Sollte Cannabis legalisiert werden? Diskussion 

Ob Cannabis die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtig oder nicht ist im Kontext eines generellen Cannabis-Verbots/einer generellen Cannabis-Freigabe genauso relevant wie die Wirkung von Schokolade auf den Straßenverkehr, denn die Tatsache der (Il-)Legalität einer Substanz/Droge ändert nichts an ihrem Einfluß auf den Straßenverkehr.

THC ist unbestreitbar eine psychoaktive Substanz, bei nicht wenigen Menschen fördert sie, auch das sind Fakten, Tendenzen zu Neurosen, Psychosen, Paranoia und Depressionen.

Keine guten Voraussetzungen, um auf THC Auto zu fahren.

Natürlich wirkt THC nicht auf alle Menschen gleich, manche, die damit nur positive Erfahrungen gemacht haben, können sich evtl. derartig negative Wirkungen der Substanz, wie die genannten, gar nicht vorstellen.

Das ändert aber nichts daran, daß sie bei einer nicht zu unterschätzenden Anzahl von Menschen real auftreten.

Die Wirkung ist zwar völlig anders als die von Alk, aber sie ist, wie bei diesem, dosisabhängig. Dessenthalben plädiere ich für das Einführen von Tests, die die THC-Konzentration im Blut messen, sodaß jemand, der bekifft autofährt und erwischt wird, zu einer seinem Blut-THC-Gehalt angemessenen Strafe verdonnert werden kann.
 
rumbero schrieb:
Keine guten Voraussetzungen, um auf THC Auto zu fahren.
Selbst wenn es die Fahrtüchtigkeit auf genau 0% bringen würde wäre es für eine Freigabe/ein Verbot unerheblich. Was hat die Strafbarkeit einer Substanz bzw. des Handels mit ihr mit deren Eignung für den Straßenverkehr zu tun? Ich bitte dich, nichts.

So ziemlich jede Substanz wirkt auf verschiedene Menschen unterschiedlich. Selbst der gute alte Kaffee tut dies und nicht bei allen fördert er deren Fahrtüchtigkeit. :)

Auch eine quantitative Messung von Substanzen, deren Einnahme im Straßenverkehr reglementiert oder gar verboten ist, ist nur im Sinne der StVO relevant und berührt ein generelles Verbot keineswegs (siehe Alkohol).

Hier im Thread geht es aber nicht darum, wieviel man kiffen darf, um (noch) verkehrstauglich zu sein, sondern darum, ob man Cannabisprodukte generell freigebe sollte oder nicht. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Gruß Konradin
 
Zitat von Konradin: Hier im Thread geht es aber nicht darum, wieviel man kiffen darf, um (noch) verkehrstauglich zu sein, sondern darum, ob man Cannabisprodukte generell freigebe sollte oder nicht. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Sehe ich nicht so :rolleyes: denn mit der frage "sollte Cannabis generell legalisiert werden", ist durchaus rumberos Beitrag berechtigt, denn es soll ja welche geben, die Angst davor haben, dass durch die Legalisierung "noch" mehr Gefahr im Verkehr herrscht.

In dem Satz oben, ist Alkohol (von mir aus auch die Schokoladen junkies :D) inhaltlich mit erwähnt, von daher bitte nicht damit kommen, was mit denen ist ;)

Auch wenn ich für legalisieren bin, ist mir das dennoch seine Einstellung verständlich, denn er ist ja nicht generell dagegen, dass sollte man auch beachten.
 
Internet schrieb:
Sehe ich nicht so denn mit der frage "sollte Cannabis generell legalisiert werden", ist durchaus rumberos Beitrag berechtigt, denn es soll ja welche geben, die Angst davor haben, dass durch die Legalisierung "noch" mehr Gefahr im Verkehr herrscht.
Dagegen hilft ein Verbot von Cannabis im Straßenverkehr. Und wenn es nicht hilft, weil sich nicht jeder daran hält, hilft ein generelles Cannabisverbot genausowenig.

Deine Argumentation, werter Internet, läuft darauf hinaus, dem populistischen Gesabber gewisser Cannabisgegner Vorschub zu leisten, es ist Wasser auf deren Mühlen - zwar sachlich unsinnig, dafür aber emotionalisierend. :depp:

Wo 'Angst' doch so ein guter Ratgeber ist...
 
