"Sozialschmarotzer" Sozialthema 

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Uludag schrieb:
Das wird ja auch so hier gehandhabt..

Clevere Arbeitsunwillige kündigen nicht sondern werden gekündigt. Und das wird man als Arbeitnehmer in der Probezeit recht schnell wenn man sich bereits im ersten Monat eine längere Zeit krank meldet.

Letztendlich gibt es keine reelle Möglichkeit die wirklichen Schmarotzer/Arbeitsunwilligen von den Arbeitslosen/Arbeitswilligen zu separieren... man wird immer ein Schlupfloch finden und sich durchmogeln.
Genauso wie es Tipps für den Idiotentest (MPU) oder für die Kriegsdienstverweigerung gibt würde es auch Tipps für das Gespräch mit einem möglichen Sozialpsychologen/-pädagogen beim Amt geben.
Allein schon mit groben Rechtschreibfehlern in der Bewerbung und absolut unangepasstem Benehmen im Bewerbungsgespräch wird auch der letzte Schmarotzer weiter ohne Arbeit sein (wer kann schon gute Rechtschreibung und ein vernünftiges Auftreten verlangen und kontrollieren?).
 
Zitat Konradin: "Zum Abschluß meiner Worte möchte ich noch daran erinnern, wer eigentlich die derzeitige Finanzkrise verursacht hat. Die Sozialbetrüger am unteren Ende der Einkommensskala waren und sind es jedenfalls nicht."

Mit dieser Aussage hast du natürlich recht, Kondradin, aber es ist nicht das Thema dieses Threads. Ich bin aber auch der Meinung, dass der volkswirtschatliche Schaden, der von Sozialschmarotzern verursacht wird, vermutlich in keinem Verhältnis zu dem grossen Schaden der raffgierigen Banker steht. Gruss freefloating
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wie hieß doch gleich der Blockwart in der DDR?
Ach ja, der Abschnittsbevollmächtigte, ABV*, genannt. Wohl eher zu vergleichen mit dem Denunzianten in Göttingen.
* Abschnittsbevollmächtigter ? Wikipedia

Aber nein, so was darf man wirklich nicht dulden, dass Ämter hier willkürlich vorgehen und ohne Befragung eines Betroffenen ins Blaue hinein entscheiden. Dass der OB der SPD angehört, macht die Sache auch nicht besser,
 
Der Hass auf "Sozialschmarotzer" und Bänker folgt doch den gleichen miesen Ressentiment, aber der Bürgermob braucht halt seine Feindbilder zum draufhauen.

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Der hessische Ministerpräsident Roland Koch und der Außenminister Guido Westerwelle verkörpern hier den Status der „Rudelführer“. Die Aknekrater auf ihren Wangen legen beredtes Zeugnis über die schmerzlichen Verheerungen nicht gelungener Bewältigung ödipaler Traumata ab. Immer wieder, so scheint es, muss die Ebenbürtigkeit mit einer unbewusst gehassten Vaterfigur unter Beweis gestellt werden, indem man sich als erfolgreicher Jäger von stets neu entdeckten Feinden mütterlicher Zuneigung präsentiert. Koch und Westerwelle haben aktuell diese Feinde unter den Ärmsten, den Hartz-IV-Empfängern, ausgemacht. Ein anderer „scharfer Hund“, der übergewichtige SPD-Chef Sigmar Gabriel, sieht die Feinde hingegen an der Spitze der sozialen Pyramide, unter steuerhinterziehenden Multimillionären. Beiderlei Feinderklärungen kommen ungeachtet ihrer unterschiedlichen Zielrichtungen beim vergemeinschafteten Staatsvolk ebenso gut wie bei Politikerkollegen an und sie sind auch in der Tat nicht so verschieden, wie es zunächst erscheinen mag. Der öffentlichen staatsbürgerlichen Debatte in Deutschland gelten sie, wenngleich hier und da Kritik an der verbalen Schärfe geübt wird, als ernstzunehmende Beiträge für die Gestaltung des staatsfamiliären Wohls.
[...]
„Leistung muss sich lohnen“, lautet Westerwelles Credo, und das heißt, der Durchschnittslohn muss noch geringer werden. „Wenn man schon dafür angegriffen wird“, verkündet Westerwelle mit der Verve verfolgender Unschuld, „dass derjenige, der arbeitet, mehr haben muss als derjenige, der nicht arbeitet, dann ist das geistiger Sozialismus“. Im Klartext: Derjenige, der arbeitet, hat dann mehr, wenn der Arbeitslose noch weniger als 359 Euro bekommt. „Geistiger Sozialismus“ gilt ihm als gefährliche mentale Infektionskrankheit, geeignet, die Harmonie der deutschen Staatsfamilie zu zersetzen. „Sozialismus“ hat in dieser wahnhaften Projektion nichts mit realen Phänomenen und Inhalten des historischen Sozialismus zu tun, sondern verkörpert die als bedrohlich wahrgenommene Möglichkeit – die ja immerhin sogar in Deutschland noch allgemein vorhanden sein könnte – der wirksamen Artikulation von Partikularinteressen der zur profitablen Vernutzung Verurteilten.

