Was haltet ihr von den Linken Teil 2 Parteien 

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Ich weiß nicht, ob du selber […].
… jemals einen „ordentlichen“ Schulabschluss geschafft hast.

[…]Die DDR war ein Teil Deutschlands und dort lebten Deutsche, da ist das nicht verwunderlich. Und wenn das System es zugelassen hätte, dann wäre es den Leuten noch wesentlich besser gegangen. Das ist (meiner Meinung nach) einfach eine Frage der Mentalität. Ein Großteil der Deutschen macht aus jeder Situation das Beste.[…]
… denn dass müsstest Du wissen, dass die „Mentalität aus jeder Situation das Beste“ zu machen, 55 Millionen (na gut: für Dich handelte es sich evtl. nicht um „vollwertige“ Menschen) ermordete und unendliches Leid über die Menschheit brachte.

So wurden z. B. in Polen (Gesamtbevölkerung 1939: 35.2 Mio) 6.200.000 Menschen ermordet* (nebenbei und ganz privat: Unsere gesamte Sippe, Angehörige der polnischen Bildungsschicht sowie anständige polnische Kommunisten, wurden in den – von deutscher Mentalität geleiteten – KulturZentren erschlagen, erschossen, vergast. Mein Vater überlebte als einziger die deutsche „Mentalität“. Er wurde von der Roten Armee befreit, später an die US-Armee als Dolmetscher „weitergereicht“).

So wurden z. B. in der Sowjetunion (Gesamtbevölkerung 1940: 194,1 Mio) 19.600.000 Menschen ermordet.**

Du unterstellt Deinen Landsleuten die Mentalität von rationell handelnden Massenmördern.

Ferner:


Selbst wenn man die Schulbildung mit der 2. Klasse Sonderschule abschließt, sollte man wissen, dass der Lebensstandard eines Volkes nicht zuletzt vom Grad der Industrialisierung abhängt. Mitteleuropa war in diesem Bereich der Sowjetunion um etwa 100 Jahre voraus***.

Noch auf ihrer Flucht hinterließen die deutschen Herrenmenschen Tod und Verwüstung. Es wurde weiter hemmungslos - aber gewissenhaft - gemordet (Mentalität?), und es wurde jeder Betrieb, sogar jede einzelne Bahnlinie zerstört und damit die beginnende Industrialisierung der SU entscheidend zurückgeworfen.

Zum anderen half der BRD die neue Frontstellung USA/NATO:SU/WP. Die Ausplünderung durch die Besatzungsmächte, die anfangs im Westen genau so rigoros vorgenommen wurden wie im Osten, wurden gestoppt, um „die Deutschen“ für den erwarteten Waffengang gegen die SU - diesmal mit dem Segen des „Westens“ - als Partner zu gewinnen.

Aber: Woher solltest Du von irgendetwas eine Ahnung haben.

* Dokumentenedition
Nacht über Europa
Die faschistische Okkupationspolitik in Polen (1939-1945)
Pahl-Rugenstein Verlag GmbH, Köln 1989
ISBN 3-7609-1260-5

** Dokumentenedition
Europa unterm Hakenkreuz
Sowjetunion
1991 Deutscher Verlag der Wissenschaften GmbH, Berlin
ISBN 3-326-00300-5

***Staat und Revolution
W. I. Lenin
Bücherei des Marxismus-Leninismus, Band 17
1963 Dietz Verlag Berlin
 
@Steppel: Die beiden kamen aus Jaroslawl (übrigens der Partnerstadt von Kassel) und waren gebildet, weltoffen und keineswegs arm. Sicher, gesoffen wird auch dort. Aber es ist doch schon etwas anderes, über Scharen von Junkies zu stolpern, wenn man zu vorgerückter Stunde die Umgebung großstädtischer Verkehrknotenpunkte frequentiert.

Bei allen Diskussionen über die Versorgungslage (wo auch immer auf dieser Welt) sollte nicht vergessen werden, daß die Höhe des persönlichen Einkommens sowie die Nähe zu den Futtertrögen bedeutsamer ist als die geografische Lage derselben. Denn das Leben eines im Osten Privilegierten sah materiell völlig anders aus als das Leben im Westen auf 'Tafel-Niveau'.

Mir jedenfalls ist eine Partei lieber, die sich auch dafür interessiert, daß die weniger Wohlhabenden etwas im (möglichst eigenen) Kochtopf haben als andere Parteien, welche die Welt nur unter dem Gesichtspunkt Ihresgleichen, den Rest hingegen als reines Zahl- und Stimmvieh, betrachten.
 
...

Aber: Woher solltest Du von irgendetwas eine Ahnung haben.
...

