dany2610 schrieb:
… Man kann 1. einzelne Terroristen dort bekämpfen wo sie auftauchen oder 2. dort wo die meisten herkommen und ausgebildet werden. Und das ist nunmal in Afghanistan/Pakistan. …
Ja, mit dieser Art von Argumentation kenne ich mich halbwegs aus. Polen wurde ebenfalls – ebenfalls als Vergeltung – von deutschen Soldaten verwüstet und ausgeraubt, weil polnische Soldaten den (deutschen) Radiosender in Gleiwitz überfallen hatten.
Nordvietnam musste bombardiert werden, weil US-amerikanische Kanonenboote im Golf von Tonking von Vietnamesen angegriffen wurden.
Die (geschriebene) Geschichte ist voll von Lügen dieser Art. So auch – hier will ich mich auf Afghanistan beschränken – in diesem Fall.
Ich nehme an, Du bist Soldat; erhältst somit die Information (quasi auf dem Dienstweg), die man für Deine Spezies für ausreichend hält. Der folgende Text mag für einen Soldaten sehr lang sein, vielleicht machst Du dir trotzdem die Mühe, ihn so lesen, vielleicht sogar, ihn zu überdenken (er ist nicht von mir, die Quelle ist angegeben).
Man mag zu den Taliban stehen, wie man will. Ich halte sie – religiös verbrämte, von US-Amerika an die Macht gebombte Gewaltherrscher – für äußerst unsympathische Zeitgenossen, aber:
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1. Die Taliban haben noch nie einen Terrorangriff irgendwo auf der Welt durchgeführt, nicht gegen Amerika und schon gar nicht gegen Deutschland. Deshalb ist die Ausrede, "Wir müssen uns vor Terror hier bei uns schützen, indem wir ihn in Afghanistan bekämpfen" eine glatte Lüge. Die Taliban wehren sich nur gegen die Invasoren, zuerst gegen die sowjetischen Eroberer und jetzt gegen die westlichen NATO-Truppen. Dieser Abwehrkampf ist völlig verständlich und berechtigt, denn jedes Volk würde sich gegen fremde Besatzer wehren und hat das Recht dazu.
2. Es ist eine Doppelmoral und Heuchelei, wenn Amerika während der sowjetischen Okkupation Afghanistan die Taliban mit allen Mitteln unterstützte, mit Geld, Ausbildung und Waffen, sie damals auch heroische Freiheitskämpfer nannte, aber dann später als sie selber in das Land einmarschierten, diese selben Taliban auf einmal zu bösen Terroristen umdeklarierte, die bekämpft werden müssen. Was für eine pervertierte Politik ist das, wenn man zuerst die Taliban aufbaut und als Verbündeten ansieht, um die sowjetischen Besatzer zu bekämpfen, um sie dann als Feinde und Terroristen anzusehen, wenn man selber der Besatzer wird?
3. Der Hauptgrund den die Amerikaner für die Invasion und Krieg in Afghanistan angeben, die Taliban hätten Osam Bin Laden mit seiner Al-Kaida beherbergt, der angeblich die Anschläge vom 11. September 2001 geleitet und Amerika damit angegriffen hat, stimmt nicht und ist auch gelogen, denn die Amerikaner haben Bin Laden bis heute deswegen weder angeklagt, noch suchen sie ihn wegen 9/11. Warum? Weil sie zugeben müssen, dass sie keinen einzigen Beweise gegen ihn haben. Wenn sie keine Beweise für seine Führungsrolle und Tat haben, wie können sie dann einen Krieg damit begründen?
4. Wie kann man gegen ein Land einen Krieg führen, nur weil sie Fremde beherbergten, die angeblich einen Anschlag verübt haben? Dann hätten die Amerikaner auch Deutschland bombardieren müssen, denn der angebliche Hauptattentäter Mohammed Atta studierte von 1993 bis 1999 an der Universität Hamburg und wohnte in der Marienstrasse in Hamburg-Harburg. Ausserdem waren 13 der 19 angeblichen Attentäter saudische Staatsbürger, keiner war ein Afghane. Wieso hat man dann nicht Saudi Arabien angegriffen, wenn sie von dort stammen. Umgekehrt, warum bombardiert man Afghanistan, wenn keiner von dort her kommt?
5. Die Taliban haben ausdrücklich den Amerikanern bereits am 12. September 2001 mitgeteilt, wenn sie Beweise für die Täterschaft von Bin Laden betreffen 9/11 haben und sie vorlegen können, dann sind sie bereit in einem Rechtshilfeverfahren Bin Laden auszuliefern. Dazu ist es nie gekommen, weil Amerika die Beweise nie erbracht hat und weil weniger als einen Monat nach 9/11, am 7. Oktober 2001, bereits die Bombardierung des Landes begann. Der Krieg war somit von langer Hand geplant und das Militär stand für den Angriff bereit, 9/11 hatte damit gar nichts zu tun, sondern wurde nur als Ausrede verwendet.
6. Die Amerikaner führen jetzt seit acht Jahren Krieg in Afghanistan, viel länger als jeweils der I. Weltkrieg, der II. Weltkrieg und der Koreakrieg. Was haben sie in dieser Zeit erreicht? Nichts, ausser Tod und Zerstörung. Ihre Absicht ist es nicht das Land zu befrieden und Demokratie den Afghanen zu bringen, das ist lächerlich, sondern einen endlosen Krieg zu führen, damit die Waffenindustrie brummt und sie Zentralasien permanent destabilisieren und damit kontrollieren können. Die Bundeswehr und die anderen NATO-Partner sind nur die "nützlichen Idioten", um den amerikanischen Imperialismus zu ermöglichen.
7. Da Amerika NICHT von der Taliban-Regierung Afghanistans am 11. September 2001 angegriffen wurde, gibt es auch keinen NATO-Bündnisfall, gibt es keine Verpflichtung seitens der Bundesrepublik Deutschland in einen Angriffskrieg einzutreten, den der Bündnispartner USA von sich aus angefangen hat. Deshalb ist die Behauptung "Wir erfüllen in Afghanistan unsere Bündnisverpflichtungen" genau so eine Lüge wie der ganze Krieg. Es liegt gar kein Angriff auf die Vereinigten Staaten vor, der nach Artikel 5 des NATO-Vertrages einen Beistand rechtfertigt. Der Krieg dort ist völkerechtswidrig und illegal und eine Teilnahme der deutschen Bundeswehr auch.
Deshalb, die Bundeswehr hat in Afghanistan überhaupt nichts zu suchen!
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Quelle: Alles Schall und Rauch: Warum die Bundeswehr in Afghanistan nichts zu suchen hat