Todesstrafe in den USA - Eure Meinungen Diskussion 

  • Ersteller Ersteller CharlyH
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Todesstrafe in den USA - Was meint Ihr?

  • Ja

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  • Nein, eine lebenslange Haftstrafe reicht völlig

    Stimmen: 0 0,0%
  • Nur bei erschwertem Mord (z.B. Raubmord, Vergewaltigung mit anschließendem Mord)

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
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@Anakin

ich hatte nicht den Eindruck, dass lps Bemerkung mit der Verhängung der Todesstrafe im Zusammenhang stand? Lediglich im Zusammenhang mit der von ihm erwähnten Verhaltensänderungs-Möglichkeit (eben wenn keine Todesstrafe im Raum steht)
 
Wahrscheinlich ist das so; bin nur ein klitzekleines bißchen überempfindlich bei dem Thema ;).

Gruß
AnakinSky
 
@ AnakinSky
Danke für die wohlwollende Annahme, ich hätte mich missverständlich ausgedrückt :)
Das hab ich möglicherweise.

Sehe aber gerade, dass es sorei schon richtig interpretiert hat - thx sorei
(es ist schon vorteilhaft, wenn man sich auch virtuell schon ein Weilchen kennt ;) )

Mir geht es darum, dass - wie schon weiter oben ausgeführt - jeder sich positiv verändern kann und darum auch das Recht auf eine Chance hat.
Darauf folgt häufig der Hinweis auf die Aussichtslosigkeit dieser Erwartung.
Mit dem von mir angeführten Beispiel zweier Extreme wollte ich den Zweiflern tendenziell Verständnis zeigen (unabhängig vom Grad der Bestrafung).
 
Mir geht es darum, dass - wie schon weiter oben ausgeführt - jeder sich positiv verändern kann und darum auch das Recht auf eine Chance hat.

ja, sehe ich ähnlich, nur:
solang ich einen Anreiz spüren/erfahren kann, der sich lohnt (bei nicht mehr völlig jungen Menschen muß der Anreiz natürlich den gewonnen Lebenserfahrungen, und auch, welche Strategie/Vorgehensweise was "bringt" und welche eher nicht) sich zu verändern....

für ein abstraktes "besseres" tun wirs meist nicht (ändern)
Sprich:
Ich möchte mich gern verbessern/verändern, wenn dabei für mich was rumkommt. (und sei es: weniger Leidensdruck)


wobei du das evtl (auch?) meintest, als du von der Aussichtslosigkeit sprachst?

Nicht nur Rehabilitation, nicht nur Therapie basiert auf dieser Annahme (dass man sich verändern kann), jegliches Konzept von lernen ja letztlich.

Was ich bezweifle, sind die Fähigkeiten/Möglichkeiten (vor allem, wenn es den Machthabern nicht zusagt) entsprechende Anreize (um-)zu setzen, im besten Fall schon "präventiv", in einigen Fällen.
 
[....]

für ein abstraktes "besseres" tun wirs meist nicht (ändern)
Sprich:
Ich möchte mich gern verbessern/verändern, wenn dabei für mich was rumkommt. (und sei es: weniger Leidensdruck)


[...]


Ein weniger fremdbestimmtes Leben - ist das nicht Anreiz genug?
Jeder überführte und verurteilte Gewalttäter kommt auf jeden Fall unter Verschluss und ist in seinen Entfaltungsmöglichkeiten erheblich eingeschränkt.
Sollte da nicht ein Fünkchen Motivation entstehen, diesen Zustand zu verändern?

(vielleicht denke ich zu "normal" !?)
 
Wenn ein Serienmörder / -vergewaltiger im Alter zwischen 50 und 60 im Fokus steht gibt es sicherlich weniger Hoffnung auf Verhaltensänderung als wenn es um einen Täter geht, der Mitte Zwanzig ist.

