Sollte Cannabis legalisiert werden? Diskussion 

Also das mit dem "mehr Konsumenten" bei einer Legalisierung von Cannabis
ist genau die Gedankenschiene auf die die leichtgläubige, saufende Mehrheit
der Bevölkerung hereinfällt.
Die Zahlen aus den Niederlanden sprechen eine andere Sprache.

Nur leider macht sich unser Staat mit dem Beharren auf das strickte Verbot lächerlich,
dagegen habe ich was.

Außerdem liegt der Fokus viel zu sehr auf "den Drogen" und leider viel zu wenig
auf dem Umstand, daß die "Erziehung zur Mündigkeit" auch bedeutet :
AUSZUPROBIEREN
Viele nehmen sich diese Freiheit (und scheißen auf die Gesetze)
Dagegen habe ich was.

Warum entwickeln manche ein Suchtverhalten ?

Sucht ist immer auch ein Ersatz für etwas lebensnotwendiges,
warum wird an unseren Schulen nicht gelehrt, wie man sich vor Süchten schützen kann ?

Kleines Bonmot für die Schlaumeier : Kiffende Polizisten wichsen !
 
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Mist, ich bin leider gerade auf dem Sprung und komme daher nicht dazu, einen ausführlichen Post zu verfassen :(, daher in Kürze auch ein Ministatement (und das ganz ohne Beweise^^) von mir:

Nein, ich bin strikt gegen eine Legalisierung von Cannabis.
1.) Ja, es macht körperlich abhängig (alles andere ist Schönrederei)
2.) Ja, es macht psychisch abhängig (Klammerinhalt s.o.)
3.) Offenbar besteht ein gewaltiger Zusammenhang zwischen dem Kiffen und der Entwicklung einer Schizophrenie, näheres versucht man seit einigen Jahren herauszufinden.

Quelle: Aus Zeitmangel erstmal nur ich selbst. Ich arbeite in einer psychiatrischen Einrichtung und nehme selbst an der Forschung teil ;)

ABER: Die Vergabe im Rahmen medizinischer Interventionen sollte durchaus gelockert werden. Beispielsweise ist die positive Wirkung von Cannabis auf Multiple Sklerose Patienten teilweise beträchtlich...daher sehe ich eine strickte Trennung von freiem Verkauf und nutzenorientierter Vergabe.

EDIT: Der ständig aufkeimende Querverweis zu Alkohol und die Forderung, doch bei Legalität von Alkohol auch Cannabis zu legalisieren, ist meiner Meinung nach Teufelschieberei. Dass Alkohol in unseren Breitengraden schon fast Bestandteil der Kultur ist und nur sehr schwer wieder vom Markt zu nehmen ist, ändert tatsächlich nichts an der Tatsache, dass es eine sehr gefährliche Substanz ist, die eigentlich tatsächlich sehr viele Nachteile besitzt, so viele, dass die einfache Verfügbarkeit fast schon an Wahnsinn grenzt. Aber das heißt ja wohl noch lange nicht, dass man eben aus diesem Grunde auch andere Substanzen legalisieren sollte, die ebenso viele Gefahren in sich bergen. Der richtige Schritt wäre Alkohol schwieriger verfügbar zu machen, nicht andere Substanzen leichter^^

Das wars schon. Vielleicht denke ich nochmal an den Thread wenn ich wieder daheim bin^^
 
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schmodder schrieb:
1.) Ja, es macht körperlich abhängig (alles andere ist Schönrederei)
Belege für diese gewagte These? Die Behauptung, daß alles andere Schönrederei sei ist höchstens geeignet, andere mundtot machen zu wollen und andere Meinungen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Sachlich und auch zielführend ist dies keineswegs, für eine ernsthafte Diskussion eher kontraproduktiv.

Schade, daß du dich damit selbst ins Abseits begibst, denn auf solch einer Grundlage lässt sich schwerlich diskutieren.
 
Nicht doch, Konradin, ich weiß Deine Kommentare sonst durchaus zu schätzen ;)…wie Du vielleicht überlesen hattest, habe ich absichtlich dazu geschrieben, dass mir gerade die Zeit fehlt, entsprechende Studien aus dem ff zu zitieren…ich diese jedoch evtl. nachreichen werde, sobald ich die Zeit habe!

Vielleicht hilft es aber auch, das „Straßenverständnis“ von körperlicher Abhängigkeit auf die Schnelle von der richtigen, klinischen Definition zu trennen…so wird es einfacher, auf einer Ebene zu diskutieren (wenn das jemand nachlesen möchte…DSM4 oder ICD10 ausleihen, anschauen!).

Grundsätzlich versteht man unter einer körperlichen Abhängigkeit nämlich nicht einen extremen körperlichen Zustand wie bspw. beim Heroin, sondern nur, dass beim Absetzen der Substanzen Entzugserscheinungen irgendeiner Art auftreten. Hierbei sind Entzugserscheinung definiert als die der Substanz normalerweise zugehörigen Abstinenzerscheinungen oder als Verhalten, dass sich darin äußert, die gleiche oder eine ähnlich wirkende Substanz zu konsumieren, um so den Entzugserscheinungen abzuhelfen bzw. vorzubeugen. Häufige Entzugssymptome bei chronischen Kiffern sind:

• Extreme Schlafprobleme (eigentlich immer!!) und wirre Träume
• Durchfall, Magenprobleme, Übelkeit und Erbrechen
• Fast immer Depressionen (Veränderung des Neurotransmitterhaushalts)
• Aggressivität
• Nervosität, Unruhe
• Muskelzittern, Schwitzen, erhöhte Temperatur
• verminderter Appetit
• Kopfschmerzen

Ein zweiter Punkt ist, dass es bei einer körperlichen Abhängigkeit zu Toleranzentwicklungen kommt. Das heißt in diesem Fall, dass trotz Einnahme einer gleichbleibenden Substanzmenge ein herabgesetzter Effekt eintritt (und beides genannte, die Entzugserscheinungen und die Toleranzentwicklung, trifft auf alle chronischen Kiffer zu, denen ich je begegnet bin, und das sind wesentlich mehr als nur ein ganzer A*** voll ;))

Per Definition ruft Cannabis also, auch entgegen der immer wieder gern behaupteten These es sei nicht so, bei regelmäßigem Konsum definitiv eine körperliche Abhängigkeit aus, da alle Kriterien für eine körperliche Abhängigkeit erfüllt sind. Wenn man nun die bei einem Großteil der Konsumenten auftretenden Langzeitfolgen vom regelmäßigen Kiffen dazu nimmt, also Flegmatik, Reaktionsverminderung, Konzentrationsstörungen uvm., dann sind wir tatsächlich schon bei einer wirklich relevanten Kritik an einer Legalisierung angelangt…und das von mir schon oben geschilderte Problem eines Zusammenhangs mit der Schizophrenie wurde gar nicht beachtet.

Weiter?
Viele Langzeitkiffer müssen nach der Entwöhnung auch eine Psychotherapie aufsuchen, da der Verlust einiger Jahre, in denen man durchaus flegmatisch durchs Leben rennt, für jeden eine Belastung darstellen kann. Mir ist klar, dass jeder Kiffer unter Euch was anderes behaupten wird und der Meinung sein wird, dass das nur angelesenes Wissen sei. Aber glaubt mir, das ist es nicht, ich habe jeden Tag mit solchen Leuten zu tun. Merkt man aber erst, wenn man irgendwann damit aufhört.

Weiter?
Potentielle körperliche Auswirkungen sind bei chronischem Missbrauch
allem voran (wie beim Rauchen, nur um einiges potentierter) Beeinträchtigungen des Lungen-Bronchialsystems (Bronchitis, Entzündungen und Veränderungen von Nasen-, Rachen- und anderen Schleimhäuten, Verengungen, Trombosen, Störungen und unspezifische Hyperaktivitäten der Atemwege, Abnormalitäten in der Bronchialwand und Lungenkrebs.