Ich muss rumbero recht geben. Im Gegensatz zum Alkohol, ist die Dosierung beim Cannabis-Produkten nur schwer einzuschätzen, da der THC-Wirkungsgehalt, insbesondere beim Erstkonsum kaum abschätzbar ist. Auch die persönliche Befindlichkeit spielt eine grosse Rolle. Es ist durchaus möglich, Alkohol dosiert zu trinken, ohne gleich betrunken zu sein. Andererseits kann man schon nach wenigen Zügen (Joint, Bong, etc.) völlig stoned sein. Dies ist ein weiterer entscheidender Grund, Cannabis nicht zu legalisieren. Ueber die psychosozialen Folgeschäden habe ich ja schon genug geschrieben. Ich möchte an dieser Stelle allerdings nochmals erwähnen, dass ich entschieden für eine Entkriminalisierung von Konsumenten bin - das geht aber auch ohne Legalisierung.

Gruss freefloating
 
Die Dosierbarkeit von Cannabis ist für die Straßenverkehrstauglichkeit ebenso uninteressant wie bei Alkohol. Schließlich ist die Einhaltung einer Promillegrenze nicht davon abhängig, wie stark es auf den Betroffenen wirkt. Bei einem Drei-Zentner-Mann wirkt beides anders als bei einer Ein-Zentner-Frau. Deswegen ist ein Verbot im Straßenverkehr nicht von einer Prüfung der Wirkung, sondern von einer festgelegten Promillezahl abhängig. Dennoch will wohl niemand allein aus diesem Grund Alkohol generell verbieten.

Über die Eindeutigkeit der Dosierbarkeit (insbesondere von Alkohol) lässt sich trefflich streiten. Wieviele Menschen trinken 'einen über den Durst' ohne zu bemerken, daß es mindestens einer zuviel war? Gerade Alcopops sind ja gerade deswegen in Verruf geraten, weil sie das diesbezügliche Urteilsvermögen unterwandern und einen geringere Alkoholaufnahme suggerieren.

Des weiteren kann ich deine Einschätzung nicht teilen, freefloating, daß Hanfprodukte generell undosierbarer seien als Alkohol. Ebenso wie die persönlich Konstitution bei beiden eine Rolle spielt sind auch die Konsumgewohnheiten ausschlaggebend. Es ist eben etwas anderes, ob ich mit dem Bong intensiv inhaliere, Haschkekse nasche (wie seinerzeit das Frankfurter Rauschgiftdezernat beim Betriebsausflug) oder lustlos an einem Joint ziehe. Ebenso ist das gelegentliche Nippen an einem Weinglas nicht mit dem Konsum am Ballermann zu vergleichen.

Es ist übrigens müssig, die Beibehaltung eines Verbots als 'Argument' für ein generelles Verbot aufzurechnen. Wohl kaum ein Freigabe-Befürworter ist für eine völlige Freigabe im Straßenverkehr und diese steht auch nirgends zur Debatte. In diesem Sinne 'im Westen nichts Neues'.

Gruß Konradin
 
Deine Argumentation, werter Internet, läuft darauf hinaus, dem populistischen Gesabber gewisser Cannabisgegner Vorschub zu leisten,...

Wenn wir über eine Sache nicht diskutieren können und alles andere, wie die eigene Meinung, Gesabber nennen, dann kann Holger ja gleich den Board einpacken und aufn Mond schießen, oder noch besser, den Board anstatt "eines der größten Diskussionsforen Deutschlands" in "eines der größten Meine Meinung zählt mehr wie deine Foren" umbenennen :p

Für mich ist es kein Gesabber und ich leiste ihnen auch kein Vorschub Konradin, auch wenn ich selbst Befürworter für die Legalisierung bin.
Jeden "bewussten Cannabis Raucher" sollte trotz allem klar sein, dass man sie nicht mit dem Alkohol auf die gleiche Stufe setzen kann, es sind völlig verschiedene Wirkungen, die den Menschen in ihrem verhalten verändern, egal ob sie 3 Zentner oder weniger wiegen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ist das alles, was du inhaltlich dazu beitragen kannst, Internet? Nein, ich habe es nicht nötig, mich vor dir rechtfertigen zu müssen und wenn du solch einen Vorwurf mit harten Fakten untermauern könntest, so würdest du dies sicher tun. :D

Weder setzt hier jemand Kiffer mit Trinkern oder Fressern oder Rauchern gleich noch die Wirkungen ihrer möglichen Suchtmittel.

