Was haltet ihr von ... Diskussion 

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StaryWojownik

... Inklusion?

Einige meiner Schüler sind Pädagogen. Sie unterrichten an Grund- sowie auch an weiterführenden Schulen. Wir haben das Thema kürzlich andiskutiert. Die Lehrer waren alle – aus weitgehend gleichen Gründen – dagegen.

Wie steht ihr dazu?

Nebenbei:
Als bei mir der Schulbesuch anstand, ging ich erst zwei Jahre in eine (Sonder-)Schule für Fremdsprachige, bevor ich auf deutschsprachige Schulklassen „losgelassen“ wurde.
 
Schwieriges Thema, weil ungemein vielschichtig.

Ein paar Gedanken dazu:

Inklusion kommt von dem lateinischen includere, was so viel heißt wie aufnehmen, einschließen, einbeziehen.
Da werden also Teile in ein Ganzes aufgenommen, die nicht natürlicherweise dazu gehören, also etwas abseits einer bestimmten Norm liegen.

So verstanden schließt jede gesellschaftliche Gruppe notwendigerweise auch eine Portion Inklusion mit ein, da wir alle Individuen und zum Teil recht unterschiedlich gestrickt sind, wenig normierbar!

Auf die Schule bezogen ist es bisher doch schon immer so gewesen, dass in einer Klasse eine große Bandbreite an Intelligenzen und Kompetenzen vorhanden war, in den Grundschulen noch mehr als in den weiterführenden Schulen - nach der Selektion.

Da stellt sich für mich die grundsätzliche Frage: Wo ist der Maßstab, mit dem entschieden wird, wo Inklusion stattfindet (und damit personelle und materielle Unterstützung gewährt wird). Wann ist ein Schüler so "anders" als welche Norm, dass er zusätzliche Hilfe braucht bzw. in Anspruch nehmen darf?

Ein bischen weniger theoretisch, bodenständiger ...
Inklusion ist einfach dargestellt die gemeinsame Unterrichtung behinderter und nicht-behinderter Schülerinnen und Schüler, wobei eine Behinderung nicht unbedingt körperlich sein muss, sondern ebenso in der geistigen oder Entwicklung, in der Sprache oder beim Lernverhalten vorliegen kann.
Die Befürworter sagen, dass man in heterogenen Gruppen ganz prima auch von einander lernen kann, wodurch nicht zuletzt auch die sozialen Kompetenzen (die die Wirtschaft bei den Schulabgängern zunehmend vermisst) entwickelt werden.

Zweifelsfrei ist es auch so, dass in einer ganzen Reihe von Schulfächern eine Lernbehinderung - um mal ein Beispiel herauszugreifen - überhaupt nicht auffallen muss (Musik, Sport, Religion, ...)

Also grundsätzlich keine schlechte Idee!?!

Leider stimmen die Rahmenbedingungen in keinster Weise!
Hauptkritikpunkte:
Zu wenig ausgebildete Lehrer; die sitzen an den (noch bestehenden) Förderschulen oder sind mit einigen Stunden an Regelschulen abgeordnet, d.h. sie pendeln heimatlos umher.

Zu große Klassen!
Wenn in einer Klasse 27 Kinder sitzen, von denen auch nur 5 eine Behinderung aufweisen, mit der man früher eine Förderschule besucht hätte, dann ist das zum Scheitern verurteilt, zumal wenn auch nur ein Kind mit Asberger oder ähnlichen Problemen dabei ist.

Keine entsprechende Ausstattung!
Regelschulen haben nur sehr unzureichendes Unterrichtsmaterial für die Beschulung von Kindern mit besonderem Förderbedarf und es gibt auch keine Erweiterung des allgemeinen Schuletats, um dieser neuen Aufgabe gerecht zu werden.

Fazit:
Gute Idee - ganz miese Umsetzung :(
 
[...]ungemein vielschichtig.[...]
So verstanden schließt jede gesellschaftliche Gruppe notwendigerweise auch eine Portion Inklusion mit ein, da wir alle Individuen und zum Teil recht unterschiedlich gestrickt sind, wenig normierbar![...]
Da stellt sich für mich die grundsätzliche Frage: Wo ist der Maßstab, mit dem entschieden wird, wo Inklusion stattfindet (und damit personelle und materielle Unterstützung gewährt wird). Wann ist ein Schüler so "anders" als welche Norm, dass er zusätzliche Hilfe braucht bzw. in Anspruch nehmen darf?[...]
Gute Idee - ganz miese Umsetzung :(
Über das Gute an dieser Idee bin ich mir, waren meine Gesprächspartner – noch – nicht ganz überzeugt.

Der Grundtenor in unserer Diskussion war, dass hier wieder, und zwar wieder genau dort, wo am wenigsten gespart werden sollte, gespart wird. Behinderte Kinder (wir sind allerdings von geistig behinderten ausgegangen) brauchen besondere Betreuung. Besondere Betreuung auch im Sinne von Beanspruchung der Lehrkräfte.
Das Dilemma, das meine Gesprächspartner – und auch ich – sahen, dass die Mehrzuwendung, die Behinderte wohl ohne Zweifel brauchen, den anderen, nicht behinderten Kindern fehlt. Grob gesagt, das Leistungsniveau der Klasse wird nach unten gezogen („das schwächste Glied ...“).