Man muss sich bei der Frage um eine Legalisierung auch folgendes überlegen: Das alleinige Rauchen von Cannabis hat bei jedem Konsumenten einzig das Ziel, breit zu werden, man raucht weder wegen des Geschmacks noch aus irgendwelchen anderen „normalen“ Gründen…daher ist der Vergleich mit Alkohol erneut falsch. Eine Sedierung oder Einschränkung der Wahrnehmung findet offiziell nirgends Akzeptanz (und kommt mir nicht mit der gängigen Sauferei am WE, das weiß ich sehr wohl^^), ich rede nur von Offiziell. Nicht jeder, der ein Bier trinkt, ist besoffen...aber jeder, der kifft, ist breit.

Daher nochmals meine schon oben genannte Meinung: Cannabis hat sehr, sehr viele Vorteile in den verschiedensten Anwendungsbereichen (Medizin, Verarbeitungsmaterialien uvm.) und sollte hierbei tatsächlich größere Popularität besitzen. Daher ist es auch viel zu schade, das Pflänzchen einfach abzufackeln...wobei das inhalieren jeglicher Art auch viele schlechte Seiten hat. Mal einen rauchen? Macht doch! Es gibt tatsächlich gefährlicheres ;) Aber diejenigen, die nach einer Legalisierung rufen, werden warhscheinlich größeren Teils sehr häufig konsumieren. und das ist einfach nich wirklich empfehlenswert! Ich sehe keinen Vorteil in der Legalisierung von Cannabis und der freien Verfügbarkeit in Headshops oder sonstwo. Die Gefahr wesentlich mehr Konsumenten (allem voran jüngeren Konsumenten) wäre gesteigert (wer das leugnet sollte einen neuen Thread aufmachen und den Begriff Konsumgesellschaft erörtern..ich denke ein Großteil von Euch wird mir recht geben). Wo wäre also der Vorteil?
 
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Sorry, schmodder, aber wenn man den Begriff 'körperliche Abhängigkeit' so auslegt oder gar umdeutet, daß jegliche körperliche Auswirkung bei der Abstinenz eine solche ist, dann wäre jedes Suchtverhalten mit einer körperlichene Abhängigkeit verbunden und die Unterscheidung zwischen körperlicher und psychischer Abhängigkeit trivial.

Die von dir genannten Symptome wie Schlafprobleme, Appetitlosigkeit, Depression etc (die klassischen Auswirkungen einer psychischen Abhängigkeit) sind ebenso typisch für Spielsucht und Sexsucht. Nur, wie wird man von Spielsucht körperlich abhängig?

Natürlich kann Cannabiskonsum zu Sucht führen, wobei die oben erwähnten Symptome sicher greifen. Aber ich bezweifle vehement, daß jeder Cannabisgenuß automatisch dazu führt.

Übrigens gibt es durchaus auch Menschen, die Cannabis keinesweg rauchen, um 'breit' zu werden, z.B. ist es für einige Zeitgenossen das Mittel der Wahl gegen Migräne. Aber selbst wenn man es nicht aus diesem Grund zu sich nimmt, lässt es sich meiner Meinung nach durchaus mit Alkohol vergleichen. Denn auch beim Alkohol gibt es bei den Leuten, die ihn der Wirkung wegen trinken, keineswegs nur den Komasäufer, sondern auch denjenigen, die geringe Mengen zu sich nehmen, um in bestimmten Situationen 'lockerer' zu werden. Aber auch nicht jeder Gelegenheitskiffer dröhnt sich ständig die Birne zu.

Die Hauptgefahr des Cannabiskonsums ist meines Erachtens die Tendenz, passiv (und somit auch kritiklos) zu werden, bis hin im Extremfall zur Lethargie. Die Fehleinschätzung der eigenen Aktivität (welche meist nur gedanklich stattfindet) ist für regelmässige Hanfkonsumenten signifikant.

Das Suchproblem selbst sehe ich aber eher als nicht hanfspezifisch an. Solange wir in einer Gesellschaft leben, in der krass ausgedrückt selbst Antialkoholiker bei Freibier nicht nein sagen können und solange jeder rafft, was er nur kriegen kann, solange werden die Menschen ihr Suchtverhalten kaum in den Griff bekommen. Seien es nun Hanf oder Alkohol oder Sex oder Spiele.

Aber eine körperliche Abhängigkeit von Hanf halte ich in der Regel zu keinem Zeitpunkt für gegeben.
 
Sorry, schmodder,.

Kein Problem.

wenn man den Begriff 'körperliche Abhängigkeit' so auslegt oder gar umdeutet, daß jegliche körperliche Auswirkung bei der Abstinenz eine solche ist, dann wäre jedes Suchtverhalten mit einer körperlichene Abhängigkeit verbunden und die Unterscheidung zwischen körperlicher und psychischer Abhängigkeit trivial.

Nicht wenn, Konradin, der Begriff ist so definiert. Mir ist Deine Argumentation klar, aus Zeitgründen verweise ich daher ohne weitere Erklärungen allem voran nochmal auf den Schlafmangel, die extremen Verdauungsprobleme, das Muskelzittern und die Kopfschmerzen, da dies auch ohne Erklärung rein körperliche Symptome sind. Und nein, der Unterschied ist nicht trivial, sondern höchst kompliziert. Das Cannabinoidsystem ist nach neueren Erkenntnissen des Max Planck Insituts für Psychiatrie eine Art körpereigenes Stressmanagement Systems, das uns vor akuter Überbelastung schützen kann und im Rahmen stressreicher Situationen für eine "Dämpfung" sorgt. Sowohl delta-9-Tetrahydrocannabinol, die psychoaktive Substanz von Cannabis, als auch körpereigene Cannabinoide wie Anandamid binden an denselben Cannabinoid-Rezeptor, der im Gehirn präsent ist. Das Binden von delta-9-Tetrahydrocannabinol und Anandamid an den Cannabinoid-Rezeptor bewirkt eine Verringerung der Anregbarkeit des Neurons, und somit eine Dämpfung des Informationsaustausches zwischen den Neuronen (daher auch die Reaktionsverminderung u.ä.). Und wie immer ist ein Eingriff in das Rezeptorensystem mit Folgen verbunden...allem voran über längere Zeit bei chronischer Einflussnahme. Der Körper erwartet die externe Gabe bestimmter Stoffe und fährt die Eigenproduktion herunter, was bisweilen auch zu einer chronischen und irreversiblen Unterproduktion bestimmter Stoffe führen kann. Daher gibt es einen enormen Unterschied zwischen bspw. einer Depression aufgrund psychischer Faktoren und einer aufgrund eines durch äußere Stoffe ausgelösten gestörten Transmittergleichgewichts.

Aber ich bezweifle vehement, daß jeder Cannabisgenuß automatisch dazu führt.

Habe ich auch nicht behauptet...siehe letzter Absatz meines vorherigen Posts.

Übrigens gibt es durchaus auch Menschen, die Cannabis keinesweg rauchen, um 'breit' zu werden, z.B. ist es für einige Zeitgenossen das Mittel der Wahl gegen Migräne.

Ich glaube wir reden aneinander vorbei. Bitte lies erneut den letzten Absatz meines vorherigen Posts.

...sondern auch denjenigen, die geringe Mengen zu sich nehmen, um in bestimmten Situationen 'lockerer' zu werden. Aber auch nicht jeder Gelegenheitskiffer dröhnt sich ständig die Birne zu.

Da bist Du bei mir ebenfalls auf dem falschen Dampfer, da ich von "mood enhancement" ebenso wenig halte, da die Lebensqualität nicht auf der Basis von substanzkonsum erfolgen sollte. Aber das bleibt meine Meinung, muss ja nicht Deine sein ;) (und ja, ich sauf mir ebenfalls gelegentlich mal einen an, heilig bin ich nicht!) Für mich bei dieser Diskussion jedenfalls kein Legalisierungsargument.

