Erstens
@ joungster bzgl. -> skipper01
skipper01 schrieb:
...natürlich sollte man den Einsatz in Afghanistan beenden, alle Westmächte sollten das tun...
Ich fand die Beiträge von skipper01 schon recht angemessen, ausgewogen und berechtigterweise auch kritisch gegenüber manch anderen Beiträgen.
Die sich auch n.m.M. teils in Polemik und Nebenkriegsschauplätzen verloren

Inwieweit Du dazu so empfindlich reagiert hast, entzieht sich doch etwas meinem Verständnis, joungster
Mit teils provokanten Kritikpunkten bzgl. Deiner Argumentation, mit Adjektiven wie "superklug" verbunden, solltest Du doch umgehen können

,
denn ein Kompliment ist auch dann eines, wenn es wie hier mit Kritik verbunden ist.
Und nebenbei

...
Die Vergleiche zur Wehrmacht in Bezug auf die heutige BW hinken schon enorm, gelle

Dazu gibt es einfach bessere xD....following later on
Zweitens möchte ich doch hier mal die
Threadfrage noch mal deutlich in Erinnerung rufen
Dimu schrieb:
...angesichts der neuen Opfer unserer Bundeswehr in Afghanistan fragt man
sich doch ob der Einsatz nicht besser abgebrochen werden sollte.
- was haltet Ihr von diesen Einsatz ?
- ist dieser Einsatz notwendig ? (es sind unsere Steuergelder)
- müssen wir denn alles mitmachen, was andere anfangen? (USA,England)
Zur Erinnerung:
Der Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan war
primär als Unterstützung der neu "gewählten" (von wem? *g*) Regierung Afghanistans gedacht...
Also für das lediglich weitgehend unter Kontrolle stehende Gebiet um Kabul und den Norden *bg*
Hierbei hatte es sich die Bundeswehr zur Aufgabe gemacht, unter dem Schutzschild militärischer Truppen konkrete Zivil- und Aufbauhilfe im Sinne:
winning hearts and minds
durch den Aufbau infrastruktureller, sozialer, polizeilicher und gesundheitlicher Strukturen zu leisten.
Soweit, so gut
Und bis hierhin konnte ich - allerdings unter mehr als gewichtigen Bedenken (siehe andere threads im Polforum) -
dem "Ganzen" noch sinnvolle Teile abgewinnen
Humanitäre Hilfe unter Schutz macht schon manchmal richtig Sinn
Aber 
Afghanistan gesamtheitlich zu befrieden und zu demokratischen Strukturen zu führen, hielt ich auch zu Anfang, damals wie heute, für völlig illusorisch
Ein Land, dass jahrhunderte/jahrtausendelang von rein tribalen Machtstrukturen geprägt war und immer noch ist, sich nach meinem geschichtlichen Wissen selbst Usurpatoren wie Tschingis Khan, Alexander dem Großen und auch den damaligen/jeweiligen Weltmächten Großbritannien sowie der Sowjetunion mit Guerillamitteln jedweder Einflussnahme erfolgreich widersetzt hat, jetzt erneut mit Zwangsmitteln zu begegnen,
stimmt jeden an geschichtlichen (und militärischen) Fakten Interessierten schon mehr als nachdenklich
Von daher war die Koalition einer "ehemaligen" humanitären Schutztruppe mit kriegsführenden "Willigen", wie den USA, GB, Canada, Holland etc.pp. eigentlich eh langfristig zum Scheitern verurteilt.
Als dann auf Druck der "Willigen" auch noch "taktische" Hilfe von den Deutschen geleistet wurde (AWACS, Tornadoaufklärer etc.) war es mit der reinen "Schutztruppenherrlichkeit" denn auch endgültig vorbei
Von da an, machen wir uns mal gar nichts vor,
stand D auch koalitionstreu im Krieg...
Nenne man den Gegner auch wie man will.
Taliban, als islamisch fundamentalistische, ehemals regierende Machthaber, oder Al Kaida, als ausländische Guerilla-Besucher schon aus Zeiten sowjetischer Besatzung mit CIA's Gnaden und Geldern.
Von daher stehen alle Rechtfertigungen, so eloquent sie auch klingen mögen, wie:
>
auf mehr als wackeligen Beinen.
Das zudem die Bundeswehr gerade auf solche Einsätze kaum oder gar nicht adäquat vorbereitet war und ist,
stellt diese Art von "Truppenübungsplatz" inzwischen schon in ein sehr seltsames Licht.
Stellungs- oder besser Lagerbehauptung erinnern zudem eher an festgefahrene Grabenkämpfe (mit Patrouillen) vergangener Zeiten des WK 1 als an beschützende, humanitäre Hilfe.
Wer (VM und Co) es allerdings in der augenblicklichen Lage noch nicht einmal schafft,
die ursprünglich und auch jetzt noch damit ganz SICHER verbundene, geopolitische Einflussnahme auf ein Durchgangsland zum Indischen Ozean
mit scheinbaren Demokratie-Missionierungen
und scheinbarer "Terrorismusbekämpfung" nachvollziehbar zu begründen und recht zufertigen,
der schafft es auch ganz bestimmt nicht,
offen darzulegen,
das man bisher (und sicherlich auch zukünftig) auf der ganzen Linie gescheitert ist
Eine Merkel, VM Jung, Ex-VM Struck, aber auch viele Fischer-Anhänger können da anscheinend nicht über ihren Schatten springen
und einfach mal eingestehen,
dass das RealLife manchmal doch Unterschiede zu erträumten Idealen bietet
Wer das noch leugnet,
egal ob im Sinne eines "semper fi" oder politischer "(NATO)Bündnistreue"
zeigt nur, dass er auf Kosten der Leben Anderer beratungs- und lernresistent ist.
Und wer schützt uns dann vor solchen scheinbar so ernsthaften "Eisenfressern"
so far
muesli