Afghanistan Einsatz der Bundeswehr Umfrage 

Ist der Einsatz in Afghanistan noch gerechtfertigt

  • ja

    Stimmen: 98 41,7%
  • nein

    Stimmen: 137 58,3%

  • Umfrageteilnehmer
    235
Es ist schon traurig, wenn die Ehre deutscher und amerikanischer Soldaten anders gemessen wird als diejenige zum Beispiel afghanischer Soldaten oder gar Zivilisten, Langschläfer. Einfacher wäre es doch, vom Standpunkt der Ehre aus in 'die Guten' (Deutsche, Amerikaner) und 'die Bösen' (Russen) einzuteilen, gegebenenfalls auch in 'freiheitsliebend' und 'terroristisch'.

Aber was habt ihr eigentlich alle, in Afghanistan herrscht doch gar kein KRIEG, wenigstens nicht der Definition nach. Wenn eine Straßengang ihre Interessen mit dem Baseballschläger in der Hand friedlich (!) durchzusetzen versucht, so ist dies auch nur die Befriedungspolitik des kleinen Mannes, die selbstverständlich ausschließlich den Interessen aller Ghettobewohner dient. Und warum sollte in Afghanistan alles anders sein, nur weil es um unsere Interessen geht und wir gerade zufällig Deutsche sind?

Irgendwer muß doch den armen taliban-geschädigten Frauen und Kindern helfen, sie müssen doch endlich begreifen, daß Politik nicht in Afganistan gemacht und entschieden wird, sie wird nur dort umgesetzt. Wir müssen uns schließlich hier in Deutschland vor dem Terrorismus stützen - und das macht man am besten in Afghanistan.

Mal sehen, wie lange es dauert, bis man den Terrorismus dort so weit erfolgreich bekämpft hat, bis er (meiner Meinung nach zu Recht) hierher getragen wird. Dann sind wenigstens die Transportwege für die 'unvermeidlichen Opfer' nicht mehr so weit (und die anderen zählt man ja ohnehin nicht) und wir können hauptnah miterleben, wie es weitergeht. Was ist dann der nächste Schritt? Vielleicht ein neues 'WTC'? Warten wir einmal ab.

Doch erst einmal zurück nach Afghanistan. Druck erzeugt Gegendruck, das sollte hinreichend bekannt sein. Noch ist es ja kein Krieg. Na, kein Problem, dann eskalieren wir ebene solange fleißig weiter, bis es einer wird und auch die originellste Umdeutungsversuch scheitern muß. Zumindest mit dem Umdeuten haben wir doch kein Problem, schließlich ist das ja beste deutsche Tradition. Lasst uns mal etwas kreativer sein.

Gruß Konradin
 
Konradin schrieb:
Irgendwer muß doch den armen taliban-geschädigten Frauen und Kindern helfen, sie müssen doch endlich begreifen...

Ich will dir nicht zu nahe treten, unterstelle dir aber trotzdem, dass Du dich, mit der Situation der afghanischen Bevölkerung, zur Zeit der Taliban-Regierung, nicht genügend, bis gar nicht, auseinander gesetzt hast.

In Afghanistan staben, unter der Talibanregierung, fast dreimal so viele Menschen, wie im selben Zeitraum des Kriegseinsatzes. Sie wurden von den Taliban gefoltert und ermordet, starben an Hunger und Kälte. Frauen und Mädchen wurden geschlagen, unterdrückt und verstümmelt (ihnen wurden beispielsweise die Finger abgehakt, wenn sie sich die Nägel lackierten). Hier der Völkergemeinschft zu unterstellen, es gehe ihnen lediglich um matterielle Werte (die spielen sicherlich auch eine nicht unerhebliche Rolle), ist ebenso feige, wie wenn man sich umdreht und wegschaut, wenn in der U-Bahn ein Ausläner von Neonazis zusammengeschlagen wird, aus Angst, man könnte sich eine blutige Nase holen. Die Taliban sind extremistische Islamisten, die, um ihre Überzeugung zu verbreiten sich genötigt fühlten, eine radikale und gewalttätige Richtung einzuschlagen. Für Friedfertigkeiten nicht empfänglich, höchstens, um sie auszunutzen. Sie deuten sie als Schwäche, weil sie zu dem Schluss gekommen sind, dass der westliche Liberalismus und die christliche Theologie eine Bastion gegen ihre religiöse Überzeugumg darstellt. Ihre Stärke beruht darauf, dass wir nicht bereit sind, in äußerster Konsequenz gegen sie vorzugehen. Ein Gegner, der zu allem bereit ist, wird sich nicht niederringen lassen von einem Kontrahenten, der eben nicht zu allem bereit ist. Sie schicken ihre "Soldaten" in die Welt und verbreiten feigen Terror. Wir, als pazifistische, antimilitaristische und postheroische Gesellschaft, sind nur dann zum Außersten bereit, wenn seine Notwendigkeit durch eine konkrete und furchtbare Bedrohungssituation auch für den letzten Zweifler nicht mehr zu leugnen ist.

Ich erwarte den Aufschrei der Pazifisten und Soldatenschlechtredner :D
 
@An alle die den Einsatz richtig finden

Bitte erst alle Beiträge von joungster genau lesen, bevor man kritisiert !

Ich bin nunmehr über 40 Jahre alt und denke mal auch etwas Lebenserfahrung genossen zu haben.

Meine Oma war 98 Jahre alt geworden und hatte das "Vergnügen" die Begeisterung für Hitler damals live mitzuerleben. Solche Begeisterung, wie damals für Hitler, gab es seit dem Nazi-Regime nie wieder für eine Partei in Deutschland. Grund hierfür war, die Propaganda, die Desinformation und der Betrug am Wähler. Genau dass sind auch leider heute die Gründe dafür, dass Parteien an die Regierungsspitze gelangen. Bisher zeigte leider erst immer die Geschichte, dass Regierungen zu unrecht dieses oder jenes getan haben. Dieses ist immer in Abhängigkeit der amtierenden Regierung und dessen Propaganda! Gleiche Diskussion hätte man 1940 führen können, wenn es da schon das Internet gegeben hätte. Zu jener Zeit hätte es auch Menschen richtig gefunden, Länder anzugreifen zu besetzen und die Bevölkerung in etwa vom "Kommunisten" wie Lenin zu befreien! Damals waren es die Juden und Kommunisten, welche gnadenlos verfolgt wurden, wobei es heute, "nur noch" in "gesitteter Form" die Kommunisten sind, obwohl die, welche gegen solche hetzen, nicht einmal wissen, was ein Kommunist ist. Ein Kommunist ist keineswegs ein Diktator, sondern vielmehr jemand, welcher gegen die Ausbeutung seines Volkes kämpft. Na ja und anstelle der Juden, sind es heute eben die Hartz IV Empfänger. Diese sind ja sowieso alle nur Faul und hängen in "sozialen Hängematten" rum. Dabei übersieht man dann auch mal ganz gerne, dass es mittlerweile 7 Millionen Menschen in Deutschland sind, welche auch trotz Arbeit Hartz IV bekommen und die Anderen zu sicher 90% in bestimmten Gebieten Deutschlands überhaupt keinen Job mehr bekommen. Dank Verhinderung von Mindestlohn, Minijobregelung, 1 EUR-Job etc.. werden die Hartz IV Empfänger auch weiter dynamisch ansteigen.

