Meik schrieb:
Aber so wie es jetzt läuft gibt es bestimmt keine Chancengleichheit. Weder für die bestehenden Parteien, noch für den Wähler
Das habe ich auch nicht behauptet. Es ist nicht gut, so wie es im Augenblick ist, aber es wird auch nicht besser, wenn man die Grössenunterschiede einfach unter den Tisch kehrt.
Das Machtgefüge der der grossen Fünf, wie du es nennst, ist keineswegs festgeschrieben. Dies sieht man recht deutlich an dem Verhalten der anderen Parteien gegenüber der Linken. Sie ist inzwischen die drittgrösste Partei (gemessen an der Anzahl der Wählerstimmen bei der letzten Bundestagswahl), dennoch verschenkt die SPD ihren Wahlsieg gegenüber der CDU, indem sie sich ohne Aufnahme von Koalitionsverhandlungen weigert, eine Koalition mit den Linken und deb Grünen ins Auge zu fassen. Offenbar hat da jemand Angst vor einem Aussenminister Gregor Gysi.
Bei den Grünen war man da nicht so zimperlich, obwohl man diesen anfangs genau die gleiche Mißachtung angedeihen liess wie heute den Linken.
Ich persönlich finde, die SPD hat nicht eine einzige Wählerstimme verdient, wenn sie garnicht daran interessiert ist, den Kanzler zu stellen, obwohl sie vom Wähler dazu das Mandat bekommen hat.
Es ist doch alles Lug und Trug mit der Grossen Koalition. Ich denke, viele SPD-Wähler wären garnicht wählen gegangen (oder hätten eine andere Partei gewählt), wenn sie geahnt hätten, daß die SPD dann doch eine Kanzlerin Merkel unterstützt. Viele haben SPD gewählt, um genau diese Kanzlerschaft zu beenden.
Nein, irgendwann werden die anderen Parteien nicht mehr um eine Koalition mit der Linken herumkommen. Die F.D.P. ist endlich auf dem Level, der ihnen auch tatsächlich zusteht (oder zumindest auf dem besten Weg dahin) und wenn die SPD so weitermacht, dann wird sie zugunsten der Linken die drittgrösste Partei. Denn wer wählt auf Dauer eine Partei, die ihren Sieg erst garnicht nicht annimmt und den Wählern genau die Kanzlerin beschert, welche diese offenbar verhindern wollten?