Prodomo-Zeitschrift in eigener Sache
 
Zuletzt bearbeitet:
Nicht dass ich je auf die Idee käme, Politiker wie Koch oder Gabriel zu verteidigen, aber der Tenor des kopierten Artikels ('Aknekrater', 'übergewichtig') ist bisweilen mehr als unsachlich und dient der Sache wenig.
 
Wie hieß doch gleich der Blockwart in der DDR?
Ach ja, der Abschnittsbevollmächtigte, ABV*, genannt. Wohl eher zu vergleichen mit dem Denunzianten in Göttingen.
So ein dümmlicher Schwachsinn! Wenn man keine Ahnung hat, sollte man doch bitte den Mund halten. Der ABV war ja nun alles andere als ein Blockwart, allein dieser Vergleich ist schon eine Frechheit zumal die Mentalität des Blockwarts doch eher in der Westzone bis heute überlebt hat.
Der Abschnittsbevollmächtigte war ein Polizeibeamter der sein Revier in einem Wohngebiet oder Dorf hatte. Er kümmerte sich um Kleinkriminalität wie Fahrradklau, Kellereinbrüche, Ruhestörung, Vandalismus aber auch Fahrzeugkontrollen oder Knöllchen für Falschparker auszustellen. Zu seinen Aufgaben gehörte es auch mit den Menschen zu sprechen, zu erfahren ob es irgendwo Probleme gibt oder Händler, Betriebe, Schulen und Kindergärten in seinem Revier zu besuchen.
Übrigens gibt es sowas in der Art auch heute wieder. Nennt sich jetzt allerdings Kontaktbeamter.
 
@ Henry277:
Dann leb weiter in deiner Illusion des netten ABV von einst.
Manche denken noch heute, die Stasi wäre nur ein Gerücht gewesen. :D
Glaubst du bestimmt auch noch an den antiimperialistischen Schutzwall, wie?

Ich wüsste nicht, dass ein Kontaktbeamter von heute ein 'Hausbuch' eines Mehrfamilienhauses kontrollieren und ggf. Daten weitergeben würde. Geschweige denn, er kümmert sich um Hartz-4 Bezieher, die sich vielleicht sonstwie ein Zubrot verdienen!
 
Schon mal gehört das es auch in der heutigen Bundesrepublik Geheimdienste gibt die Daten sammeln? Was meinst du woher sie diese bekommen? Denk mal drüber nach.

Und selbst verständlich hat ein ABV als Angehöriger der staatlichen Organe auch mit der Stasi zusammen arbeiten müssen. Das bestreitet auch niemand. Das war aber nicht seine Hauptaufgabe. Und die meisten ABV's waren bei den Bürgern hoch angesehen und das nicht weil sie rumgeschnüffelt haben, sondern weil sie sich um die Bürger in ihrem Abschnitt kümmerten. Und das hat nichts mit glauben zu tun sondern mit erleben.
Aber wahrscheinlich haben wir auch hier wieder den Fall das diejenigen die es nicht erlebt haben es wieder besser wissen als diejenigen die dabei waren. Und einen ABV mit einem Blockwart zu vergleichen ist einfach nur dumm!
 
