Ganz meiner Meinung,
nile. Du sprichts da einen sehr wichtigen Punkt an, nämlich die Medien.
In Zeiten von FaceBook & Co kann jeder Depp eine mediale Lawine lostreten, indem er zu diesem Zeitpunkt schon erwiesenermassen Unschuldige als vermeintliche Täter brandmarkt und einen lynchenden Mob losschickt. Das hat dann nicht einmal mehr mit Rachegelüsten zu tun, sondern wird irgendwann zum stinknormalen 'täglichen Kick'. Eben Adrenalin auf Kosten anderer.
Wenn man generell Verbrechen vermeiden will (vermeiden, nicht verhindern), dann kann man es nur dadurch erreichen, daß man die Situation unserer Gesellchaft soweit ändert, daß die Leute zufriedener werden, allein schon, weil ihre Grundbedürfnisse besser befriedigt werden. Denn ein satter Bauch klaut kein Essen und ein ausgeglichener Mensch
versinkt nicht in rastloser Raffgier.
Du weißt doch gar nicht wie das Opfer gelitten hat...
Und was hat das damit zu tun? Wollen wir die Zeit jetzt rückwärts drehen, um den Opfern rückwirkend das Leiden zu nehmen?
Im Mittelalter waren die Leiden der Hexenverbrennungen bestimmt auch angebracht, um die Leiden deren Opfer zu kompensieren (oder gar ungeschehen zu machen). Nur, welche Opfer?
Sorry, für mich klingt dies eher nach einer billigen Ausrede, den eigenen Sadismus ausleben zu dürfen. Billig und auf Kosten der tatsächlichen Opfer. Denn die werden dadurch missbraucht und instrumentalisiert. Frei nach dem Motto: wer den Schaden hat, der braucht für den Spott nicht zu sorgen.
In Abwandlungs des Zitats von
Karl Kraus, der da sagte:
'besser, es wird einem nichts gestohlen, dann hat man wenigstens keine Unannehmlichkeiten mit der Polizei' möchte ich sagen:
'besser man wird kein Opfer, dann bleibt einem wenigstens die Anteilnahme der Sadisten erspart'.