Aber was bitte ist sachlich daran, über ein Verbot zu diskutieren, welches ernsthaft niemand ändern will (nämlich das Verbot von Cannabis im Straßenverkehr), um damit ein generelles Verbot zu untermauern?
 
Ich finde schade dass hier teilweise so unsachgemäß argumentiert wird. Eine Legalisierung heißt nicht, dass Kinder damit in Berührung kommen, es wird sogar eigentlichverhindert, da dealen unrentabler wird und abnimmt und somit Kinder nicht an der Straßenecke mit Drogen gelockt werden.
Was die Argumente á la ich kenne einen der kifft der bekommt sein Leben nicht in den Griff angeht: ich kenne auch solche Leute und zehnmal mehr, die seit Jahren ab und zu Cannabis konsumieren und das vollkommen im Griff haben.
Auch Ausagen, wie ich möchte nicht von jemandem operiert werden, der bekifft ist sind weit hergeholt, denn wenn es legal ist werden die Kontrollen natürlich ähnlich denen beim Alkohol sein (wobei es leider so ist, dass unter Chirurgen wegen des hohen Stresses und der Verantwortung eine gewisse Quote "leichter Alkoholiker" gibt , die dann halt jeden Tag ihre zwei Gläser Wein brauchen).

Ich plädiere für einen verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis und Aufklärung, die leider durch das Verbot tabuisiert wird.
Cannabis für Erwachsene : das Modell Holland funktioniert und ist erprobt also warum nicht?
 
Hast mal wieder meinen Standpunkt in den Falschen Hals bekommen und nein, du mußt dich nicht vor mir oder vor sonst jemand rechtfertigen, wo kämen sonst hin, ich wollte damit nur beitragen, dass auch solche Argumente ,wie dem auch von rumbero berechtigt sind und nicht damit abgespeist werden kann, weil sie unsachlich klingen.

Zitat von Lejentor: Ich plädiere für einen verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis und Aufklärung, die leider durch das Verbot tabuisiert wird.

So sehe ich das auch
 
Internet schrieb:
Hast mal wieder meinen Standpunkt in den Falschen Hals bekommen...
Ach, war deine Aussage nicht eindeutig? Es ist ja noch schöner, erst etwas zu unterstellen und anschließend den Ahnungslosen zu spielen. :D

Natürlich ist es ok, wenn rumbero hier seine Meinung äußert, zumal er es in einer sachlichen Form tut. Dennoch beziehen sich seine Einwände eigentlich ausschließlich auf die Situation 'Cannabis im Straßenverkehr', die erstens unstrittig ist und die (so wie ich das Thema verstanden habe) auch niemand ändern will.

Ich vermisse in diesem Beitrag (Post #101) den Bezug zum generellen Cannabisverbot und ich finde es müssig, an dieser Stelle über die Wirkung von THC im Straßenverkehr und das Strafmaß bei Verkehrssündern zu diskutieren, wodurch wir uns immer weiter vom Thema entfernen. Geht es hier um die Freigabe von Cannabis oder um das Strafmaß verkehrsuntüchtiger Verkehrsteilnehmer?
 
Cannabis ist und bleibt eine Droge und ich kann nicht verstehen, warum man eine Droge legalisieren sollte. Das ist doch paradox..
 
Ach, war deine Aussage nicht eindeutig? Es ist ja noch schöner, erst etwas zu unterstellen und anschließend den Ahnungslosen zu spielen. :D

Willst du mich Traumatisieren mein lieber Konradin :D, wo habe ich dir den was unterstellt :rolleyes:

Noch was auf diesem Wege, ich bin nicht der höchst bezahlter Rechtsverdreher von rumbero, ich glaube schon das er sich selbst verteidigen kann, mir ging es nur darum, dass seine Argumention hierzu durchaus berechtigt ist und er hat in keinster weise gesagt, dass es generell verboten sein dürfte, sondern....

Zitat von rumbero: Ein totales Verbot (also incl. des Konsums) brächte nichts, solange landauf, landab so viel Bedarf an derartigen Drogen besteht.
 
In keiner Weise reicht schon, Internet, man muß es nicht steigern.