Man mag Äußerungen anderer falsch finden oder ablehenen oder abstrus finden.
Aber in diesem Ausspruch schwingt etwas mit, was an Überheblichkeit kaum zu überbieten ist.
Warum entwertest du mit derartigen Aussagen deine Ausführungen?

Ciao
mkhp
 
Aber: Woher solltest Du von irgendetwas eine Ahnung haben.

Joungster, du alter verbitterter Pole, lass doch deine Hasstiraden einfach woanders los.

Deine Reaktion beweist am besten, wie erfolgreich Deutschland nach dem Krieg wiederum gewesen ist. Leute wie du haben ein Problem damit, dass Deutschland es geschafft hat, einen so erfolgreichen Neuanfang zu schaffen.


... sollte man wissen, dass der Lebensstandard eines Volkes nicht zuletzt vom Grad der Industrialisierung abhängt. Mitteleuropa war in diesem Bereich der Sowjetunion um etwa 100 Jahre voraus***.

Tja, woran mag das wohl liegen?

Warum ist Deutschland auch jetzt wieder so erfolgreich.


Mag dich der Neid zerfressen. :D


Konradin schrieb:
Mir jedenfalls ist eine Partei lieber, die sich auch dafür interessiert, daß die weniger Wohlhabenden etwas im (möglichst eigenen) Kochtopf haben als andere Parteien, welche die Welt nur unter dem Gesichtspunkt Ihresgleichen, den Rest hingegen als reines Zahl- und Stimmvieh, betrachten.

Und mir ist eine Partei lieber, die den Laden am Laufen hält und somit dafür sorgt, dass alle ausreichend zum Leben haben als eine Partei, die nur die Neiddebatte kennt nach dem Motto: Egal, wenn es den weniger Wohlhabenden schlecht geht, Hauptsache, denen da oben geht es auch schlechter.
 
[...]Warum entwertest du mit derartigen Aussagen deine Ausführungen?
Du magst meine Aussage als „Entwertung“ meiner Ausführungen werten, ich fand die Aussagen, auf die sich meine Replik bezieht, schlicht zum K*****!

Aber – um zum Thema – zu den „Linken“ zu kommen:

Ich wurde 1999 Mitglied der PDS (dies war der Vorläufer der „Linken“), weil es die einzige Partei war, die im Bundestag gegen den völkerrechtswidrigen Überfall auf das UN-Gründungsmitglied Jugoslawien stimmte.

In unserer Ortsgruppe finden sich neben drei älteren Leuten (von denen ich einer bin) ausschließlich jüngere Menschen aller Bildungsschichten. Nachdem meine Arbeitszeit in meiner ...-Schule in der Regel erst gegen 22:00 Uhr endet, kann ich nur selten an Versammlungen teilnehmen.
Aber bisher habe ich erst einmal einen „Ossi“ (geschätztes Alter: 55 Jahre) als Versammlungsteilnehmer erlebt.

Einfluss ehemaliger SED-Kader: Kann man vergessen!

Was die „Richtung“ der Partei betrifft, könnte sie nach meiner Meinung wesentlich radikaler linke – menschliche – Politik fordern.
 
McKilroy schrieb:
Und mir ist eine Partei lieber, die den Laden am Laufen hält und somit dafür sorgt, dass alle ausreichend zum Leben haben als eine Partei, die nur die Neiddebatte kennt nach dem Motto: Egal, wenn es den weniger Wohlhabenden schlecht geht, Hauptsache, denen da oben geht es auch schlechter.
Und mir ist eine Partei, die Gutes tut, auch lieber als eine, die nicht einmal Zitroneneis verteilt nach dem Motto: Egal ob besser oder schlechter, das ist doch ohnehin das gleiche, weil es sich nur durch den Standpunkt unterscheidet. Die Armut des Einen ist der Reichtum des Anderen, das Glück des Ersten das Pech des Zweiten und der Wahlsieg der Sieger der Verlust der Wahlverlierer.

Jetzt könnte man natürlich fragen, warum vor rund 65 Jahren eine Partei verboten wurde, die den Laden am laufen hielt - und sogar die Schornsteine rauchten. Wenn man nicht gerade in irgendeinem Graben verreckte oder dummerweise zu den Ausgeschlossenen gehörte, dann hatte man ausreichend zum Leben, selbst wenn zum Schluß die Butter etwas knapp wurde. Und sich neidisch zu äussern traute sich sowieso keiner. McKilroys heile Welt?
 
mkhp schrieb:
Warum verteidigst du eigentlich ein Geburtstagsschreiben, das selbst in weiten Teilen der Linken als missglückt angesehen wird?
Ich verteidige überhaupt nichts. Ich frage mich nur ob hier nicht wieder mal mit zweierlei Maß gemessen wird. Während man dem einen Unterdrückung des Volkes vorwirft, ist man mit dem anderen, der eigentlich auch nicht besser ist, befreundet.