Fakt ist, dass Derjenige wer meint, dass die Afghanen den Einsatz der Deutschen und anderer Westmächte für gut findet, sollte doch erst einmal die Afghanen selbst befragen, ob sie dieses auch so sehen? Diese gut gemeinten Einsätze mit den vorgeschobenen Gründen, wie Aufbau und Befreiung, zeigen vor Ort komischer Weise nur Tote und zerstörte Städte. Beim Anblick der Toten und Städte in Afghanistan sehe ich persönlich nur die gleichen Bilder, welche ich auch schon von Dokumentarfilmen aus der Nazi-Zeit her kenne. Nur man jetzt die Toten und die kaputten Städte in Farbe sehen muss!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hallo Thanks,

die Nazis waren, ebenso wie die Taliban, ideologische Extremisten und ebenso, wie heute Afghanistan, wurde damals Nazi-Deutschland, durch die Völkergemeinschaft (Alliierte) befreit und die Nazis eingedämmt. Auch wenn damals nicht alle Deutsche davon überzeugt waren, dass die Nazis schlecht waren (leider gibt es sogar heutzutage noch solche Fehlgeleiteten), bin ich der Völkergemeinschaft dankbar dafür. Du etwa nicht?
 
Hallo Thanks, die Nazis waren, ebenso wie die Taliban, ideologische Extremisten und wurden ebenso wie diese, wegen US-amerikanischer Wirtschafts- und globaler Machtinteressen an die Macht gebombt. Nachdem die Deutschen an die US-Ölindustrie Forderungen stellten, die einen Krieg „billiger“ erscheinen ließen, „befreiten“ die US-Amerikaner die Deutschen von den Nazis (worauf es nahezu keine Deutschen mehr gab).

- Falls Du der Meinung sein solltest, dass meine Argumentation bescheuert sei: Ich gebe Dir Recht! -

Nebenbei lag die Konkurrenz der US-Wirtschaft – nämlich die europäische Wirtschaft – am Boden: Der unaufhaltsame Aufstieg der USA nahm seinen Anfang!

Benjamin Franklin (US-Amerikaner!): Es hat niemals einen guten Krieg und niemals einen schlechten Frieden gegeben!
 
Na, dann unterstell mir mal, Langschläfer, wenn dir danach ist; mich berührt das wenig bis garnicht.

Aus meiner Position gegenüber, den (nicht so genannten) Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan voranzutreiben in dieser Form, wie er stattfindet, zu verabscheuen, ableiten zu wollen, man müsse deswegen die Position der Taliban tolierieren oder gar gutheißen, halte ich freundlich ausgedrückt für äußerst gewagt.

Wenn überhaupt (und nur dann) fände ich einen Einsatz der Bundeswehr akzeptabel, wenn es kein deutscher Einsatz wäre, sondern lediglich das Zurverfügungstellen eines deutschen Kontingents bei einem reinen UNO-Einsatz (natürlich unter vollständiger UNO-Befehlsgewalt). Alles andere ist für mich ein Vertreten von vorgeblich nationalen Interessen unter dem Deckmäntelchen eines UNO-Einsatzes.

Meines Erachtens dürfen Deutsche soviel humanitäres Engagement zeigen, wie sie wollen, egal, wo auf dieser Welt, aber dann bitte unbewaffnet. Bewaffnet haben sie als Deutsche dort nichts zu suchen, auch nicht in deutscher Uniform.

Meinst du, mein lieber Langschläfer, den Leuten dort ist es egal, von wem sie allmählich Stück für Stück abgeschlachtet werden und glaubst du, AWACS-Flüge seien 'humanitäre Hilfe'? Wenn Menschen in deutscher Uniform warum auch immer auf Afghanen schießen, was werden Afghanen darüber denken? Ich jedenfalls mag niemanden, der auf mich schießt, auch wenn er dabei vorgibt, mir damit helfen zu wollen. Zumindest wäre es für mich vorstellbar, den Krieg dahinzutragen, woher die Leute kommen, die auf mich schießen. Warum sollte man das Hinterland des Gegners schonen, wenn man sich mit ihm im Krieg befindet?

Es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, daß es auch deutsche Opfer im dann nicht mehr ganz so ruhigen Hinterland BRD geben wird. Schuld daran sind natürlich nicht wir und der Grundsatz, daß Gewalt Gegengewalt erzeugt. Schuld daran sind selbstverständlich die Taliban und alle, die den 'humanitären Feldzug, der kein Krieg ist' nicht rechtzeitig unterstützen. Also Menschen wie ich. Werde ich dafür dann standrechtlich erschossen?

Sorry, Langschläfer, aber so ganz allmählich geht mir dein Geschwalle gegen 'Pazifisten und Soldatenschlechtredner' doch etwas auf den Geist. Als wenn sich die Lebensqualität der vielfach gebeutelten afghanischen Bevölkerung (zu der leider Gottes nun einmal auch die dortigen Taliban gehören) durch weitere Eskalationen zum Guten wenden würde. Aber ich fürchte, das interessiert dich nicht wirklich.

Gruß Konradin
 
Langschläfer schrieb:
... bin ich der Völkergemeinschaft dankbar dafür. ...
Ganz konkrete Frage mit der Bitte um ganz konkrete Antwort (ich kenne mich da nicht so aus): Wer ist die "Völkergemeinschaft", bzw. welche "Völker" gehören dazu und wer bestimmt darüber?
 
joungster schrieb:
wegen US-amerikanischer Wirtschafts- und globaler Machtinteressen an die Macht gebombt.

Nun, ganz so ist es ja wohl nicht gewesen. Bereits während der islamischen Revolution formierten sich islamische Stämme und riefen zum heiligen Krieg auf. Die deobandischen Sunniten, aus denen die Taliban hervorgingen, existieren schon seit sehr, sehr langer Zeit. Die afghanische Bevölerung erhoffte sich durch die Taliban, nach Abzug der Sowjerts, ein Ende des Bürgerkriegs und wählten sie deshalb als Regierung. Die Taliban sind also keineswegs durch die Amerikaner an die Macht "gebomt" worden. Das die Amerikaner (so wie auch andere westliche Staaten) die Taliban finanziell unterstützten, um eine gewisse Stabilität, auch hinsichtlich der oft zitierten Pipeline wegen, zu erreichen, ist unbestreitbar. Den Krieg in Afghanistan als rein wirtschaftliches Faktum darzu stellen, ist völliger Quatsch, da wohl, von westlicher Seite her, mehr Gelder in das Land geflossen sind, als man einen wirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen konnte.

