Zwanzig ist.
 
Wenn ein Serienmörder / -vergewaltiger im Alter zwischen 50 und 60 im Fokus steht gibt es sicherlich weniger Hoffnung auf Verhaltensänderung als wenn es um einen Täter geht, der Mitte Zwanzig ist.

Bitte korrigierre mich, wenn ich Dich falsch verstanden haben sollte (und das hoffe ich inständig). Du meinst also, das die Verhängung der Todesstafe, in Zusammenhang mit der abnehmenden Wahrscheinlichkeit der Verhätensänderung mit zunehmendem Lebensalter stehen sollte/könnte?

Dazu sollte man auch bedenken, das ein 20jähriger wesentlich kräftiger und ausdauernder ist als ein 60jähriger. Der verhaltensresitente Odie, ist einfach nicht mehr so schnell bei der Verfolgung seiner Opfer - wohigegen der Jungspund auf dem Höhepunkt seiner Kräfte ist..

Hmm - schwierige Abwägung ;).

Gruß
AnakinSky
 
Zurück
Oben Unten