Sicher, ein totales Verbot bringt nichts, solange ausreichend Bedarf besteht. Dies trifft keineswegs nur für Cannabisprodukte zu. Dennoch wäre es falsch, alles zuzulassen, nur weil ein Verbot nicht greift. Ich denke da z.B. an Kinderpornografie. Auch dort gibt es durchaus einen Bedarf; aber der Schutz der Kinder geht vor. Dennoch gibt es natürlich Kriminelle, die sich dumm und dämlich damit verdienen.

Ein Verbot kann auch eine Signalwirkung in eine bestimmt Richtung haben. Es ist unter anderem eine Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz.

Wünschenswert wäre es natürlich, das Leben für möglichst alle auch ohne die Flucht in irgendeinen Rausch lebenswert zu machen. Aber dann sollte man die Ursachen der Sucht eruieren und daran arbeiten, diese Abzubauen, anstatt die Wirkung (in diesem Fall den Joint) zu verbieten. Letzteres ist natürlich einfacher, wenn leider auch deutlich wirkungsloser.

Andererseits, wenn man alle Ersatzhandlungen und Rauschmittel verbieten wollte, dann könnte man mit den Religionen gleich anfangen. Aber ob wir das mehrheitlich wollen?
 
Konradin..ich bitte dich... also jetzt ist es wirklich nicht mehr lustig, na sicher geht der Schutz von den Kindern vor, keine frage, aber wie bitte kommst du darauf und was hat das mit dem eigentlichen Thema zu tun, ?

Ich sag doch nicht das ich dagegen bin und bin völlig der Meinung das es legalisiert werden sollte und wie ein Member oben bereits gesagt hat, sollte dazu die Aufklärung im Bezug dessen geben, denn legalisieren bedeutet doch nicht gleich, dass sich jeder x beliebige das Dingen ins Hals stecken soll ohne die Risiken zu kennen.

Zigaretten sind auch legal und da wird auch überall über die Risiken aufgeklärt, wieso also nicht über Cannabis, dass sollte dir als Befürworter auch verständlich sein und sehe das so, dass rumberos Beitrag als eine Aufklärung gilt und nicht als ein generelles verbot.

Wir können hier unendlich über das Thema Diskutieren, aber wem von uns beiden nutzt es wenn wir der gleichen Meinung sind und möchten das es legalisiert wird, aber nicht die Argumente dagegen einseitig akzeptieren. ?

Pansenfresser, es sind verschiedene Dinge, die mit einander nichts gemeinsames haben, daher finde ich dein Beitrag total daneben und de frage sinnlos, die S-Mods werden schon wissen was sie sagen und wie sie handeln, da solltest du dir kein Kopf zerbrechen bzw in frage stellen ;)
 
Pansenfresser, es sind verschiedene Dinge, die mit einander nichts gemeinsames haben,

Sie haben zwar nichts gemeinsam. Aber auf der einen Seite möchte man das Saubermann-Image mit der Schließung der Upforen und auf der anderen Seite wird sowas dann hier auf diese weise dargestellt.
Schließlich kennt man ja die Gesetzeslage zu beidem.


daher finde ich dein Beitrag total daneben und de frage sinnlos, die S-Mods werden schon wissen was sie sagen und wie sie handeln, da solltest du dir kein Kopf zerbrechen bzw in frage stellen ;)

Nagut, du hast recht :D




Im Übrigen bin ich auch für eine Legalisierung, weil jeder für sich entscheiden soll womit man sich berauscht. Man weiß ja über die Wirkungen bescheid und handelt eigenverantwortlich.

Gruß und Kuss
Pansen
 
freefloating schrieb:
Ich muss rumbero recht geben. Im Gegensatz zum Alkohol, ist die Dosierung beim Cannabis-Produkten nur schwer einzuschätzen, da der THC-Wirkungsgehalt, insbesondere beim Erstkonsum kaum abschätzbar ist. Auch die persönliche Befindlichkeit spielt eine grosse Rolle. Es ist durchaus möglich, Alkohol dosiert zu trinken, ohne gleich betrunken zu sein. Andererseits kann man schon nach wenigen Zügen (Joint, Bong, etc.) völlig stoned sein. Dies ist ein weiterer entscheidender Grund, Cannabis nicht zu legalisieren.

Und das ist völliger Blödsinn. Du kannst vielleicht dosiert trinken, ich auch, aber bestimmt nicht jeder. Meiner Meinung nach haben Drogen und Alkohol überhaupt nichts im Straßenverkehr zu suchen, da hatte uns die DDR was voraus. Jeder kann sich betrinken und bekiffen soviel er will, aber bitte Hände weg vom Steuer.