Der Hass auf "Sozialschmarotzer" und Bänker folgt doch den gleichen miesen Ressentiment, aber der Bürgermob braucht halt seine Feindbilder zum draufhauen.

Vielleicht ist die Ursache aber auch nur ein tief im Innern verwurzeltes Erkennen von Ungerechtigkeiten.

Sowohl was am oberen Rand, als auch das, was am unteren Rand abläuft ist, aus Sicht der Evolution gesehen, unnatürlich.

In der Natur wird sich ein Rudelführer zwar vielleicht zuerst satt fressen, aber wenn er satt ist, können die anderen nach Belieben zuschlagen.

Dazu passen die unersättlichen gierigen Abzocker nicht.


In der Natur wird ein Lebewesen, das sich nicht mehr aktiv am Rudelleben beteiligt, einfach links liegen gelassen. Es kann sich von den Resten ernähren oder kratzt eben ab (hört sich hart an, ist aber so).



Es gibt daher ein sehr genaues Empfinden, was Ungerechtigkeit angeht. Da ändern auch solch unpassende Schlagwörter wie "Bürgermob, Feindbilder" usw. nichts daran.


Das Anbiedern an die Sozialschmarotzer ist doch nur eine Folge der Demokratie, eine Folge davon, dass diese Leutz auch Wähler sind.

Vielleicht wäre es besser, wenn nur die Leutz wählen dürften, die sich aktiv an der Gesellschaft beteiligen?
 
Dein Vergleich mit der Tierwelt hinkt gewaltig, schon allein, weil es doch gerade den Menschen auszeichnet andere eben nicht auf seine reine Nützlichkeit für die (Volks) Gemeinschaft zu reduzieren.

Außerdem muss es darum gehen, die strukturellen Ursachen für die genannten Phänomene zu untersuchen und zu beseitigen, aber dadurch, dass sich der Bürgermob an solchen Popanzen austobt und auf ihnen alles übel dieser Welt projektiert, werden diese ja gerade verschleiert.

Aber "Gemeinwohl geht vor Eigenwohl" war ja immer schon das deutsche Prinzip schlechthin, ob die Volksschädlinge nun deshalb zur Projektionsfläche werden, weil
sie zu erfolgreich oder weil sie nicht erfolgreich genug ihre Arbeitskraft zu Markte tragen.

Vielleicht wäre es besser, wenn nur die Leutz wählen dürften, die sich aktiv an der Gesellschaft beteiligen?
Weil es dir nicht passt, dass Menschen, die wenig haben, für mehr Umverteilung stimmen, willst du sie einfach vom demokratischen Vermittlungsprozess ausschließen?
Ich hoffe, dass ist nicht dein ernst.
Es doch konstitutiv für eine Demokratie, dass jedeR seine Partikularinteressen äußern kann.
 
Hero schrieb:
...Volksschädlinge...
Hmmmm, woher kenne ich diesen Begriff nur? :D

Mehrheiten finden sich übrigens für (fast) jede Schweinerei, fragt sich nur, wie sie zustandekommen. Ungebremster Mehrheitsterror ohne jeglichen Mindeheitenschutz hat mit Demokratie wenig zu tun.

Es ist wie bei den Statistiken. Sie sind auch für alles und jeden gut und spiegeln Mehrheiten so wider, wie man sie gerade benötigt. :)

In der Tierwelt gibt es so etwas natürlich nicht. :löl:
 
Ich weiss nun nicht ob ich McKilroy in seinem Beitrag (#337) richtig verstanden habe......

Soll das heissen Hartz IV darf es garnicht geben???
Die Langzeitarbeitslosen sollen sich vom Müll ernähren oder verrecken???
Da sie auch nicht am "Rudelleben" beteiligen (...KÖNNEN...!!!)haben sie kein Wahlrecht mehr???

Ich kann das einfach nicht glauben......das hast du doch nicht so gemeint, oder???
 
Ich weiss nun nicht ob ich McKilroy in seinem Beitrag (#337) richtig verstanden habe......

Soll das heissen Hartz IV darf es garnicht geben???

Hast du nicht.

Es ging um die Frage, warum viele Leutz kein Verständnis dafür haben, dass diejenigen, die sowieso schon komplett von der Gesellschaft versorgt werden, immer mehr fordern.