Ja, Hoffnung gibt es immer.
Aber sagt man nicht auch, dass ein Tiger der einmal Menschenfleisch gefressen hat es immer wieder macht?
Ist bei einem Mörder nicht auch eine Hemmschwelle gefallen?

Trotzdem bin ich gegen die Todesstrafe auch wenn ich sie mir vor Wut wünsche wenn wieder mal ein Kind vergewaltigt und ermordet gefunden wurde.

Aber wenn wir die Todesstrafe befürworten, sind wir nicht besser als die Mörder.
 
Ein weniger fremdbestimmtes Leben - ist das nicht Anreiz genug?
....

(vielleicht denke ich zu "normal" !?)

ich weiß es nicht, lp, wir denken natürlich in unseren Erfahrungs-Maßstäben.
Was für uns "normal" ist, ist es für viele nicht.

Was wir als "fremdbestimmt" definieren, ist es vllt. für den Betreffenden aus seiner Erfahrungswelt und seinen Normen heraus nicht.
 
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Schwierig - Menschen tun das was sie tun (meiner bescheidenen Erfahrung nach) aus Notwendigkeit; d. h. es besteht ein Leidensdruck, eine gefühlte Not (oder Defizitempfinden, Kompensationsbestrebung, etc.) aus dem heraus man sich wendet, bzw. eine andere Richtung einschlägt.
Die abstaktere Form der Veränderung aus Einsicht, ohne einen inneren Druck, habe ich weder bei mir, noch bei anderen jemals erlebt (zumindest nicht im Rahmen des "egoischen Denkens"). Wenn man es hinkriegt, sich vom Ego und seinen Denkmustern zu lösen (u.a. erkennbar an der ständigen Kategorisierung der Welt in gut schlecht, schön häßlich, nützlich schädlich, ..) eröffnen sich neue Denk- und Erfahrungsqualitäten. Aber wie sorei schon ganz richtig an anderer Stelle schrieb: "So weit sind wir noch nicht".

Gruß
AnakinSky
 
Ich sehe das im Prinzip wie hier schon andere beschrieben haben.
Kein Staat hat in meinen Augen das Recht, einen Menschen zum Tod zu verurteilen.
Ich kann den Impuls verstehen, wenn von einer Kindesmisshandlung oder Mord gesprochen wird, dem Täter das Schlimmste zu wünschen, zu behaupten er hätte den Tod verdient.
Aber was zieht das nach sich? Was, wenn Unschuldige verurteilt werden? Eine Todesstrafe kann nicht mal eben wieder Rückgängig gemacht werden.
 
Eine Todesstrafe kann nicht mal eben wieder Rückgängig gemacht werden.
Dreißig Jahre unschuldig in Haft, aber auch nicht.
Und wenn man erstmal ein sitzt, dann sitzt man. Es sei denn, der wahre Täter schlägt noch mal zu und es gibt irgendwelche neuen Beweise, die dann (wenn man Glück hat) mit dem alten Fall in Verbindung gebracht werden. Sollte das nicht passieren, dann interessiert sich auch kein Mensch mehr für den Inhaftierten.
Und zur Todesstrafe, habe ich in vielen Fällen, eine andere Meinung als die hier vorherrschende. Ich würde sie nicht gänzlich ausschließen oder ablehnen, da es in meinen Augen Straftaten gibt (und das muss nicht mal ein selbst ausgeführter Mord sein), die den Tod rechtfertigen.
Aber das ist nur meine Meinung, die natürlich niemand teilen muss.

Allerdings habe ich eine Frage an euch. Waren die Todesurteile von Nürnberg ein Unrecht? Wäre es "besser" gewesen, einen Menschen wie z.B. Adolf Hitler (wenn man ihn denn lebend gefangen hätte) bis an sein Lebensende einzusperren?
 
Allerdings habe ich eine Frage an euch. Waren die Todesurteile von Nürnberg ein Unrecht? Wäre es "besser" gewesen, einen Menschen wie z.B. Adolf Hitler (wenn man ihn denn lebend gefangen hätte) bis an sein Lebensende einzusperren?