Das Sucht(?)problem selbst sehe ich aber eher als nicht hanfspezifisch an.

Sagt auch keiner.

Solange wir in einer Gesellschaft leben, in der krass ausgedrückt selbst Antialkoholiker bei Freibier nicht nein sagen können und solange jeder rafft, was er nur kriegen kann, solange werden die Menschen ihr Suchtverhalten kaum in den Griff bekommen.

Richtig, und solange sollte man auch nicht ohne erkennbaren Vorteil Substanzen legalisieren, die Abhängigkeiten jeglicher Form auslösen und obendrein viele nachteilige Effekte mit sich bringen (gibt es wieder bundeslandeigene "Joint-Obergrenzen" fürs Autofahren? Flashbacks sind nichts ungewöhnliches, da sich bestimmte Stoffe im Fett absetzen...darf ein Kiffer auch unbekifft Autofahren?)

Seien es nun Hanf oder Alkohol oder Sex oder Spiele.

Alkohol: Die Gesetze rund ums Saufen, Promillegrenzen etc. sind ein schon jahrealter Krieg.

Spiele: Andere Liga, tatsächlich KEINE körperliche Abhängigkeit, psychische Abhängigkeit statistisch gesehen ein absolutes Minimum. Spiel an sich ist kein Gift, in keinster Form.

Sex: Nunja. Darüber streiten wir wohl nicht oder? :)
 
Hallo,

da sich bestimmte Stoffe im Fett absetzen...darf ein Kiffer auch unbekifft Autofahren?

Gemäß Straßenverkehrsordnung wohl NEIN.

Meine banale Einschätzung:
Nikotin= starkes hierzulande angeblich mit zusätzlichen Suchtstoffen angereichertes Nervengift. Potenzielle
Auswirkung: Krebs...Copd..
Kaffee= Entzugserscheinungen sind bekannt, gemäß genannter Definition, Auswirkung: bei Abusus ...Herzinfakt (?)....Schlaganfall (?)
Alkohol= starke Droge
Auswirkung: bei Abusus...Demenz ....Veränderung der Gehirnhaut...Gehirn schrumpft.. -> dürfen ohne ihre Droge am Straßenverkehr teilnehmen
THC= Marihuana ? Wikipedia
Auswirkung bei Abusus....Lethargie..potenziell...Psychosen...

Kann mir jemand einfach und verständlich erklären, wie in einem Land indem oben genannte Gifte zugelassen sind, THC Produkte verboten sein können.

Der Unterschied von Gebrauch oder Genuss und Missbrauch ist mir bewusst.

Mein Suchtverhalten, ich rauche, Alkohol trinke ich nur wenns gesellschaftlich notwendig ist, THC haltige Medikamente bekam ich nach einer Operation, bemerkte Nebeneffekte bzw. Entzugserscheinungen =0
Ich kiffe nicht !

Gruß und Danke !
 
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Auch wenn du Schlafmangel, extremen Verdauungsprobleme, Muskelzittern und Kopfschmerzen als rein körperliche Symptome abtuts sehe ich dies anders. Ich selbst z.B. habe chronische Verdauungsprobleme, die Ursachen dafür sind überwiegend psychosomatischer Natur. Aber selbst wenn rein körperliche Gründe die einzig mögliche Ursache wären, wie erklärt es sich dann, daß auch Spiel- und Sexsüchtige diese Symptome beim Entzug ebenso zeigen können?

Dein Einwand über den Flashback amüsiert mich zugebenermaßen etwas. Demnach müsste man ehemaligen LSD-Konsumenten die Fahrerlaubnis für mindestens ein Jahrzehnt entziehen, um allen Eventualitäten zu begegnen. Aber dann sollte man auch allen Leuten ab einem gewissen Alter den Führerschein abnehmen, da die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Herzinfarkts am Steuer steigt, oder auch sonst allen, die irgendeiner Risikogruppe angehören, wie z.B. Jugendlichen. :D

Genau wie du halte ich wenig von 'glücksbringenden' Substanzen. Aber ich ernähre mich auch gesund ohne gleich anderen ihr Toastbrot madig machen zu wollen. Fakt ist jedenfalls, daß die Motivations fürs Kiffen keineswegs ausschließlich das 'Zudröhnen' ist.

Meine Position jedenfalls ist die, daß ich jedenfalls nicht den Hanf, sondern die Sucht (an sich) als das eigentliche Übel ansehe und wenn man die Energien allesamt in die (generelle) Suchtprävention stecken würde, anstatt die Süchte gegeneinander auszuspielen, wohl mehr erreichen würde.
 
Auch wenn du ...abtuts...
Ist zwar jetzt kleinlich. aber: keine sorge, ich tuhe sicherlich nichts "ab" ;) das liegt mir mehr als fern!

Ich selbst z.B. habe chronische Verdauungsprobleme, die Ursachen dafür sind überwiegend psychosomatischer Natur. Aber selbst wenn rein körperliche Gründe die einzig mögliche Ursache wären, wie erklärt es sich dann, daß auch Spiel- und Sexsüchtige diese Symptome beim Entzug ebenso zeigen können?
Ich habe es weiter oben schon geschrieben, aber nochmal: Es macht einen Unterschied, ob das Problem psychischer Natur ist oder ob es durch eine künstliche Veränderung des Neurotransmissterpegels verursacht wird. Depressionen können bspw. durch ein schlechtes Selbstbewusstsein/eine schlimme Erfahrung ausgelöst werden ODER durch eine Schilddrüsenunterfunktion. Das eine ist psychischer Natur, das andere körperlicher (--> sehr simplifizierte Beschreibung). Beim einen greift Psychotherapie, beim anderen Medikation. Wenn Du da genaueres Wissen möchtest, einfach mal ein wenig in die Neuropsychologie gehen, wird mir hier zu ausführlich ;)

Dein Einwand über den Flashback amüsiert mich zugebenermaßen etwas. Demnach müsste man ehemaligen LSD-Konsumenten die Fahrerlaubnis für mindestens ein Jahrzehnt entziehen, um allen Eventualitäten zu begegnen.

Leider amüsiert mich Deiner umso mehr *g* Du forderst ein Reglement aufgrund etwaiger Nachwirkungen...obwohl der Konsum an sich schon illegal ist ;) (nichts für ungut!)

Aber dann sollte man auch allen Leuten ab einem gewissen Alter den Führerschein abnehmen, da die Wahrscheinlichkeit eines plötzlichen Herzinfarkts am Steuer steigt, oder auch sonst allen, die irgendeiner Risikogruppe angehören, wie z.B. Jugendlichen. :D

Hehe, alles eine Frage der Statistik ;) Was meinst Du, wie die Promilleregeln für Alkohol am Steuer aufgestellt werden (und nein, ich nehme sie nicht in Schutz, da ich sie bescheuert finde^^)? Es sind Durchschnittswerte von denen man (das Bundesland) annimmt, dass man bis zu dieser Grenze noch fahrtüchtig ist. Sofern eine Gefahrengruppe tatsächlich statistisch gesehen häufiger Unfälle baut, dann darf sie nicht fahren (Beispiel: Menschen mit Epilepsie, Schlaganfallpatienten o.ä.). Je nachdem was Du konsumierst/konsumiert hast, nimmt Dir bspw. eine Psychiatrie kurzer Hand den Führerschein weg..da eben Gefahr besteht. Will sagen: Nur weil die Gesetze nicht bekannt sind, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt. Das mit dem Herzinfarkt: Es ist nunmal statistisch nicht unbedingt signifikant, dass Menschen ab einem gewissen Alter vermehrt Unfälle aufgrund eines Anfalls bauen...

Fakt ist jedenfalls, daß die Motivations fürs Kiffen keineswegs ausschließlich das 'Zudröhnen' ist.