Was auch einiges Kopfzerbrechen verursacht, ist einer der vom Kultusministerium erarbeiteten Eckpunkte, der vorsieht, dass behinderte Kinder nach eigenen Zielen lernen sollen („zieldifferenter Unterricht“ lautet der Fachbegriff). Wo bleiben dann die (Lern-)Ziele der übrigen Schüler?
Wie ferner geargwöhnt wurde, sind die Kreise, die jetzt vollmundig die Inklusion propagieren bzw. fordern, die ersten, die ihre Kinder – weil sie über die dafür nötigen Mittel verfügen – von den staatlichen Schulen abziehen und in Privatschulen unterrichten lassen.

Aus meiner Praxis:

In meiner Kindergruppe befindet sich ein geistig wie körperlich behinderter 10Jähriger. Ich freue mich, dass er im Rahmen des ihm Möglichen mitmacht. Er wird – quasi im Vorbeigehen – korrigiert und ermuntert. Es macht mir Spaß, zu sehen, dass er tatsächlich allmählich zu verstehen scheint, worauf es (mir) ankommt. Er kann sogar genau nach vorne zeigen, gerade nach vorne gehen, ohne nach drei vier Schritten die Richtung zu verlieren (ich bin richtig stolz auf mich!). Ich lasse nicht zu, dass er die anderen Kinder ausbremst (doch, es funktioniert. Zumindest in diesem Bereich).

Beim Kinderunterricht – und nur dort – darf zugeschaut werden. Zumeist sind es Eltern, die zuschauen. Ich glaube, nicht richtig verstanden zu haben, eine Mama zu einer anderen: „Vasteh i net, dass des Zaigs da mitmocha derf!“ (verstehe ich nicht, dass dieses Zeug (!!!) mitmachen darf). Als mir meine bayerische Frau bestätigt, dass ich richtig verstanden habe, gehe ich zu der „Dame“: „Bei Ihnen handelt es sich wohl um eine echte Christin“ (mein Bild des wahren Christen wird immer wieder bestätigt).
Fazit: Die Frauen zogen ihre Kinder von unserer Sportschule ab.

Fortbildung:

Ausdrücklich gewarnt hat uns ein leitender Dozent des BKA davor, behinderte Kinder in die Gruppen aufzunehmen. Man solle sie dafür geeigneten Institutionen (kosten die nicht Geld, gibt es die?) überlassen, die würden das Leistungsprofil der Gruppe ruinieren.

Aus meinem familiären Umfeld:

Die Tochter eines meiner Brüder hat ein Kind mit Downsyndrom. Das Kind ist lieb, aktiv und interessiert; es hat im Freizeitumgang mit anderen Kindern keine Probleme: Die anderen Kinder erkennen, dass das behinderte Kind ein Problem hat, gehen darauf ein und berücksichtigen bestimmte Handicaps.
Was die Schule betrifft ist die Position die Eltern Klar, sie sehen ihr Kind lieber in spezieller Betreuung, wo es nicht der Gefahr ausgesetzt ist, als „Behinderter“ angesehen (akzeptiert/nicht akzeptiert?) zu werden.

Mein – evtl. nicht ganz qualifizierter – Eindruck: Hier wird auf Kosten des (niederen) Volkes an der Möglichkeit, eine möglichst schichten- und klassenneutrale Grundbildung zu erwerben, erneut gespart (klar: Das Wohlergehen politikfinanzierender Bankenbankrotteure geht vor).
 
Zuletzt bearbeitet:
@ Stary

In einigen Punkten gebe ich dir vollkommen recht, z.B. was das falsche Sparen angeht.
Die Förderschulen, die eine gute Arbeit geliefert haben, sollen als Kostenfaktor wegfallen, ohne dass ein halbwegs gleichwertiger Ersatz geschweige denn ein besserer Ansatz entwickelt wird.

Auch die Beobachtung, dass die lautesten Inklusionsschreier für die eigene Familie lieber ein selektives System bevorzugen, ist sicherlich richtig. Allerdings unterstelle ich diesen Zeitgenossen, dass sie nicht an der Grundidee zweifeln, sondern ihnen ist nur der Weg dahin zu beschwerlich.

[....]
Das Dilemma, das meine Gesprächspartner – und auch ich – sahen, dass die Mehrzuwendung, die Behinderte wohl ohne Zweifel brauchen, den anderen, nicht behinderten Kindern fehlt. Grob gesagt, das Leistungsniveau der Klasse wird nach unten gezogen („das schwächste Glied ...“).

Was auch einiges Kopfzerbrechen verursacht, ist einer der vom Kultusministerium erarbeiteten Eckpunkte, der vorsieht, dass behinderte Kinder nach eigenen Zielen lernen sollen („zieldifferenter Unterricht“ lautet der Fachbegriff). Wo bleiben dann die (Lern-)Ziele der übrigen Schüler?
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Das klingt mir ein bisschen nach Sozialdarwinismus: Nicht gemeinsam sind wir stark, sondern die Starken müssen gemeinsam getrimmt werden und die Schwachen müssen gemeinsam gefördert werden. Auf dieser Grundidee basiert ja leider auch unser in die Jahre gekommenes Schulsystem.
Die integrativen Schulformen zeigen, dass andere Wege mindestens ebenso erfolgreich sein können.

Das zweite Zitat bringt mich auf eine wichtige Voraussetzung für funktionierende Inklusion, die ich in meinem ersten post vergessen habe: Eine gute Lehrerausbildung!