Wer hätte etwas davon gehabt? Wenn man sich die Frage stellt, wie man mit ihm und anderen Tatbeteiligten hätte verfahren müssen, so daß diejenigen, denen so unsägliches Leid angetan wurde, davon profitiert hätten, wäre eine Möglichkeit (welche mir spontan durch den Kopf geht - sicherlich gäbe es noch andere Ideen) gewesen, ihn, ebenso wie alle anderen Täter, zum Wiederaufbau eines neuen Israel zu verpflichten.

Er hätte so die Möglichkeit gehabt, die Konsequenzen seines Verhaltens zu erfahren und zumindest symbolisch an der Wiedergutmachung seiner Taten aktiv zu mitzuarbeiten.
Ich bin mir der Unmöglichkeit einer solchen Vorgehensweise durchaus bewußt, aber aus dem Blickwinkel eines ideellen Spinners, sei es mir hoffentlich nachgesehen.

Gruß
AnakinSky
 
hat der mensch , der ja selber ein tier - säugetier - darstellt , das recht gott zu spielen und über leben und tod zu entscheiden ?
nein , hat er nicht ... deswegen keine todesstrafe
 
Das ist meines Erachtens der Knackpunkt ;). Wenn man so ehrlich ist, die "Kultur" als die Makulatur zu entlarven, die sie tatsächlich ist (denn im Zweifelsfall zählt immer das Recht des -militärisch- Stärkeren und die Geschichte wird von Siegern geschrieben ..) und sich somit letztlich zur Natur bekennt, habe ich mit der Todesstrafe eigentlich keine Probleme (mehr).

Im übrigen glaube ich, das die Tötungen preiswerter zu haben sind, als in den USA - hier lohnt vllt eine Blick nach China ;).
Das Problem an der Todesstrafe ist die Unterscheidung, wann diese eine "Bestrafung" darstellt und wann sie zur reinen Genugtuung wird. Die juristische Entwicklung im Umgang mit Straftätern aller Art hat eine lange Geschichte, deren Wendepunkt zu einer "genesenden" Verurteilung gar nicht mal alt ist. Eigentlich erst knapp 50-60 Jahre. Bis zum "dritten Reich" und noch in die Nachkriegszeit hinein stand die "Bestrafung" des Straftäters im Vordergrund. Erst Mitte der 50er Jahre begann eine Neuorientierung des Strafmasses, dass sich einer Belehrung mit gesellschaftlich reintegrierenden Elementen widmete. Die Resozialisierung war in meinen Augen ein teuer bezahlter Fortschritt in der Geschichte der Juristerei, wozu in hohem Maße auch die Todesstrafe gehört.

Wenn man jedoch eine menschenwürdige Kultur zugrunde legt, geht all dies imho überhaupt nicht - ebensowenig wie lebenslange Haftstrafen. Purer Unsinn!
Lebenslange Haftstrafen sind in Deutschland auch nicht lebenslang. Zudem sollte man eine Haft von 20 Jahren nicht unterschätzen.

Das einzige was event. sinnvoll sein könnte, wäre eine Konfrontation des Täteres mit den Konsequenzen seiner Tat und der Sühne -soweit irgend möglich- in der Kompensation der Tatfolgen. Darüber könnte es sich lohnen gesellschaflich nachzudenken und weniger über das legalisierte staattiche Morden, oder das Wegsperren. Das verhindert nichts und das verändert auch nichts.
Fakt ist, dass eine Todesstrafe keine Straftaten verhindert. Also ist die Frage, ob man Straftäter einfach umbringt oder versucht, sie durch diverse Maßnahmen zu resozialisieren. Die Beweggründe für Mord sind so vielfach und spezifisch, dass darunter ein sehr geringer Prozentsatz von Soziopaten o. ä. zu finden sind.
 