Welche noch? Und bleib beim Kiffen, nicht bei THC Präparaten ;)

Meine Position jedenfalls ist die, daß ich jedenfalls nicht den Hanf, sondern die Sucht (an sich) als das eigentliche Übel ansehe und wenn man die Energien allesamt in die (generelle) Suchtprävention stecken würde, anstatt die Süchte gegeneinander auszuspielen, wohl mehr erreichen würde.

Da hast Du vollkommen recht. Seit Menschen gedenken bomben sie sich weg. Und genau aus diesem Grund muss man den Menschen leider vor bestimmten Substanzen schützen...nicht nur Heroin wäre noch heute auf dem Markt wenn es anders wäre. Suchtprävention ist eine nette Sache, aber leider nunmal nichts, was zuverlässig auch bis ins hinterste Viertel eindringt. Nie. Glaube ich jedenfalls nicht.
 
Ich bezog mich ganz klar auf da Kiffen und nicht auf THC-Präparate. Ein damaliger Freund von mir bekam gegen seine Migräne Marihuana. Andere Präparate versagten, das Rauchen von M. jedoch brachte den gewünschten Erfolg.

Ebenso habe ich im Laufe der Jahre viele Menschen kennengelernt, die bei entsprechenden Gelegenheiten ein- bis zwei Züge eines Joints zu sich nahmen. Von 'Volldröhnen' kann bei diesen Mengen keine Rede sein.

Übrigens habe ich hier keineswegs irgendetwas im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr 'gefordert', ich habe lediglich darauf hingewiesen, daß es außer Kiffern genügend andere Risikogruppen gibt. Ich persönlich kann mich durchaus damit abfinden, daß es keine 100%ige Sicherheit gibt und bin gegen eine Überreglementierung (welche ohnehin meist nur das subjektive Sicherheitsempfinden tangiert).

Sofern man ein generelles Fahrverbot auf alle Kiffer aussprechen wollte, dann müsste man ohnehin zunächst einmal definieren, wer in diesem Sinne überhaupt ein Kiffer ist. Ist ein Kiffer einer, der schon einmal in seinem Leben mitgekifft hat (wieviele Millionen Führerscheine müssten dann eigentlich abgegeben werden?) oder ist es einer, der täglich mehr als zehn Wasserpfeifen raucht (leider gibt es auch diese Speizies)?

Ich jedenfalls halte die Wechselwirkung von jeglichen Hanfprodukten und dem Strassenverkehr ausser zum Zeitpunkt der unmittelbaren Wirkung für vernachlässigbar gering. Aber wie gesagt, jeder denkt darüber anders.
 
Ich bezog mich ganz klar auf da Kiffen und nicht auf THC-Präparate. Ein damaliger Freund von mir bekam gegen seine Migräne Marihuana. Andere Präparate versagten, das Rauchen von M. jedoch brachte den gewünschten Erfolg.

Ein Arzt verschreibt Marihuana gegen Migräne :eek:

Konradin, ich wäre dir sehr dankbar, wenn du mir verraten könntest, wo dieser Arzt stationiert ist,denn somit hätte meine Frau keinen Grund mehr ihre Unlust auf Migräne zu schieben :D

Bei allem Respekt, aber langsam zweifel ich dran was du so schreibst, mir ist nur bekannt, dass Marihuana bisher Krebs Patienten verabreicht wird.
 
Ach, Internet, ich habe nirgendwo behauptet, er hätte es auf Rezept bekommen. Zweifle, wo und wie du willst, aber zwischen geben und verschreiben sollte man vielleicht doch differenzieren können.
 
schmodder schrieb:
Suchtprävention ist eine nette Sache, aber leider nun mal nichts, was zuverlässig auch bis ins hinterste Viertel eindringt. Nie. Glaube ich jedenfalls nicht.
:D
Nen' bischen viel der (sehr variablen *g*) Spekulation bzw. auch des Glaubens, findest Du nicht selbst? :)

Aber mal ernsthaft.
Deinen medizinischen Ausführungen und Darlegungen zum Thema kann ich durchaus folgen und finde es auch sehr positiv, sie hier in die Diskussion zu integrieren. :)
[ Einschub]Obwohl eine Beeinflussung des Cannabinoidsystem wie auch anderer körpereigenen Systeme wie z.B. der Endorphine bisher keineswegs völlig zufriedenstellend geklärt bzw. erforscht wurden.
Denn auch andere Stoffe (wie z.B. spezielle Medikamentenwirkstoffe) können ja dieses System bzw. die Rezeptoren positiv wie negativ beeinflussen oder auch blockieren.[Ende]

Deinen daraus dann aber abgeleiteten (teils persönlich gefärbten) Konsequenzen kann ich zumindest solange nicht folgen, wie Du hierbei zur Rechtfertigung sogar kulturelle Aspekte sowie langjährig nicht Geklärtes in unserem Rechtssystem mit einfließen lässt ;)

Ein bischen "Suff" (sorry *bg*) darf dann also schon mal sein, während eine (rel. kleine) Blockierung des Immunsystem bzw. anderer Rezeptoren durch pflanzliche (und auch heimische) Wirkstoffe hier gleich zum Sündenfall wird :D


Und auch Dein Unglaube, dass Aufklärung und Prävention nicht wesentlich dazu beitragen können, den Missbrauch aller diverser Drogen
und damit z.B. auch die Abhängigkeit von diversen Süchten zu vermeiden ,
stimmt mich dazu eher traurig.

Hieße dies doch in letzter Konsequenz, den Menschen als an sich unmündiges Wesen zu begreifen, der nur unter Aufsicht prädestinierter (Über-)Wesen funktionsgerecht zu existieren befähigt wäre. ;)

Aber i.P. geht es hier doch nicht nur um eine Legalisierung an sich,
sondern auch um eine Entkriminalisierung des Gebrauchs.
Während bei bestimmten medizinischen Indikationen demnächst ja sogar der Genuss/Gebrauch von THC erstattungsfähig (über Krankenkassen) werden soll,
reden viele ja immer noch vom Drogenmissbrauch an sich.

Auch eine Differenzierung in allgemein akzeptierte Drogen bzw. den speziellen Medikamentenmissbrauch würde uns hier in Hinsicht auf eine gesellschaftskritischere Diskussion über dies Thema wohl wesentlich weiter bringen.

muesli

PS
tom_cat schrieb:
Kann mir jemand einfach und verständlich erklären, wie in einem Land indem oben genannte Gifte zugelassen sind, THC Produkte verboten sein können.
Habe ich auch noch nirgendwo gelesen ;)

@ Internet :rolleyes:
Ich springe mal für Konradin ein,
der ja ansonsten gerne seine Zeit opfert, andere nicht dumm sterben zu lassen
[...]wo dieser Arzt stationiert ist[...]?
In den vielgeliebten und ach so DEA-militanten USA ist z.B. jeder Arzt in folgenden states berechtigt Cannabis zu verschreiben: California, Arizona, Washington, Oregon, Nevada, Colorado und Hawaii
Als "Ersatzstoff ist Dronabinol (Marinol®) als Tetrahydrocannabinol enthaltenes Medikament übrigens in allen Staaten der USA völlig legal zugelassen
und auch in Deutschland als „verschreibungsfähig ohne Ausnahmegenehmigung“ seit dem 1. Februar 1998 eingestuft und faktisch also von jedem Arzt zu verschreiben!

Die Tatsache allerdings, dass (medizinische) THC-Produkte zuerst nur als "gering therapeutisch nützlich" eingestuft wurden, inzwischen aber ihren festen Platz auch in Apotheken gefunden haben, erklärt sich vielleicht ja auch daraus,
dass z.B. Marinol (mit seinem adäquaten Anteil an THC) ca. 100-150 mal teurer ist, als auf dem illegalen Markt als Marihuana erhältliches THC gleicher Menge.
(1 Gramm THC kostet als Marinol ca. 4.500-5000 € / ca. 6% THC-haltiges Marihuana ca. 5, 10 oder bis zu 20 € (je nach Kaufort halt *g*).
Vielleicht fangen ja so Manche hier anhand von derartigen "Zahlen" einmal an, weiter zu "denken" ;)

Ein hoffentlich als "unverdächtig" einzustufender Link hierzu :weg:,
der allerdings auch so einige teils als verdummende Fabeln einzustufende "Fakten" enthält ;)
Cannabis: Rauschgift auf Rezept?
 