Moderner Unterricht läuft schon lange nicht mehr frontal ab; es gibt viele offene Arbeitsformen wie Wochenplan, Werksttunterricht, Lernen in Projekten, selbstbestimmtes Arbeiten bei entdeckendem / erforschendem Lernen. Dabei hat sich die Rolle des Lehrers verändert - er wird vom Instruktor und Vortänzer zum Lernberater, einer Funktion, bei der er mehr Zeit hat für einzelne Kids, die halt mehr Hilfe brauchen.

Die Vorbereitung auf diese veränderte Rolle erfahren Lehramtsanwärter und Studenten bereits heute, da muss aber sicherlich noch mehr passieren, vor allem an praktischer Erfahrung schon während der Ausbildung.
Wenn dann noch die Rahmenbedingungen stimmen - z.B. Klassengrößen von 14 - max. 18, darunter vielleicht 3 - max. 4 Kinder mit Behinderung, mit ständig 2 Lehrern in der Klasse (bzw. 1 Lehrer, 1 Betreuer), dann kann Inklusion ne prima Sache werden, die alle Beteiligten bereichert und gegenseitige Akzeptanz und Offenheit fördert.

Aber dahin zu kommen ist ein sehr langer Weg; solange eine Regierung nicht richtig Kohle in die Hand nimmt, um dahin zu kommen, ist das ganze ein rosa Traum :(
 
Ich halte überhauptnichts von pauschaler Inklusion und selbst wenn, dann wäre ich im Augenblick äusserst skeptisch, da dafür ganz einfach das ausgebildete Personal fehlt.

Das Thema Inklusion erinnert mich ein wenig an political correctness, wo es nicht darauf ankommt, politisch korrekt zu sein, sondern lediglich um jeden Preis so erscheinen zu wollen.

Vor einiger Zeit habe ich eine Teil einer Fernsehdiskussion mit Günther Jauch über das Thema Inklusion gesehen, die offenbar nichts anderes bezweckte, als die öffentliche Meinung emotional zu unterwandern.

Wenn man zu einer solchen Sendung ein behindertes Mädchen einläd, um die Diskussion zu entsachlichen und dem Thema ein Gesicht zu geben, dann braucht man sich später auch nicht zu wundern, wenn die Forderungen immer unverschämter werden.

Erst ist es der Zugang zu Gymnasien für Behinderte, die nicht einmal ansatzweise in der Lage sein dürften, von einem Abitur auch nur zu träumen (mit dem Argument, es sei für die Intergration wichtig, da viele Mitschüler auch auf das Gymnasium kommen werden). Dabei tritt man die Rechte nicht-anerkannter Behinderter (wie z.B. Minderbegabter, denen man den Zugang zu den Gymnasien verwehrt, weil deren Intergration offensichtlich nicht wichtig ist - oder eben nicht so medienwirksam).

Erst ist es der Zugang zu einem Schulsystem, irgendwann die Uni und dann noch der Numerus Clausus. Muss ich eigenlich damit rechnen, irgendwann von einem körperbehinderten Chirurgen operiert zu werden, welcher nur der Quote wegen zugelassen wurde?

Wie wäre es, im Rahmen der vollständigen Integration eine Behindertenquote für Vorzeige-Positionen zu fordern? Zum Beispiel müsste dann jeder zweite Bundeskanzler ein Behinderter sein. Es wird unser Ansehen im Ausland ganz sicher enorm untermauern, wenn uns ein geistig behinderter Bundeskanzler vertritt. Ich wäre ja mal gespannt darauf, ob es klappt. Am besten noch eine geistig behinderte Prekariatsangehörige mit Migrationshintergrund. Deutschkenntnisse nicht erforderlich (die müssen nur die Hilfsknechte für's Grobe vorweisen), bei Behinderten genügt die Quote allein.

Was meinte das Mädchen in der Fernsehsendung? Sie müsse inkludiert werden, denn sonst fühle sie sich ausgegrenzt.

Offenbar hat sie unser Schulsystem nicht begriffen. Die Schule besucht man, um das Klassenziel zu erreichen, sich Bildung anzueignen (leider im Laufe der Jahre immer weniger) ujnd einen Abschluss zu machen. Entspannte Aufbewahrung im Bekanntenkreis geht irgendwie anders.

Was ist mit den Zweier-Kandidaten, die sich ausgegrenzt fühlen, weil sie wieder keine Eins geschrieben haben? Was gar mit denen, deren Versetzung in Gefahr ist? Können auch die auf die Trändrüse drücken und auf eine Versetzung hoffen, damit sie ihr gewohntes Klassenumfeld nicht verlieren (oder sind sie dazu nicht behindert genug)?

Ich bin weit davon entfernt, Behinderte auszugrenzen. Aber als Unmusikalischer habe ich meines Erachtens auf einem Konservatorium nichts verloren (auch nicht als Behinderter). Und wenn ich nicht einmal das Kleine Einmaleins im Griff habe, dann sollte ich nicht Mathematik studieren (obwohl es schon recht interessant wäre, den Opfern eines Brückeneinsturzes zu erzählen, warum das Einstellen eines geistig behinderten Statikers so wichtig ist - schliesslich wollen wir niemanden Benachteiligen und die Opfer des Brückeneinsturzes oder besser noch deren Angehörigen werden das sicher verstehen).