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Allerdings habe ich eine Frage an euch. Waren die Todesurteile von Nürnberg ein Unrecht? Wäre es "besser" gewesen, einen Menschen wie z.B. Adolf Hitler (wenn man ihn denn lebend gefangen hätte) bis an sein Lebensende einzusperren?
Meines Erachtens lässt sich dies nicht mit 'zivilen' Todesurteilen vergleichen.

Im zivilen Bereich halte ich die Todesstrafe für ein no-go. Oft bewirkt sie genau das Gegenteil von dem, was sie angeblich bewirken soll, denn die radikalisiert die Situation nur, ohne deren Ursachen zu ändern. Die abschreckende Wirkung ist ohehin fraglich, denn selbst wenn dem so wäre, Täter gehen meist davon aus, nicht erwischt zu werden und das schreckt sie keinesfalls ab.

Die Irrtumsquote ist enorm und ihre erzieherische Wirkung auf den Betroffenen zwangsläufig Null. Wo sie wirklich etwas leisten kann, das ist, den Leuten (=Wählern) ein (populistisches) Machtgefühl zu geben, man könne sich erfolgreich 'wehren' und damit verhilft es dem Pöbel zur Macht.

Interessant auch, daß die Todesstrafe meist nicht unmittelbar vollstreckt wird, sondern daß man dem Delinquenten in der Todeszelle noch einige Jahre Zeit gibt, sich zu ändern, nur um dies dann nicht anzuerkennen. Für mich läuft so etwas unter 'angewandter Sadismus' zum Zweck, die eigene Machtausübung noch zu untermauern. Man stellt sich damit quasi auf die gleich Stufe oder sogar darunter.

In Friedenszeiten in einem einzelnen Staat lehne ich sie zu 100% ab.

Anders sehe ich es in Kriegszeiten und unmittelbar danach. Da geht es mitunter um Millionen Menschenleben, die Situation ist eine völlig andere.

Aber auch da stehe ich der Todesstrafe reserviert gegenüber. Denn einerseits bewirk sie meist recht wenig (im positiven Sinne) und andererseits macht sie aus dem Delinquenten auch mal schnell einen Märtyrer. Ok, wenn jemand brandgefährlich ist und man glaubt, sich nicht anders vor ihm schützen zu können, dann mag sie angebracht sein (die Gefahr, daß ein Hitler noch genug Rüchhalt hat, um befreit zu werden, ist ja nicht von der Hand zu weisen). Aber man sollte bedenken, daß gerade solche Leute wie Hitler als Märtyrer noch weitaus gefährlicher weden können.

Nein, es hilft nicht weiter, in solchen Fällen pauschal zu urteilen, das muß man schon wesentlich dezidierter tun.

Nur mal so am Rande - und jetzt lese ich den Rest von diesem Thread.

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Was kostet eine lebenslange Haftstrafe, und was kostet die Vollstreckung eines Todesurteils?
Evtl. zuweilen steht vielleicht eine wirtschaftliche Entscheidung dahinter, bei manchen Ländern/Staaten?
Die Todesstrafe ist meist teurer als eine lebenslange Haftstrafe.

Wenn die Kosten für die Vollstreckung eines Todesurteils so hoch sind, dann sind offensichtlich die zu nehmenden Hürden (erfreulicherweise) eben auch nicht unerheblich.!
Das liegt wohl weniger an den Hürden als an der Tatsache, daß sich auch daran gut verdienen lässt.

Ich habe für "Nur bei erschwertem Mord (z.B. Raubmord, Vergewaltigung mit anschließendem Mord)" abgestimmt. Ein Mörder hat einen anderen Menschen umgebracht. Welches Recht hat er dann noch, selbst zu leben? Seinen Opfern hat er dieses Recht ja auch genommen.
Dann hat der Statt einen Menschen umgebracht und selbst das getan, was er anderen vorwirft. Welches Recht hat er dann noch, weiter (als Rechtsstaat) zu existieren? Er macht sich dadurch selber zum Täter (und braucht sich nicht wundern, wenn er zum Opfer anderer wird).