Zuletzt bearbeitet:
Zitat von muesli: In den vielgeliebten und ach so DEA-militanten USA ist z.B. jeder Arzt in folgenden states berechtigt Cannabis zu verschreiben: California, Arizona, Washington, Oregon, Nevada, Colorado und Hawaii

Irgendwie kommst du durcheinander, meine frage bezog sich auf Deutschland und nicht auf irgendein Kontinent, wo bitte wird hier Marihuana wegen Migräne verschrieben ?
 
schmodder hat noch nie THC konsumiert, das geht ja wohl aus seinen Aussagen hervor. Würden wir in einem Land, in dem es kein Cannabis, gibt eine Umfrage starten, würden die häufigsten Menschlichen Gebrechen so lauten:

• Extreme Schlafprobleme (eigentlich immer!!) und wirre Träume
• Durchfall, Magenprobleme, Übelkeit und Erbrechen
• Fast immer Depressionen (Veränderung des Neurotransmitterhaushalts)
• Aggressivität
• Nervosität, Unruhe
• Muskelzittern, Schwitzen, erhöhte Temperatur
• verminderter Appetit
• Kopfschmerzen

Es ist zu einfach, hier ein Paar Volkskrankheiten auf Cannabis zu schieben.

Hier wurden einige Kiffer untersucht und das Ergebnis wurde auf aufs kiffen geschoben. Woher kann man wissen ob diese Symptome nicht schon Vorher bestanden haben? Oder sollte nicht auch untersucht werden, ob es nicht gerade in der Zielgruppe der Cannabiskonsumenten, schon vorher häufiger aufgetreten ist?

Es wäre mal interessant, eine Gegenüberstellung zu machen, die ein pro und contra dieser Legalisierung enthält. Die gefundenen Aspekte müssten dann noch mit Punkten vergeben werden. Je nachdem wie stark die Auswirkungen auf die allgemeinheit der Bevölkerung sind. Dazu bräuchte man ein Gremium das aus Befürwortern und Gegnern in in gleichen Teilen besteht.

Auf dieses Ergebnis wäre ich mal gespannt.
 
@ InterNet :depp:
Bei Dir geb ich's jetzt wirklich auf :rolleyes:

Wenn Du noch nicht einmal in der Lage bist,
den von Dir zitierten Satz auch ganz zu Ende zu lesen,
ist scheinbar wirklich jegliche Mühe um Aufklärung bei Dir verschwendet ;)

Also nochmals, allerdings selbst bei Fettdruck nur in der vagen Hoffnung auf erfolgreiche Wahrnehmung von Dir:
muesli #164 schrieb:
In den vielgeliebten und ach so DEA-militanten USA ist z.B. jeder Arzt in folgenden states berechtigt Cannabis zu verschreiben: California, Arizona, Washington, Oregon, Nevada, Colorado und Hawaii
Als "Ersatzstoff ist Dronabinol (Marinol®) als Tetrahydrocannabinol enthaltenes Medikament übrigens in allen Staaten der USA völlig legal zugelassen
und auch in Deutschland als „verschreibungsfähig ohne Ausnahmegenehmigung“ seit dem 1. Februar 1998 eingestuft und faktisch also von jedem Arzt zu verschreiben!
[...]-> Siehe u.a. auch:
Cannabis: Rauschgift auf Rezept?

muesli
 
Also nochmals, allerdings selbst bei Fettdruck nur in der vagen Hoffnung auf erfolgreiche Wahrnehmung von Dir

Du kannst es Fettdrucken, von mir aus auch bunte Lichterdschläuche um dein Hinweis wickeln und auch mit vuvuzela untermalen, beantwortet es trotzdem nicht meine Frage ;)

Du wirst in Deutschland keinen Arzt finden, der dir Marihuana wegen Migräne verschreibt... ende der ansage.. :p
 
Internet schrieb:
Du wirst in Deutschland keinen Arzt finden, der dir Marihuana wegen Migräne verschreibt... ende der ansage..
Sorry, aber diese Aussage ist schlicht und einfach falsch und widerlegbar.
 
In den vielgeliebten und ach so DEA-militanten USA ist z.B. jeder Arzt in folgenden states berechtigt Cannabis zu verschreiben: California, Arizona, Washington, Oregon, Nevada, Colorado und Hawaii
Als "Ersatzstoff ist Dronabinol (Marinol®) als Tetrahydrocannabinol enthaltenes Medikament übrigens in allen Staaten der USA völlig legal zugelassen
und auch in Deutschland als „verschreibungsfähig ohne Ausnahmegenehmigung“ seit dem 1. Februar 1998 eingestuft und faktisch also von jedem Arzt zu verschreiben!

Und was sagt das aus?

Werden in Deutschland nicht auch härtere Drogen in einzelnen Fällen verschrieben, z.B. zur Schmerzlinderung? Ist damit auch ausgesagt, dass man diese Drogen freigeben sollte? Stichwort Morphium?
 
Grundsätzlich versteht man unter einer körperlichen Abhängigkeit nämlich nicht einen extremen körperlichen Zustand wie bspw. beim Heroin, sondern nur, dass beim Absetzen der Substanzen Entzugserscheinungen irgendeiner Art auftreten. Hierbei sind Entzugserscheinung definiert als die der Substanz normalerweise zugehörigen Abstinenzerscheinungen oder als Verhalten, dass sich darin äußert, die gleiche oder eine ähnlich wirkende Substanz zu konsumieren, um so den Entzugserscheinungen abzuhelfen bzw. vorzubeugen. Häufige Entzugssymptome bei chronischen Kiffern sind:

• Extreme Schlafprobleme (eigentlich immer!!) und wirre Träume
• Durchfall, Magenprobleme, Übelkeit und Erbrechen
• Fast immer Depressionen (Veränderung des Neurotransmitterhaushalts)
• Aggressivität
• Nervosität, Unruhe
• Muskelzittern, Schwitzen, erhöhte Temperatur
• verminderter Appetit
• Kopfschmerzen

Diese Definition ist in der Tat, auch wenn sie die richtige sein mag, abweichend von der allg. verbreiteten. Die hier aufgeführten Symptome sind auch soweit plausibel und/oder mir von langjährigen Kiffern bekannt. Allerdings nur von wirklich langjährig Abhängigen. Erklärung lieferst du ja auch:

Ein zweiter Punkt ist, dass es bei einer körperlichen Abhängigkeit zu Toleranzentwicklungen kommt. Das heißt in diesem Fall, dass trotz Einnahme einer gleichbleibenden Substanzmenge ein herabgesetzter Effekt eintritt (und beides genannte, die Entzugserscheinungen und die Toleranzentwicklung, trifft auf alle chronischen Kiffer zu, denen ich je begegnet bin, und das sind wesentlich mehr als nur ein ganzer A*** voll ;))

Also macht das Konsumieren von Cannabis nicht direkt körperlich abhängig, sondern es tritt nach anhaltendem, häufigen Konsum eine körperliche Abhängigkeit auf.
(Die körperliche Abhängigkeit kommt zumin. "nur" hinzu und ist nicht der eigentliche Bestandteil einer evtl. Sucht, sondern eine psychische Abhängigkeit (die natürlich irgendwann mit dieser zusammenhängen kann)).

