Investmentbranche fordert Verbesserung des Anlegerschutzes Veröffentlicht: 25 August 2009 14:37
FRANKFURT - Die deutsche Investmentbranche erwartet von einer neuen Bundesregierung eine Verbesserung des Anlegerschutzes und eine Stärkung der Altersvorsorge.
Man fordere die Angleichung der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für alle vergleichbaren Anlageprodukte, heißt es in der Publikation 'Anlegerschutz verbessern - Altersvorsorge stärken', die offiziell am Mittwoch vom Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) veröffentlicht wird.
Durch diese Angleichung sollen Fehlanreize bei Beratung und Anlageentscheidungen abgebaut werden. Der BVI fordert mehr Transparenz bei Kosten, Provisionen und Renditen sowie die steuerliche Gleichstellung ähnlicher Anlageprodukte.
'Eher Rückschritt'
"Leider hat die ablaufende Legislaturperiode in dieser Hinsicht eher Rückschritte gebracht", kritisiert Stefan Seip, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. "Deshalb besteht Handlungsbedarf."
Durch einheitliche steuerliche Regeln für alle Anlageprodukte sollen Wettbewerbsverzerrungen vermieden werden. Damit sollen Anlageentscheidungen ermöglicht werden, die sich am Bedarf des Kunden und nicht an der steuerlichen Behandlung orientierten.
Fehlende Wahlmöglichkeit
In dem Papier werden zudem fehlende Wahlmöglichkeiten bei der betrieblichen Altersvorsoge kritisiert. Um Risiken zu vermeiden, könnte eine Begrenzung der Aktienquote bzw. eine Kapitalgarantie erfolgen.
Abgeltungssteuer
Der BVI setzt sich zudem kritisch mit der Abgeltungssteuer auseinander. Durch die Erfassung aller Veräußerungsgewinne sei die Steuerlast für Anleger bei Aktien und Aktienfonds um ein Vielfaches erhöht worden.
Damit sei die Attraktivität dieser Instrumente "erheblich beeinträchtigt" worden. Der BVI kritisiert hier die steuerliche Bevorzugung des Versicherungssparens. Man fordere daher, dass alle Sparformen nach einer bestimmten Spardauer gleichermaßen steuerlich entlastet werden