Offener Brief an das F-SB - Samstag, den,15.9.12 Mittagszeit
Henry277 #17 schrieb:
Es regt sich ja auch niemand über Filme wie z.B. das "Leben des Brian" auf.
Hm, hast du (wirklich) konkreteres Wissen dazu parat?
Es wurden u.a. "damals" Kinos (von "christlichen Fundamentalisten) angezündet, es gab Drohungen gegen Monty Python etc.pp..
Nichts desto trotz taucht in diesem Filmbeispiel noch nicht einmal die Figur von Jesus klar erkenntlich (lediglich assoziativ) auf,
noch wird "ihm" darin verächtlich Machendes unterstellt.
Es ist (für mich) eher eine Persiflage (inhärent provokativ), zudem mit fiktiven Personen,
die Jedem allerdings Interpretationen über auch diese (andere) "Geschichte" offen lässt.
Sollte damit also auch zum
Nachdenken anregen.
Völlig im Gegensatz zum hier anliegenden Fall.
edit: Sa. abends
Selbes gilt für den Chaplin-Film "Der große Diktator",
den hier jemand entweder überhaupt nicht verstanden hat
oder in einem gewissen "Sinn" instrumentalisieren will.
@ all
Henry 277 #17 schrieb:
Das kann schon sein, das man sich dann nicht annähert. Aber ich frage dich, warum soll die Annäherung nur dann möglich sein, wenn eine Seite auf alles und jedes verzichtet. Möchtest du einen Freund haben, der dich beschimpft, der dich schlägt, der dein Eigentum zerstört, der deine Ansichten mit Füßen tritt und von dir verlangt, das du ihm die Füße küsst?
Auf welche Seite - "Westen" bzw. "Osten/islam" - beziehst du dich mit diesen "Aussagen"?
Wer verzichtet "auf alles und jedes"? Kriegsopfer/-beteiligte oder Andere?
Man sollte meinen, dass selbst 67 Jahre "danach" noch im Bewusstsein verankert sein sollte,
wie schnell und "konsequent" nicht nur die deutsche Bevölkerung auf Manipulationen in Meinungsbildung und Fremdenhass bzw. Angst beeinflusst und gesteuert wurde;
bis hin zu (verdrängten) Pogromen
So schlimm dies auch damals war, es ist leider nach wie vor (leider) auch übertragbar auf andere Nationen, Ethnien wie auch Religionen.
Und auch, um es hier ganz deutlich zu sagen, auch in deinen Aussagen wiederzufinden.
edit: abends Und in nachfolgenden Kommentaren
Und dennoch gibt es "freundliche Menschen",
die dies trotz alledem auf beiden Seiten kritisch reflektiert beob'achten',
und (immer noch) um Ausgleich, Verständnis und Kommunikation bemüht sind.
Und es gibt Andere, die dies (z.Zt. ziemlich erfolgreich) verhindern (wollen).
Es liegt an Jedem selbst, auf welche Seite "man" sich dabei stellt.
Bei Nichtverhalten bzw. strikter Ablehnung der Unterstützung von "Fremden...Freunden"
erübrigt sich allerdings wohl meist noch die Wahl dieser Position.
Ich vergebe mir gar nichts, wenn ich mir zuerst einmal konträre Positionen ansehe/anhöre,
versuche zu Verstehen und auch Verständnis (bei Anderen) zu entwickeln, um dann/damit eventuell eigene Positionen verständlich zu machen.
Auch wenn sich "der/die Andere" (erst einmal) verschließt, gilt es
- selbst dann - immer noch Gründe/Ursachen zu suchen, die Einigungen (auf Augenhöhe) verhindern könnten ...
Daneben meine ich aber durchaus nicht,
dass ich (oder Andere) irgend etwas "einziehen" sollten, noch hinter eigene kulturelle Gepflogenheiten "zurückfallen" sollten.
"Man" sollte so etwas eher als Chance verstehen,
eigene "Verhaltensweisen" aus dem Blickwinkel Anderer zu überprüfen und bestenfalls (auf gleicher Augenhöhe) zu erklären!
Genauso, wie natürlich auch umgekehrt auf der "Gegenseite"!
Wenn allerdings der Respekt gegenüber Anderen (faktisch permanent) verletzt wird
- den wir doch genauso auch von Anderen erwarten? -
reißt man nur (weitere) Gräben auf, anstatt welche einzuebnen.
Und dabei kann und darf der Maßstab (im Vergleich)
eben nicht der Extremist/die extremistische Position oder Handlung sein,
sondern (für mich) eher der
Kategorische Imperativ im Sinne Kant's (Kritik der praktischen Vernunft) bzw. die Modifikation von Habermas.
Umgangssprachlich:
Was du nicht willst, das man dir tut, das füge auch keinem Anderen zu!
Zusätzliche Erklärungen sind dabei nur ein Weg unter vielen.
Siehe dazu auch (mal) zur Bedeutung:
Meinungsfreiheit
1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten
Denn "Freiheit" bedeutet nun einmal nicht,
alles tun oder" lassen zu können, was "man" (selbst) möchte,
sondern eben nur innerhalb der (sowohl selbst- wie fremdbestimmten wie "evtl. demokratisch legitimierten") Grenzen,
die Alle "leben lassen".