Insgesamt schöner informativer Post schmodder und insgesamt eine schöne und interessante Diskussion :)

In diesem Thread haben sich viele für eine Entkriminalisierung von Konsumenten ausgesprochen. Das ist auf jeden Fall etwas, das mir um einiges wichtiger wäre, als auf einmal an jeder Ecke Deutschlands Coffeeshops, was ja auch nicht wirklich sein muss. Nur spricht halt die aktuelle Gesetzeslage nicht für eine Entkriminalisierung, also besteht meiner Meinung nach auf gesetzlicher Basis Nachholbedarf.

So sind die Regelungen für den Straßenverkehr im Bereich Alkohol praxiserprobt und erscheinen erstmal sinnvoll, während sie im Bereich THC doch etwas krass sind. Nicht falsch verstehen bekifft Autofahren gehört wie betrunken Autofahren auf jeden Fall zu ganz bösen unverantwortlichen Dingen, aber nach der aktuellen Gesetzeslage reicht es aus, dass das Messgerät überhaupt THC im Blut nachweisen kann, damit man quasi "unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln" gefahren ist.
Salopp gesagt ich kiffe Samstag Mittag mit Freunden, fahre Montag zur Arbeit, werde kontrolliert, die Blutuntersuchung ergibt garantiert, dass noch THC im ppb Bereich vorhanden ist, ich bekomme 8 Punkte und verliere meinen Führerschein für mindestens ein Jahr und muss beständig beweisen, dass ich nichts konsumiere (darf mich nichtmal in der Nähe irgendwelcher Kiffer aufhalten).... Meiner Meinung nach etwas hart und eine pauschale Kriminalisierung von Cannabis Konsumenten nach dem Motto, wer irgendwann mal konsumiert ist eine permanente Gefahr auf der Straße.

Weil es so schön ist ein blöder Alkoholvergleich ;)
Na da möchte ich mal sehen wie leer unsere Straßen sind, wenn das für Alkohol gelten würde...
 
Mir scheint, dass hier zwei Dinge miteinander vermischt werden. Natürlich werden Drogen auch pharmazeutisch aufbereitet und als Sedativa oder zur Schmerzlinderung eingesetzt, was auch völlig ok ist. In diesem Fall stehen sie unter staatlicher und ärztlicher Kontrolle. Aber das heisst doch im Umkehrschluss nicht, dass es sinnvoll wäre Cannabis & Co. zu legalisieren! Gruss freefloating
 
Mc Kilroy schrieb:
Ist damit auch ausgesagt, dass man diese Drogen freigeben sollte? Stichwort Morphium?
Nein, keineswegs ;)
In der Gefahr, dass ich mich wiederhole :D:
Ich bin eher für eine (erneute und öffentliche) Diskussion über gewisse Formen der Legalisierung,
oder besser, gewisse Formen der Entkriminalisierung
wie sie hier dankenswerter Weise ja bereits teilweise auch stattfindet.

Denn bezüglich der "Legalisierung" wie auch der "Kriminalisierung" wird hier viel zu sehr pauschalisiert,
ohne dass dies bezügliche, reale Auswirkungen im Alltag klarer herausgestellt werden.

Von daher scheint mir auch,
freefloating schrieb:
... dass hier zwei Dinge miteinander vermischt werden.
Nämlich eine Zuspitzung, eine Schwarz/Weißmalerei,
die uns/unsere Gesellschaft bzgl. der allgemeinen Drogenproblematik kaum weiterbringt.;)

Denn auch der Konsum von Alkohol sowie anderen Drogen (und Medikamenten) ist ja keineswegs grundsätzlich legitim ;)
Egal ob in der
- StVo §1:
(1) ...gegenseitige Rücksicht.
(2) ..., dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird -
oder in anderen Gesetzestexten, ist es ja mehr oder minder ;)klar geregelt, wie es eigentlich in unserer Gesellschaft zugehen sollte.

Die daraus jeweils abgeleiteten, rechtlichen Konsequenzen sind es aber doch auch hier, die in einer wachsenden Mehrheit der Bevölkerung für Unverständnis sorgen.

Der Besitz an sich ist teils nicht (völlig) strafbar,
der Konsum in der Öffentlichkeit andererseits aber teilweise schon, sofern eben nachweisbar.
Nur das der Nachweis von Drogen und deren aktuelle Wirksamkeit eben sehr variiert und Einschätzungen unterliegt, die teils kaum nachvollziehbar sind!
Im Fall von z.B. des Alkohols oder bestimmter Medikamente ist für eine indirekte Akzeptanz bzw. Tolerierung "gesorgt"
[von wem wohl? ;) ],
während im Fall von latent lang zeitig nachweisbaren Drogen eine unverhältnismäßige Kriminalisierung stattfindet.

Sozusagen also "Legalisierungen" bzw. "Kriminalisierungen" im (Mehr)Klassensystem.

Ich will hierbei gar nicht den Konsum (zeitweilig oder dauerhaft) speziell von Cannabis bzw. THC schön reden
(obwohl ich hier weiß, wovon ich rede),
aber wenn ich mir in unserer Gesellschaft den übrigen, zumeist ungeahndeten und teils weitaus gefährlicheren Umgang mit Drogen anschaue,
bedingt die Prävention vor Drogen vor allem auch eine nachvollziehbare Verhältnismäßigkeit der Gegenmittel bzw. Strafen.

Und die ist schlicht nicht gegeben ;)

Wer weiß denn schon ob der Persönlichkeitsveränderungen von Medikamenten oder Drogen - Nebenwirkungen halt, die zumeist kaum einmal nachweisbar sind -
wie z.B. bei Kokain, die nicht nur im Jetset oder als "Mode"droge, sondern auch in "Zockerkreisen" einen vmtl. sogar nicht unerheblichen Anteil an der letzten "Finanzkrise" haben
oder Aufputschmittel anderer Couleur, die z.B. auch medizinisches Personal "am Laufen halten", ohne dass über die Folgen derartigen Missbrauchs in der Öffentlichkeit überhaupt einmal mal dauerhafter geredet wird ;)

Von daher

bin ich gegen eine Kriminalisierung z.B. des Konsums von Cannabis-Produkten!

Legalisiert ist nämlich schon viel zuviel Unsinniges :D

muesli
 
Nun finde auch ich mal wieder 10 Minuten Zeit! ;) Ich werde versuchen, alle angesprochenen Punkte nochmals aufzugreifen, beginnen wir bei Dir, Konradin:

Ich bezog mich ganz klar auf da Kiffen und nicht auf THC-Präparate. Ein damaliger Freund von mir bekam gegen seine Migräne Marihuana. Andere Präparate versagten, das Rauchen von M. jedoch brachte den gewünschten Erfolg.

Zu allererst sollte ich vielleicht nochmal klarstellen, wie meine Kommentare konkret orientiert sind…denn ich weiß nicht, ob das nicht aus meinen Posts hervorsticht oder ob Du nicht aufmerksam mitgelesen hast (nichts für ungut ;)).

1. Ein kritischer Punkt, welchen ich näher beleuchten wollte, war das grundlegende Thema „körperliche Abhängigkeit“, welcher von Kiffern grundsätzlich gerne als wissenschaftlich falsifiziert dargestellt wird (oder vielleicht vielmehr aus der Überzeugung heraus, dass man dies als langjähriger Kiffer ja wohl bestens beurteilen könne). Wenn ich diesen Punkt isoliert betrachte, so ist die Antwort auf die Frage nach einer körlperlichen Abhängigkeit im Rahmen klinischer Definitionen definitiv mit JA zu beantworten, aber ich gehe später nochmals darauf ein.