Zitat von Hero:
Der Hass auf "Sozialschmarotzer" und Bänker folgt doch den gleichen miesen Ressentiment, aber der Bürgermob braucht halt seine Feindbilder zum draufhauen.

Ich habe lediglich erklärt, dass es kein Hass ist, dass es keine miesen Ressentiments sind sondern ein ganz natürliches Empfinden.


GEnau mit diesen Schlagwörtern soll nämlich jeder mundtot gemacht werden, der mal was gegen eine Erhöhung von Hartz-IV sagt (und das ist die Mehrheit, die kaum zu Wort kommt).


Hero schrieb:
Es doch konstitutiv für eine Demokratie, dass jedeR seine Partikularinteressen äußern kann.

Ja, aber nur in Grenzen. Solange es eine Minderheit ist, die überstimmt werden kann.

Wir können gerne jedem Hartz-IV-Empfänger 5000 Euro bar auf die Hand geben. Nur wer bezahlt es? ;)

Dann braucht ja kaum noch einer arbeiten zu gehen, weil er ja auch so ein super Einkommen hat.

Ich verstehe nicht, wieso da nicht schon die Politiker drauf gekommen sind. Die Arbeit macht sich ja von alleine, oder?

Hero schrieb:
Außerdem muss es darum gehen, die strukturellen Ursachen für die genannten Phänomene zu untersuchen und zu beseitigen, aber dadurch, dass sich der Bürgermob an solchen Popanzen austobt

Ich finde es eine Frechheit, dass du den arbeitenden Teil der Bevölkerung permanent als "Bürgermob" usw. bezeichnest. Dieser arbeitende Teil der Bevölkerung sorgt dafür, dass der Laden hier am Laufen bleibt.
 
Ich habe lediglich erklärt, dass es kein Hass ist, dass es keine miesen Ressentiments sind sondern ein ganz natürliches Empfinden.
Wenn man einer Gruppe das Wahlrecht - und somit jedes Recht am demokratischen Vermittlungsprozess teilzuhaben - nehmen will, ist das keine Gerechtigkeit, sondern Ausdruck eines pathologischen Hasses.

Ja, aber nur in Grenzen.
Nein, so, wie er lustig ist; Und auch wenn er damit das gesunde Volksempfinden, Stammtische, Sozialdarwinisten und sonstige Rackets in Wallung bringt.

Ich finde es eine Frechheit, dass du den arbeitenden Teil der Bevölkerung permanent
Arbeiten tun auch Bänker, aber die sind ja "unersättlic[h] gierig[e] Abzocker".
 
Ich möchte an dieser Stelle noch einen philosophischen Input geben: Ist es nicht gerade die Errungenschaft einer freien Demokratie und Marktwirtschaft, dass es auf beiden Seiten des Spektrums Schmarotzer gibt und geben darf (Sozialschmarotzer und gierige Banker)? Ich weiss, diese These ist ziemlich provokativ - ich persönlich freue mich auch nicht über echte Schmarotzer (es gibt auch Menschen in realer Notlage, die unserer Hilfe bedürfen), im Gegenteil. Trotzdem müssen wir uns fragen, was die Alternative zum aktuellen System wäre. Der Sozialismus war auch nicht in der Lage soziale Gerechtigkeit zu bringen und hat damit, gemäss seiner eigenen Definition, kläglich versagt.

Gruss freefloating
 
Erst 'Volksschädlinge' und jetzt 'gesundes Volksempfinden', Hero, der Propagandaminister könnte es nicht besser ausdrücken. Meinst du nicht, daß es allmählich reicht? :depp:

Ich hoffe nicht, daß es die Denkweise der 'Ewig-Gestrigen' widerspiegelt, was du hier von dir gibst; ihr Jargon ist es jedoch allemale.
 
Ich möchte an dieser Stelle noch einen philosophischen Input geben: Ist es nicht gerade die Errungenschaft einer freien Demokratie und Marktwirtschaft, dass es auf beiden Seiten des Spektrums Schmarotzer gibt und geben darf (Sozialschmarotzer und gierige Banker)?

Stimmt.

Aber in Abhängigkeit von der allgemeinen Situation verändern sich die Grenzen, wie viele dieser Schmarotzer man sich leisten kann. Mit wie vielen Schmarotzern bleibt die Gesellschaft noch lebensfähig.


