Bundestagswahl 2025 Bundespolitik 

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odessa

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Hey liebe Forenmitglieder,

bei jeder bisherigen Wahl forderte ich zum wählen auf, denn ich sehe das wählen sowohl als Bürger-Recht, wie auch als Bürger-Pflicht und die Demokratie als höchstes Gut. Das sehe ich immer noch so, aber bei dieser diesjährigen Bundestagswahl stoße ich an meine persönliche Grenze. Ich fordere von mir, zu wählen, ABER ich weiß nicht wen, die etablierten Parteien ändern nichts, im Gegenteil, sie haben alle wieder dieselben Köpfe an die Spitze gestellt, wie zuvor – null Änderung und statt im Wahlkampf mit Argumenten zu punkten und mit Programmen, die realistisch sind, wird nur gegeneinander ausgeteilt, mit teils persönlichen Angriffen und die CDU weicht immer mehr gen rechts und bei den meisten Programmen sind die Ärmsten der Armen die Opfer (ja, es gibt Sozialschmarotzer, aber das ist die absolute Minderheit). Und sorry, ein Multimillionär, der sagt, er gehöre zur Mittelschicht, der lebt wohl kaum in der Realität...

Wir brauchen einen Neuanfang, mit neuen Leuten, die noch nicht so abgehoben und realitätsfremd sind (keine Bange, ich rede nicht von der selbsternannten Alternative) und es gibt ja genügend Kleinparteien. Eine überzeugt mich mit ihrem Programm größtenteils ( 100 % Übereinstimmung gäbe es wohl nur, wenn man selbst eine Ein-Personen-Partei gründen würde) Aber mir ist durchaus bewusst, dass diese wohl leider an der 5% Hürde scheitern wird. Und genau da ist meine Unsicherheit, Ist es sinnvoll diese zu wählen, oder sollte man lieber eine Partei wählen, von der auszugehen ist, dass sie die 5% schaffen, um dieser Partei eventuell eine Mitregierungschance zu ermöglichen? Was denkt ihr, ist sinnvoller?

Ich hoffe auf Argumente und sinnvolle Diskussion und nicht auf eine Art Wahlkampf.

LG odessa
 
Taktisch zu wählen ist meiner Meinung nach immer schlecht. Daher wähle die Partei, die du für richtig hältst.
Für die Kleinpateien geht es außerdem um Mittel aus der Parteienfinazierung. Je mehr Stimmen, desto mehr Geld für zukünftige Projekte.

Ich selber sehe schon Wahlmöglichkeiten. Eine 100ige Übereinstimmung gibt es nicht - wie du schon selber geschrieben hast.
Allerdings bin ich auch Mitglied einer solchen Partei.

Leider nehmen die Medien eine Rolle ein, die nicht förderlich ist. Zudem haben die Menschen kein Interesse sich zu informieren.
Durch Koalitionen schwindet natürlich die Möglichkeit, dass Parteiprogramme umgesetzt werden.

Die Problematik, dass im zukünftigen Bundestag nur noch stark unterschiedliche Parteien sitzen (links und rechts, wobei die SPD eine inhaltslose Ausnahme darstellt).
Die Ampelkoalition hat einige Schritte in die richtige Richtung gemacht, um den Stillstand der GroKos zu beenden. Die Arbeit benötigt aber einen langen Atem.
Zerbrochen ist die Koalition schlussendlich an den starken Unterschieden und einer führungslosen SPD.

Fazit: Geht wählen, aber bitte nicht rechts. Schon gar nicht aus Trotz. Extreme haben uns noch nie geholfen und werden dies auch zukünftig nicht tun.
 
Ich danke dir für deine ausführliche und verständliche Antwort. An die Parteienfinanzierung habe ich in der Tat gar nicht gedacht.
Deine Beschreibung der SPD kann ich nur zustimmen, obwohl ich früher SPD gewählt habe.

Tendiere nun zwischen zwei Parteien, die, die mir mehr zusagt, hat wohl leider keine Chance auf 5 %, obwohl sie dem Land sicherlich gut täte, die andere, könnte es aber schaffen...

Aber dank deiner Antwort wähle ich vermutlich doch die kleinere, zumal sie auf Kommunalebene schon gute Arbeit leistet und die "Problematik" mit Kompromissen bei Koalitionen stimmt zwar, aber Kompromisse gehören zum Leben...
 
ich weiß, Doppelpost sind untersagt, aber wenn ich nur aktualisiere/bearbeite kommt ja keine Meldung, dass ein neuer Beitrag da ist und ich hoffe auf Feedback. Daher hoffe ich, auf Ausnahme.