McKilroy schrieb:
Wenn einige Eltern diese nicht nutzen, obwohl sie darauf aufmerksam gemacht werden, so ist das deren Problem.
Genau, wenn die aus welchem Grund auch immer, ihre Gören verrecken lassen wollen, dann ist das deren Problem. Kein Grund das der Staat sich da einmischt, so wie die drecks Kommunisten in der Zone das gemacht haben.

McKilroy schrieb:
Mach den Vorschlag doch mal hier in Bezug auf Hartz-4-Empfänger.
Würde nichts bringen. Dazu müsste man den Leuten ja Arbeitsstellen beschaffen und sie dann auch noch bezahlen. Ersteres wäre ja vielleicht noch nicht mal das Problem, nur für die, von dieser Menschen geleistete Arbeit möchte dann keiner bezahlen.

Bei uns in der Gießerei werden grade 200 deutsche Arbeiter entlassen. Sie werden durch polnische Leiharbeiter ersetzt (die ja jetzt in Deutschland arbeiten dürfen). Komm doch einfach mal her, sprich mit den 200 Männern und mache dann deine dummen Hartz IV Sprüche.

McKilroy schrieb:
Die gleichen Leute (du bist nicht gemeint), die sich hier darüber beschweren, dass Hartz-4-Empfängern nur eine bestimmte Wohnungsgröße zusteht, wollen es als große soziale Errungenschaft verkaufen, wenn in der DDR die Leute eine kleinere und schlechter ausgestattete Wohnung zur Verfügung hatten. (Es ist sehr leicht zu recherchieren, wie die durchschnittliche Wohnungsgröße war und wie die Ausstattung aussah).
Und du meinst die Wohnsituation in der ehemaligen DDR ist heute besser? Die Plattenbauwohnungen in den neuen Bundesländern sind noch genau so groß wie zu DDR Zeiten. Und bessere Ausstattung? Bis auf das die Wohnung nun Plastikfenster hat und die Pressblechbadewanne eigentlich nicht mehr zu benutzen ist hat sich nichts geändert. Fernheizung, fließend Warmwasser all das hatten die Wohnung vorher auch schon. Nur kostet sie zu DDR Zeiten keine 50,- Mark, heute verlangt die Wohnungsgesellschaft 350,- Euro.

McKilroy schrieb:
Und mir ist eine Partei lieber, die den Laden am Laufen hält und somit dafür sorgt, dass alle ausreichend zum Leben haben als eine Partei, die nur die Neiddebatte kennt nach dem Motto: Egal, wenn es den weniger Wohlhabenden schlecht geht, Hauptsache, denen da oben geht es auch schlechter.
Da musst du ja echt Probleme haben, dich bei der Wahl für eine Partei zu entscheiden. Rot/Grün, Schwarz/Rot, Schwarz/Gelb der Laden geht immer weiter den Bach runter. Dass alle ausreichend zum Leben haben, das ist doch schon lange Geschichte und es wird immer noch schlimmer. Mensch die gezwungen sind sich ihre Lebensmittel bei der Tafel zu holen, können sicher ein Lied davon singen.
 
...
Was die „Richtung“ der Partei betrifft, könnte sie nach meiner Meinung wesentlich radikaler linke – menschliche – Politik fordern.

Ich habe nicht unbedingt etwas gegen linke Politik - gegen menschliche schon überhaupt nichts.
Aber in welchen sozialistischen Systemen war die Politik besonders menschlich?

Den Weg, den du hier für die Linke vorschlägt, ist einer, der die Linke in den alten Bundesländern aus den Parlamenten führt.
Schließlich hatte die PDS eine Legislaturperiode, in der sie mit nur zwei Direktmandaten im Bundestag vertreten war.
Ich glaube, dass eine radikale linke Politik in der BRD keine sehr große Zukunft hat.

Ciao
mkhp
 
[…]Aber in welchen sozialistischen Systemen war die Politik besonders menschlich?
Gegenfrage: In welchen christlichen Systemen war die Politik besonders christlich?

Meiner Meinung handelt es sich um Zukunftsvisionen für eine Form des menschlichen Zusammenlebens, die erstrebenswert ist. Im Gegensatz zu den diversen Aberglauben allerdings diesseitsorientiert.
Wer die Entwicklung linker Strömungen und „linker“ („sozialistischer“) Staaten studiert, sieht für das Scheitern (der Idee wie der Staaten) viele Gründe (nicht Entschuldigungen). Dies zu diskutieren sprengt einerseits den Rahmen dieser Diskussion, andererseits vermutlich auch mein Wissen.