Konradin schrieb:
...ableiten zu wollen, man müsse deswegen die Position der Taliban tolierieren oder gar gutheißen...

Das habe ich mit keiner Silbe gesagt. Ich unterstellte dir lediglich einen Informationsmangel.

Meinst du, mein lieber Langschläfer, den Leuten dort ist es egal, von wem sie allmählich Stück für Stück abgeschlachtet werden

Wer "schlachtet" denn bitte "Stück für Stück" und "allmählich" Leute in Afghanistan ab?

Wenn Menschen in deutscher Uniform warum auch immer auf Afghanen schießen, was werden Afghanen darüber denken?

Welche Menschen in deutschen Uniformen schießen wahllos auf Afghanen? Meinst Du vielleicht die talibanischen Terroristen? Keine Ahnung, was sie denken. Was denkt wohl die afghanische Bevölkerung, wenn vor einem Bahnhof eine talibanische Autobombe explodiert, oder auf dem Marktplatz ein Selbstmordattentäter seinen Sprengstoffgürtel zündet?

Es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, daß es auch deutsche Opfer im dann nicht mehr ganz so ruhigen Hinterland BRD geben wird

Da gebe ich dir Recht. Und genau deshalb ist unsere BW "auch" in Afghanistan:

2002 wollte eine an Abu Mussab al-Sarkawi angegliederte Terrorzelle Anschläge gegen jüdische und vermeintlich jüdische Einrichtungen in Berlin und im Ruhrgebiet verüben, sie wurden vorher gefasst.
2003 hatte der Tunesier Ihsan Garnaoui (Mitglied der Terrororganisation al-Qaida) geplant, inmitten einer Demonstration in Berlin einen Anschlag auszuführen. Er wurde gefasst, bevor er seine Tat verwirklichen konnte.

2008 sollten in zwei Regionalzügen auf dem Weg nach Koblenz und nach Dortmund Sprengsätze ein Blutbad anrichten. Bekener dazu: al-Qaida.

Sorry, Langschläfer, aber so ganz allmählich geht mir dein Geschwalle gegen 'Pazifisten und Soldatenschlechtredner' doch etwas auf den Geist.

Damit kann ich Leben. Im Übrigen zwingt dich niemand meine Postings zu lesen.

joungster schrieb:
Ganz konkrete Frage mit der Bitte um ganz konkrete Antwort (ich kenne mich da nicht so aus): Wer ist die "Völkergemeinschaft", bzw. welche "Völker" gehören dazu und wer bestimmt darüber?

Meinst Du die der Alliierten, oder die welche in Afghanistan gegen die Taliban kämpfen?
 
Langschläfer schrieb:
Ich unterstellte dir lediglich einen Informationsmangel.
Ach, und ich lehne die Taliban dann wegen meines Informationsmangels ab?

Ich habe übrigens nirgendwo behauptet, daß wer auch immer 'wahllos' auf Menschen schießt. Aber denjenigen, auf welchen geschossen wird, den dürfte die Motivation des Schießenden wenig interessieren. Was für ihn zählt ist die Tatsache, daß auf ihn geschossen wird.

Was haben die von dir genannten verhinderten Anschläge mit der Situation in Afghanistan zu tun? Wurde die Bundeswehr um den Anschlag eines Tunesiers in Berlin zu verhindern damals nach Tunesien geschickt? Da ist mir wohl etwas entgangen. Stimmt, wahrscheinlich eine Informationslücke meinerseits.

Deiner Logik nach müsste Deutschland im Gegenzug von der Afghanischen Armee 'befreit' werden, wenn sagen wir einmal ich dort einen Anschlag auf einen der dortigen Regionalzüge (oder etwas Adäquates) planen und mich dabei erwischen lassen würde. Aber deine Argumentation ist verlogen und inkonsequent.

Den Deutschen billigst du zu, in Afghanistan zu intervenieren, weil ein Mitglied der al-Quaida (ein Afghane?) (angeblich) einen Anschlag in Deutschland geplant (!) hat. Den Afghanen billigst du jedoch nicht zu, nach vollzogenen (!) Tötungen Einheimischer das Land der Verursacher militärisch zu involvieren. Wenn zwei das Gleiche tun, dann ist es eben noch lange nicht das Gleiche.

Leute wie du werden gebraucht, Langschläfer. Aber bitte hinterher nicht wundern, wenn eines nicht mehr all zu fernen Tages Anschläge in der BRD nicht mehr nur geplant sondern tatsächlich ausgeführt werden. Du wäscht deine Hände dann natürlich in Unschuld. Schließlich magst du die Taliban nicht und alles andere scheint ohenhin nicht zu zählen.

Langschläfer schrieb:
Im Übrigen zwingt dich niemand meine Postings zu lesen.
Ein treffliches Argument. Aber 'nicht (mehr) Ernst nehmen' und 'Überlesen' ist zweierlei. So leicht wird man mich hier nicht los. Es wäre ja noch schöner, wenn nur noch Leute genehm wären, die wem auch immer nach dem Mund schwätzen.
 
Hallo Konradin,

nimm das doch nicht so persönlich. In Afghanistan sind doch nicht nur deutsche und amerikanische Soldaten, sondern es sind 40 Nationen, die zum einen dem Terrorismus den Kampf angesagt haben und zum anderen gegen die Menschenrechtsverletzungen der Taliban kämpfen. Sieh mal, in Afghanistan, während der Talibahnregierung, durften Frauen das Haus nicht ohne männliche Verwandte verlassen. Sie durften nicht in die Schule gehen, nicht zum Arzt, keine gesellschaftlichen Kontakte führen. Sie durften nicht einmal auf den Balkon gehen. Sie durften nicht einkaufen, fernsehen, oder einen fremden Mann ansehen. Sie durften keinen Sport treiben, oder sich mit anderen Frauen treffen und Kaffeeklatsch machen. Sie durften nicht Fahrrad, Motorrad, oder Autofahren und es war ihnen untersagt in der Öffentlichkeit zu lachen. Sie durften keine bunte Kleidung und Schuhe mit Absatz tragen, ebenso durften sie sich nicht schminken. Der Besuch von Gaststätten war gänzlich untersagt, in Restaurants durften sie nur in Begleitung eines männlichen Verwandten. Heute, nach Entmachtung der Taliban können Frauen sich viel freier bewegen, dürfen Schulen besuchen und eine Ausbildung machen. Dürfen Bibliotheken besuchen und alleine einkaufen gehen. Insgesamt hat sich das Leben der Afghanen durch den Einsatz der ISAF deutlich verbessert, insbesondere der Frauen. Findest Du nicht, dass das alleine bereits den Einsatz der ISAF rechtfertigt?
 