Hero schrieb:
Wenn man einer Gruppe das Wahlrecht - und somit jedes Recht am demokratischen Vermittlungsprozess teilzuhaben - nehmen will, ist das keine Gerechtigkeit, sondern Ausdruck eines pathologischen Hasses.

Hero, es ist auch Demokratie, dass man solche Gedanken zur Diskussion stellt (auch wenn es dir nicht passt). Es gibt auch andere Gruppen in Deutschland, die nicht wählen dürfen. Außerdem ging es eigentlich nur um die Frage, ob die Politik nicht unverhältnismäßig beeinflusst wird, weil diese Leutz Wähler sind.
 
Zitat McKilroy: "Aber in Abhängigkeit von der allgemeinen Situation verändern sich die Grenzen, wie viele dieser Schmarotzer man sich leisten kann. Mit wie vielen Schmarotzern bleibt die Gesellschaft noch lebensfähig."


Das ist natürlich eine sehr gute und berechtigte Frage. In diesem Bereich erreicht auch unser System der gesellschaftlichen Solidarität seine Grenzen. Ein Beispiel: In der Stadt Basel (Extrembeispiel) hat der Anteil an sozialhilfeabhängigen Menschen einen neuen Rekordwert erreicht. Gleichzeitig sind die Steuern viel höher als in den Nachbarkantonen, was wiederum zur Folge hat, dass die besserverdienenden Bürger aufs Land ziehen, wo sie bedeutend weniger Steuern zahlen müssen - es ist ein Teufelskreis, der die Stadt mit der Zeit finanziell ausbluten lässt.
Gruss freefloating
 
Konradin schrieb:
Ich hoffe nicht, daß es die Denkweise der 'Ewig-Gestrigen' widerspiegelt, was du hier von dir gibst; ihr Jargon ist es jedoch allemale.
Hast du meine Post überhaupt im Kontext gelesen?
Wenn ja sollte dir aufgefallen sein, dass ich hier niemanden als "Volksschädling" darstellen zu versuche und diese Begriffe nicht affirmativ benutze, sondern genau ein Denken in solchen - wenn auch unausgesprochenen - Kategorien zu denunzieren versuche.


McKilroy schrieb:
Hero, es ist auch Demokratie, dass man solche Gedanken zur Diskussion stellt
Das gilt grundsätzlich für alle Ideen, unabhängig davon, ob diese mit einer Demokratie vereinbar sind.

McKilroy schrieb:
Außerdem ging es eigentlich nur um die Frage, ob die Politik nicht unverhältnismäßig beeinflusst wird, weil diese Leutz Wähler sind.
Das ist nicht unverhältnismäßig, sondern das Prinzip der Demokratie, wenn es viele Arme gibt, gibt es auch viele, die für Umverteilung stimmen und wenn es viele Raucher gibt, gibt es viele, die gegen hohe Tabaksteuern stimmen.

Wenn man bedenkt, dass wohl eher weniger HartzIV-Empfänger wählen gehen, sind diese wohl eher unterdurchschnittlich repräsentiert.
 
@ freefloating & Mc Kilroy ;)

Abgesehen davon, dass ich philosophische Aspekte in einer Diskussion sehr begrüße,
stellt sich hier bei Euren Anrissen aber doch die Frage,
ob ihr schon auf den Kern Eurer Aussagen gestoßen seid?

>
>

Für mich stellt sich eher die Frage,
welches Schmarotzertum langfristig System-schädigender ist ;)

Zum Einen ist genügend gesellschaftliches Vermögen zumindest in der westlichen Welt vorhanden.
Zum Anderen darf es doch niemanden verwundern,
dass auch finanziell Minderbemittelte nach diversen "Subventionierungsmöglichkeiten" Ausschau halten,
wie sie es von anderen gesellschaftlichen Gruppen lange genug vorgelebt bekommen haben.
Unsere Wissensgesellschaft muss sich halt damit abfinden,
das ethisch fragliche Praktiken dann auch von immer mehr "Prekariern" kopiert werden können, sowie es eben von den sogenannten Patriziern lange genug praktiziert wurde.

