Nun ja - ich will Euch keinesfalls zu nahe treten. Jeder hat von Euch auch ein bischen Recht mit seiner Meinung. Keine Frage! Aber insgesamt betrachtet, behandelt Ihr die Frage zu oberflächlich.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich "polarisiere" - worauf eigentlich? - gebe ich noch paar Gedanken von mir...
Zitat: "du willst doch wohl nicht seriöse, nicht von interessenverbänden gesteuerte wissenschaftliche studien über die aufnahme des erforderlich tagesbedarfs in frage stellen."
NEIN - will ich nicht! Und zwar deswegen, weil ich genau diese Studien kenne und zwischen seriös/wissenschaftlich oder in irgendeiner Form "interessengebunden" unterscheiden kann.
Zitat: "...und wenn man diesen studien folgt, ist es vollkommen überflüssig, bei uns (deutschland - wir reden hier nicht von entwicklungsländern oder gebieten mit diversen mangelerscheinungen), mit einem geregelten essverhalten zusätzlich ergänzungsmittel zuzuführen."
Nun - was hat das mit Entwicklungsländern zu tun? Nur ein Beispiel -> Deutschland hat nahezu kein Selen mehr im Boden und damit in der Nahrungskette; es gilt als Selen-Mangelland!
So etwas hat also recht wenig mit "Entwicklungsland" zu tun!
Und was heißt den "geregeltes Essverhalten"? Das bedeutet doch gar nichts!
Ein übergewichtiger Mensch hat in aller Regel auch ein äußerst geregeltes Essverhalten!
Es ist nur entscheidend, was ist in der angebotenen Nahrung an Vitaminen, Mineralstoffen und Phytofaktoren enthalten ist - und zwar bioverfügbar. Also in einer Form, welche der Stoffwechsel des Menschen AUFNEHMEN und VERARBEITEN kann. Es hat wirklich keinen Sinn, irgendwelche "Kunst"-Vitamine in sich hinein zu stopfen. Und von diesen Dingen wird meistens gesprochen und damit der Verallgemeinerung zugeführt.
Ich möchte gerne zum allgemeinen Verständnis ein Beispiel bringen. Bitte nehmt es mir jetzt nicht übel - aber ich wähle einen Raucher. Sicher kennt Ihr Raucher - vor allem alte rauchende Menschen, da ja nach der mehrfach geäußerten Meinung das nur ein Problem für die Alten ist.
Mit jedem Zigarettenzug gelangen (neben den schädigenden Schadstoffen, wie z.B. Kohlenmonoxid, Nitrosamine, Benzoepyren, Benzol, Cyanwasserstoff, Aldehyde, Cadmium, Polonium), weitere ca. 4000 Chemikalien (mit nicht bekannter Wirkung) und über 200 Billionen von Freien Radikalen in den Körper. Diese freien Radikale verbrauchen Unmengen an essentiellen Antioxidantien. Damit kommt es zu einer starken Verminderung der Vitamine C, A, E, Beta-Carotin, Zink und Selen. Dieser Mangel an Antioxidantien verursacht, dass die schädigenden Freien Radikalen nicht ausreichend neutralisiert werden, wodurch sich stetig neue Freie Radikale als Stoffwechselzwischenprodukte aufgrund von Kettenreaktionen im Körper bilden. Das nennt man oxidativen Stress.
Weiterhin greifen die freie Radikale körpereigene Proteine und Lipide, sowie die Erbsubstanz im Zellkern (DNA), an und schädigen diese. Die im Cholesterin befindlichen ungesättigten Fettsäuren werden oxidiert, werden damit in dieser veränderten Form zu schädlichen Fremdstoffen und können so an den Arterienwänden festkleben.
Kennt Ihr einen Raucher, der sich bewusst ist, dass er beim Rauchen jede Menge seiner aufgenommen Vitamine und Mineralien verbraucht und das durch ein mehr an Essen von z.B. Obst und Gemüse ausgleicht?
Ganz abgesehen davon, das um beim Raucherbeispiel zu bleiben, in 20 oder 30 oder 40 Jahren dieser (damals) junge Mensch zum Onkel Doktor geht und dort dann z.B. ein erhöhter Cholesterinwert bis hin zur Arteriosklerose diagnostiziert wird.
Also Schäden durch Mangelerscheinungen treten erst nach vielen Jahren auf - und das lässt und die Zusammenhänge nicht erkennen...
Ähnliches ließe sich über Sportler, Schwangere, Menschen mit Stress, Menschen die Alkohol zu sich nehmen (ich meine keinen Alkoholiker), Menschen die regelmäßig Medikamente (dazu gehört auch die Pille) zu sich nehmen, junge Menschen, die sich im Wachstum befinden usw., sagen.
Noch etwas zu dem Argument - Zitat: "Was hat man denn früher gemacht als es sowas noch nicht gab (und auch keinen Mc Donald's)?
Man hat sich richtig ernährt und die Menschen haben auch überlebt!!
Ist übrigens ein sehr schöner Satz... richtig ernährt und auch überlebt!!
Könnte glatt als Schlussatz durchgehen!
Abgesehen von der Aussage "früher" - das müsste man genauer definieren -
haben die Menschen "früher" kein denaturiertes Mehl, keinen weissen Zucker und nicht solche Unmengen an ungesunden Fetten zu sich genommen. UND - es gab noch keine Herbizide, Pestizide, Bestrahlung, es gab im Winter keine Erdbeeren, es gab keine Nährlösungen und die Früchte wurden nicht grün geerntet und um die Welt gekarrt. Man hat Fisch noch so gegessen, wie es sein sollte - und nicht aus der Büchse. ...
Alles Gute - denkt mal tiefgreifender drüber nach - und bleibt alle schön gesund!
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