Tobi
 
Pasenfresser sicher werden sie diesen kennen und auch wissen, dass sie up Foren schließen, weil dies der Urheberrechten verstößt, aber warum sollten sie nicht für Legalisierung von Cannabis sein ?

Natürlich darf man für die Legalisierung sein. Aber viele, die sich für eine Legalisierung aussprechen, haben auch privat damit zu tun. Private Sachen gehen natürlich keinen was an.
Das kann man ja nur vermuten. Genau wie man Vermutungen über die geschlossenen Upforen anstellen kann

Mir gings es halt hauptsächlich um die Art wie diese Meinung ausgedrückt wurde :)
 
Legal, illegal...sch.EI.ssegal

Letzteres könnte man auch von so einigen spacigen Ergüssen hier im thread halten :D

Nur mal so als kleiner, mir aber wichtiger Gedankenanstoß:

Geht es hier
- also im allgemeinen Umgang mit Drogen -
um die Legalisierung :ööm:
ODER
wohl doch eher um die KRIMINALISIERUNG und Stigmatisierung
von "Nutzergruppen" spezieller Präparate
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"Legalisiert" haben möchte ich nämlich weder den übermäßigen Konsum
von z.B. Alkohol, allen Medikamenten und also auch nicht den von diversen
psychoaktiven Mittelchen ;).

Wieso hier und auch wenig in der allgemeinen Diskussion von
(der eventuellen) "bewussten"! Tolerierung des "nagemessenen" Gebrauchs
und
demgemäß und eigentlich folgerichtig auch "qualitativer" Kontrolle aller diverser Drogen gesprochen wird,
erschließt sich mir schon seit Jahr(zehnt)en nicht :D

Gelten "Reinheitsgebote" einfach nur für regional "ausgesuchte" Massenartikel,
die eben gut (bestenfalls in Eigenregie) zu vermarkten sind
und dementsprechend (vermutlich auch nur deswegen) auch eine (gesellschaftlich) akzeptierte Lobby haben? ;)

Legalisierung halte ich nicht nur auf dieses Thema bezogen
für den eher falschen, weil vom eigentlichen Problem ablenkenden Begriff.

Z.B. Alkohol ist ja (unter Einschränkungen) legal konsumierbar.
Missbrauch ist aber auch hier (wie bei vielen anderen Mitteln) eben nicht ausgeschlossen!

Folgen dieses Missbrauchs werden aber gesellschaftlich nur sehr selektiv akzeptiert und nur selten geächtet.
Während der Besoffene meist noch (als zwar abstoßend) akzeptabel gilt,
egal wie viele andere der/diejenige hiermit ins (auch spätere) Unglück zieht,
werden andere Drogen teils massiv übertrieben verteufelt,
Während bei den einen Drogen massivste Kontrollen gerechtfertigt scheinen,
sind sie bei - vor allem auch syntetischen - Drogen meist vernachlässigbar gering.

Schaut man sich aber die gesellschaftlich relevanten Folgeerscheinungen der diversen Drogen an,
tuen sich nämlich durchweg Abgründe in den diversen Begründungen für deren Befürwortung bzw. Ablehnung solcher Mittel auf.

Rational nachvollziehbar sind dabei allerdings die Allerwenigsten :D

muesli

der mit so einigen Mittelchen und Drogen (früher wie heute) seine (durchaus wichtigen) Erfahrungen und Erkenntnisse gemacht hat ;)

Ähm...
Wie sieht's eigentlich mit
Sex, Adrenalinkicks und anderen (körpereigenen) Drogen aus? :D

Legal oder...?
 
Zuletzt bearbeitet:
@tobi: Wo bitte habe ich geschrieben, dass sämtliche Leute in der Lage wären kontrolliert und dosiert zu trinken? Ich habe geschrieben, dass es grundsätzlich möglich ist. Ich staune immer wieder, wie irgendwelche Sätze aus dem Zusammenhang gerissen und umgedeutet werden. Es geht hier um die Frage der Legalisierung von Cannabis und nicht darum, ab Alkohol und Cannabis im Strassenverkehr sinnvoll sind. Gruss freefloating
 
freefloating schrieb:
Es geht hier um die Frage der Legalisierung von Cannabis und nicht darum, ab Alkohol und Cannabis im Strassenverkehr sinnvoll sind.
Meine Rede.