2. Ein weiterer, in meinen Augen kritischer Punkt ist bei der Frage nach einer Legalisierung die Unterscheidung zwischen dem Stammtischkiffen und dem Verkauf medizinischer Präparate, sprich: Die Differenzierung zwischen einer Legalisierung von Marijuana (ähnliche Verfügbarkeit wie in der Schweiz bis vor ein paar Jahren oder in Holland) und einer Legalisierung von THC für medizinische Präparate! Während (wie ich schon oben recht ausführlich dargelegt habe) die Nutzung im medizinischen und auch im industriellen Sektor (Stoffe etc.) definitiv positive Seiten hat, so hat das Kiffen an sich in Anbetracht der Erkenntnisse über einen Zusammenhang mit Schizophrenie, geistlichem Verfall (ja, klingt hart :D, siehe Studienliste unten!) und köperlicher Abhängigkeit + Schädigung keinen mir ersichtlichen Vorteil, außer das nette „halt mal einen rauchen“, was kein ausreichendes Argument für eine Legalisierung darstellt. Und daher allem voran an Dich gerichtet Konradin: Wenn ich diese Unterscheidung treffe und medizinische Präparate verfügbar gemacht werden (was ich ausdrücklich gut heiße), dann verfällt Dein ProArgument einer Substanz-Legalisierung.

Ebenso habe ich im Laufe der Jahre viele Menschen kennengelernt, die bei entsprechenden Gelegenheiten ein- bis zwei Züge eines Joints zu sich nahmen. Von 'Volldröhnen' kann bei diesen Mengen keine Rede sein.

Auch wenn das so ganz romantisch klingt, sei mir nicht böse wenn ich dieses Argument ad acta lege, denn aus meiner Erfahrung sind das vielleicht 0,5 % der Leute (konkrete Statistiken liegen noch nicht vor, folgen aber in den nächsten Monaten). Da das Kiffen weder ein großartig gustatorisches Ereignis ist (schlimmer als normales Rauchen), noch sonst irgendeinen anderweitigen Zweck als die psychogenen Wirkungen erfüllt, sind diese Leute, wenn sie denn tatsächlich nur ein zwei mal im Monat nen Zug nehmen, überwiegend Mitläufer (wieder sorry, aber das ist meine Erfahrung ;)), die halt einfach mal mitmachen, aber eigentlich nicht wirklich Kiffen wollen. Und auch hier: Nur weil einer von 200 Kiffern nur mal ein zwei Züge nimmt, so ist es für mich noch kein Argument auf der Vorteilsseite der Legalisierung von Marijuana.


Nun zu Kanone64 :) :

schmodder hat noch nie THC konsumiert, das geht ja wohl aus seinen Aussagen hervor.

Nur weil ich kein Befürworter bin? Zu Deinem und auch zu meinem Pech hast Du leider unrecht.

Würden wir in einem Land, in dem es kein Cannabis, gibt eine Umfrage starten, würden die häufigsten Menschlichen Gebrechen so lauten.

Es geht nicht um etwaig auftretende Gebrechen, sondern um typische Entzugserscheinungen bei Aufhörern.

Es ist zu einfach, hier ein Paar Volkskrankheiten auf Cannabis zu schieben.
Hier wurden einige Kiffer untersucht und das Ergebnis wurde auf aufs kiffen geschoben. Woher kann man wissen ob diese Symptome nicht schon Vorher bestanden haben? Oder sollte nicht auch untersucht werden, ob es nicht gerade in der Zielgruppe der Cannabiskonsumenten, schon vorher häufiger aufgetreten ist?

Bei der Gestaltung wissenschaftlicher Studien berücksichtigt man exakt solche Faktoren. Und ich muss es nochmals anmerken: Mal abgesehen von mittlerweile einer ganzen Menge wirklich guter Studien zum Gras habe auch ich mit vielen hundert Kiffern zu tun, und die genannten Symptome sind die REGEL!

Es wäre mal interessant, eine Gegenüberstellung zu machen, die ein pro und contra dieser Legalisierung enthält.

Ich bin bei dieser Thematik penetrant, ich weiß, aber ich möchte nochmals darum bitten: Nennt mir die Vorteile einer grundlegenden Legalisierung von Marijuana, vorausgesetzt dass medizinische Präparate vermehrt untersucht, verschrieben und vergeben werden!! Nur die Vorteile des Kiffens!!

So, der nächste :)

Diese Definition ist in der Tat, auch wenn sie die richtige sein mag, abweichend von der allg. verbreiteten.

Ja das weiß ich, hier liegt wahrscheinlich auch das Problem begraben. Körperliche Abhängigkeiten sind immer schlimm und haben meistens Spätfolgen, aber der Otto-Normalverbraucher kennt leider nur den Heroinsüchtigen Leonardo Di Caprio aus den Straßen von SF (übrigens sehr gut gespielt ;)), was nur die Randgruppe der Erscheinungsbilder darstellt.

Die hier aufgeführten Symptome sind auch soweit plausibel und/oder mir von langjährigen Kiffern bekannt. Allerdings nur von wirklich langjährig ..

Ja das stimmt soweit, deswegen hatte ich auch explizit regelmäßige Kiffer gemeint! ;) Und sofern bei einer Diskussion das Argument „Cannabis macht NICHT körperlich abhängig“ aufkommt, muss man sich nunmal damit auseinandersetzen, oder? ;)


Also macht das Konsumieren von Cannabis nicht direkt körperlich abhängig, sondern es tritt nach anhaltendem, häufigen Konsum eine körperliche Abhängigkeit auf.

Klar, erst der Konsum verursacht die Abhängigkeit. Manchmal schnell (Beispiel: Methamphetamin(Chrystal)), manchmal langsam (Beispiel: Analgetika). Bei Cannabis durchaus erst bei chronischem Gebrauch.

Insgesamt schöner informativer Post schmodder und insgesamt eine schöne und interessante Diskussion :)

Danke ;)

So, und nun noch muesli:

:D
Nen' bischen viel der (sehr variablen *g*) Spekulation bzw. auch des Glaubens, findest Du nicht selbst? :)

Ähm,…wenn Du so fragst…nein. :)


[ Einschub]Obwohl eine Beeinflussung des Cannabinoidsystem wie auch anderer körpereigenen Systeme wie z.B. der Endorphine bisher keineswegs völlig zufriedenstellend geklärt bzw. erforscht wurden.

Da hast Du durchaus recht! Gleiches gilt für einen Großteil psychopharmakologischer Substanzen. Was jedoch nichts daran ändert, dass bestimmte Funktionen in der Vergangenheit durchaus reliabel erkannt wurden und als wichtig einzustufen sind. Und ein Rumgepfusche im Neurotransmittersystem ohne driftigen Grund (Krankheit) ist NIE gut (salopp gesagt). Heißt im Klartext: Das man noch nicht alles über das Cannabinoidsystem weiß heißt sicherlich nicht, dass man draufloskiffen sollte, was das Zeug hält^^ Es liegen genügend Studien vor, die darauf hindeuten, dass es keineswegs vorteilhaft ist^^

Deinen daraus dann aber abgeleiteten (teils persönlich gefärbten) Konsequenzen kann ich zumindest solange nicht folgen, wie Du hierbei zur Rechtfertigung sogar kulturelle Aspekte sowie langjährig nicht Geklärtes in unserem Rechtssystem mit einfließen lässt ;)

Bin mir nicht ganz im Klaren darüber, auf was Du Dich beziehst. Kultur wäre hierbei durchaus ein interessanter Aspekt, den ich jedoch bisher bewusst außer Acht gelassen habe.

Ein bischen "Suff" (sorry *bg*) darf dann also schon mal sein, während eine (rel. kleine) Blockierung des Immunsystem bzw. anderer Rezeptoren durch pflanzliche (und auch heimische) Wirkstoffe hier gleich zum Sündenfall wird :D

Nope, da hast Du mich falsch verstanden (bzw. ich mich falsch ausgedrückt ;) ;)). Ich wollte nur klarstellen, dass ich weit davon entfernt bin, ein Moralapostel zu sein. Jedoch ist ein einzelner Suff im kritischen Fall nicht so drastisch wie das Kiffen.