Wie weit sind wir eigentlich gekommen?

Förderungen Behinderter schön und gut. Aber bitte da, wo sie sinnvoll und nicht dort, wo sie nur medienwirksam (und im Grunde genommen auf Kosten Behinderter) sind.

Ich möchte übrigens nicht, daß Behinderte ein normale Leben in unserem (pauschalen) Sinne leben, sondern im Rahmen ihrer realen Möglichkeiten. Ein Blinder lebt anders als ein Sehender und sein Blindsein so zu kaschieren, daß er 'normal' (also sehend erscheint), wäre nichts anderes als der verzweifelte Versuch Sehender, sich nicht mehr mit dem Thema auseinandersetzen zu müssen. Hut ab vor Behinderten bei den Paralympics, aber im Urlaubshotel hat man sie dann doch nicht so gerne. Es sei denn, die sind bereits so 'integriert', daß ihre Behinderung nicht mehr auffällt.

Integration im Einzelfall immer dann, wenn es möglich und sinnvoll erscheint (und auch personell leistbar ist), aber pauschale Inklusion? Nein danke.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@ Konradin
Mir gefällt dein letzter Satz besonders gut!
Pauschale Kathegorisierungen funktionieren nicht, wenn es um Individuen geht.
Man muss schon den einzelnen Menschen betrachten, wenn man ihm die optimale "individuelle Förderung" zukommen lassen will. Das kann in vielen Fällen dann eben doch eine besondere Einrichtung sein und nicht die Regelschule, weil nur da die notwendigen Rahmenbedingungen gegeben sind.

Das ist der Nachteil von Gesetzen und Verordnungen - sie erschweren das Augenmaß und die Flexibilität.
 
Gehen wir doch einen Schritt weiter und übertragen es von den Behinderten auf die Kranken.

Was, wenn wir Kranke grundsätzlich nicht mehr in Einrichtungen (sogenannten Krankenhäusern) behandeln, sondern integrationshalber besser zuhause? Dann brauchen Kranke sich endlich nicht mehr ausgegrenzt fühlen und Deutschland ist gesund.
 
Solange sich mit den Kranken nicht mehr genug bzw. kein Geld mehr verdienen lässt, haben wir diesen Zustand doch heute schon.
 
Ich bin über die Entwicklung dieser Diskussion entsetzt.

Es ist aus meiner Sicht unstrittig, dass das Thema "Inklusion" ein nicht ausgereifter Schnellschuß ist, der dringenst überarbeitet werden sollte. Insoweit bin ich auch ein Gegner einer pauschalen und vollumfänglichen Inklusion (Die Aussagen der Mutter in der Diskussion bei Günter Jauch fand ich ziemlich daneben). Aber folgende Aussage von Konradin ist nicht akzeptabel.

Konradin schrieb:
Ich möchte übrigens nicht, daß Behinderte ein normale Leben in unserem (pauschalen) Sinne leben, sondern im Rahmen ihrer realen Möglichkeiten.

Wollen Sie zukünftig festlegen, wer welches Leben führen darf, was "normal" ist oder nicht? Was machen Sie z.B. dann mit z.B. mit hochbegabten, als Autisten eingestufte Menschen, die dürfen Ihren Aussagen nach nicht an einer normalen Uni studieren, ob wohl sie ggfs. jeden "Nichtbehinderten" haushoch überlegen sind ? Gibt es dann wieder eine Unterteilung in "wertes" und "unwertes" Leben?

Kehren Sie doch bitte zu einer sachlichen Diskussion zurück und Stigmatisieren Sie Behinderte doch nicht unter dem Deckmantel einer politisch, nicht unbedingt gesellschaftlich, gewollten Inklusion
 
@ ub33020

Nimm's mir nicht übel, wenn ich duze, aber das ist im Umgang miteinander in boards allgemein so üblich und erschwert die Komunikation nach meiner Erfahrung in keinster Weise.
Ich finde die Diskussion durchaus sachlich, nur halt mit unterschiedlichen Erfahrungen und Eindrücken unterfüttert.
Im übrigen glaube ich, du hast Konradins Beiträge nicht genau genug gelesen, wenn dich ein einzelner herausgelöster Satz zu solch gewagten Schlüssen führt - aber da mag Konradin selbst Stellung zu nehmen ;)

Dass Behinderte kein normale Leben in unserem (pauschalen) Sinne leben können ist nun mal leider keine stigmatisierende Behauptung, es ist ganz einfach Fakt! Je nach Grad der Behinderung brauchen sie unterschiedliche Unterstützung, wenn sie "normalen" (ich Gebrauche den Begriff mal unreflektiert) teilnehmen wollen. Dies wiederum führt zu der Einsicht, die nach meinem Eindruck bisher von allen Diskussionsteilnehmern geteilt wird, dass pauschale Inklusion nix taugt und man immer den Einzelfall in den Blick nehmen muss.