[…]Den Weg, den du hier für die Linke vorschlägt, ist einer, der die Linke in den alten Bundesländern aus den Parlamenten führt.[…]
Wie hier schon mehrfach erwähnt, muss eine Partei nicht unbedingt im Parlament vertreten sein, um Einfluss auf die Politik auszuüben.
Mir ist eine – in diesem Fall außerparlamentarische – Opposition lieber, als eine Partei, die sich, um ihren festen Platz an den Futtertrögen des Kapitals zu bekommen, von grün zu olivgrün wandelt.
 
## Mod Hinweis: ##
bitte keine Komplettzitate


Warum ist Deutschland auch jetzt wieder so erfolgreich.
Tja, Deutschland war nach dem Krieg wieder erfolgreich. Aber nicht zuletzt dadurch, dass Nazis in Wirtschaft und Politik zu neuen Ämtern kamen bzw. ihre Ämter behielten. Verurteilt wurden doch lediglich die, die augenscheinlich selbst an Morden beteiligt waren. Die Hintermänner blieben unbehelligt. Aus Schreibtischmördern wurden aufrechte Demokraten. Aber darüber möchte man doch lieber den Mantel des Vergessens decken und dafür muss das Gespenst des Kommunismus herhalten. An der Sache hat sich auch noch nichts geändert, seit Marx und Engels das "Kommunistische Manifest" verfasst hatten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja, Deutschland war nach dem Krieg wieder erfolgreich. Aber nicht zuletzt dadurch, dass Nazis in Wirtschaft und Politik zu neuen Ämtern kamen bzw. ihre Ämter behielten.[...]
Was McKilroy in totaler Unkenntnis der Materie der „Mentalität“ der Deutschen zurechnet („Tja, woran mag das wohl liegen? Warum ist Deutschland auch jetzt wieder so erfolgreich.“) ist die Tatsache, dass die deutschen Betriebe – vorweg nicht zuletzt die Großbanken – das in den besetzten Gebieten zusammengeraubte Material und Kapital weitgehend ungeschmälert in die ihnen von den Siegermächten aufgezwungene „Demokratie“ übernehmen durften.
Die im Tausendjährigen Reich ansässigen Betriebe wurden während des ungebremsten Ausbruchs deutscher Mentalität zu einem großen Teil von osteuropäischen Sklaven aufrecht erhalten und – selbstverständlich – in den NS-Nachfolgestaat übernommen.

So stand die deutsche Industrie nach der Totalen Kapitulation um 16% besser (!!!) da, als vor dem Krieg.*

Wenn Völkermord und Raub „deutsche Mentalität“ kennzeichnen (eine Ansicht, mit der ich nicht ganz übereinstimme), dann – aber nur dann – hat McKilroy mit seinen Hinweisen auf „Leistung dank Mentalität“ recht.

* Werner Röhr – Brigitte Berlekamp
NEUORDNUNG EUROPAS
1996 Berlin
ISBN 3-931034-00-3
 
..
Aber darüber möchte man doch lieber den Mantel des Vergessens decken ...

Unrichtige Behauptungen werden nicht dadurch richtiger, dass man sie ständig wiederholt.


...
So stand die deutsche Industrie nach der Totalen Kapitulation um 16% besser (!!!) da, als vor dem Krieg.*
...

* Werner Röhr – Brigitte Berlekamp
NEUORDNUNG EUROPAS
1996 Berlin
ISBN 3-931034-00-3

Da ich das Buch nicht habe, hätte ich eine Nachfrage:
16% besser wovon? (Kapitalstock, Produktionskapazität, technologische Ausstattung ...)?

Ciao
mkhp
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Epsilon schrieb:
Die Hintermänner blieben unbehelligt. Aus Schreibtischmördern wurden aufrechte Demokraten. Aber darüber möchte man doch lieber den Mantel des Vergessens decken...
mkhp schrieb:
Unrichtige Behauptungen werden nicht dadurch richtiger, dass man sie ständig wiederholt.
Was bitteschön ist an den Aussagen von Epsilon unrichtig, mkhp? Ich bitte um konkrete Auskunft und nicht um eine reine Behauptung, die natürlich auch dadurch nicht richtiger wird, daß du sie ständig wiederholst.