War heute im längeren Austausch mit einer Bekannten, die meint, das wichtigste sei, zu verhindern, dass die Alternative zweitstärkste Partei wird, da sie nicht an Bestand der Brandmauer glaubt. Daher sei es wichtig, eine der beiden anderen (Dritt und Viertplatzierte) zu wählen, um das zu verhindern. Ich verstehe zwar die Argumentation, dennoch würde ich lieber eine Partei wählen, der ich persönlich im Großen und Ganzem zustimme. Ich finde, auch Dank @Phil_47 , dass es am wichtigsten ist überhaupt zu wählen, damit es durch hohe Wahlbeteiligung zu einem Verlust der Stimmen bei der Alternative kommt. Was denkt ihr? Diese Wahl bewegt mich wirklich...
 
Moin Odessa.
Ich kann deine Gedanken, wie schon geschrieben, absolut nachvollziehen. So entsteht z.B. Politikverdrossenheit, weil die Menschen den Glauben in die Aussagen der Politik verlieren und dann gar nicht mehr wählen gehen.
Natürlich ist es wichtig, die Nazis am besten aus dem Parlament zu werfen.
Zu einer Verbotsprüfung können sich die Parteien ja nicht durchringen - morgen findet dazu übrigens eine Abstimmung im Bundestag statt, falls diese nicht von der Tagesordnung gestrichen wird.

Aber nun zu deiner Fragestellung.
Da ich mich bei den Grünen engagiere, wäre meine Wahlempfehlung natürlich klar ;).

Auch ich stimme nicht mit allen Punkten im Partei-, bzw. Bundestagswahlprogramm überein. Mir geht es bei Parteien aber um die Grundhaltung. Der rote Faden, mit dem Entscheidungen getroffen, bzw. Verhandlungen angegangen werden.
Keine der zur Wahl stehenden Parteien können ihr Programm umsetzen, da es immer eine Koalition bedarf. Damit verbunden sind Kompromisse.
Ich gehe aber lieber einen Schritt in die richtige Richtung, als stehen zu bleiben - oder gar einen Schritt rückwärts zu gehen.

Die Zukunft wird unbequem. Die rechtspopulistischen Parteien (und dazu zähle ich die CDU auf Bundesebene), wollen uns erzählen, dass alles wird wie früher. Grenzen dicht, Ausländer raus und schon geht es uns gut.
Was passiert, wenn die Positionen der AfD übernommen werden zeigen die Umfragen. Die AfD wird dadurch stärker.
Das ist ein Trugschluss und schlicht eine Lüge. Wir sind eine Exportnation und somit auf Handelspartner in aller Welt angewiesen. Grenzen dicht schadet uns also. Das Wirtschaftswachstum haben die GroKos der Vergangenheit ja bereits erfolgreicht kaputtgemacht.
Je weiter wir den Umbruch in die Zukunft verschieben, desto teurer und härter wird er für uns alle.

Deutschland ist auf Migration angewiesen und die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland ist überschaubar und beherrschbar. Man muss sie nur teilhaben lassen und integrieren.
An jeder Ecke werden Fachkräfte gesucht. In den Ghettos (Erstaufnahmeeinrichtungen) warten die Menschen auf die behördlichen Entscheidungen und dürfen in der Zeit nichts machen. Das muss sich ändern.

Der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in Kriminalstatistiken ist nicht höher, als der von "Deutschen". Es wird nur medial mehr aufgepeitscht.
Mir ist es egal welcher Nationalität jemand angehört. Wer sich nicht benimmt, wird dafür bestraft. Gesetzliche Grundlagen gibt es zur Genüge - sie müssen nur angewendet werden.

Sorry für den langen Text. Ich hoffe, dass ich beim Thema geblieben bin.
 
Danke für deine Antwort, ich stimme Dir in vielem zu, auch in Anbetracht dessen, wieviel Menschen mit Migrationshintergrund im pflegerischen-medizinischen Bereich arbeiten. Ohne diese wäre der Ärzt*innen- und Pfleger*innenmangel noch größer als nun schon und ob AFD wirklich unterscheidet.... Und auch nun schon, werden häufig gut integrierte Menschen abgeschoben, weil diese gut "erwischt" werden.
Grenzen dicht machen? Warum und vor allem, wie sollte das gehen? Weder ist es so einfach möglich "Schengen-Abkommen" noch personell umsetzbar. Damit würden wir Europa noch weiter demolieren, was natürlich Putin und Trump freuen würde. Die EU ist zwar nicht perfekt, ABER wichtig und essentiell.
 