Gehen wir doch einen Schritt weiter und übertragen es von den Behinderten auf die Kranken.
Was, wenn wir Kranke grundsätzlich nicht mehr in Einrichtungen (sogenannten Krankenhäusern) behandeln, sondern integrationshalber besser zuhause? Dann brauchen Kranke sich endlich nicht mehr ausgegrenzt fühlen und Deutschland ist gesund.

ok - ich weiß, dass du gerne mit Provokationen bis hin zum Sarkasmus Denkanstöße lieferst - aber das Beispiel ist mir schon sehr abwegig.
Die Idee der Inklusion in der Schule geht ja nicht primär von der Idee aus, Behinderten Normalität vorzugaukeln, sondern von der Erkenntnis, dass sie in der Regelschule wesentlich mehr positive Lern- und Entwicklungsimpulse bekommen, als in einer Förderschule, wo diese Impulse in der Regel nur von 1 - 2 Personen kommen.
Das willst du auf den Umgang mit Kranken übertragen??? :D
 
@littleprof:

ich habe mit dem Duzen im Foren grundsätzlich kein Problem, stamme aber noch aus einer Generation, in der das Duzen nicht so leicht über die Lippen oder besser gesagt über die Tastatur kommt. Ein "Sie" ist meines Erachtens immer noch ein Zeichen des Respekts der anderen - unbekannten - Person gegenüber.

Zu Deinem Hinweis:

@ ub33020

Im übrigen glaube ich, du hast Konradins Beiträge nicht genau genug gelesen, wenn dich ein einzelner herausgelöster Satz zu solch gewagten Schlüssen führt - aber da mag Konradin selbst Stellung zu nehmen ;)

Dieser einzelne Satz hat mich deshalb so aufgeregt, weil Konradin mit den Stilmitteln der "geschriebenen" Provokation oder des Sarkasmus sehr gut umzugehen weis, wie Du ja selber in Deinem letzten Post anmerkst. Gerade wenn man seine Kommentar genau (nicht nur in diesem Thread, sondern auch in anderen) liest erkennt man schnell, wie geschickt er mit diesen Mitteln die Diskussion "anheizt".

Es gibt aber meiner Meinung nach Grenzen dieser Stilmittel, nämlich dann, wenn Sarkasmus oder Provokation nicht mehr zu erkennen sind und Aussagen als "eigenes Gedankengut" empfunden oder verstanden werden können (oder sollen?). Genaus dies geschieht in dem vom mir kritisierten Satz: Ein Forderung (wenn auch durch "möchte" statt "will" abgeschwächt) hat mit Provokation oder Sarkasmus m.E. nichts mehr zu tun, gerade dann, wenn es sich hier pauschalisierend um alle Behinderten handelt.

Ich möchte auch Dich hierzu einmal zitieren:

littleprof schrieb:
@ Konraden
Pauschale Kathegorisierungen funktionieren nicht, wenn es um Individuen geht.

Dem kann ich nur zu 100% zu stimmen.

Leider widersprichst Du Dir selber in Deinem letzen Post.

@ ub33020

Dass Behinderte kein normale Leben in unserem (pauschalen) Sinne leben können ist nun mal leider keine stigmatisierende Behauptung, es ist ganz einfach Fakt! Je nach Grad der Behinderung brauchen sie unterschiedliche Unterstützung, wenn sie "normalen" (ich Gebrauche den Begriff mal unreflektiert) teilnehmen wollen.

Was bitte schön ist "normal"? Bin ich bereits "anormal" (von der Norm abweichend) weil ich selber einen GDB habe? Btw. ich stehe seit fast 40 Jahren erfolgreich im Berufsleben

Ich würde mich im Übrigen auch freuen, wenn Konradin Stellung bezieht, vielleicht kann er mir ja nahebringen, was er mit diesem Satz wirklich gemeint hat.
 
@littleprof:
[...]
Leider widersprichst Du Dir selber in Deinem letzen Post.

Was bitte schön ist "normal"? Bin ich bereits "anormal" (von der Norm abweichend) weil ich selber einen GDB habe? Btw. ich stehe seit fast 40 Jahren erfolgreich im Berufsleben
[...]

Den Widerspruch kann ich nicht erkennen - hilf mir mal auf die Sprünge ;)
Ich bin mir der Fragwürdigkeit des Begriffs "normal" durchaus bewusst - hab ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich ihn unreflektiert nutze.
Scheinbar pickst du dir auch hier aus dem Zusammenhang einen Gedanken, vielleicht ein Wort heraus, um deine Schlüsse zu ziehen. Der Folgesatz richtet doch den Fokus eindeutig wieder auf das Individuum.

Einen GDB zu haben sagt m.E. überhaupt nichts aus. Ich kenne verschiedene Menschen, die hier Prozente vorweisen können, ohne dass das ihr Leben (nach außen) deutlich beeinträchtigt.

Allmählich verzetteln wir uns allerdings hier ein bisschen ;)
Wir sollten wieder zum Thema Inklusion und deren Sinnhaftigkeit zurückkehren.
 
[...]ich habe mit dem Duzen im Foren grundsätzlich kein Problem, stamme aber noch aus einer Generation, in der das Duzen nicht so leicht über die Lippen oder besser gesagt über die Tastatur kommt. Ein "Sie" ist meines Erachtens immer noch ein Zeichen des Respekts der anderen - unbekannten - Person gegenüber.[...]
Schön, was sich aus einer „Zieldiskussion“ entwickeln kann.

Selbst schon fast volljährig, aus einem anderen Sprach- und Kulturraum kommend, vorwiegend in Bayern, dem „Du-Land“ per se, aufgewachsen, habe ich gelegentlich immer noch Probleme mit dem in Bayern üblichen „Du“. Es verunsichert mich vor allem in Kneipen, wenn ich schon beim ersten Besuch mit „wos dearf i dia bringa?“ angesprochen werde (wie mir meine Eltern erzählten, siezten sie ihre Eltern noch. Man könnte es – in diesem Fall – als Respekt deuten).