Dies wird auch nicht dadurch außer Kraft gesetzt,
weil/dass "Einige" diesen Regel nicht folgen wollen oder sie so gar nicht "kennen".
"Man" sollte halt besser erklären, anstatt sich dem zu verweigern bzw. wohl möglich noch "zurück zu schießen"
Hier, in diesem hier diskutierten Fall
provoziert ein vorgeblich "christlicher" (Kopte) Provokateur (& eine kleine evangelikale Sekte)
die Anhänger einer anderen globalen Religion.
Vorausgesetzt, man versteht, was (fanatische) Gläubigkeit bei Anhänger von Religionen auslöst
- die Geschichte (auch unsere) ist voll davon -
bekommt eine Ahnung (und hoffentlich auch weitere Erkenntnisse) davon,
wie unproduktiv und ineffektiv solch ein Handeln zum gegenseitigen Verstehen, Akzeptieren und Respektieren ist.
Von daher sollte jeder "Andersgläubige" mit dem Respekt behandelt werden, der für ihn maßgeblich ist.
Nebenbei ist dies sowohl im Christentum, im Islam und anderen Religionen
wie aber auch unter Atheisten weitgehend Bestandteil und Fundament "ihrer" Religionen bzw. allgemeiner Konsens "ihrer" Ethik.
Wie weit sich dabei daran gehalten wird, ist allerdings eine ganz andere Sache
Von daher ist es auch eher oberflächlich, einseitig und zudem wenig intelligent,
bestimmte Vorfälle nur nach eigenen "Wertmaßstäben" zu be"urteilen",
ohne Andere dabei mit ein zu beziehen.
Denn Ausnahmen - so oder so - gibt es immer und überall.
Vorsicht und Rücksichtnahme können demgemäß (nicht nur) in manchen Fällen auch (zuerst) einseitig geboten und wichtig sein,
[Einschub zum Status onboard]
Ansonsten würden sich hier noch wesentlich weniger Member tummeln
bzw. das Board würde lediglich als billige Vorratskammer von egoistischen Bedürfnissen benutzt.
Ob dies mit "Verzicht" (von etwas) gleich zu setzen ist,
sollte sich jeder selbst intensiver fragen.[Einschub Ende]
Denn worin besteht denn der Sinn von Kontrahenten (z.B. im Meinungsaustausch),
wenn jeder auf seiner "Meinung" permanent besteht
und lediglich versucht, mehr Mitläufer,
aber keine neuen Erkenntnisse zu gewinnen?
Mein Credo ist dies nicht.
Wenn allerdings kein argumentativer Austausch mehr stattfindet,
herrscht (mehr oder weniger) Krieg (der Meinungen bzw. Schlimmeres...).
Dem jeder "vernünftig" denkende Mensch entflieht,
anstatt sich daran (weiter) zu beteiligen.
Leider sind von solchen Prozessen auch aktuell helfende Menschen (auch aus dem Westen)
- in jetzt neu entstandenen oder auch alten "Krisengebieten" - betroffen;
die durch die hier angesprochenen Videoinhalte, aber auch unterlassene Distanzierungen,
wie zusätzlich dumpfe, neofaschistische Bemerkungen,
in derzeitige Lebensgefahr geraten.
Und dies meint nicht nur diplomatische Vertretungen, sondern vielmehr auch Mitglieder von NGO's und Hilfswerken,
die zudem ihre jahrelange Überzeugungsarbeit durch die Dummheit und Ignoranz
(evtl. auch fehlgeleiteter) - "westlicher wie östlicher" - Provokateurs gefährdet sehen.
"Nur" aus schlichter Dummheit/Ignoranz oder teilweise eben aus Absicht?
PS
@ Henry277
Du führst Stichworte an,
die, soweit glaub(t)e ich dich mal besser zu "kennen" (Irren ist menschlich),
einer tiefer gehenden 'Überprüfung' kaum standhalten werden.
Weder Tierschutzgesetze, Gotteshausproteste oder Verhinderungen,
"unser" oder "deren" Geld (bzw. Öl) etc.pp....
Man kann alles durch diverse Brillen sehen

Und wenn "man" sich Mühe gibt,
erkennt "man" auch, dass jede Brille verzerrt...
Und wenn auch nur mal ein wenig oder eben etwas mehr

Nicht nur davon, aber explizit folgendem
Henry 277 #17 schrieb:
...und erhalten über die Sozialsysteme, auch noch Unsummen an Unterstützung.
distanziere ich mich!
@ all
freefloating schrieb:
Wir können nicht einerseits gegen ACTA sein und andererseits eine freie Filmproduktion abwürgen.
Hm, hier (ökonomische) Verwertungsinteressen,
contra Freizügigkeit (von Wissen und Bildung),
sowie Freiheit (von Meinung)
und zielgerichtete Provokation/Destruktion in einen Topf zu werfen,
fällt mir schon beim Eintippen recht schwer...