Auf Anregung meines Gatten gebe ich mal auch meinen Senf dazu;-)

Achtung, der Post ist geeignet zu polarisieren, aber das ist nicht meine Absicht.

In einer Demokratie ist „nicht wählen“ die schlechteste aller Entscheidungen, obwohl ich persönlich bestimmte Wahlentscheidungen sagen wir nicht begrüßen würde.

In meinem Herzen bin ich linksgrün versiffte Gutmenschin, Herz-Jesu-Kommunistin oder um mit dem aktuellen Papst zu sprechen: Christen und Marxisten haben einen gemeinsamen Auftrag. Arm machen will ich niemanden, aber die Armen ein wenig „reicher“. Auch die Bewahrung der Schöpfung, sozialer Ausgleich etc sind mir ebenso wichtig wie Bürgerrechte ohne Überwachung o.ä.

Für die Wahl bin ich trotzdem ratlos. Den Grünen fehlen neue Ideen zur Sozialbindung des Eigentums, von linken Ideen ganz zu schweigen. Petra Kelly rotiert im Grab und Ströbele fehlt an allen Ecken und Enden. Kurzstreckenflüge, High Heels und die Verkennung des Lebensrealität vieler Menschen lassen aktuell die Grünen als eine Partei besserverdienender Intellektueller erscheinen.

Ich gebe zu, dass Habeck für mich der erträglichste Spitzenkandiddat ist.

AfD scheidet für mich naturgemäß aus. Wer sich mit ausländischen Milliardären und Diktatoren gemein macht kann gar kein Patriot sein.Wenn Deutschland den Deutschen gehören soll, müssen auch Musk und Putin raus und unser Land muss auch energetisch unabhängig von solchen Menschen werden. Was diese Partei propagiert ist in höchstem Maße unpatriotisch.

Die FdP hatte sich einmal den Schutz der Bürgerrechte auf die Fahnen geschrieben. Davon ist leider nicht mehr viel zu erkennen. Dass auch kleine Selbständige, Handwerker und Handwerkerinnen zum Fundament unserer Wirtschaft gehören, hat sich noch nicht bis zur FdP herumgesprochen. Industrie und große Mittelständler haben natürlich mehr Einfluss. Über „freie Fahrt für freie Bürger“ lachen unsere Nchbarn und fahren Highspeed auf süddeutschen Autobahnen. Franzosen, Schweizer, Italiener sind auch nicht unfrei und können trotzdem angepasst fahren. Jetzt regiert der Neoliberalismus diese Partei.

Lindner ist für mich ein rotes Tuch. Ein Selbstdarsteller, der sich aus der Miverantwortung stiehlt.

CDU CSU erscheinen wie eine Mischung aus FdP und AfD. Wo früher Adenauer später Blüm und Geißler aus christlicher Überzeugung Politik auch für die Schwachen versuchten, die Sozialbindung des Eigentums ins Grundgesetz schrieben und später danach handelten, ist von dem C in der heutigen CDU nicht mehr viel zu sehen. Wer Arme, Migranten oder Schwache diffamiert und Sozialleistungen einschränken will, hat das C nicht mehr verdient.

Merz? Reicher Blackrock engagierter Privatflieger, der sich selbst für Durchschnitt hält. Realitätsverlust pur.

Der SPD fehlt ein politisches Profil, Menschen mit Rückgrat, ein Brandt, ein Wehner. Es fehlt Einsatz für die Schwachen in der Gesellschaft. Soziale Gerechtigkeit statt eine immer weiter klaffende Schere.

Scholz? Führungsqualitäten Fehlanzeige.