Hallo Langschläfer.

Auch ich finde es in keiner Weise akzeptabel, was die Taliban ihrere eigenen Bevölkerung antun. Ebenso ist mir bekannt, daß auch andere Nationen dort militärisch vertreten sind, was ich in der derzeitigen Form keineswegs gutheißen möchte.

Wenn eine 'Entmachtung der Taliban' wie du es nennst real stattgefunden haben sollte, warum dann das ganze Szenario? Fakt ist eben, daß die Taliban keineswegs völlig entmachtet sind, aber nicht jeder, der dort lebt, ist ein Taliban.

Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, die Art und Weise, in welcher sich die Taliban u.a. Frauen und Kindern gegenüber verhalten ist ein innenpolitisches afghanisches Problem. Wenn die Weltöffentlichkeit (wer auch immer das im einzelnen sein mag) der Meinung ist, sich aus humanitären Gründen in Form der UNO dort zu engagieren, dann sollte es auch Sache der UNO sein, dies zu tun.

Sorry, aber ich kann eine (militärische) Intervention einer UNO nicht ernstnehmen, die vom nationalen Wohlwollen ihrer Mitgliedsstaaten dermaßen abhängig ist, daß letztendlich der Wahlkampf in einzelnen Mitgliedsstaaten darüber entscheiden kann, welches Kontingent zur Verfügung steht und welches nicht. Eine UNO, in der jeder mitkläffen will, aber die selbst kein eigenes Instrumentarium hat, Resolutionen auch ohne Händchenhalten der einzelnen Mitgliederstaaten tatkräftig umzusetzen, ist ein reiner Laberverein, der kaum das Papier wert ist, auf dem seine Resolutionen gedruckt werden.

Es mag schon sein, daß sich eine graduelle Verbesserung der Situation für Frauen und Kinder gegenüber den Taliban ergeben hat, doch das hat wenig zu bedeuten.

Wenn ich einmal historische Vergleiche bemühen muß: Durch den Krieg der Alliierten gegen das Dritte Reich hat sich die Lage der Juden in Deutschland verbessert. Während der Bombenangriffe auf deutsche Städte war die Gestapo mit anderem beschäftigt, als Juden zu jagen und jeder Deutsche an der Front war ein Deutscher weniger als Aufseher im KZ. Ich weiß, es klingt zynisch und inhaltlich möchte ich nichts des zuvor Erwähnten miteinander vergleichen. Aber ob eine wirkliche Verbesserung der Lage engetreten ist, das zeigt die Zeit und nicht die vorläufige Situation.

Ach ja, bevor ich es vergesse, wenn Alliierten damals genauso gehandelt hätten wie die UNO heute, dann wäre der Krieg wohl viel eher beendet worden; wenn auch leider durch den 'Endsieg' der Deutschen. Gehabt hätte niemand etwas davon.

P.S. Persönlich nehme ich hier gar nicht. Solange ich von den Ereignissen dort nicht persönlich betroffen bin, muß ich das auch wohl nicht, oder?

Gruß Konradin
 
Konradin schrieb:
Auch ich finde es in keiner Weise akzeptabel, was die Taliban ihrere eigenen Bevölkerung antun.

Schön, das wir wenigstens hier konform gehen.

Wenn eine 'Entmachtung der Taliban' wie du es nennst real stattgefunden haben sollte, warum dann das ganze Szenario?

Schade, dass Du dich immer noch nicht richtig informiert hast. Im Jahr 2004 wurde in Afghanistan die Islamische Republik ausgerufen und das Land hat sich eine Verfassung gegeben.

Fakt ist eben, daß die Taliban keineswegs völlig entmachtet sind, aber nicht jeder, der dort lebt, ist ein Taliban.

Die Taliban haben keinerlei Macht mehr in Afghanistan, aber noch sehr viele Anhänger. Das in Afghanistan überwiegend "normale" Afghanen leben, habe ich doch immer wieder betont, ebenso, dass es gegen diese Afghanen keinerlei Kriegshandlungen gibt.

Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, die Art und Weise, in welcher sich die Taliban u.a. Frauen und Kindern gegenüber verhalten ist ein innenpolitisches afghanisches Problem.

Dann sind auch alle anderen, von ihrer Regierung unterdrückten, bzw. Hungerleidenden, Völker auf der Welt innenpolitische Probleme ihres Landes und wir schaffen jedwede humanitäre Hilfen ab und überlassen sie ihrem Schicksal? Das gilt dann auch für alle Dritte-Welt-Länder, oder nur für Afghanistan?


Wenn die Weltöffentlichkeit (wer auch immer das im einzelnen sein mag) der Meinung ist, sich aus humanitären Gründen in Form der UNO dort zu engagieren, dann sollte es auch Sache der UNO sein, dies zu tun.

Wer sagt, das die UNO da außen vor ist? Es gibt mittlerweile 7 UN-Resolutionen dazu.

Sorry, aber ich kann eine (militärische) Intervention einer UNO nicht ernstnehmen

Sorry, aber ob DU sie ernst nimmst, oder nicht, ändert nichts an der Rechtmäßigkeit dieser Institution, oder an der Rechtsmäßigkeit ihrer Entscheidungen.

Es mag schon sein, daß sich eine graduelle Verbesserung der Situation für Frauen und Kinder gegenüber den Taliban ergeben hat, doch das hat wenig zu bedeuten.

Es kann nicht nur sein, sondern es ist Fakt und beweisbar, dass es den Frauen in Afghanistan DEUTLICH besser geht, als zu Zeiten der Taliban. Und wie viel das den Frauen dort bedeutet, kannst DU entscheiden?

Wenn ich einmal historische Vergleiche bemühen muß: Durch den Krieg der Alliierten gegen das Dritte Reich hat sich die Lage der Juden in Deutschland verbessert. Während der Bombenangriffe auf deutsche Städte war die Gestapo mit anderem beschäftigt, als Juden zu jagen und jeder Deutsche an der Front war ein Deutscher weniger als Aufseher im KZ.

Verzeihung, aber das ist absoluter Quatsch und hat nebenbei auch nichts mit der Situation in Afghanistan zu tun.

Aber ob eine wirkliche Verbesserung der Lage engetreten ist, das zeigt die Zeit und nicht die vorläufige Situation.

Deshalb ist es auch notwendig, dass die ISAF vor Ort präsent bleibt.

Ach ja, bevor ich es vergesse, wenn Alliierten damals genauso gehandelt hätten wie die UNO heute, dann wäre der Krieg wohl viel eher beendet worden; wenn auch leider durch den 'Endsieg' der Deutschen.

Das ist eine pure Vermutung von dir.

P.S. Persönlich nehme ich hier gar nicht.