Die Tatsache, daß du mit dem von Epsilon Geschriebenen nicht konform gehst, McKsHP, sorry, mhhp, ist schon klar. Aber eine Begründung, warum, bist du uns noch schuldig. Oder ertwartest du allen Ernstes, daß alle anderen Fakten auf den Tisch zu legen haben, du jedoch nicht? Also, nun mal Butter bei die Fische...

mkhp schrieb:
Da ich das Buch nicht habe, hätte ich eine Nachfrage:...
Sollten wir jetzt nur noch aus Büchern zitieren dürfen, die du gerade vorliegen hast? Dann schicke uns doch einer Bücherliste deiner bevorzugeten Fundstellen. Vielleicht sollten wir diese zum Ausgangspunkt des Threadsw machen. :ROT:

Aber auch ohne das genannte Buch im Einzelnen kennen zu müssen sollte man vielleicht mithilfe eines rudimentären Geschichtswissens in der Lage sein, erkennen zu können, daß die deutsche Wirtschaft (und nicht nur die Wirtschaft) vor dem Krieg total am Boden lag. Der ganze Schmonzes konnte nur noch dadurch finanziert werden, indem man andere fand, die es zu finanzieren hatten (erst die jüdigen Mit'bürger', die enteignet wurden, anschliessend das 'angeschlossene' Österreich, hernach das Sudetenland, Böhmen und Mähren und anschliessend Polen...). Der deutsceh Staat war de facto pleite und es gab niemanden auf der Welt, der ihm noch freiwillig Geld hinterherwarf.

Natürlich kann man schon einfache Informationen, welche schon das Mittelstufenwissen mit sich bringt, dadurch infrage stellen, daß man sie zerredet und zerpflückt. Am Ende geht es dann nur noch um die Produktkapazität und den Kapitalstock, die generelle Lage aber lässt man unter den Tisch fallen. Auch eine Art zu diskutieren.

Mich jedenfalls amüsiert dies.
 
...
1. Ich bitte um konkrete Auskunft und nicht um eine reine Behauptung, die natürlich auch dadurch nicht richtiger wird, daß du sie ständig wiederholst.
...





2. Aber auch ohne das genannte Buch im Einzelnen kennen zu müssen sollte man vielleicht mithilfe eines rudimentären Geschichtswissens in der Lage sein, erkennen zu können, daß die deutsche Wirtschaft (und nicht nur die Wirtschaft) vor dem Krieg total am Boden lag. ...

3. Natürlich kann man schon einfache Informationen, welche schon das Mittelstufenwissen mit sich bringt, dadurch infrage stellen, daß man sie zerredet und zerpflückt. Am Ende geht es dann nur noch um die Produktkapazität und den Kapitalstock, die generelle Lage aber lässt man unter den Tisch fallen. Auch eine Art zu diskutieren.
...

Zu 1.: Die personellen Kontinuitäten sind wirklich ordentlich erforscht, darüber gibt es mengenweise Bücher. Also: Wo wird darüber der Mantel des Vergessens gedeckt?

Zu 2.: Mein rudimentäres Geschichtswissen sagt mir nicht, dass Deutschland im Sommer 1939 wirtschaftlich am Boden lag, unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg aber besser dastand. (Belege kann ich hier von der Arbeit nicht liefern, bin aber gern bereit das nachzureichen.)

zu 3.: Niemand hat etwas infragestellt oder gar zerpflückt.
Deine 'generelle Lage' bleibt allerdings unklar - was ist gemeint?
Wer derart nebulös formuliert, sollte mit Vorwürfen gegenüber anderen vorsichtiger sein.

Ciao
mkhp
 
mkhp schrieb:
Die personellen Kontinuitäten sind wirklich ordentlich erforscht, darüber gibt es mengenweise Bücher.
Das schliesset sich ja nicht wirklich aus.
mkhp schrieb:
Mein rudimentäres Geschichtswissen sagt mir nicht...
...was freilich an den Tatsachen wenig ändert.

Wie flexibel ist der Begriff 'generelle Lage', wenn man ihn im Zusammenhang mit der Vorkriegswirtschaft des Dritten Reiches verwendet und was könnte damit wohl gemeint sein? Wenn dir der Begriff zu nebulös ist, dann hast du offensichtlich ein Problem.
 
joungster, du hast leider in deiner Verblendung keine Ahnung.

Schau dir einfach mal die Bilder an, wie Deutschland nach dem Krieg aussah (in Ost und West) und was die Bevölkerung in kürzester Zeit durch Einsatz und Fleiß daraus gemacht hat.


Wenn das die Bevölkerung anderer Länder (gell alter Pole) neidisch macht, dann ist das logisch und zeigt, wie gut es geklappt hat.


Das kannst du in deinem Hass gerne bestreiten, aber die Fakten sind eindeutig.


Viele Städte in Deutschland waren dem Erdboden gleich gemacht. Die Leute haben sie wieder aufgebaut anstatt rumzujammern.


Und wenn man die Bevölkerung in Ostdeutschland gelassen hätte, dann wäre es da genauso schnell gegangen, aber da war das System im Weg. Ein System, das korrupte Faulenzer belohnt und diejenigen bestraft, die die Ärmel hochkrempeln.