Im Forum wird von mir das „Sie“ ausschließlich verwendet, um Abstand herzustellen („Sie gehören nicht zu dem Personenkreis, mit dem ich mich duzen möchte“).

Nebenbei, im Bereich der Gewaltprävention wird genau dies empfohlen: Sich durch das „Sie“ Abstand nicht nur räumlich, sondern auch sprachlich zu sichern. Also nichts mit (Vortäuschen von) Respekt.

[...]Es gibt aber meiner Meinung nach Grenzen dieser Stilmittel, nämlich dann, wenn Sarkasmus oder Provokation nicht mehr zu erkennen sind und Aussagen als "eigenes Gedankengut" empfunden oder verstanden werden können (oder sollen?). .[...]
Missverständnisse in einer Forumsdiskussion können leichter als im direkten Gespräch entstehen, weil keine Möglichkeit besteht, aus Mimik und Tonfall des Gesprächspartners zusätzliche Information zu dem Gesagten zu gewinnen (die Möglichkeit, Mimik und Tonfall durch „Smileys“ zu ersetzen, lehne ich für mich ab: Ich habe die deutsche Sprache nicht – zumindest in den Grundzügen – erlernt, um sie durch Piktogramme zu ersetzen).

[...]Was bitte schön ist "normal"? Bin ich bereits "anormal" (von der Norm abweichend) weil ich selber einen GDB habe? .[...]
Schau einmal um Dich. Möchtest Du wirklich „normal“ sein, der Norm (welcher?) entsprechen?
Aber, was "Normalität" ist, wäre bestimmt ein interessantes Thema.

[...]Allmählich verzetteln wir uns allerdings hier ein bisschen ;)
Wir sollten wieder zum Thema Inklusion und deren Sinnhaftigkeit zurückkehren.
Macht doch Spaß (zumindest, wenn der Weg zurück wieder gefunden wird)!
 
Angenommen Ihr habt alle ein eigenes Unternehmen ( wenn nicht, dann seit einfach mal bitte für kurze Zeit Unternehmer eures Berufes) und angenommen es gibt drei Behinderte, die eine Ausbildung suchen.

A ist Taubstumm,
B ist Blind,
C ist Querschnittsgelähmt

Welchen Behinderten würdet Ihr eine Chance geben?

Bin mal gespannt...
 
Bei meinen Unternehmen werden Blinde eingestellt.

Blinde sitzen dort in den Telefonzentralen. Leider sehe ich bei den Arbeitsanforderungen in meinem Job, keine Chance für A und C.

Ohne Hören und Beweglichkeit geht bei uns nix.
 
Was für eine, ich nenne es mal exotische, Fragestellung -Matthew -. Allen dreien! Es käme auf das Unternehmen an.

Zu A Bodyguard mit besonderer Sicherheitsstufe
zu B Callcenter
zu C Lehrer, Steuerprüfer, ..

Worauf willst Du hinaus?
 
@littleprof

Du hast natürlich recht, das Ausgangsthema sollte wieder in den Fokus gerückt werden, da es ein gesellschaftspolitisch brisantes Thema ist. Es gibt ja in den Beiträgen allgemein den Tenor, dass die Inklusion, wie sie Stand heute eingeführt ist, stark verbesserungswürdig ist und m.E auch bis zu Schaffung erforderlicher Voraussetzungen wieder ausgesetzt werden sollte.

Dennoch beziehe ich ganz klar die Position, dass Inklusion wichtig und sinnvoll ist, weil sie Menschen mit Behinderung (unabhängig von der Art der Behinderung) die Möglichkeit gibt,
mehr positive Lern- und Entwicklungsimpulse bekommen (s.u.) Hier zitiere ich aus einem Deiner ersten Posts

@ ub33020

Die Idee der Inklusion in der Schule geht ja nicht primär von der Idee aus, Behinderten Normalität vorzugaukeln, sondern von der Erkenntnis, dass sie in der Regelschule wesentlich mehr positive Lern- und Entwicklungsimpulse bekommen, als in einer Förderschule, wo diese Impulse in der Regel nur von 1 - 2 Personen kommen.

Aber auch "Normalos" können einen Nutzen aus der Inklusion ziehen, nämlich den Umgang mit Behinderten. Dies gilt weniger für Kinder, da sie i.d.R. weniger Berührungsängste als Erwachsene haben.

Zu Deiner Bitte, Dir auf die Sprünge zu helfen: Der Widerspruch ergibt sich nicht innerhalb des Posts, sondern der erste Satz des zitierten Posts steht m.E im Widerspruch zur Aussage "Pauschale Kategorisierungen funktionieren nicht, wenn es um Individuen geht" im vorhergehenden Zitat. Diesen Bezug habe ich leider nicht sauber herausgestellt.

@StaryWojwonik

Missverständnisse in einer Forumsdiskussion können leichter als im direkten Gespräch entstehen, weil keine Möglichkeit besteht, aus Mimik und Tonfall des Gesprächspartners zusätzliche Information zu dem Gesagten zu gewinnen (die Möglichkeit, Mimik und Tonfall durch „Smileys“ zu ersetzen, lehne ich für mich ab: Ich habe die deutsche Sprache nicht – zumindest in den Grundzügen – erlernt, um sie durch Piktogramme zu ersetzen).