Grüß dich, muesli! :hot:

Wenn ich mir die Skala gesellschaftlicher Toleranz anschaue, dann ist Alkohol dabei ganz weit vorn. In der öffentlichen Meinung (und sogar in Arbeitszeugnissen) steht 'Geselligkeit' als Synonym für 'Suff'. Straftaten, die unter Alkoholeinwirkung begangen werden, betrachtet man oft als Kavaliersdelikte und wer nicht mitsäuft wird oft zum Außenseiter abgestempelt.

Am gegenteiligen Ende der Skala rangiert der Pädophile, er ist quasi geächtet. Man übersieht leicht, daß die weite Spanne sexuelle Vorlieben zunächt einmal eine natürliche ist. Die zulässigen Grenzen dieser Spanne werden in erster Linie durch unsere Kultur bestimmt. Noch die alten Griechen sahen nichts Unanständiges an der Zuwendung zu Kindern.

Auf dieser Skala rangiert Cannabis meiner Meinung nach eher zwischen der Mitte und Alkohol. Es wird nicht total geächtet (dazu haben wahrscheinlich vielzuviele Menschen schon Erfahrungen mit gemacht), aber es ist auch nicht gerade gesellschaftlicher Kult.

Es geht mir in dieser Skala keineswegs um irgendwelche krankhaften Erscheinungen, sondern um den 'normalen' Umgang mit seinen Trieben. So wie keineswegs jeder, der gelegentlich Alkohol zu sich nimmt, ein Alkoholiker ist, genausowenig wie jeder Gelegenkeitskiffer gleich ein Drogenabhängiger ist.

Ebensowenig sollte es bei einer möglichen Freigabe um die Mär von der Einstiegsdroge gehen. Es stimmt, daß viele Junkies vorher gekifft haben. Aber es stimmt auch, daß viele Kiffer vorher geraucht und viele Alkoholiker mit Bier angefangen haben.

Wir sollten uns den Süchten vorurteilsfrei unabhängig nähern. Denn wer das gesellschaftliche Trinkverhalten durch die Brille der Alkoholindustrie sieht wird schwerlich die Ursachen für den gestörten Umgang damit erkennen können; wirtschaftliche Interessen trüben unseren Blick nur all zu leicht.

Je mehr man ein Thema tabuisiert, desto weniger erreicht man (vor allem) Jugendliche, welche man eigentlich über die Gefahren (glaubwürdig) aufklären sollte. Und je mehr sich (zum Beispiel aufgrund der Kriminalisierung) im Verborgenen abspielt, desto geringer die soziale Kontrolle. Im Gegenteil, Verbote machen aus den Betroffenen (in diesem Falle den Kiffern) eher eine verschworene Gemeinschaft. Schade, daß unter anderem dadurch immer mehr mögliche 'Gelegenheits- und Genußkiffer' zu 'Protestkiffern' werden, die daraus irgendwann eine Weltanschauung machen und allmählich in Lethargie versinken, anstatt an den Zuständen etwas zu ändern.

Der Schlüssel für einen verantwortungsvollen Umgeng mit Drogen, Süchten und Trieben liegt meines Erachtens eher in einem gesellschaftlichen Umdenken und tabufreier Aufklärung als in Verboten. So auch bei Cannabis.

Gruß Konradin
 
Konradin schrieb:
Der Schlüssel für einen verantwortungsvollen Umgang mit Drogen, Süchten und Trieben liegt meines Erachtens eher in einem gesellschaftlichen Umdenken und Tabu freier Aufklärung als in Verboten. So auch bei Cannabis.
word :), mein Lieber
und 'nen *Knuddler* zurück

Wenn sich doch nur mehr "Menschen" dieses Schlüssels (rechtzeitig!) bedienen würden.
Womit wir dann wohl auch beim Thema Erziehung, Bildung und Prävention wären.

[Provo ON]
Wie ja schon einmal in einem uralten thread (Alk, Nikotin, auch hier im OT) von mir detailliert erwähnt,
plädiere ich genau hierzu und habe dergleichen sowohl bei meinen Kiddies als auch bei befreundeten Jüngeren immer voll "unterstützt".
Spätestens wenn z.B. das Thema Drogen entmystifiziert und sowohl in Familien wie auch in der Ausbildung zum allgemeinen Erziehungs- und Bildungsinhalt wird,
erledigen sich die gravierendsten gesellschaftlichen Auswüchse dazu sukzessiv von selbst.