Und wer kann nicht für sich insgeheim nachvollziehen,
wenn von offensichtlichem Betrug "scheinbar" angesehener Institute sowie deren Protagonisten ein gewisser, hier aber wohl eher ungewollter Nachahmungseffekt ausgeht ;)
Ein Zumwinkel, eine UBS (gelle freefloating) etc.pp. finden sich eben auch in leicht modifizierter Form im sogenannten Prekariat.

Solange moralische Integrität weit verbreitet immer mehr fehlt
und die Einsicht, dass langfristig gesehen derartiges Verhalten nur im gesellschaftlichen "Einer gegen Alle" enden kann,
wird sich auch am hier geschilderten Tenor nur wenig ändern.

Wobei ich hier - leicht provokativ - einmal behaupten möchte,
dass die sogenannten "systemrelevanten" Schmarotzer erheblich mehr zur Destabilität unserer Gesellschaften betragen (werden).

Nicht allein die hier angeführten "Gruppierungen,
sondern die gesellschaftliche Grundhaltung,
die einerseits "von oben herab" verdammt und andererseits - insgeheim beneidend - gesellschaftlich schädigendes Verhalten gut heißt bzw. nur unter geringe Strafen stellt,
sind für mich Ursachen der hier anklingenden Kritiken.

Man könnte aber das Ganze auch schlicht mit einer Stammtischweisheit zusammenfassen:
Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen ;)

greetz
muesli
 
Und wer kann nicht für sich insgeheim nachvollziehen,
wenn von offensichtlichem Betrug "scheinbar" angesehener Institute sowie deren Protagonisten ein gewisser, hier aber wohl eher ungewollter Nachahmungseffekt ausgeht ;)

Meiner Meinung nach ist es weniger der Nachahmungseffekt - jedenfalls das Nachahmen von irgendwelchen Institutionen oder Bänkern.

Wenn schon Nachahmung, dann doch eher Nachahmung in gleichen Kreisen. Ich glaube kaum, dass teilweise die Kinder von Hartz-4-Empfängern aufgeben und sich in das soziale Netz fallen lassen weil sie von einem Zumwinkel gehört haben. Es sind eher die Eltern und Bekannten, die den Kindern ihre Einstellung vorleben, die ihren Kindern jegliche Perspektive ausreden und daher dazu führen, dass die Kinder sich hängen lassen.

Das erkennt man z.B. auch wieder daran, dass Kinder aus sozial schwachen Familien, die ostasiatischer Herkunft sind, überproportional an Gymnasien (mit guten Noten) vertreten sind.

muesli schrieb:
Zum Einen ist genügend gesellschaftliches Vermögen zumindest in der westlichen Welt vorhanden.

Da stimme ich dir voll zu. Ich habe schon mehrfach geschrieben, dass meiner Meinung nach die Verteilung nicht stimmt.

Allerdings bin ich auch der Meinung, dass wir aufhören sollten, einen Teil der Bevölkerung völlig ohne Gegenleistung mit durchzufüttern.
Versorgen ja - aber nur als GEgenleistung für aktive Beteiligung an der Gesellschaft. Es gibt genug zu tun in den Städten und Gemeinden

dass die sogenannten "systemrelevanten" Schmarotzer erheblich mehr zur Destabilität unserer Gesellschaften betragen (werden).

Aber nur so lange, wie wir ausreichenden Überschuss haben.


Nicht allein die hier angeführten "Gruppierungen,
sondern die gesellschaftliche Grundhaltung,

Auch da stimme ich dir voll zu. Allerdings lautet die Diskussion hier "Sozialschmarotzer".

Die gesellschaftliche Grundhaltung wäre auch ein lohnendes Thema.

Das fängt bei der Auflösung der familiären Strukturen (z.B. Kita) an und geht über die Schulen die Freizeitgestaltung Jugendlicher bis in das Berufsleben. (Neuer thread?)


Hero schrieb:
Das ist nicht unverhältnismäßig, sondern das Prinzip der Demokratie, wenn es viele Arme gibt, gibt es auch viele, die für Umverteilung stimmen

Und was ist, wenn die vielen, die arbeiten, mit einem Mal dafür stimmen, dass die Harzis überhaupt nichts mehr bekommen? Ist das Prinzip der Demokratie dann auch okay?
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist nicht unverhältnismäßig, sondern das Prinzip der Demokratie, wenn es viele Arme gibt, gibt es auch viele, die für Umverteilung stimmen und .........