Das solltest Du auch nicht. Ich jedenfalls meine es nicht persönlich.

Gruß
Der der gerne lange schläft
 
Gottverdamm mich, was haben wir überhaupt in solch Regionen zu tun?
Ich wäre dafür , einen grossen Zaun drumherum ziehen, dann solln sie sich
gegenseitig fertig machen.
Wann wird bei uns endlich begriffen, dass es einen total andere Kultur ist und nicht mit westlichen Maßstäben gemessen werden darf?
Also raus und ab nach Hause.

Gruss Frusti1
 
Langschläfer schrieb:
Die Taliban haben keinerlei Macht mehr in Afghanistan, aber noch sehr viele Anhänger.
Hätten die Taliban und ihre Anhänger keine Macht mehr in Afghanistan, warum dann ein militärisches Eingreifen? Wenn an der ganzen Situation ausschließlich die Taliban Schuld sind, aber machtlos, dann dürfte der Konflikt in kürzester Zeit zu beendet sein. Ist er aber nicht.

Übrigens habe ich von 'Macht haben' und keinesfalls von 'Regierungsgewalt' geredet, das lasse ich mir auch nicht nachträglich einreden.

Langschläfer schrieb:
...habe ich doch immer wieder betont, ebenso, dass es gegen diese Afghanen keinerlei Kriegshandlungen gibt.
Dann ist ja alles Bestens und Afghanistan ein freies Land. Es herrscht dort kein Krieg, die Taliban haben keine Macht, es gibt auch keinerlei Kriegshandlungen gegen Afghanen, also Friede, Freude, Eierkuchen. Seltsam nur, daß dennoch zuweilen geschossen wird, sogar auf 'uns', womit ich mich keinesfalls mit einschließe. Wahrscheinlich ist jeder, auf den geschossen wird, schon per se ein Taliban oder zumindest ein Anhänger (also Terrorist), sofern er keine deutsche (oder ähnliche) Uniform anhat.

Ich finde es übrigens recht bezeichnend, daß es für dich anscheinend nur humanitäre Hilfe einerseits und (ebenso humanitäre?) (Kriegs-)Einsätze wie der in Afghanistan andererseits gibt. Es gibt nur ja oder nein, schwarz oder weiß, oder wie darf ich das verstehen?

Die Anzahl der UN-Resolutionen ist mir übrigens vollkommen egal, mich interessiert kein Ergebnis, welches sich in der Anzahl der DIN A4-Seiten ausdrücken lässt. Ob ich die militärische Intervention der UNO für effizient halte hat übrigens nichts mit deren Rechtmäßigkeit oder gar Legitimation zu tun - auch in dieser Hinsicht scheinst du etwas zu verwechseln. Ebensowenig habe ich abgestritten, daß die UNO sich in Afghanistan engagiert, ich habe mich lediglich über deren Modalitäten und meine Meinung dar5über geäußert.

Du behauptest also, daß es den Frauen deutlich besser geht, nicht, weil ich es behaupte (oder auch nicht), sondern... Ja, warum denn eigentlich? Ist es so, weil WER es behauptet? Ist es eigentlich für die Frauen entscheidend, was behauptet wird und geht es ihnen dann besser? Auch wenn geschossen wird?

Vergleiche die man nicht mag werden gern als unpassend angesehen. Natürlich haben sie mit der Situation nichts zu tun, es sind ja auch keine Belege dafür, sondern lediglich Vergleiche. Ich hoffe, ich muß nicht erklären, was ein Vergleich ist und wozu er dienen soll.

Du meinst also, es sei eine reine Vermutung von mir, wenn ich historische Gegebenheiten zu Rate ziehe? War es nicht so, daß der Verlauf des Zweiten Weltkriegs an der Westfront anfangs für die Alliierten ein ziemliches Debakel war? Erst unter einer anderen (nämlich zentraleren) Befehlsstruktur war es möglich, das Blatt zu ihren Gunsten zu wenden. Ebenso war es auf russischer Seite. Aber ich möchte nicht abschweifen und allzusehr ins Detail gehen. Dennoch ist auffallend, wie ausschlaggebend eine zentrale Befehlsstruktur für das Ergebnis militärischer Erfolge ist. Und mit dieser Einschätzung stehe ich keinesfalls allein, es dürft also schon etwas mehr als 'pure Vermutung' sein, auch wenn es dir nicht in den Kram passen mag.

Gruß Konradin, der gelegentlich auch lange schläft
 
Langschläfer schrieb:
…, bin ich der Völkergemeinschaft dankbar dafür. Du etwa nicht?
Langschläfer schrieb:
... Meinst Du die der Alliierten, oder die welche in Afghanistan gegen die Taliban kämpfen?
Nachdem ich dort, wo ich in (und außerhalb) der Regel bei Begriffsdeutungen nachsehe – im Duden – nicht fündig wurde (Völ|ker|ge|mein|schaft, die : Völkerfamilie.), andererseits dieser Begriff seit einigen Jahren immer dann zur Anwendung kommt, wenn es darum geht, andere Völker und Länder zu bombardieren, hätte ich gerne gewusst, was Du unter diesem Begriff verstehst (oder ist es nur ein Schlagwort, mit dem „familiäres“ Miteinander im Einsatz gegen „andere“ – außerhalb der Familie – stehender – suggeriert werden soll?).

Zu Afghanistan einige Sätze von dem früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Jürgen Todendörfer.
Dieser Mann, der mir persönlich zutiefst unsympathisch ist, gibt doch einiges von sich, was des Nachdenkens wert ist/wäre:

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„Die Bilder der … Bombenangriffe, der getöteten Zivilisten, der zerstörten Dörfer … Es ist doch klar, dass es junge Menschen gibt, die sich das nicht gefallen lassen, die sich wehren wollen. … Innenminister Schäuble jagt in Deutschland Terroristen, die sein Kollege Jung in Afghanistan heranzüchtet. Der Afghanistankrieg ist ein Terrorzuchtprogramm.“

„Wer gegen den Selbstmordterrorismus von al-Qaida protestiert, muss auch gegen den Bombenterror der USA protestieren“

„Die Bush-Regierung hat viel mehr muslimische Zivilisten getötet, als al-Qaida westliche Zivilisten. Wir müssen aufhören, mit zweierlei Maß zu messen“

„… wenn in ihrer Nähe nur ein Schuss fällt. Dann wird gebombt. … Allein im vergangenen Jahr sind fünf Hochzeiten in die Luft gesprengt worden.“

„Die Erkenntnisse deutscher Aufklärungsflüge stehen nicht nur der Isaf, sondern auch der Operation Enduring Freedom zur Verfügung, und die nutzt sie für Bombenangriffe.“

„Es ist doch absurd, ein Land zu bombardieren, um eine Handvoll Terroristen zu bekämpfen, die nicht einmal Afghanen waren. Die USA hätten Spezialkommandos einsetzen sollen, …“