Migration: Illegal Eingewanderte sind ohnehin verpflichtet unser Land zu verlassen. Anders ist es mit Asylsuchenden. Das Recht auf Asyl gehört zu unserer Kultur und unserem Grundgesetz, Ebenso der Schutz vor Krieg und Gewalt. Menschen in Bürgerkriegsländer zurückzuschicken und Länder mit Verfolgung zu sicheren Staaten zu erklären ist für mich ein no go.
In meiner Gegend gibt es auch mehr Gewalttaten Deutscher als solche von Menschen mit Migrationshintergrund.Mich entsetzt jede Gewalttat erst recht solche mit Todesopfern. Aber es ist Aufgabe der Polizei, uns vor Gewalttätern jeglicher Herkunft zu schützen.Rechte, die Linke töten oder verprügeln hatten wir auch vor 1933 schon mal, genauso Sündeböcke. Jeden Menschen mit ausländischen Ahnen oder alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen, läuft genau darauf hinaus.
Was wir derzeit brauchen, ist mehr und besser ausgestattete Polizei.

Was mir auch fehlt sind mutige Politiker, die keine Geschenke machen, sondern die wirklichen Probleme langfristig lösen wollen. Die Reform des Rentensystems ist überfällig, braucht eine Zusammenarbeit aller Parteien und einen langen Atem, auch über eine Legislaturperiode. Ich bin Rentennah, habe Angst, dass die AltersLeistungen im Pflegefall nicht ausreichen, aber ohne Einbußen bei uns und Bestandsrentnern leben wir auf Kosten unserer Kinder und Enkel. Ob unsere Lebensleistung das rechtfertigt, wage ich doch zu bezweifeln.

Ähnlich dringende und teure Reformen brauchen wir für Pflegeversicherung, Krankenversicherung. Hier könnte ich viel schreiben, spare es mir aber und verweise auf die Syteme anderer Industrienationen.

Dass der Klimawandel eine weltweit lebenswichtige Herausforderung ist, hat mittlerweile sogar China verstanden.

Wer Tipps für meine Wahlentscheidung hat: her damit.
 
odessa schrieb:
Eine überzeugt mich mit ihrem Programm größtenteils.[...] Aber mir ist durchaus bewusst, dass diese wohl leider an der 5% Hürde scheitern wird.
Hi Odessa,

so etwas ist eine schwierige Lage, bei der einem die Entscheidung nicht einfach fällt:
- Wenn man eine andere Partei wählt, gibt man seine eigene Überzeugung ein Stück weit auf.
- Auch wenn die Partei unter der 5%-Hürde bleibt, erhält sie doch pro Stimme einen Förderbetrag in €. Wählt man eine andere Partei, fehlt der "guten" Partei das Geld, um sich weiter zu entwickeln.
- Kommt die "gute" Partei nicht über die 5%-Hürde, hat man indirekt den >5%-Parteien Vorschub geleistet, ohne dass die eigene Stimme das Mehrheitsverhältnis zwischen diesen beeinflusst.
- Durch das neue Wahlrecht macht das Aufteilen der Erst- und Zweitstimme auf verschiedene Parteien wenig Sinn.

Mein persönlichens Fazit: Sobald der Wahl-O-mat aktiv ist, werde ich diesen mit meinen Vorstellungen füttern. Aus der Liste nehme ich dann die Partei mit der besten Übereinstimmung, die eine relle Chance hat, die 5%-Hürde zu überspringen. Dann landet meine Stimme "nicht im Papierkorb" (Zitat meines Sozialkunde-Lehrers an der Schule).

Egal wie man sich entscheidet: Bitte geht wählen!
 
Danke euch beiden, dass ich wähle, steht außer Frage, bin schon seit Jahren mit der Politik etablierter Parteien unzufrieden und auf der Suche, nach was "neuem", so gab ich schon den Piraten und auch der "Partei" meine Stimme, leider erfüllten beide nicht meine Hoffnung.

Und auch nun habe ich wieder eine junge Partei gefunden, die immerhin schon Politikerfahrung hat und ich hoffe, dass viele verdrossene ihr eine Chance geben. Und ich warte Wahl-o-mat, deinwal etc. ab.

Was für mich nie in Frage kam waren die "Pro"-Parteien und die AFD. Wobei beide mich, als ich das erste Mal einen Aufkleber bzw. Wahlplakat sah interessierten, ihre Namen versprachen auf dem ersten Blick viel... Bis ich zuhause war und mir deren Programme ansah.
 
Bei den Europawahlen war ich auch schon bei einer Kleinpartei und hoffe derzeit ebenfalls auf Entscheidungshilfe durch den Wahl-o-maten.
 