Also laut Deiner Aussage, ist es einer Demokratie erlaubt (weil ja demokratisch darüber abgestimmt wurde) über das Vermögen anderer zu bestimmen?

Auf welcher Grundlage, dürfte sich ein Armer (von dem wir gar nicht wissen warum er so geworden ist) an Deinem und meinem und an dem Kapital aller bereichern, wenn denn nur genug "JA" sagen würden und dies unterstützen?

Sprich weiter, hier wären dann bei dem Ansatz alle gleich zu behandeln und auch der Familienvater, der Zeit seines Lebens gut gearbeitet hat und für seine Kinder vorgesorgt hat würde dann zur Hand gebeten werden, weil Umverteilung statt findet?

Mal abgesehen davon, dass dies schon gar nichts mehr mit der eigentlichen Frage/Probem des Threads zu tun hat, würde ich gerne Deine Ansichten zu dem Punkt lesen, da mir ein derartig virales denken vollkommen fremd ist.

Um zurück zum Ursprung zu kommen.

Die "Sozialschmarotzer" die heut zu Tage in einem Rechtsgefüge leben, sind halt leider auch nicht mehr nur "dankbar" für das was Sie bekommen. Sie sehen sich auch noch als "Opfer" und sind daher der Irren Auffassung, das man als "Opfer" auch noch ruhig etwas fordern kann.

Der Schaden für den Videothekar, ist meines Erachtens nicht relevant, weil keine Verhältnissmässigkeit zu € 900,-- besteht, wenn man die Filme länger als "normal" ausborgt und somit noch eine "Strafe" aufgebrummt bekommt. Was man allerdings her nehmen müßte, ist der tatsächliche Verdienstentgang und diesen müßte Sie dann direkt beim Videothekar ableisten. Dies hätte eine gewisse vorm der Wiedergutmachung. Der Videothekar erspart sich Kosten für z.B. eine Putzfrau oder was auch immer. Vielleicht stellt sich sogar heraus, dass die gute Dame zur Videothekarin geboren ist und bekommt eine Vollbeschäftigung, wer weiß?

Sie in einen offenen Strafvollzug zu stecken, zeigt jedoch auf das Sie sich nicht wirklich fürchten braucht, eine Straftat zu begehen weil die Konsequenzen relativ lachhaft sind.

Meines erachtens nach, ist ein jeder "Arbeitslose" vom Staat bezahlt und somit müßte es auch dem Staat freistehen, seinen "Mitarbeiter" frei einzusetzen. Mir fallen da so Themen wie "defizitärer Strassenbau", "Strassenreinigung", "Sozialdienste" "etc." ein. Sollte der "Arbeitslose" nicht Willens sein, eine derartige Arbeit zu erledigen so hat er sein Recht auf eine Abgeltung einfach verwirkt.

lG
Peter
 
@muesli: ;)
Ich denke auch, dass deine sogenannten systemrelevanten Schmarotzer volumenmässig mehr zum finanziellen Ungleichgewicht beitragen als Sozialhilfeempfänger (H4). Doch immerhin kommen von dieser Seite noch staatstragende Steuereinnahmen - das soll jedoch keine Entschuldigung für ihr Verhalten sein. Tatsächlich ist die UBS ein trauriges Beispiel grenzenloser Gier und ich schäme mich heute fast ein wenig, auf dieser Bank vor über 20 Jahren meine erste Ausbildung absolviert zu haben. Der Imageschaden ist, nicht nur für die Bank sondern auch für die Schweiz, sehr gross. Trotzdem muss ich McKilroy beipflichten, wenn er verlangt, dass auch Sozialhilfeempfänger, gemäss ihren Möglichkeiten, einen Beitrag zum Gemeinwohl leisten sollen. Das ist nicht nur angemessen, sondern fördert auch den Selbstwert der Betroffenen. Dieser Beitrag könnte auf vielfältige Weise geschehen.

Herzl. Gruss freefloating
 
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