Henry277 schrieb:
Und du meinst die Wohnsituation in der ehemaligen DDR ist heute besser? Die Plattenbauwohnungen in den neuen Bundesländern sind noch genau so groß wie zu DDR Zeiten. Und bessere Ausstattung? Bis auf das die Wohnung nun Plastikfenster hat und die Pressblechbadewanne eigentlich nicht mehr zu benutzen ist hat sich nichts geändert. Fernheizung, fließend Warmwasser all das hatten die Wohnung vorher auch schon.

Warst du in den letzten 10 Jahren mal im Osten oder weshalb hast du nichts davon mitbekommen, wie sich die Infrastruktur dort geändert hat?
 
Warst du in den letzten 10 Jahren mal im Osten oder weshalb hast du nichts davon mitbekommen, wie sich die Infrastruktur dort geändert hat?

Er lebt dort, genau wie ich und er hat Recht. Die Plattenbauwohnungen stehen teilweise in manchen Ostdeutschen Städten immer noch, frisch saniert, Miete ist OK, warum sollte man diese abreißen? Gut, in so einen Hühnerkäfig möchte ich auch nicht wohnen, aber so schlecht wie der Ruf sind die Plattenbauwohnungen alle mal nicht.

Man muss auch bedenken was ein Ossi und ein Wessi bei gleicher Arbeit verdient, der Ossi mit einem Vollzeitjob als Fabrikarbeiter mit durchschnittlich monatlich 1000 Euro netto in der Tasche (manchmal noch weniger), wird sich damit wohl keinen Palast, oder etwas komfortable Wohnung (die es ja auch gibt) leisten wollen/können.
 
... frisch saniert, Miete ist OK, warum sollte man diese abreißen?

Klar, dass nicht alles abgerissen wurde, das hätte ja auch keinen Sinn gemacht. Aber in die Sanierungen wurde viel Geld gesteckt. Und es wurde viel Wohnraum neu gebaut so dass jetzt die Wohnfläche pro Bewohner zugenommen hat.

Das Problem war ja auch schon in der DDR erkannt worden, weshalb ein Wohnungsbauprogramm aufgelegt worden war. Nur leider hat mann die sich selbst gesteckten Ziele bei weitem nicht erreicht.


mhkp schrieb:
Mein rudimentäres Geschichtswissen sagt mir nicht, dass Deutschland im Sommer 1939 wirtschaftlich am Boden lag, unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg aber besser dastand.

Du hast Recht, das kann es dir auch nicht sagen, weil es nicht so war.

Die deutsche Sonderwirtschaftszone

Auf dem zweiten Gleis spielt sich der deutsche Außenhandel ab. Das Deutsche Reich schließt mit 25 devisenschwachen Ländern in Südosteuropa, im Nahen Osten und in Südamerika zweiseitige Verträge über einen zahlungsfreien d.h. devisenlosen Außenhandel , also Ware gegen Ware, z.B. Linsen aus Chile gegen Lokomotiven aus Deutschland. Der Warenaustausch zwischen Deutschland und den Partnerländern wird monatlich Wert gegen Wert verrechnet , ohne daß noch Devisen zur Bezahlung fließen, und ohne daß der Handel mit geliehenem und verzinsten Geld vorfinanziert werden müßte. So baut sich Deutschland zwischen 1932 und 1936 eine informelle Sonderwirtschaftszone auf, ein deutsches Präferenzsystem . Die meisten der Vertragspartnerländer sind seit der Weltwirtschaftskrise so knapp an Devisen, daß sie Ihren Devisenaußenhandel staatlich kontrollieren müssen; daher die Bezeichnung Devisen-Kontroll-Staaten. An dem System des devisenlosen und weitgehend zinsfreien Außenhandels profitiert jedes Land, das sich vertraglich an Deutschland bindet. Dabei aber - und das ist der Pferdefuß - verlieren die USA, Großbritannien und Frankreich auf Märkten große Marktanteile, auf denen sie bisher beherrschend waren, besonders die USA in Südamerika. Außerdem verlieren New York und London ihre Kreditgeschäfte bei der Vorfinanzierung des Außenhandels in den Staaten, die jetzt Tauschhandel mit den Deutschen treiben.