Es gibt zu den Wahlen meist viele "Wahlhilfen" eine der bekanntesten ist natürlich der hier von @patchmatch erwähnte Wahl-o-mat, der geht aber erst am 06.02.2025 online.
Seit heute jedoch ist der Real-o-Mat online: "Der Real-O-Mat schaut nicht auf die Wahlversprechen, sondern gleicht das tatsächliche Abstimmungsverhalten der Parteien zu aktuellen politischen Themen mit Ihrer persönlichen Position ab. Grundlage sind dabei Anträge und Gesetzentwürfe im Bundestag. Jetzt sind Sie an der Reihe: Vergleichen Sie Ihre Standpunkte mit dem Abstimmungsverhalten der Parteien."

Leider ist die Auswahl begrenzt, da nur jene Parteien berücksichtigt werden konnten, die im jetzigen Bundestag vertreten sind, somit ist meine bevorzugte Wahl leider nicht dabei.

Ähnlich wie der Real-o-Mat agiert auch deinwal .

Bei der letzten Bundestagswahl gab es auch noch andere "Wahlhilfen" und
der wahl-kompass ist schon online
Der voteswiper geht morgen 31.01.2025 online
Und wahlweise am 09.02.2025:
Die anderen Daten habe ich gerade noch nicht
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
sorry, erneut ein Doppelpost, aber Bearbeitungen werden ja nicht als neuer Beitrag angezeigt und der Text ist auch unabhängig vom vorderen ( natürlich selbes Thema) und nicht kurz:

Wir haben das große Glück, in einer Demokratie zu leben. Davon können viele Menschen auf der Welt nur träumen. Aber auch eine Demokratie kann nur (über)leben, wenn sie gepflegt wird und das mindeste ist, das Wahlrecht auch zu nutzen. Daher wählt, egal ob per Briefwahl, Direktwahl (ab dem 10.02. möglich) oder am 23.02. persönlich - wählt.

Wenn sich jemand von den etablierten Parteien nicht vertreten fühlt, dann schaut euch bitte die kleinen Parteien an, da findet sicher jede/r das passende. Und die kleinen Parteien können nur groß werden, wenn sie gewählt werden.

Und ja, in dem einen Punkt gebe ich Friedrich Merz recht, es muss ein Politikwechsel her. Aber ob das durch die eingefahrenen etablierten Parteien geht, wer weiß das schon.

Bevor ihr also gar nicht oder eine extreme Partei wählt, schaut euch bitte die kleinen Parteien an. Welche in eurem Bundesland gewählt werden können, findet ihr auf Euren Wahlschein und dann könnt ihr euch auf deren Homepages informieren. Und auch der Wahl-o-mat, der morgen online geht und seine
Alternativen, u.a. hier im vorherigen Beitrag zu finden oder z.B. MrWissen2go (Mirko Drotschmann) hier zu finden: https://www.youtube.com/… bieten einen ersten Einblick. Ich gehe davon aus, dass bei Mr Wissen 2 go noch weitere Wahlprogramme folgen werden, so war es zumindest bei den letzten Wahlen.
 
Wenn sich jemand von den etablierten Parteien nicht vertreten fühlt, dann schaut euch bitte die kleinen Parteien an, da findet sicher jede/r das passende. Und die kleinen Parteien können nur groß werden, wenn sie gewählt werden.
Darauf kann ich gar nicht oft genug hinweisen.

In meinem Bekanntenkreis geht die Diskussion zur Zeit darum, wen man jetzt strategisch wählen sollte für eine Koalition XY.
Allein: für einen Politikwechsel sind meiner Meinung nach andere Parteien nötig, als bisher. Die Parteien der Mitte hatten in den letzten 20 Jahren Gelegenheit und haben es, für mich gesehen, versäumt zu liefern - egal in welcher Kombination. Die extremen Parteien sind für mich nicht wählbar.
Daher bleibt nur noch, sich mit den Wahlprogrammen der kleinen Parteien beschäftigen. Wenn man eine Veränderung will bringt es nichts immer das gleiche zu wählen.

Und noch eine Bitte: GEHT WÄHLEN.

Auch und gerade wenn euch gar keine der Wahlmöglichkeiten zusagt. Dann ist es mMn besser den Stimmzettel bewusst ungültig zu machen, als der Wahl fern zu bleiben. Nichtwählen drückt eher Gleichgültigkeit aus. Ein bewusst durchgestrichener Stimmzettel zeigt Ablehnung. Man stelle sich mal vor: 20-30% der abgegebenen Stimmen wurden bewusst ungültig gemacht...

