[...]ungemein vielschichtig.[...]
So verstanden schließt jede gesellschaftliche Gruppe notwendigerweise auch eine Portion
Inklusion mit ein, da wir alle Individuen und zum Teil recht unterschiedlich gestrickt sind, wenig normierbar![...]
Da stellt sich für mich die grundsätzliche Frage: Wo ist der Maßstab, mit dem entschieden wird, wo
Inklusion stattfindet (und damit personelle und materielle Unterstützung gewährt wird). Wann ist ein Schüler so "anders" als welche Norm, dass er zusätzliche Hilfe braucht bzw. in Anspruch nehmen darf?[...]
Gute Idee - ganz miese Umsetzung
Über das Gute an dieser Idee bin ich mir, waren meine Gesprächspartner – noch – nicht ganz überzeugt.
Der Grundtenor in unserer Diskussion war, dass hier wieder, und zwar wieder genau dort, wo am wenigsten gespart werden sollte, gespart wird. Behinderte Kinder (wir sind allerdings von geistig behinderten ausgegangen) brauchen besondere Betreuung. Besondere Betreuung auch im Sinne von Beanspruchung der Lehrkräfte.
Das Dilemma, das meine Gesprächspartner – und auch ich – sahen, dass die Mehrzuwendung, die Behinderte wohl ohne Zweifel brauchen, den anderen, nicht behinderten Kindern fehlt. Grob gesagt, das Leistungsniveau der Klasse wird nach unten gezogen („das schwächste Glied ...“).
Was auch einiges Kopfzerbrechen verursacht, ist einer der vom Kultusministerium erarbeiteten Eckpunkte, der vorsieht, dass behinderte Kinder nach eigenen Zielen lernen sollen („zieldifferenter Unterricht“ lautet der Fachbegriff). Wo bleiben dann die (Lern-)Ziele der übrigen Schüler?
Wie ferner geargwöhnt wurde, sind die Kreise, die jetzt vollmundig die Inklusion propagieren bzw. fordern, die ersten, die ihre Kinder – weil sie über die dafür nötigen Mittel verfügen – von den staatlichen Schulen abziehen und in Privatschulen unterrichten lassen.
Aus meiner Praxis:
In meiner Kindergruppe befindet sich ein geistig wie körperlich behinderter 10Jähriger. Ich freue mich, dass er im Rahmen des ihm Möglichen mitmacht. Er wird – quasi im Vorbeigehen – korrigiert und ermuntert. Es macht mir Spaß, zu sehen, dass er tatsächlich allmählich zu verstehen scheint, worauf es (mir) ankommt. Er kann sogar genau nach vorne zeigen, gerade nach vorne gehen, ohne nach drei vier Schritten die Richtung zu verlieren (ich bin richtig stolz auf mich!). Ich lasse nicht zu, dass er die anderen Kinder ausbremst (doch, es funktioniert. Zumindest in diesem Bereich).
Beim Kinderunterricht – und nur dort – darf zugeschaut werden. Zumeist sind es Eltern, die zuschauen. Ich glaube, nicht richtig verstanden zu haben, eine Mama zu einer anderen: „Vasteh i net, dass des Zaigs da mitmocha derf!“ (verstehe ich nicht, dass dieses Zeug (!!!) mitmachen darf). Als mir meine bayerische Frau bestätigt, dass ich richtig verstanden habe, gehe ich zu der „Dame“: „Bei Ihnen handelt es sich wohl um eine echte Christin“ (mein Bild des wahren Christen wird immer wieder bestätigt).
Fazit: Die Frauen zogen ihre Kinder von unserer Sportschule ab.
Fortbildung:
Ausdrücklich gewarnt hat uns ein leitender Dozent des BKA davor, behinderte Kinder in die Gruppen aufzunehmen. Man solle sie dafür geeigneten Institutionen (kosten die nicht Geld, gibt es die?) überlassen, die würden das Leistungsprofil der Gruppe ruinieren.
Aus meinem familiären Umfeld:
Die Tochter eines meiner Brüder hat ein Kind mit Downsyndrom. Das Kind ist lieb, aktiv und interessiert; es hat im Freizeitumgang mit anderen Kindern keine Probleme: Die anderen Kinder erkennen, dass das behinderte Kind ein Problem hat, gehen darauf ein und berücksichtigen bestimmte Handicaps.
Was die Schule betrifft ist die Position die Eltern Klar, sie sehen ihr Kind lieber in spezieller Betreuung, wo es nicht der Gefahr ausgesetzt ist, als „Behinderter“ angesehen (akzeptiert/nicht akzeptiert?) zu werden.
Mein – evtl. nicht ganz qualifizierter – Eindruck: Hier wird auf Kosten des (niederen) Volkes an der Möglichkeit, eine möglichst schichten- und klassenneutrale Grundbildung zu erwerben, erneut gespart (klar: Das Wohlergehen politikfinanzierender Bankenbankrotteure geht vor).