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'the needs of the many' ist meines Erachtens ebenso ein wohlklingendes Rechtfertigungskonstrukt wie das 'gesunde Volksempfinden' der Nazis, nichts anderes. Ich finde, beide Begriffe nehmen sich nichts.

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Aber nicht auf Kosten andere Menschenleben.

Von daher bin ich dafür, zumal die Todesstrafe nicht gleich nach Richterspruch vollzogen wird wie im Mittelalter.
Scheinheiliger geht's nimmer und eigentlich noch barbarischer als im Mittelalter. Im Mittelalter war man vielleicht auch so, weil man es anscheinend nicht besser wusste. Du aber kolportierst barbarische mittelalterliche Methoden in die Gegenwart und verbrämst sie mit Pseudohumanität.

Man könnte ja auch zwei Stufen der Todesstrafe schaffen. Einmal direkt ohne Umschweif als Höchststrafe für die ganz schweren Fälle und die Unbelehrbaren. Und einmal die 'humane' Form mit Aufschub und Verabschieden als Gipfel der Humanität. Fehlt eigentlich nur noch eine Schnuppervariante auf Probe für die leichteren Fälle. :depp:
 
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Dann hat der Statt einen Menschen umgebracht und selbst das getan, was er anderen vorwirft.

Mit dem Unterschied das er meist einen schuldigen Mörder oder Kinderschänder tötet, dieser Mörder sich aber an einer völlig unschuldigen Person vergangen hat.

Bei Totschlag, Mord im Affekt sehe ich eine lebenslange Freiheisstrafe noch ein, aber bei einen heimtückischen und geplanten Mord, sowie Kindesmißbrauch hilft nur eins, Rübe ab :noway:. Solche Bestien haben das Leben einfach nicht verdient.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Mit dem Unterschied das er einen schuldigen Mörder oder Kinderschänder tötet, dieser Mörder sich aber meist an einer völlig unschuldigen Person vergangen hat.

Bei Totschlag, Mord im Affekt sehe ich eine lebenslange Freiheisstrafe noch ein, aber bei einen heimtückischen und geplanten Mord, sowie Kindesmißbrauch hilft nur eins, Rübe ab :noway:. Solche Bestien haben das Leben einfach nicht verdient.
Ich wiederhole: Mit dem Unterschied das er einen schuldigen Mörder oder Kinderschänder tötet, dieser Mörder sich aber meist an einer völlig unschuldigen Person vergangen hat. Merkst du was?

Ebenso sollte man sich den Unterschied von einem schuldigen Mörder und einem schuldig gesprochenen Mörder auf der Zunge zergehen lassen.

Was den zweiten Punkt angeht, machen wir uns nichts vor. Es ist heutzutage kinderleichtleicht, einen unbequemen Zeitgenossen als Kinderschänder zu brandmarken und ohne auch nur einen einzigen Beweis gesehen zu haben 'Rübe ab' zu schreien.

Ganz offen, Matthew, das Leben eines vermeintlichen Mörders oder Kinderschänder bedeutet mir etwas und selbst wenn sie es getan haben, dann bin ich nicht bereit, ohne genaue Kenntnisse der Tat und deren Hintergründe zu urteilen. Das leben eines Rübe-ab-Schreiers bedeutet mir NICHTS, denn er ist es doch, der offen zeigt, daß ihn das Lebensrecht anderer PAUSCHAL einen Scheißdreck kümmert und der elementare Lebensrechte mit Füssen tritt. Warum also Rücksichtnahme gegenüber diesen Menschen? Ich finde, die Welt wäre ohne sie besser dran.

Zitat: 'Bestien haben das Leben einfach nicht verdient.' Aber Rübe-ab-Schreier? Meines Erachtens mindestens ebensowenig.

So, und jetzt schluck erst einmal diese Kröte.
 