„Die amerikanischen Drohnenangriffe in Pakistan töten ständig Zivilisten. Erst letzte Woche wurden mehrere Dutzend Trauergäste totgebombt“

„Afghanistan ist geostrategisch interessant, weil man von dort Russland, Indien, Pakistan und auch China kontrollieren kann. Auch Rohstoffpolitisch ist das Land ein fabelhafter Standort.“

„Westliche Firmen arbeiten dort mit Renditen von 400, 600 und manchmal 1000 Prozent. … In Kabul hat eine westliche Firma zehn Millionen US-Dollar in Rechnung gestellt – für einen 1,5 Kilometer langen Metallzaun um den Zarnigar-Park. Karzai hat das überprüfen lassen, das Ergebnis zeigte, dass dieser Zaun allenfalls 70000 Dollar wert war.“

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Nebenbei: In den vergangenen Jahren wurden allein von den USA täglich (!) 100 Millionen US-Dollar für den Krieg gegen Afghanistan (tja, in den USA bezeichnet man es eben so) ausgegeben, die gesamte dort engagierte „internationale Gemeinheit“ gibt pro Tag sieben Millionen US-Dollar für den Aufbau des Landes aus.
Resümee: So wichtig scheint der zivile Sektor nicht zu sein.

Die anderen – moralisch-ethischen – Begründungen für den Überfall (z.B., man müsse die Menschen töten, damit sich die Frauen anmalen dürfen), betrachte ich solange als vorgeschoben, solange die Mitglieder der „freien Völkergemeinheit“ nicht nur keine moralischen Bedenken haben, mit den schlimmsten Terrorfürsten zusammenzuarbeiten (solange die Kasse stimmt), sonder sogar aktiv daran beiteligt sind, solche Terrorfürsten an die Macht zu bringen und dort zu halten (auf die „SOA“ habe ich bereits verwiesen, befürchte allerdings, dass sich keiner die Mühe gemacht hat, dies zu lesen).

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Just to think about (nur 'mal darüber nachdenken):

1. Defending civilian lives?
• Military tactics often left behind massive civilian "collateral damage.”
• Little distinction between rebels and the civilians who in rebel zones.
• Little distinction between military assets and civilian infrastructure (train lines, water plants, agricultural factories, medicine supplies, etc.)
• New technologies in each war said to prevent civilian casualties,
• Inevitable civilian deaths explained away as "accidental," "unavoidable."

2. Defending “Freedom”/“Democracy”?
• nearly all interventions defended or installed pro-U.S. dictators.
• Ideological agenda (defending capitalism) (Vietnam, Central America)
• Economic agenda (defending oil or investments) (Persian Gulf, Chile)
• A few interventions toppled dictatorships that had been backed by U.S.

3. Stopping atrocities/terrorism and ethnic cleansing?
• Minimized or defended the same actions by the U.S. or its allies
• Double standards: U.S. ally's action by definition "defensive," but an enemy's retaliation is by definition "offensive."
• Opposed ethnic cleansing by Serbs, not by Croatians or Albanians.
• Opposed Iraqi atrocities against Kurds, not Turkish atrocities, etc etc.
• U.S. trained exile “terrorists” against Cuba & Nicaragua; could they bomb Florida in self-defense?

4. “Peacekeeping” to keep sides apart?
• U.S. portrayed as “neutral” peacekeeper with humanitarian motives.
• Yet often divides the country or region into "friends" and "foes," sides with one faction and arms it against another
• Outside interference enflames rather than dampens a war or civil conflict (Somalia, Bosnia)
• “Preventing civil war” argument can deepen resentment of U.S. role,
serve as self-fulfilling prophecy (Afghanistan, Iraq?)

5. Creating “stability”?
• Intervention often counterproductive even if one accepts U.S. goals/rationales
• Rather than solving the root political or economic roots of the conflict,
intervention polarizes factions and further destabilize the country
• Culture of mistrust of U.S. intentions solidifies over time.
• The same countries tend to reappear often on the interventions list.
(Nicaragua, Haiti, Honduras, Philippines, Liberia, Panama, Iran, etc.)
• A U.S. intervention is the best way of guaranteeing a future intervention.

6. Weakening brutal dictators?
• Demonization of an enemy leader, or military action against him, tends to strengthen rather than weaken his hold on power.
• Dictator portrays himself as David standing up to the American Goliath.
• Diverts internal dissent by (accurately) blaming many of economic problems on U.S. sanctions, & portraying dissidents as U.S. puppets.
• Regimes most demonized: Qaddafi, Castro, Saddam, Kim, Iranian ayatollahs
• Regimes in power the longest: Qaddafi, Castro, Saddam, Kim, Iranian ayatollahs
 
Konradin schrieb:
Dann ist ja alles Bestens und Afghanistan ein freies Land. Es herrscht dort kein Krieg, die Taliban haben keine Macht, es gibt auch keinerlei Kriegshandlungen gegen Afghanen, also Friede, Freude, Eierkuchen. Seltsam nur, daß dennoch zuweilen geschossen wird, sogar auf 'uns', womit ich mich keinesfalls mit einschließe. Wahrscheinlich ist jeder, auf den geschossen wird, schon per se ein Taliban oder zumindest ein Anhänger (also Terrorist), sofern er keine deutsche (oder ähnliche) Uniform anhat.

Was glaubst Du, haben die Alliirten 1944, als sie in Frankreich landetetn gemacht? Haben sie Krieg gegen Frankreich und das französische Volk geführt, oder wollten sie die Deutschen aus dem Land treiben? Haben sie den Franzosen ihr Land und ihre Freiheit zurückgegeben, oder haben sie Frankreich besetzt? Das dabei auch Franzosen ums Leben kamen und französische Häuser zerstört wurden, ist dabei (leider) unvermeidlich, aber nicht das primäre Ziel der Befreier. Und, es wurde dabei geschossen, aber, genau wie in Afghanistan, nicht wahllos auf irgendwelche Menschen, sondern auf die, die man vertreiben wollte.

Ich finde es übrigens recht bezeichnend, daß es für dich anscheinend nur humanitäre Hilfe einerseits und (ebenso humanitäre?) (Kriegs-)Einsätze wie der in Afghanistan andererseits gibt. Es gibt nur ja oder nein, schwarz oder weiß, oder wie darf ich das verstehen?

Neben der Befreiung Afghanistans betreibt Welt (wie sagt Langschläfer immer so schön: die Völkergemeinschaft) einen Riesenbatzen an Aufbauhilfe (Rotes Kreuz, Roter Halbmond, Ärzte ohne Grenzen, Shelter Now, Welthungerhilfe, UNICEF und, und, und). Alleine Deutschland hat, seit 2001, 85 Millionen Euro an Hilfeleistungen (Nahrungsmittel, Medikamente, Rohstoffe) an Afghanistan geleistet. Die Arbeit der Samariter in Afghanistan kann aber nur erfolgen, wenn sie von den NATO-Soldaten beschützt werden.