Onboard bezogen hieße das (für mich) in etwa:
Wir verzichten gänzlich auf Moderation & Regeln
und nehmen zusätzlich vllt. noch Leechercents pro DL
Denn jede Regel bedeutet für sich:
Einschränkung der Handlungsfreiheit,
(Was evtl. eben auch die Einschränkung von "Meinungsfreiheit" beinhalten kann)
No further comments at this moment
@ littleprof Nachtrag
#16 schrieb:
Ich bin nicht sicher, ob die Heftigkeit und die Breite der Reaktionen in der muslimischen Bevölkerung ursächlich auf das Video zurück geführt werden können.
Meine Informationen ließen dies schon gestern (,natürlich neben anderen Gründen,) als gesichert erscheinen
#2 schrieb:
Man könnte auch argwöhnen, dass dort Eiferer nur auf diesen Funken gewartet haben.
Auch das kann man "dort"(wie hier) als gesichert annehmen...
Genauso allerdings, wie "adäquate" Reaktionen von "westlicher Seite" bisher (auch) nicht rechtzeitig erfolg(t)en.
Seien sie nun (Us- u.a.)Wahlkämpfen oder schlicht nur egoistischer oder ängstlicher Borniertheit von neo-faschistischer Seite,
wie aber auch woanders und auch hier zu finden, geschuldet.
Nun ja, wenn selbst der Papst hierzu eher nur herum lamentiert,
anstatt einer anderen Glaubensgemeinschaft zumindest seine Abscheu und Distanz gegenüber diesen Videoinhalten zu versichern....
Von daher kann man natürlich auch weiterhin Abwarten,
wer sich in Zukunft als der "Stärkere"
im "clash of cultures, religions and economics" erweisen wird.
Die bisherige Geschichtsschreibung hat dies zwar zumeist - allerdings eher verdeckt - aufgezeigt.
Ob es diesbezüglich irgendwann eine allerdings (zu) späte, neutrale Fortsetzung geben wird, vermag ich nicht zu beurteilen.
Ciao
sono vostro schiavo
(nicht wirklich) 
muesli
edit: Samstag, den 15.9.12, abends
Neben meinem "Erstaunen",
das sich hier onboard auch keine? Muslime mehr (seit längerem) zu solchen Themen zu Wort melden,
(ich wurde zwar gerade per E-Mail von zwei Muslimen - "ehemaligen" fsb'lern - hierzu angepostet...)
bin ich geradezu perplex über die intolerante und unsachliche Art und Weise,
wie hier ein Versuch zu Verständnis und Toleranz nicht nur negativ gewertet bzw. abgelehnt wird (was ich teilweise nachvollziehen könnte)
sondern nachfolgend sogar noch polemisch in den Dreck gezogen wird.
@ Bibi & Holger edit: Ok, ich sehe Reaktionen
Es gab hier einmal Zeiten,
in denen "derartiges" - edit: nicht nur von euch

- vom Großteil der Community vehement widersprochen wurde.
Und völlig zu Recht.
Hier werden - neben anderen eher destruktiven Beiträgen -
nicht nur Milliarden von friedlichen Muslimen weltweit,
sondern auch Millionen von hierzulande lebenden Muslimen Dinge unterstellt,
die mich eher an schlimmste Vorzeichen von Pogromen aus der deutschen Vergangenheit erinnern.
@ NeHe
Ich denke, du missverstehst eher #20 + folgendes..
Zudem können sich anscheinend einige hier noch nicht einmal mehr an NSU-Morde
oder ähnlich geartete Vorfälle (wie Rostock-Lichtenhagen) nur allein in diesem Land erinnern!
Von anderen "geschichtlichen" Ereignissen mal ganz abgesehen.
@ all
Nebenbei und zum Abschluss
-als quasi hierzulande weitgehend medial unterschlagende Nachrichten - bemerkt.
Selbst ein bekannter Iman der Al-Aqmar-Moschee (Kairo) hat in einem in der arabischen Welt viel beachteten Kommentar
im Freitaggebet zwar zu friedlichen Demonstrationen, aber gleichzeitig auch zur Ignorierung dieser Videoinhalte aufgerufen;
allerdings auch eine deutliche Distanzierung von dessen Inhalten von "westlicher Seite" eingefordert.
Ähnlich hat sich der Zentralrat der Muslime hierzulande auch deutlich geäußert.
Völlig zu Recht meiner Meinung nach, denn auch bei ähnlich gestrickten, anti-semitischen (i-wie schlecht passender Begriff) Vorfällen
wurde dem in der Regel so in der BRD, wie auch zumeist weltweit, schnell und teils sogar über motiviert medial entsprochen.
edit: heute
"Die Wut hat den Verstand besiegt", schreibt etwa die ägyptische Zeitung "Al-Shorouk" zu den blutigen Protesten.
Aus Saudi-Arabien meldete sich der Vorsitzende des Obersten Rates der Religionsgelehrten und Groß-Mufti zu Wort.
"Wer seinem Zorn nachgebe, mache sich letztlich nur zum Erfüllungsgehilfen der Urheber des Hassvideos",
erklärte Scheich Abdulasis bin Abdullah al-Scheich.
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Meinungsfreiheit
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