Edit: Real-o-mat. Sehr interssant, den kannte ich noch nicht. Danke dafür!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Schön, dass doch noch Leben in diesen Thread kommt. Ich sehe es ähnlich wie Du, die Konstellation der Großen, da tut sich nicht wirklich viel, teils habe ich den Eindruck, sie passen ihr Wahlprogramm auch nur minimal an.
Anfänglich hatte ich Hoffnung auf BSW, doch die sind für mich auch nicht wählbar auf Grund etlicher ihrer Forderungen.
Nach langem hin und her und auch vielen Gesprächen habe ich mich für eine Kleinpartei entschieden, denn wir brauchen "neue" Parteien, mit neuen Ideen und neuen Gesichtern. Es wäre schön, wenn möglichst viele die Kleinparteien wählen, dann kommt es vll zum Wechsel. Deine "Idee" mit den ganzen ungültigen Stimmen hat zwar auch was, aber das wäre nur ein "Stopp" und die Wahl der Kleinparteien vll ein "Besser geht es so".

Dank Briefwahl habe ich schon gewählt, stimme dir aber in deiner Bitte zu: Geht wählen

Her noch ein passendes Video Sage Nein!
 
Ich werfe den Briefwahlumschlag heute direkt ein.
Ich muss sagen, ich bin sehr froh, dass ich den beantragt hatte. Meine ursprünglichen Favoriten, die ich mir mit Hilfe von Wahl-o-Mat und Co rausgesucht hatte, standen in meinem Wahlkreis gar nicht zur Wahl. Da hätte ich in der Kabine blöd aus der Wäsche gegukt.

Und ja, das Ungültigmachen wäre nur die letzte Möglichkeit meine Meinung rein destruktiv auszurücken. Lieber konstruktiv sein und sich für etwas entscheiden, nachdem man sich durch die Programme der Parteien gewühlt hat. Ist halt mühsam, aber das muss man durch, wenn man wirklich informiert uns sinnvoll Einfluss nehmen will.
 
Zum Glück gibt es heute ja genügend Möglichkeiten, sich zu informieren und das sogar recht einfach und nein, ich meine nicht die Dinorunden im TV... Ich mache schon ewig Briefwahl, damit ist man in der Planung flexibler.
 
Eine Stimme ungültig machen halte ich für unklug. Wem soll das etwas zeigen/ beweisen?

Wir werden zukünftig das Problem haben, dass absolute Mehrheiten einer Partei ausgeschlossen sein werden.
Dreierbündnisse sind dann wohl eher die Regel und das bedingt natürlich, dass man sich einigt.

Jeder muss von seinen Maximalforderungen extreme Abstriche machen.
Wenn man das nicht versteht, dann setzt Politikverdrossenheit ein. Das ist aber der demokratische Prozess.

Von Politikern erwarte ich klare Ansagen und vor allem schon im Wahlkampf Verhandlungsfähigkeit. Für mich gibt das derzeit nur einen, der realistisch - teilweise gegen die Basis seiner Partei - handelt.
In Deutschland können wir sehr gut Dinge schlecht reden. Anpacken oder Einschnitte in Kauf nehmen geht aber nunmal nicht. Ganz nach dem Motto: "wasch mich, aber mach mich nicht nass".

Ich sehe es daher ebenfalls kritisch Kleinstparteien zu wählen, die absolut keine Aussicht haben in den Bundestag einzuziehen.
Den Punkt mit der Parteienfinanzierung kann auch vernachlässigt werden, da der Betrag pro Stimme äußerst gering ist. Da sollte man dann besser direkt (zweckgebunden) an die jeweilige Partei spenden.

Und nun hoffen wir, dass wir eine handlungsfähige Regierung bekommen, die unaufgeregt und pragmatisch mit Sachverstand die Probleme des Landes und vor allem Europas angeht.

Festzuhalte ist auch, dass es und Deutschen verdammt gut geht. In direkten Nachbarstaaten sieht das schon deutlich schlechter aus, gerade was Lebenshaltungskosten angeht.
 