....die ganze Diskussion (und ich habe dazu beigetragen) ist, wie so oft, sehr täter-orientiert. Selbst wenn dieser sein Leben verliert, bringt das dem (überlebenden) Opfer NICHTS.

Eigentlich ist eine mindestens so dringende Frage, wie kann man - oder können wir - dem Opfer helfen.
Dringend, aber unbeliebt.

Wenn dem Opfer nicht wirklich geholfen wird, haben wir dazu beigetragen - zb bei Kindesmißbrauch - das potentielle Risiko zu steigern, einen neuen "Täter" vor uns zu haben, und dann brüllen wir wieder "Rübe ab".

Es sind die Opfer, die nach Überfällen, Diebstählen, Körperverletzungen, Vergewaltigungen und anderem völlig im Regen stehen, immer und immer wieder.
Es dürfte eigentlich keine Täter-Diskussion geben, ohne auch immer wieder dem eine Bühne zu geben.

Sorry, das nur mal nebenbei, weil es gesagt werden wollte...

zurück zum Täter (mit Opferbezug): die werden, wenn es sich nicht um gravierende "Hirnschäden" handelt, auch nicht so geboren.
Der Tod ist immer eine nicht-adäquate Behandlung des Problems.
Leider haben wir keine adäquate Behandlung für manches.

Apropos Kinder: die meisten Pädophilen werden niemals tatsächlich aktiv.
Und bei vielen sexuellen Verbrechen gegen Kinder geht es nicht um Sex, sondern um Macht.

Trotzdem wär mir lieber, wir würden auch nur die HÄLFTE dieser Energie (in der "Täter"-Diskussion) mit den Opfern verbringen.
 
Das deutsche Recht ist nun einmal ein Täterrecht, denn promär geht es darum, eine durch einen oder mehreren Tätern begangene Tat zu ahnden. Man könnte auch sagen, es ist ein betrafungs- und kein Wiedergutmachungsrecht.

Ohne Frage ist es wichtig, etwas für die Opfer zu tun. Nur ist dies eben nichts, was in den Bereich des Strafrechts fällt.

Sicher ist es für die Opfer und deren Angehörigend befriedigend, wenn eine begangene Tat auch angemessen gesühnt wird, aber mitunter ist es eine Gratwanderung, darüber zu befinden, was tatsächlich im Einzelfall angemessen heisst.

Mindestens ebensowichtig finde ich Prävention. Denn ich bin froh über jedes Opfer, das erst keines wird. Im Gewaltbereich heisst dies z.B. Massnahmen gegen die zunehmende Brutalisierung unternehmen, die Bereitschaft zur Zivilcourage fördern und nicht die Gewaltspirale immer weiter nach oben zu treiben.

Die meisten Kinderschänder sind übrigens keine Pädophilen und die meisten sexuellen Übergriffe finden innerhalb der eigenen Familie statt. Vieles davon ist biographisch erklärbar, denn vielen Tätern wurde selbstt irgendwann Gewalt angetan.

Das ist für mich z.T. erklärbar, nachvollziehbar, verständlich, aber eben nicht entschuldbar. Weitaus schlimmer finde ich es allerdings, wenn soche Taten nicht aus der eigenen psychischen Notlage heraus geschehen, sondern aus purer Geschäftemacherei.

Aber gerade diesen Leuten lässt sich sehr schwer das Handwerk legen.
 
@Konradin,

ich habe bewusst "meist" geschrieben. Denn wir wissen alle, es ist leider nicht immer so, dass ein zum Tode verurteilter Mörder, wirklich auch der Mörder ist.
Das Todesurteil sollte auch nur angewendet werden, wenn der Beschuldigte bei seinen Handlungen auf frischer Tat erwischt worden ist.
 
Selbst der Augenschein bei 'in flagrante delicto' kann täuschen.