Deutschland als wachsender Konkurrent vor dem Zweiten Weltkrieg

Es sieht so aus, als würde Deutschland vom finanziellen Zwerg zum wirtschaftlichen Riesen wachsen, und zwar zu Lasten der Sieger aus dem Ersten Weltkrieg. Das Wachstum zu einem Wirtschaftsmittelpunkt ist in der Wahrnehmung der Amerikaner, Briten und Franzosen 1939 noch nicht abgeschlossen. Hitlers und von Ribbentrops Bemühen um „freie Hand“ für eine politische Hegemonie in Ost- und Südosteuropa signalisiert, daß der deutsche wirtschaftliche Aufstieg offensichtlich weitergehen soll. Für die USA ist damit neben England und seinem Sterling-Club ein zweiter Konkurrent entstanden. Präsident Roosevelt muß sich nun Sorgen machen, daß Deutschland in Südamerika wirtschaftlich Erfolge hat und die US-Exporte dorthin behindert, daß es damit in den Ländern Südamerikas politisches Ansehen und Gewicht bekommt, daß die US-Kreditgeschäfte in Südamerika abnehmen und zuletzt auch, daß das deutsche „Modell“ in den USA an Attraktivität gewinnen und seine - Roosevelts - Popularität beschädigen könnte. Immerhin gelingt es dem deutschen Reichsbankpräsidenten und Handelsminister Hjalmar Schacht und Hitlers Politik, die Arbeitslosigkeit in Deutschland bis 1938 abzubauen und das Volkseinkommen zu verdoppeln, während Roosevelt mit seinem New-Deal-Programm trotz guten Außenhandels immer noch auf 10,4 Millionen Arbeitslosen sitzt.
 
Snip3r schrieb:
- Wer Behauptungen aufstellt, sollte diese auch belegen können - darum fordern wir Nachweise/Quellenangaben. Achtung: Behauptungen sind nicht gleich Meinungen!

Bitte nachholen. Danke.
 
...
So stand die deutsche Industrie nach der Totalen Kapitulation um 16% besser (!!!) da, als vor dem Krieg.*
...

* Werner Röhr – Brigitte Berlekamp
NEUORDNUNG EUROPAS
1996 Berlin
ISBN 3-931034-00-3

Ich habe auch mal nachgeschaut, meine Quellen sagen etwas anderes:

"Unmittelbar nach Kriegsende kam die Industrieproduktion in Deutschland fast völlig zum Erliegen. In der amerikanischen Zone betrug sie im Juli 1945 etwa 10% derjenigen des Jahres 1936, im Dezember 1945 waren es 20%. In der britischen Zone waren die Produktionsleistungen etwas besser, ..." (Weber, Jürgen (Hg.): Auf dem Weg zur Republik 1945 - 1947. (30 Jahre BRD Bd. 1). München 1978, S. 24)

Zum Kriegsende von Henning, Friedrich-Wilhelm: Das industrialisierte Deutschland 1941 bis 1976. 4. Aufl. Paderborn 1978:
S. 184
"Die wirtschaftlichen Kapazitäten im verbliebenen Teil Deutschlands waren im Durchschnitt aller Wirtschaftwszweige auf etwa 70 bis 80, unter Berücksichtigung allein des industriellen Bereiches auf 30 bis 35 v.H. des Standes von 1937 (das erste Jahr der Vollbeschäftigung) gefallen."

Ebd., S. 192:
"Die industrielle Produktion war in den drei Westzonen bis 1946 auf etwa 30 v.H. des Standes von 1938 abgesunken."

Es geht mir nicht darum, dich widerlegen zu wollen, aber die Aussage ist etwas pauschal.
Immerhin bleibt für das Ruhrgebiet festzuhalten, dass "der Kapitalstock bei Kriegsende ungefähr auf dem Niveau wie bei Kriegsbeginn" gelegen haben soll. ((Luftangriffe auf das Ruhrgebiet)
Wenn deine Quelle darauf abhebt, hätte ich mich diesbezüglich nie zu Wort gemeldet.

@ Konradin: Das ist mein Diskussionsstil: klar und differenziert.
Gegen deine geistigen Höhenflüge sind hier natürlich alle nur Gartenzwerge. ;)
 
McKilroy schrieb:
Klar, dass nicht alles abgerissen wurde, das hätte ja auch keinen Sinn gemacht. Aber in die Sanierungen wurde viel Geld gesteckt. Und es wurde viel Wohnraum neu gebaut so dass jetzt die Wohnfläche pro Bewohner zugenommen hat.
Neu gebaut wurden Eigenheime. Normaler Wohnraum in Mehrfamilienhäusern ist dagegen kaum noch zu bekommen. Plattenbauten wurden massenweise abgerissen und an den restlichen verdienen sich westdeutsche Banken dumm und dämlich weil die staatlichen Kredite (die in der DDR ja nur Kredite auf dem Papier waren) auf einmal den privat Banken gehörten.
 
Neu gebaut wurden Eigenheime.

Ist doch nicht schlecht, oder?

Von der zugewiesenen Wohnung in einem Wohnsilo in ein Eigenheim nach eigenen Vorstellungen.

Es ist doch schön, dass Initiative wieder möglich ist und belohnt wird.

Und durch die Familien, die in diese Eigenheime ziehen, wird anderer Wohnraum frei.