Gerade dann ist es sehr sinnvoll genau zu überlegen, was man schreibt, weil ansonsten, wie mir ja gerade auch passiert, Fragen / Missverständnisse aufkommen, die eigentlich überflüssig sein sollten. :mad:


Aber lasst uns nun endlich wieder zum eigentlichen Thema zurückkehren
 
[..]angenommen es gibt drei Behinderte, die eine Ausbildung suchen. [...]Welchen Behinderten würdet Ihr eine Chance geben?[...]
Persönlich halte ich eine Erziehung, die dazu führt, dass sich „vollwertiges“ Menschsein über Arbeit zu definieren hat, für fragwürdig.
Aber bei den von Dir geschilderten Behinderungen käme meiner Meinung nach bei uns nur der Querschnittgelähmte in Frage. Er müsste in der Lage sein, am Schreibtisch/Bildschirm Verwaltungs- und Kontoführungsarbeiten (Buchführung) zu erlernen.
Personalfragen regelt allerdings bei uns meine Frau: Sie ist härter als ich.

Knapp am Thema:

Meine Schweigermutter – knapp zwei Jahrzehnte jünger als ich – ist sowohl blind als auch taub. Meine Frau hat in erster Linie per eMail mit ihr Kontakt. Besucht sie uns in unserem Betrieb, nimmt meine Frau die Hand ihrer Mutter, um sie mir zwecks Begrüßung in die Hand zu legen. Wenn meine Frau mit ihrer Mutter direkt kommuniziert, verständigen sie sich über Handkontakte, den ich noch nicht durchschaut habe (ehrlicher Weise aber zugeben muss, daran kein Interesse zu haben).

Meine Frau begleitet ihre Mutter auf entsprechende Seminare und Kongresse, die sehr oft auch außerhalb Bayerns – unserem Wohnbundesland - stattfinden. Ohne Begleitung wäre die Dame hilflos.

Wie sollte hier inkludiert werden, ohne dass eine Partei banachteiligt wird?

Für mich ein Beispiel dafür, dass „verordnete“ Inklusion, wenn überhaupt, nur mit gewaltigen Einschränkungen durchgeführt werden kann. Jeder Fall von Behinderung ist ein spezieller Fall, der spezieller Hingabe (!) bedarf.

Wichtiger ist es nach meiner Meinung, eine gesellschaftliche Einstellung/Erziehung zu fördern, die in einem Menschen mit Behinderung in erster Linie einen Mitmenschen, und nicht einen Behinderten sieht. Dabei trotzdem nicht außer acht lässt, dass evtl. besondere Rücksichten* erforderlich sind.

_________________
* Die trotzdem nicht immer gern angenommen werden, da sie dem Betroffenen oftmals immer wieder sein Handicap vor Augen führen.
 
@ Stary
vor allem deinen letzten Satz halte ich für ganz wesentlich. Ohne ein grundsätzliches Umdenken im Hinblick auf Menschen mit i-welchen Beeinträchtigungen sind in dieser Frage keine Fortschritte zu erwarten.
Separation und Selektion haben genau den gegenteiligen Effekt, was eindeutig für Inklusion spricht, sowohl in der Schule als auch gesamtgesellschaftlich betrachtet.

Wie sollte hier inkludiert werden, ohne dass eine Partei benachteiligt wird?

Na in erster Linie sollten sich, wenn solche Aktivitäten selbstverständlich werden, die sozialen Kompetenzen verbessern. Deffizite in diesem Bereich werden den heutigen Schulabgängern von Wirtschaftsvertretern immer wieder vorgeworfen.
 
Ich halte die Grundidee der Inklusion für verfehlt. Das Prinzip, Schüler nach ihrer Leistungsfähigkeit zu gruppieren, stellt keine Diskriminierung dar, sondern schafft erst eine Lernsituation, in der sie sich "normal" fühlen können. Völlig unabhängig davon, wie rücksichtsvoll und hilfsbereit Kinder ihre behinderten Mitschüler behandeln, ein behinderter Schüler kann gar nichts anders als sich als der Langsamste/Schwächste zu fühlen, denn genau das wird er immer sein, wenn man ihn zwingt sich mit Gesunden zu messen.

Fördert man hingegen Schüler mit ähnlicher Leistungsfähigkeit zusammen, dann ist es logischerweise leichter, einen ähnlichen Leistungsstand bei allen Schülern zu erreichen. Das wiederum senkt die Anforderungen an Lehrer und Lehrmaterialien, schlicht weil man sie viel zielgruppenbewusster ausbilden/konzeptionieren kann.
Das leistungsdifferenzierte Ausbildung prinzipbedingt effektiver sein muss, ist eigentlich auch keine revolutionäre Erkenntnis, sondern in anderen Feldern gängige Praxis, nicht umsonst differenziert man in Sportarten nach Geschlecht/Gewichtsklassen/Alter. Zum Glück sind die Gründe hier so offensichtlich, dass sich bisher noch kein Gleichheitsfanatiker getraut hat, daran zu rütteln. Bei den geistigen Fähigkeiten verhält es sich aber auch nicht anders, jeder Schachspieler weiß, dass man vor allem beim Spielen gegen etwa gleichstarke Gegner besser wird. Ist die Leistungsdifferenz zu groß, dann frustriert man den Schwachen und langweilt den Stärkeren.