Wenn nicht wählen, Stimme ungültig machen beides weg fällt, bleibt für mich nur Kleinpartei, denn von den großen Parteien fühle ich mich weder vertreten, noch verstanden und habe den Eindruck, sie haben längst den Kontakt zu ihrer Basis, aber erst recht zu den Bürgern und zur Realität verloren UND ich mag die Köpfe nicht.
So käme nur die Partei in Frage, die ich strategisch gewählt hätte, denn sie kommt auf jeden Fall - zum Glück - in den Bundestag, aber in einigen Punkten stehen sie absolut diametral zu meinen Überzeugungen.

Wir brauchen einen Wechsel und wenn genügend so denken und anstatt nicht zu wählen oder extrem zu wählen, die kleinen wählen, können diese wachsen. Auch Grüne und AFD z.B. fingen klein an und sind heutzutage ständig im Bundestag vertreten, bei der BSW war es irgendwie andersrum, fingen stark an und ließen nach... Und einen Wechsel sehe ich mit den Altparteien als unmöglich an.
 
Ich sehe das wie Phil_47

Jede ungültige Stimme und jede Stimme für eine chancenlose Kleinpartei ist eine "verlorene" Stimme und mindert die Chance auf eine evtl. 2er-Koalition. Eine erneute 3er-Koalition kann mit Pech genau so enden, wie die Ampel und was dann passiert, will ich mir gar nicht vorstellen.

Ergo priorisiere ich meine Vorstellungen und dann nehme ich die 3 od. 4 demokratischen Parteien und schaue, mit wem ich die grösste Schnittmenge bei meinen vordersten Prioritäten habe. Mir ist klar, dass das Abstriche bei meinen Vorstellungen bedeutet. Mir ist aber auch klar, dass wir nicht mehr bei "wünsch dir was" sind und um was es geht. Die Zeiten sind schwierig und werden mit Sicherheit nicht einfacher. Da bringt das Beharren auf 100% der eigenen Wünsche genau NULL und hilft nur den Kräften, die ich auf gar keinen Fall stärker machen will, indem ich meine Stimme vergeude.

Ich zitiere hier mal campact_de aber ohne Nennung einer speziellen Kleinpartei (kursives = von mir verallgemeinert):
[cbox]Doch bei der Bundestagswahl am 23. Februar drohen Kleinparteien an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern – Stimmen für Kleinparteien verfallen. Das stärkt die AfD, die dadurch automatisch mehr Sitze im Bundestag erhält. Auch die CDU/CSU profitiert und kann als wahrscheinlich stärkste Partei ihre Politik leichter gegen progressive Koalitionspartner durchsetzen. Eine Stimme für Kleinparteien hilft also vor allem AfD und Union.[/cbox]

Kleinparteien hatten und haben während der gesamten Legislaturperiode die Möglichkeit, sich bekannt zu machen (siehe BSW) und Anhänger zu mobilisieren. Passiert das nicht, müssen sie sich nicht wundern, wenn sie nicht wachsen.

Beispiel dafür war gestern, als ich bei einem der o.g. "Wahlomaten" eine Partei entdeckte, mit der ich eine überraschend überproportionale Übereinstimmung mit meinen Vorstellungen habe. Bis gestern habe ich noch nie von denen gehört obwohl es sie schon Jahre gibt, sowohl in DE als auch in Europa. Ich muss dazu sagen: leider! Denn die sind bei dieser Wahl für mich nicht wählbar, weil s.o.

Geht wählen, aber wählt klug! Nicht nur klug für EUCH sondern klug für's Land, klug für eure Kinder und Enkelkinder auch wenn das u.U. für euch persönlich unbequemer wird.
Denn in einer Sache bin ich mir sehr sicher: unbequem wird es in jedem Fall, dafür sorgen schon die "Kräfte" ausserhalb DE/EU, egal was gewählt wird.
 
Nur werden die Kleinparteien so nie groß, denn außerhalb der Wahlen interessieren sich die meisten nicht für Politik - mein Eindruck - Und es gibt z.B. eine Kleinpartei, die eigentlich sehr aktiv ist und vielfach bekannt, sitzen u.a. in sehr vielen Kommunen und auch im EU-Parlament - ich vermute, die meintest du @NeHe , aber auch wenn sehr viele ihr Programm toll finden, haben sie halt das Problem, dass viele sie halt dann doch nicht wählen, weil sie dann ja ihre Stimme "verschwenden" , wg der 5% Hürde und ihr somit die Chance nehmen, zu wachsen. Und die Partei hat wenigstens gute Ideen und auch Lösungsansätze.