Eigentumsbildung
In Ostdeutschland lebten im Jahr 2002 nur 34,2% der Haushalte im Eigenheim, also gut 10 Prozentpunkte weniger als im Westen. Die Eigentumsquote stieg zwischen 1993 und 2002 um 7,8 Prozentpunkte (Zusatzerhebung des Mikrozensus 2002). Der abschreibungsgeförderte Bauboom in den neuen Bundesländern Mitte der 1990er hat zu einem großzügigen Angebot bei vergleichsweise niedrigen Preisen führte. Trotz Bevölkerungsrückgangs und Veränderungen in der Altersstruktur besteht in Ostdeutschland eine stetige Neunachfrage nach Wohneigentum. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich das Einkommensniveau der jüngeren Personen, die aktiv auf dem Wohnungsmarkt auftreten, fast schon an das Westniveau angeglichen hat, das Miet-, Boden- und Baupreisniveau aber deutlich unter dem westlichen liegt. Im Zuge von Abwanderungen und sich verschärfender Leerstände könnte das Preisniveau womöglich noch weiter sinken.

Plattenbau-Wohnsiedlungen in der DDR waren ursprünglich begehrt, da mehr Komfort als in unsanierten Altbauten geboten wurde, bei einer niedrigen Miete durch den regulierenden staatlichen Eingriff. Die privaten Häuser der Altbauviertel blieben meist unsaniert, da dem Vermieter die Mittel zur Sanierung wegen der Unterdeckung der Kosten fehlten. Die nach der Wiedervereinigung 1990 einsetzende Ost-West-Migration in Deutschland führte zu Leerstand in vielen Plattenbausiedlungen im Osten Deutschlands. Architekten und besonders Stadtplaner verbessern durch Grundrissänderung, Modernisierung, Wohnumfeldaufwertung, Infrastrukturmaßnahmen und teilweise durch die Verkleinerung der Geschosszahl den bestehenden Zustand. Ziel ist es, Leerstand zu vermeiden, indem die Attraktivität der Wohnungen und Standorte verbessert wird.
 
Nette Zitate, die aber auch wieder mal beweisen das Papier geduldig ist.
Ja es wurde viele Eigenheime gebaut, auf Kredit, von denen sehr viele platzen. Hier kannst du dir bei den Banken, ganz Wände voll mit Immobilienangeboten ansehen. Aus der Traum vom Wohneigentum ......
Und der Satz von den jungen Leuten mit Westniveau Lohn, lässt mich wirklich schmunzeln. :) Und wo das sinkende Preisniveau herkommen soll würde mich auch mal interessieren. Ich habe für meine 2 Raum Plattenbauwohnung in den letzten 6 Monaten, 3 Mieterhöhungen bekommen. 2 mal betraf es die Nebenkosten und einmal die normale Grundmiete.
 
Nur mal an euch zur Erinnerung, bevor die Fantasie mit euch durchgeht:

Die sogenannte "Linke" hiess mal SED und war die Partei der DDR!
Dann wollte die SED nach der Wende einen Neuanfang wagen, und benannte sich um in SED-PDS, Partei des demokratischen Sozialismus.
Schliesslich liess man marketing-reif das unsympathische SED wegfallen... den Namen, unter dem die Partei jahrzehntelang gewirtschaftet und sich die Taschen vollgestopft hat.
Man kam also von SED über SED-PDS zum neuen, unbelasteten Namen PDS.
Schliesslisslich tat man sich zusammen mit einer kleinen, westdeutschen Protestpartei: Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit.

Aus der Zusammenführung der beiden Parteien wurde dann die Linke.
Man darf aber nicht übersehen, dass - vor allem im Osten - das Sprichwort gilt, alter Wein in neuen Schläuchen! Der Name hat sich geändert - aber wenn ich mir den Gysi anschaue, gilt das für die Personen nur beschränkt. Und für das Programm gilt es überhaupt nicht.
Die Linke ist eine verkappte SED die Kreide gefressen hat!
 
Und was ist mit den Linken aus dem Westen, jensfrobisch, unterschlägst du uns die alle?

Sorry, aber wenn die Linke eine verkappte SED ist, die Kreide gefressen hat, dann ist die CDU/CSU eine verkappte NSDAP, die ebenfalls Kreide gefressen hat (ich erinnere da an Namen wie Globke, Kiesinger, Filbinger...).

Weisst du eigentlich etwas über die Linken aus dem Westen, jensfrobisch? Die waren keineswegs alle linientreu wie die DKP. Ich denke, du kennst die wesenlichen Gruppierungen nicht einmal vom Namen nach, geschweige denn vom Programm her oder gar ihrer politischen Praxis. Aber das macht ja nichts, dafür gibt es Schubladen.

Sorry, aber machst du es dir nicht etwas zu einfach?
 
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