Du behauptest also, daß es den Frauen deutlich besser geht, nicht, weil ich es behaupte (oder auch nicht), sondern... Ja, warum denn eigentlich? Ist es so, weil WER es behauptet?

Das Rote Kreutz, Ärzte ohne Grenzen, Journalisten, um nur einige zu nennen.

Du solltest dich tatsächlich besser informieren.
 
joungster schrieb:
Nachdem ich dort, wo ich in (und außerhalb) der Regel bei Begriffsdeutungen nachsehe – im Duden – nicht fündig wurde (Völ|ker|ge|mein|schaft, die : Völkerfamilie.)

Nun, dann muss ich dir unterstellen, dass Du dir (absichtlich?) nicht viel Mühe gegeben hast.
Wenn Du den Begriff bei Google eingibst, erhälst Du, gleich im ersten Eintrag (Duden), folgende Erklärung: "Völ|ker|ge|mein|schaft, die : Gruppe von Völkern, die in friedlicher Verbundenheit miteinander leben." Völkergemeinschaft - Duden Stöbern

Etwas weiter unten dann: "Völkergemeinschaft (z.B. UNO)" Theologie - Völkergemeinschaft (z.B. UNO) - Bibscout

Google listet 57.700 Seiten mit dem Begriff "Völkergemeinschaft" auf. Das hättest Du finden können.


Nebenbei: In den vergangenen Jahren wurden allein von den USA täglich (!) 100 Millionen US-Dollar für den Krieg gegen Afghanistan (tja, in den USA bezeichnet man es eben so) ausgegeben, die gesamte dort engagierte „internationale Gemeinheit“ gibt pro Tag sieben Millionen US-Dollar für den Aufbau des Landes aus.
Resümee: So wichtig scheint der zivile Sektor nicht zu sein.

Die USA leisten ja nicht nur in Afghanistan Aufbauhilfe, sondern in vielen Ländern der Welt. Da muss das Geld, welches zur Verfügung steht natürlich aufgeteilt werden. Alleine unter Bush wurden 320 Millionen $ Aufbauhilfe in Afghanistan geleistet.
 
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Langschläfer schrieb:
Nun, dann muss ich dir unterstellen, dass Du dir (absichtlich?) nicht viel Mühe gegeben hast.
So sehr es mir leid tut, Dir einmal Recht zu geben: Du hast Recht („absichtlich?“ habe ich ersatzlos gestrichen)!

Langschläfer schrieb:
… Google listet 57.700 Seiten mit dem Begriff "Völkergemeinschaft" auf. Das hättest Du finden können. )
Gut, bei mir werden sogar 58.500 Ergebnisse angezeigt; doch: wer nimmt in diese Gemeinschaft auf, wer schließt aus dieser - auf wessen Antrag - aus?
Nicht beantwortet wurde, was Du unter „Völkergemeinschaft“ verstehst (nachdem ich mir die Mühe gemacht habe – nur – einige der Suchergebnisse durchzulesen, kam ich zu dem Schluss, dass eine hohe Deutungsvielfalt besteht.

Langschläfer schrieb:
… Alleine unter Bush wurden 320 Millionen $ Aufbauhilfe in Afghanistan geleistet. (Diesmal kannst Du selber danach suchen, aber gib dir diesmal etwas mehr Mühe)
Ohne hier lange zu suchen, nur eine kleine Rechenaufgabe:
Sieben Jahre Krieg gegen Afghanistan unter der Bush-Administration sind etwa 2.500 Tage, dies bedeutet, dass die USA (unter Bush) pro Tag etwa 128.000 US-Dollar für „Aufbauhilfe“ (Straßen, damit die Truppen schneller an die Einsatzorte transportiert werden können, Truppenunterkünfte, Folterzentren) aufwenden, gegenüber 100.000.000 US-Dollar (ebenfalls täglich) für Tod und Zerstörung.

Aufteilung der Mittel? Ganz klar: Afghanistan ist nicht das einzige Land, in dem US-amerikanische Besatzer ihren humanitären Einsatz leisten.
 
womo2006 schrieb:
Die Arbeit der Samariter in Afghanistan kann aber nur erfolgen, wenn sie von den NATO-Soldaten beschützt werden.
Etwa durch AWACS-Flugzeuge?

Der Vergleich mit Frankreich im Zweiten Weltkrieg hinkt gewaltig. Erstens führten die Alliierten schon eine geraume Zeit Krieg gegen die Achsenmächte (sie nannten es übrigens auch so und nicht 'humanitäre Hilfe') und zweitens ist es schon etwas anderes, wenn man versucht, besetzte Gebiete zurückzuerobern, wobei das primäre Ziel natürlich war, Deutschland zu besetzen und den Krieg somit zu beenden. Weder gehörten Teile von Afghanistan jemals zu Deutschland oder zu einem anderen der Völkergemeinschaft friedliebender Kombattanten zugehörigen Staat noch nennen es die Deutschen Krieg. Besetzen wollen sie es ohnehin nicht, um den Krieg zu beenden, den es nach eigenen Aussagen gar nicht gibt.

Die von joungster erwähnten Hochzeitsgesellschaften waren eben zur falschen Zeit am falschen Ort. Sonst hätten sie gewusst, daß man sich als Terrorist nicht öffentlich zeigen und schon gar nicht öffentlich heiraten darf. Wären sie keine Terroristen gewesen, dann hätte man ja auch nicht auf sie geschossen. Oder waren sie nur ein 'Kollateralschaden'?

Wenn übrigens das Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen meinen, daß es den Frauen in Afghanistan besser geht als zuvor, dann kann dies durchaus an deren Engagement liegen. Sicher, den Frauen geht es dort besser, ausgenommen natürlich die zuvor erwähnten Hochzeitsgäste und sonstige Terroristinnen. Und von Männern spricht man sowieso nicht.

Aufbauhilfe á la Bush, das ist doch genau das, was wir brauchen, oder nicht? Nur sollten wir uns unseren amerikanischen Freunden nicht zu sehr annähern, sonst müssten wir eines Tages fataler Weise zugeben, daß es doch ein Krieg ist, den wir dort führen.

Aber wahrscheinlich ist die Bundeswehr nur als Geldbriefträger für die vermeintlichen 85 Millionen Euro da.

Gruß Konradin
 
joungster schrieb:
So sehr es mir leid tut, Dir einmal Recht zu geben: Du hast Recht („absichtlich?“ habe ich ersatzlos gestrichen)!

Ach, man kann sich auch versehentlich keine Mühe geben?