Denn...
Schick, cool und interessant sind auf die tagesaktuelle Mode bezogen nur die verbotenen oder unerreichbaren "Kirschen in Nachbars Garten"...;)
Wer dann trotzdem Geschmack an "mehr" dabei findet,
sollte eben rechtzeitig auf kurz- oder längerfristige Folgen deutlich von seinem Umfeld hingewiesen werden. [Provo Off]

Gesellschaftlich leider zu oft noch forcierte Beschönigungen (z.B. "Konradin's "gesellig") und Halbwahrheiten bei der Aufklärung helfen aber ganz bestimmt nicht weiter.
Zudem,
Verbote, anstelle von akzeptablen und akzeptierten Regeln,
- wie oft muss man das denn eigentlich noch wiederholen -
sind doch eh nur relativ "hilflose" Mittel der "Ohnmächtigen" oder "(Denk)Faulen" :D

Außerdem führen solche Verbote zwangsläufig zur Entwicklung noch nicht kriminalisierter Ersatzstoffe,
zumeist synthetisch hergestellt und oft genug sogar ungleich gefährlicher.

Nochmals zum Wortbegriff: "Legalisierung" :rolleyes:
Ich bin eindeutig für eine Aufhebung der jetzigen rechtlichen Reglementierungen z.B. bzgl. Cannabis.
D.h. aber eben nicht zwingend, dass alle Auswüchse (eben auch mit dieser Droge) absolut tolerabel wären.

Begründung:
In einer globalisierten Welt ist keinem Heranwachsenden bzw. Erwachsenem die Kriminalisierung nur bestimmter (inzwischen ja oft auch schon "gesellschaftlich akzeptierter") Drogen mehr plausibel und logisch zu vermitteln.
Folgerichtig müssten ja sowohl Alkohol wie Nikotin (sowie manche rezeptfreien Medikamente) in all ihren verschiedensten Konzentrationen eigentlich ja auch verboten werden.
Der Zusammenhang zwischen unterstützendem Lobbyismus (weil hierzulande wirtschaftlich relevant) und irrelevant (weil im Ausland produziert) sollte doch eigentlich den Allermeisten längst offensichtlich geworden sein.

Da zudem der (Drogen)Markt durch diverse "künstliche Verknappungen" entweder nur Betuchten oder eben durch Beschaffungskriminalität zu "befriedigen" ist,
sind dadurch alle daraus entstehenden Folgekosten für jede Gesellschaft um ein Vielfaches höher!
Beispiel:
Marokko hat jüngst den Hasch-Anbau unter stärkere Kontrolle bzw. Verbote gestellt.
Konsequenz: Arbeitslosigkeit im Riff, Auswanderungen steigen
Z.B. in Paris stiegen die Preise um ca. 30%, die Beschaffungskriminalität parallel um ca. 20%

Und auch geschichtlich
haben keine wie auch immer gearteten noch so drakonischen Strafen - z.B. im Ausland vielerorts - Drogenprobleme (Anbau/Beschaffung wie auch Konsum) in den Griff bekommen.
Genauso wenig übrigens wie die komplette "Legalisierung",
die auch gravierende gesellschaftliche Probleme gezeitigt hat ;) (siehe z.B. Auswirkungen der Legalisierung des Betelanbaus im Jemen).

Im Gegenteil mussten Drogen häufig auch als "teure oder billige" *bg*
Begründungen für pseudo-wirtschaftliche Nebenkriegsschauplätze herhalten.
Z.B. China -> "Opiumkrieg"/Boxeraufstand, früher wie aktuell in Afghanistan, Kolumbien mit seiner "Kartell"entwicklung, der Spanien/Marokkokonflikt etc.pp.
Ein Dummkopf, wer dabei nicht einfach mal etwas weiterdenkt ;)

Ergo
Nur Offenheit, frühe Aufklärung sowie von der Mehrheit dazu akzeptierte Regelungen (siehe auch -> Konradin # 124) können langfristig zur Beseitigung von (weltweiten) Drogen- sowie vllt. auch anderen Problemen führen :)

Amen :D

LG an Alle :)
muesli
 

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