JohnEdHoover schrieb:
"8 Prozent, denen CDU/CSU nicht rechts genug sind, das ist schon eine beeindruckende Zahl.[...]
Ok, k.A., ob es in deinem Wahlkreis bzw. Wahlbezirk für nur 8% statt fast 13% für die AfD gereicht hat.
Was auf meine ganze Stadt übrigens fast zugetroffen wäre

In meinem Wahlbezirk hat die AfD nebenbei nur 4,4% erreicht , was aber immer noch viel zu viel ist.
"Protestwähler" gab es in meinem Umfeld aber auch hier zuhauf, wie persönliche Gespräche ergaben
Das vorläufige, amtliche Ranking (aufsteigend) lässt aber für die Zukunft noch hoffen:
AfD 4,4, FDP 6,9, CDU 15,1, SPD 20,9, Grüne 22, Linke 25,2
Nebenbei bei einem Ausländeranteil von ca. 11% und (trotz oder vllt. wegen?) einem sehr hohen Wohneigentumsanteil pro Einwohner! (bundesweit im oberen Drittel).
In einem benachbarter Stadtteil/Wahlbezirk mit wesentlich höherer Einkommensanteilen (Ausländer ca.8%, aber noch höherem Wohneigentumsanteil) sah es übrigens so aus:
AfD 4,9, Linke 12, FDP 13,6, Grüne 17, SPD 19,1, CDU 30,4,
Man sollte über Inhalte derartiger Statistiken zukünftig mal gründlicher nachdenken!
Ich gebe dir aber schon recht. Beeindruckend bzw. für mich sogar eher bedrückend ist dieser Wähleranteil schon.
Aber ...
"Hut ab"
Nee, deshalb nich

Ehrlichkeit, zu seiner Meinung oder wie hier zu seinem Votum zu stehen, ist für mich Basis jeder Kommunikation und insofern Grundvoraussetzung, um überhaupt reel zu diskutieren bzw. sich positiv zu streiten. Auch wenn man sich dabei Kontroversen aussetzt!
Das impliziert aber auch
Verantwortung für diskutierte Inhalte und auch für deren (eventuell gewollte wie ungewollte) Folgen.
Womit wir wieder beim Gehirnschmalz oder netter ausgedrückt: kritisch hinterfragtem Wissen wären.
Denn!
Ich werfe hier niemandem die Äußerung seiner Meinung vor

(siehe dazu auch die sig von sorei)
Ich setze aber dann auch voraus, dass jemand, der sich eine Meinung gebildet hat und diese auch noch offen/offensiv nach außen vertritt, in der Lage sein sollte, diese Meinung dann dem Umfeld auch fundiert (und bestenfalls noch schlüssig) begründen zu können.
Auf schlichte Parolen (von links oder rechts oder eben aus dem freien Vektorraum) gibbet von mir keinen Beifall sondern eher Contra.
Vmtl. manchmal in härterer Form, als der Masse lieb ist [Wir Deutschen lieben ja Gemütlichkeit und "Einigkeit"

]
Wenn aber Protagonisten, egal welcher politischer Couleur, mit vereinfachten Formeln auf komplexe Probleme "scheinbar" antworten, ohne dabei wirkliche realistische Lösungen (für Alle) anzubieten, raste ich immer noch zeitweilig aus.

Nicht nur, weil die (absehbaren) Folgen solcher Verdummung bestenfalls nur lästig sind, sondern weil sie auch (mea culpa) meine Intelligenz und die Anderer beleidigen.
Das darunter bei mir (erneut mea culpa) die Höflichkeit leiden kann, ist mir sehr wohl bewusst.
Wenn ich dann allerdings nachgewiesen falsch liege, habe ich aber hoffentlich immer noch die cochones, dies dann auch offen zu zu geben und meine Meinung entsprechend zu revidieren.
Das ist mir dann noch wichtiger, als eventuelle, gequälte Entschuldigungen!
Insofern fehlt mir dies nicht nur in großen Teilen der Politik, sondern auch zunehmend in gesellschaftlichen Zusammenhängen. Was in der Folge zwangsläufig auch zu Problemen führt, denen wir uns auch momentan gegenüber sehen.
Von daher ist es mir auch wichtig klar zu stellen, das schlichte
Unwissenheit für mich kein Grund zur Kritik ist! Wenn aber offensichtliche Widersprüche in der Argumentation und Handlungsweise so Mancher auch noch lern-resistent bzw. sophistisch bestritten werden, Ziele und Absichten Anderer dabei populistisch bzw. opportunistisch übernommen werden, ohne das aus dem Gesamtzusammenhang logisch erkennbar wird, dass dies Alles auch wirklich beabsichtigt und in Zukunft umgesetzt wird (werden kann), zweifel ich an der Lernwilligkeit/Einsicht bzw. Intelligenz derart Verbohrter.
Keine Frage, das manche (für mich großteils populistisch, teils irreal) verwendete Inhalte der AfD sogar mit Inhalten anderer Parteien - wie z.B. sogar der Linken etc.pp.) - übereinstimmen mögen.
Nur ...
Nicht nur der Glaube an die Ernsthaftigkeit der realen Umsetzung, sondern vor allem die teils eklanten Widersprüche zu Äußerungen, Handlungen sowie anderen geplanten Programmzielen der AfD weisen doch derart gravierende logische Mängel auf, das selbst (wie auch immer) gehandikapte Mitbürger bei sachlicher, reiflicher Überlegung dies erkennen können sollten. Notfalls unter inhaltlicher Mithilfe anderer, nicht partei-gebundener Mitbürger (zu denen ich mich u.a. zähle)

Ok, das bedeutet teilweise schwere, auch gedankliche (Recherche-)Arbeit, die für manche, die ganztägig anderweitig schuften müssen und sich zudem noch um Familie und Haushalt kümmern müssen, um nicht weiter gesellschaftlich abzustürzen, sicherlich an die Grenzen der Überforderung reicht.
Nur sollte doch jeder aus eigener, individueller Erfahrung wissen, dass der scheinbar leichte Weg sich zu oft im Nach herein als der Griff ins Klo erwiesen hat.
Das soll übrigens gar nicht darüber hinweg täuschen, dass so manch andere Partei in ihrer Programmatik wie in ihrer (späteren) realen Umsetzung nicht auch (teils gravierende) Widersprüche zwischen Anspruch und dann umgesetzter Wirklichkeit und deren weiter nachwirkenden Folgen aufweist.
Mir würden da aus dem Stegreif so einige krasse Beispiele zu praktisch allen bisherigen Parteien einfallen, die den Postrahmen hier aber dann völlig sprengen würden.
Ok, solche Parteien sollte man dann schon, ggfs. sogar längerfristig und konsequent, aus seinem politischen Warenkorb streichen.
Nur auf Deubel komm raus dann etwas wählen, weil lediglich ein paar (selektiv wahrgenommene) Punkte gerade deckungsgleich mit der eigenen oder der Massen-Gefühlslage sind ...
Quasi Hirn Offline, Herdentrieb ON ...
Weia ...
Klar, es soll ja sogar auch hierzulande gehörnte Partner geben, die dann mit dem bestenfalls noch unsympathischen Gegenpart des eigenen Partners dann (als revenge) ins Bett steigen und ihren Frust weg pimpern ...

Dazu erspar ich euch allerdings weitere meiner Kommentare
So, ich hoffe mal, dass dieser Post den Vorstellungen hiesiger, konstruktiv(er) argumentierender Boardies eher entspricht ...
so far