Und auch Dein Unglaube, dass Aufklärung und Prävention nicht wesentlich dazu beitragen können, den Missbrauch aller diverser Drogen und damit z.B. auch die Abhängigkeit von diversen Süchten zu vermeiden , stimmt mich dazu eher traurig.

Auch hier würde ich Dich bitte, das weiter auszuführen. Natürlich ist das nur meine persönliche Meinung, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Das einfachste Beispiel für eine legal verfügbare „Substanz“, bei der die Suchtprävention schon ab den Kinderbeinen präsent sein sollte, sind Zigaretten. Und man merkt ja, wie gut das funktioniert. Auch mit schwarzweißen Bannern, die mehr als die Hälfte der Packung einnehmen. Und ja, das ist traurig.

Hieße dies doch in letzter Konsequenz, den Menschen als an sich unmündiges Wesen zu begreifen, der nur unter Aufsicht prädestinierter (Über-)Wesen funktionsgerecht zu existieren befähigt wäre. ;)

Ich weiß es klingt hart. Aber der Mensch ist ein Herdentier. Das wirst Du jedes Mal erleben, sobald eine Gruppe isoliert auf sich selbst angewiesen ist. Egal ob es sich um eine kleine Gruppe oder eine Gesellschaft handelt, für gewöhnlich wird recht schnell ein „Führer“ (und nicht falsch verstehen, das ist schlicht der richtige Begriff…im Englischen LEADER) auserkohren, der Rahmenbedingungen steckt und Regeln aufstellt. Geschieht das nicht, herrscht blankes Chaos. Und bitte nicht die 68´er Kommunen nennen…das ist was anderes. So, und mit dieser Äußerung habe ich mich warhscheinlich bei vielen ins Aus katapultiert^^

Auch eine Differenzierung in allgemein akzeptierte Drogen bzw. den speziellen Medikamentenmissbrauch würde uns hier in Hinsicht auf eine gesellschaftskritischere Diskussion über dies Thema wohl wesentlich weiter bringen.

Und nochmal: Ausführen. Bitte. Mach doch den Anfang ;)

Hier ein paar Startleckerlis zum Lesen:

Intelligenz:

Arch Gen Psychiatry -- Abstract: Regional Brain Abnormalities Associated With Long-term Heavy Cannabis Use, June 2008, Ycel et al. 65 (6): 694

Current and former marijuana use: preliminary findings of a longitudinal study of effects on IQ in young adults -- Fried et al. 166 (7): 887 -- Canadian Medical Association Journal

Brain Neuroimaging in Cannabis Use: A Review -- Quickfall and Crockford 18 (3): 318 -- J Neuropsychiatry Clin Neurosci

Repeated cannabinoid exposure during perinatal, adolescent or early adult ages produces similar longlasting deficits in object recognition and reduced social interaction in rats ? J Psychopharmacol

Tgliches Marihuana-Rauchen lsst das Gehirn schrumpfen (Wissenschaft, NZZ Online)


Sucht:
Arch Gen Psychiatry -- Abstract: Marijuana Abstinence Effects in Marijuana Smokers Maintained in Their Home Environment, October 2001, Budney et al. 58 (10): 917

Kognition, Reaktion, Psychosen u.a.

Opposing actions of chronic ?9-tetrahydrocannabinol and cannabinoid antagonists on hippocampal long-term potentiation ? Learning & Memory

Long-term effects of cannabis on oculomotor function in humans ? J Psychopharmacol

Marijuana use is associated with a reorganized visual-attention network and cerebellar hypoactivation ? Brain

Latendte Psychosen durch Kiffen Konsum von Cannabis ein Rausch kann schon Reichen

Cannabis use, cognitive performance and mood in a sample of workers ? J Psychopharmacol

Das Rätsel Schizophrenie - Google Bücher

Meine Meinung zur Kriminalisierung:

Klar, da habt ihr sicherlich recht. Einen Kiffer auf eine Ebene mit Heroindealer zu stellen (was bei Leuten, die desinformiert sind, immer wieder der Fall ist) ist definitiv ein großes Problem und muss sicherlich diskutiert werden!! Eine Legalisierung befürworte ich nicht, aber eine Lockerung der Gesetze bezüglich der Strafen für Eigenkonsumenten ist dringend nötig!
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Es kann durchaus sein, mein lieber schmodder, daß die Kiffer in deinem Bekanntenkreis andere Rauchgewohnheiten haben als in meinem. Aber die These, daß nur 0,5% der Leute einigermaßen gescheit mit Cannabis umgehen halte ich gelinde gesagt für gewagt (offenbar rekrutiert sich mein kiffender Bekanntenkreis überwiegend aus diesem verschwindend kleinen Kreis). Das hieße also strenggenommen, daß nur 0,5% der Kiffer Cannabis gebauchen, während 99,5% Cannabis mißbrauchen. Sorry, aber ich halte diese Aussage für hahnebüchenen Unsinn.

Wenn man solche Aussagen gleichermaßen über Alkohol treffen würde, dann wären wahrscheinlich nur 0,5% der Trinker keine Alkoholiker.

Das Thema der medizinischen Präparate habe ich übrigens weder in diese Diskussion eingebracht noch es als Argument für die Legalisierung von Cannabis angeführt. In dem von mir erwähnten Fall (Migräne) ging es nicht um ein medizinisches Präparat, sondern ganz konkret um Marihuana. Aber selbst wenn er es nicht von einem Mediziner bekommen hätte, sondern es illegal am Straßenrad erworben hätte, und selbst wenn die Wirkung nur eine subjektive gewesen wäre, selbst dann wäre dieses konkrete Beispiel schon tauglich, die ausschließliche Motivation des 'Zudröhnens' zu widerlegen.

Ob Hanfrauchen geschmacklich ein Genuß sein kann, das wirst du als jemand, der dies rundheraus ablehnt, kaum beurteilen können. Aber laß es dir gesagt sein: es kann.

Ok, dann werde ich einmal konkret und oute mich. Auch wenn ich in diesem Jahr noch nicht einen einzigen Joint geraucht habe, ich weiß durchaus, wovon ich rede und ich habe auch schon andere Zeiten hinter mir, auch wenn ich zu keinem Zeitpunkt davon abhängig war. Weder bin ich hanfmässig ein Mitläufer noch jemand, der es maßlos übertreibt. Ich kann Hanf als Gelegenheitsgenußmittel genießen, aber ich brauche es in keiner Weise, um mich wohlfühlen zu können. Genausowenig wie ein Glas Wein, aber dennoch trinke ich gelegentlich eines.

Ich weiß gern, was ich tue und allein schon deshalb ist mir jede Art Rausch suspekt. Genuß ok, aber alles zu seiner Zeit und zwar entweder ohne oder aber mit leicher Wirkung, denn es geht nicht um Flucht, sondern Genuss. Die Wirkung von einem Glas Wein ist mir nicht grundsätzlich unangenehm und ich nehme sie mitunter billigend in Kauf, ebenso wie eine leichte Hanfwirkung für mich keine Todsünde darstellt. Aber auf einen Vollrausch und 'Zugedröhne' kann ich gern verzichten.

schmodder schrieb:
Jedoch ist ein einzelner Suff im kritischen Fall nicht so drastisch wie das Kiffen.
Wieder eine recht gewagte These. Hast du irgendwelche Belege dafür?

Wie kommst du übrigens darauf, Straftaten von Käufern mit Straftaten von Verkäufern zu vergleichen? Selbst die über Drogen uninformierteste Oma vergleicht höchstens das Kaufen von Haschisch mit dem Kaufen von Heroin und das Verkaufen von Haschisch mit dem Verkaufen von Heroin. Oder meinst du, ohne Informationen über Drogen könne man nicht den Kauf einer Ware (vorzugsweise zum Eigenbedarf) und den gewerblichen Verkauf derselben auseinanderhalten? Kennt niemand den Unterschied zwischen 'Verbraucher' und 'Händler'? Aber ich lass es besser, es führt zu nichts...

Gruss Konradin
 

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