Gerade dort, wo die Situation statistisch gesehen am krassesten ist (in der eigenen Familie) ist ein Erwischen auf frischer Tat so gut wie ausgeschlossen. Es sei denn, in jedem Kinderzimmer beobachtet ein 'Erwischer'. ;)

Das heisst, die Wiederholungs- und Dauertäter dürfen leben bleiben, weil die es schaffen, das Vertrauen der Opfer auszunutzen oder genau wissen, was sie tun müssen, um nicht erwischt zu werden. Die 'ungeschickten' Einzeltäter werden dafür stellvertretend auf dem Altar der Gerechtigkeit hingerichtet. Nein, auch das ist nicht nach meinem Geschmack.
 
Um noch einmal auf die 'üblichen Verdächtigen' einzugehen (Mörder und Pädophile/Kinderschänder), hier ein kurzes Statement.

Der Begriff 'Mörder' ist mir zu pauschal, um daraus einen konkreten Hintergrund abzuleiten. Es gibt Mörder, die eigentlich Opfer sind und sich nicht anders zu helfen wissen und schnell gerät man in eine Situation, die zunächst aussichtslos erscheint. Die Genzen zwischen Notwehr und Mord sind mitunter fliessend.

Der habgierige Raffzahn, der den Hals nicht voll genug bekommt und dabei bewusst übr Leichen geht ist zwar auch formal ein Mörder, ansonsten haben beide aber wenig gemein.

Pädophile und Kinderschänder sind unterschiedliche Personengruppen (natürlich gibt es Überschneidungen, aber die gibt es auch bei Pädophilen und Radfahreren). Pädophilie ist eine sexuelle Neigung, welche ich völlig legitim finde.

Es kommt nicht darauf an, ob jemand Männer oder Frauen mag, beide oder auch Kinder. Entscheidend ist nicht die Neigung, sondern was wir daraus machen. Pädophile mögen Kinder, was keinesfalls bedeutet, daß sie über Kinder herfallen müssen. Heterosexuelle Singles (und nicht nur die), welche sich an Frauen orientieren, die in der Praxis für sie unerreichbar sind vergewaltigen gelegentlich Frauen. Ein Delikt, welches in unserer Gesellschaft leider nicht gerade Seltenheitswert hat. Dennoch käme niemand auf die Idee, heterosexuelle Singles grundsätzlich mit Vergewaltigern gleichzusetzen.

Pädophile hingegen setzt man gern mit Kinderschändern gleich.

Kinderschänder sind in unserer Gesellschaft meines Erachtens nichts anderes als ein Kollateralschaden unserer bürgerlichen Moralvorstellungen, sie sind mit der Preis, welchen es dafür zu bezahlen gilt. Genau so, wie die unzähligen Verkehrstoten lediglich Kollateralschäden unserer mobilen Gesellschaft sind.

Schafft man andere Werte als die, welche in unserer heutigen Ellbogengesellschaft üblich sind, dann wird der Umgang miteinander ein anderer und der Nachwuchs an Kinderschändern eingedämmt. Wenn wir unsere (und andere) Kinder wirklich schützen wollen, dann müssen wir unsere Lebenssituation nachdrücklich verändern und eventuell sogar Einbussen in verschirdenen Bereichen hinnehmen. Denn entweder reagieren Gier, Karrieregeilheit und Neid, dann bleibt alles beim Alten oder wir geben uns und unseren Kindern eine wirkliche Zukunft.

Allemal besser, als weiterhin von der Todesstrafe zu schwadronieren, aber auf der anderen Seite alles dafür zu tun, daß sich nur nichts ändert.

Für heute Gute Nacht!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
[...]Abschreckung zukunftiger Straftaten sein.
Nur zum besseren Verständnis: Straftaten oder Straftäter?

Nach meinem Sprachverständnis können Straftaten nicht abschrecken (sie werden begangen). Eher könnte m. E. bei geplanten Straftaten eine hohe Aufklärungsquote - die aber bei bestimmten Tätergruppen unerwünscht scheint - einen Abschreckungseffekt erzielen.
 
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