Ich habe längst per Briefwahl gewählt @raffi ;) :thumbup:
 
Nur werden die Kleinparteien so nie groß, denn außerhalb der Wahlen interessieren sich die meisten nicht für Politik - mein Eindruck
Mag dein Eindruck sein, den teile ich aber nicht, schon gar nicht in den letzten Jahren. Da scheint mir das Interesse in der breiten Bevölkerung sehr wohl gestiegen, nicht nur vor den Wahlen sondern seit längerer Zeit schon im ganz normalen "Wahnsinnsalltag".
Wenn man 4 Jahre und länger nichts von denen hört, liest und sieht sondern maximal (mit Glück) im Wahlkampf, dann kennt man die eben nicht und was der Bauer nicht kennt ...

aber auch wenn sehr viele ihr Programm toll finden, haben sie halt das Problem, dass viele sie halt dann doch nicht wählen, weil ...
... man eben nichts von denen je gehört hat und die eben nicht kennt.

Und dazu braucht es auch keine Unmengen an Geldern, wie Frau BSW ja eindrücklich bewiesen hat. Präsent sein, kommunal, regional, national - sich einmischen, Standpunkte verbreiten etc.
Parteien wachsen nicht im stillen Hinterkämmerchen, die wachsen, wenn sie eine Vielzahl von Leuten begeistern - sowohl im Konstruktiven, als leider auch im Destruktiven.

edit: was ich noch vergessen habe ...

Vllt. macht es auch Sinn, einen Parteinamen zu wählen, unter dem man sich schon mal grob etwas vorstellen kann ... statt einen, wo man das Gefühl hat, eine "gewischt zu kriegen" wenn man die anfasst. Und ja, odessa, ich denke du weisst, an wen ich da denke :D
PEP z.B. ... ist auch viel peppiger als das, was "die da" grad haben und wo ich bis heute nicht weiss, was mir der Name (inhaltlich) sagen soll :ka: Das, was da bei Wiki steht, mag stimmen ist aber m.M.n. dennoch ziemlich ... hm ... hohl, dünn, nichtssagend ... what ever.
 
Mit der Aktivität zwischen den Wahlen, teile ich voll und ganz.
Bei uns in der Stadt, ca. 50.000 Einwohner, gibt es einen Stadtrat und Orträte in den Stadtteilen.

Manche Parteien sieht man nur zu Wahlen mit Ständen an Supermärkte, oder dem Wochenmarkt.
Lediglich zwei Parteien haben Geschäftsstellen, SPD und die Grünen.

Von den Geschäftststellen ist nur eine Partei regelmäßig vor Ort ansprechbar, nämlch die Grünen an einem Samstag im Monat.
An diesem Samstag ist in der Regel min. ein Mandatsträger aus Stadt- oder Ortsrat dabei. Somit kann man über lokale Themen ins Gespräch kommen. Dieses Angebot wird gut angenommen - auch von Mitgliedern/ Sympathisanten anderer Parteien.

Solche Angebote fehlen meiner Meinung nach sehr oft. Wenn ich dann den Begriff Bürgernöhe höre, wird mir fast schlecht. Ich nenne es geheucheltes Interesse.
Nicht zu vergessen ist jedoch auch, dass dieses Engagement ausschließlich durch Ehrenamtler ausgefüllt wird. Deshalb, wer wirklich was bewegen möchte soll sich engagieren, in welcher Partei auch immer.
Demokratie heißt eben nicht nur alle 4 oder 5 Jahre wählen zu gehen. Das haben glaube ich viele Menschen vergessen.

Und ja, es nimmt viel Zeit in Anspruch. Seit Dezember standen wir z.B. jeden Samstag auf dem Wochenmarkt und/ oder in der Geschäftsstelle. Das hängt aber auch eben damit zusammen, dass die Arbeit oft an den gleichen Personen hängen bleibt. Auch deshalb - engagiert euch vor Ort.
Es gibt keine Partei, die 100%ig zu einem passt. Wir leben in der globalisierten Welt, in der wir alle nicht annähernd alle Zusammenhänge und Verflechtungen kennen. Auch daraus resultieren oft einfach Verständnisprobleme.
 
Sah gerade die Kommentarspalte von Bosetti will reden! Und zum Schluß sagt sie: "Demokratie ist ein bisschen wie Gott: Wenn man nicht dran glaubt, gibt es sie auch nicht" Ist viel wahres dran, finde ich.
 
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