Gut, bei mir werden sogar 58.500 Ergebnisse angezeigt; doch: wer nimmt in diese Gemeinschaft auf, wer schließt aus dieser - auf wessen Antrag - aus?
Nicht beantwortet wurde, was Du unter „Völkergemeinschaft“ verstehst (nachdem ich mir die Mühe gemacht habe – nur – einige der Suchergebnisse durchzulesen, kam ich zu dem Schluss, dass eine hohe Deutungsvielfalt besteht.

Das ist doch völlig gleichgültig, wer wen aufnimmt, oder ausschließt, die Völkergemeinschaft existiert. Wenn es dich so brennend interessiert, kannst Du ja weitere Informationen dazu zu sammeln.

Ohne hier lange zu suchen, nur eine kleine Rechenaufgabe:
Sieben Jahre Krieg gegen Afghanistan unter der Bush-Administration sind etwa 2.500 Tage, dies bedeutet, dass die USA (unter Bush) pro Tag etwa 128.000 US-Dollar für „Aufbauhilfe“ (Straßen, damit die Truppen schneller an die Einsatzorte transportiert werden können, Truppenunterkünfte, Folterzentren) aufwenden, gegenüber 100.000.000 US-Dollar (ebenfalls täglich) für Tod und Zerstörung.

Aufteilung der Mittel? Ganz klar: Afghanistan ist nicht das einzige Land, in dem US-amerikanische Besatzer ihren humanitären Einsatz leisten.

War mir schon klar, dass Du wieder nur negatives (Folterzentren) in den Begriff "Aufbauhilfe" hineininterpretierst. Gemeint ist damit aber medizinisches Gerät für Krankenhäuser, Saatgut für die Felder, Rohrleitungen für die Wasserversorgung usw.
 
Langschläfer schrieb:
Ach, man kann sich auch versehentlich keine Mühe geben?
Erwartest Du wirklich, dass ich Dir Nachhilfeunterricht in Deiner Sprache (ich gehe davon aus, dass deutsch Deine Muttersprache ist) gebe? Würde ich mir – bei meinen mangelhaften Kenntnissen – nie anmaßen. Ganz großes Ehrenwort!

Trotzdem: Ich schrieb „So sehr es mir leid tut, Dir einmal Recht zu geben: Du hast Recht („absichtlich?“ habe ich ersatzlos gestrichen)!“
er|satz|los : ohne durch etw. anderes ersetzt zu werden, ohne Ersatz - © Duden - Deutsches Universalwörterbuch, 5. Aufl. Mannheim 2003

„Ersatzlos“ bedeutet dann selbstverständlich auch, dass „absichtlich?“ nicht – durch was auch immer – ersetzt wird (ale to rozumie się samo przez się!)!

Langschläfer schrieb:
… Wenn es dich so brennend interessiert, kannst Du ja weitere Informationen dazu zu sammeln. …
Nachdem du diesen Begriff (zur Erinnerung: Gemeint ist „Volkergemeinschaft“) nutztest, hat mich Deine Definition „brennend interessiert“. Du artikulierst doch sicherlich bewusst (oder etwa nicht)? Zumindest scheinst Du meinen diesbezüglichen Text nicht (ganz) richtig interpretiert zu haben.

Langschläfer schrieb:
… War mir schon klar, dass Du wieder nur negatives (Folterzentren) in den Begriff "Aufbauhilfe" hineininterpretierst. Gemeint ist damit aber medizinisches Gerät für Krankenhäuser, Saatgut für die Felder, Rohrleitungen für die Wasserversorgung usw.
Gut, wenn wir unsere (verbalen) Reaktionen – offensichtlich im Sinne von „self-fulfilling prophecy“ – voraussehen können. Für Dich ist das Vorgehen moralisch, den (für die eigene Versorgung notwendigen) Aufbau dessen, was man zuvor zerstört hat, als Hilfe zu bezeichnen?

Aber einverstanden: Der Mohnanbau floriert, die Welt wird mit biligem Rauschgift überschwemmt.

Ganz nebenbei: Zu den ersten Gebäuden, die US-amerikanische Bomber in Nordvietnam bombardierten, gehörten die Krankenhäuser und Häuser des roten Kreuzes; die ersten Einrichtungen, die im Sudan von US-amerikanischen Helden bombardiert wurden, waren Krankenhäuser. Die ersten Häuser, die beim Überfall auf Jugoslawien bombardiert wurden, waren Schulen und Krankenhäuser. Die ersten Einrichtungen, die von den Helden des freien Westens im Afghanistan bombardiert wurden, waren Krankenhäuser, sowie Einrichtungen des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes. Und, und …
 
Langschläfer schrieb:
Hallo Thanks,

die Nazis waren, ebenso wie die Taliban, ideologische Extremisten und ebenso, wie heute Afghanistan, wurde damals Nazi-Deutschland, durch die Völkergemeinschaft (Alliierte) befreit und die Nazis eingedämmt. Auch wenn damals nicht alle Deutsche davon überzeugt waren, dass die Nazis schlecht waren (leider gibt es sogar heutzutage noch solche Fehlgeleiteten), bin ich der Völkergemeinschaft dankbar dafür. Du etwa nicht?

Ich wurde vom Russen, also der Stalin-Diktatur befreit! :D Natürlich fand ich die Nazis schlimm und bin auch dankbar, dass ein Teil von Deutschland durch die Stalin-Diktatur befreit worden war, wenn gleich die Selbige dann von den EX-Ossis 65% des Bruttoinlandsproduktes als so gannte Kriegs-Wiedergutmachung vereinnahmte. Natürlich machte der Ami für die EX-Wessis einen Marshall Plan (Wirtschaftliches Wiederaufbauprogramm der USA), von welchem ich allerdings nichts hatte. Na gut der eine Deutsche bekam und der andere Deutsche bekam fast alles nach der "Befreiung" wieder entzogen! Auch, wenn einige Deutsche dem Ami dankbar sein können, dann sollte dieses nicht uneingeschränkt sein und schon gar nicht, wenn Hitlerjungs, wie Busch, an der Macht sind.

Ich wollte nur mitteilen, dass je nach Propaganda der Regierenden, dass eine für gut und dass andere für schlecht hingestellt wird bzw. werden kann und eine neue Regierung das einst schlechte wieder für gut erklärt. Das Volk schwimmt da eh immer nur mit! Man sieht es doch schon allein bei den Demos! Demonstrieren Linke für mehr soziale Gerechtigkeit, dann werden diese auch durch hiesige Polizei geprügelt und so gleich diese Demonstranten als Kaoten bezeichnet aber sind es Demonstranten im Iran, dann sind dass Menschen die um ihre Rechte kämpfen. :D Sicher Gewalt ist immer misst aber sein wir doch mal ehrlich, glaubt einer ernsthaft dass Demonstranten mit Trillerpfeife im Mund wirklich hierzulande von der Politik überhaupt noch für voll genommen werden! ;)
 
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