Dieser einfachen Zusammenhänge sind sich natürlich auch Inklusionsbefürworter zumindest vage bewusst. Nur statt den offensichtlichen Weg der leistungsabhängigen Differenzierung zu gehen, sollen die prinzipiellen Nachteile eines gemeinsamen Unterrichts durch mehr und besser ausgebildete Lehrer, die man auf kleinere Klassen loslässt, kompensiert werden. So hofft man, mit deutlich höherem finanziellen Aufwand das Leistungsniveau halten zu können.
Man fragt sich, wem der ganze Wahnsinn eigentlich nützt. Belege dafür, dass die gesunden Kinder dadurch ihre soziale Kompetenz steigern oder die behinderten Kinder sich glücklicher fühlen, kenne ich nicht. Ich bezweifle auch, dass es diese jemals geben wird.

littleprof schrieb:
[…]die Starken müssen gemeinsam getrimmt werden und die Schwachen müssen gemeinsam gefördert werden. Auf dieser Grundidee basiert ja leider auch unser in die Jahre gekommenes Schulsystem.
Die integrativen Schulformen zeigen, dass andere Wege mindestens ebenso erfolgreich sein können.

Könntest du das ausführen? Das unterirdische Abschneiden der Gesamtschulen beim PISA-Test (etwa auf Hauptschulniveau) zeigt eher das Gegenteil, nämlich das von Kritikern befürchtete Konvergieren zum kleinsten gemeinsamen Nenner. Auch das Leistungsgefälle zwischen Schülern aus Bundesländern mit verhältnismäßig hohem Leistungsstandard auf den Gymnasien (und damit stärker differenziertem Schulsystem) wie Bayern und solchen aus Ländern wie Berlin oder Bremen, wo dies nicht der Fall ist, untermauert das zumindest nicht.
Den Vergleich über verschiedene Nationen hinweg halte ich für schwierig, auch wenn es dort Beispiele für wesentlich erfolgreichere (Einheits-)Schulsysteme gibt (Finnland etc.). Die Unterschiede zwischen den Ländern sind aus meiner Sicht zu vielfältig für diese Schlussfolgerung.
 
Könntest du das ausführen? Das unterirdische Abschneiden der Gesamtschulen beim PISA-Test (etwa auf Hauptschulniveau) zeigt eher das Gegenteil, nämlich das von Kritikern befürchtete Konvergieren zum kleinsten gemeinsamen Nenner.

Ich kann's probieren ;)
Die Rahmenbedingungen stimmen nicht!
Natürlich müssen Lerngruppen kleiner sein, je heterogener sie sind - das liegt auf der Hand. Solange wir an Gesamtschulen Klassenstärken von über 30 und eine Bandbreite vom Förderschüler bis zum Gymnasiasten haben, kommen die auf keinen grünen Zweig.
Hinzu kommt, dass Eltern zwar immer mehr entscheiden wollen und dürfen, aber sich immer weniger für schulische Belange engagieren, je niedriger die soziale Schicht, desto geringer in der Regel das Engagement (zum Teil auch aus Mangel an entsprechenden Kompetenzen). Auch diese Auswirkungen spüren Gesamtschulen weit stärker als Gymnasien.

Inklusion ist sicher nicht der große Wurf, da gibt's ne Menge "abers", das sehe ich auch. Aber ein paar Grundideen finde ich nachvollziehbar und ich bin davon überzeugt, dass zwar in erster Linie die Schwächeren von einem solchen System profitieren, aber auch bei den Leistungsstärkeren sind dabei Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten gegeben, die sie in ihrem späteren (Berufs-)Leben weiter bringen.
 
Gut gemeint, schlecht umgesetzt. Sah auf dem Papier wieder mal schöner aus als in der Realität.

Kenne selber zwei Kinder die eigentlich eine Integrationshilfe in der Schule bräuchten, sind letztes Jahr eingeschult worden.
Allein der bürkraktische Aufwand dahinter ist schon heftig. Dann wurde beiden Müttern mitgeteilt, dass es mit ganz ganz grosser wahrscheinlichkeit nicht klappen wird mit der Integrationskraft, da es viel zu wenig davon gibt.
Nun sind zählen die beiden Kinder nicht zu den ganz akuten Fällen. Deshalb wird es wohl darauf hinauslaufen, dass die so eine Hilfe nie bekommen werden. Bis jetzt hat es jedenfalls noch immer nicht damit geklappt.
Und wenn man dann im Fernsehen Berichte sieht, wo wirklich ganz schwere Fälle, weil schwerst geistig und oder körperlich behindert, noch nicht mal eine solche Hilfe bekommen, oder dann nur stundenweise, dann sagt das glaub ich so einiges aus.
Wieso hat man denn überhaupt spezielle Schulen für diese Kinder eingerichtet gehabt? Eben weil es schwierig, wenn nicht gar unmöglich für sie an den regulären Schulen war.

Ich finde das ganze eine riesen Sauerei, bei der mal wieder die Kinder die leidtragenden sind und sein werden. Denn das diese Kinder auf der Strecke bleiben werden, steht doch schon fest. Nur die Politiker wollen es mal wieder nicht wahr haben...
 

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