ich hab mir hier jetzt zwar nicht den ganzen thread durchgelesen aber ich möchte mal meine sichtweise bezüglich cannabis und drogen im allgemeinen schildern.
zunächst sind die ganzen horrorgeschichten, dass cannabis konsumenten als hero junkies auf der bahnhofstoilette enden längst wissenschaftlich wiederlegt. rückreichende studien die die früheren konsummuster von konsumenten harter drogen untersuchten haben de facto null aussagekraft weil man nicht klar sagen kann ob das eine direkt mit dem anderen in verbindung steht. schließlich haben sicher 99% aller heroinsüchtigen schon einmal brot gegessen und trotzdem würde niemand auf die idee kommen brot als einstiegsdroge zu bezeichnen. und wenn man schon solchen studien glauben schenkt, dann wäre demnach alkohol die einstiegsdroge nummer eins. wie auch immer, die wenigsten steigen von cannabis auf härtere drogen um (je nach studie sind es 2-5%, wobei darunter sicher ein großteil gelegenheitskonsumenten von partydrogen wie mdma oder speed etc. sind). wobei man davon ausgehen kann dass die kriminalisierung von cannabis und die damit zusammenhängende beschaffung hauptverantwortlich für den umstieg auf harte drogen ist.
auch ist cannabis für den menschen ungefährlicher als alkohol, wenn gleich nicht völlig harmlos - doch was ist heutzutage schon harmlos? schließlich macht die dosis bekanntlich das gift. cannabis erzeugt keine physische abhängigkeit beim konsumenten, es schädigt die organe in deutlich geringerem ausmaße (laut neuesten untersuchungen soll cannabis nicht einmal in verbindung mit dem krebsrisiko gebracht werden können - link suche ich gegebenenfalls mal raus), es macht den konsumenten während des einflusses der droge nicht aggresiv, es ist für deutlich weniger gewaltverbrechen verantwortlich, es ist in keiner dosis die von einem konsumenten aufgenommen werden kann letal, es hat einen medizinischen verwendungszweck und vor allem sind sich die wissenschaftler bezüglich der existenz von gewichtigen langzeitfolgen nach längerer abstinenz immer noch uneinig. das world drug ranking, bzw. die erste studie die verschiedene drogen gründlich mit einander verglichen hat, hat cannabis nicht umsonst einen platz im mittelfeld verpasst (11 von 20) wohingegen alkohol direkt hinter drogen wie heroin, kokain und straßen methadon eingereiht wird und damit als gefährlicher als benzos oder diverse harte drogen wie lsd, mdma und speed eingestuft wird. da sieht man mal wie heuchlerisch die ganzen drogenverteufler (als ob alkohol keine wäre

) sind. debatten über eine alkohol prohibition habe ich zumindest selten zu gesicht bekommen. noch lustiger wirds dann wenn genau diese leute die die drogen so verteufeln sich dann am wochende das gehirn mit hochprozentigem wegballern oder sich auch nur ein oder zwei feierabendbierchen gönnen. auch den vergleich mit tabak braucht cannabis nicht zu scheuen. nikotin macht weitaus süchtiger als thc, cbd oder andere wirkstoffe von cannabis. auch die körperlichen spätfolgen von tabak sind (bzw können) weitaus verherender (sein). deshalb wurde tabak in der oben erwähnten studie auch als gefährlicher als cannabis eingestuft, obwohl man vom rauchen wohl kaum soziale schäden oder ähnliches davon trägt.
auch stimmt es nicht dass durch cannabis psychosen entstehen können, es kann lediglich latente (versteckte aber bereits vorhandene) psychosen auslösen - doch das kann selbst ein roter fußball der einem vor die füße rollt. natürlich fallen die exzessiven dauerkonsumenten die ihr ganzes leben nur noch stoned einigermaßen auf die reihe bekommen (wenn man das noch so nennen kann) unter die kategorie charakterschwache opfer, aber das kann man genauso auf die obdachlosen alkis beziehen (in stärkerem ausmaß wie ich finde), genau wie auf diverse weitere gruppen. die drogenpolitik deutschlands und dem rest der welt ist lächerlich. dass zwischen rechtslage und konsumverhalten kein direkter zusammenhang bestehen kann wurde durch diverse vergleiche verschiedener staaten mit den niederlanden doch schon gezeigt. durch eine legalisierung würde man zum einen den auf dem schwarzmarkt agierenden (groß)dealern die zum teil ihre gewinne auch in kriminelle geschäfte investieren den boden unter den füßen wegziehen. zum anderen würden vorfälle von vergiftungen an streckmitteln (wie z.B. blei) der vergangenheit angehören. der staat würde nicht mehr massenweise steuergelder für die verfolgung der "bösen kiffer" aus dem fenster werfen und die justiz hätte mehr zeit sich um richtige verbrecher zu kümmern. im gegenteil, der staat würde sogar gewinne am verkauf von cannabis machen. die cannabisexperten europas bzw. der ganzen welt (die konservativen hetzjäger die bis auf permanente übertreibungen wenig zu bieten haben, kann man da nicht wirklich dazu zählen) haben übrigens eine ähnliche meinung zu der thematik. da frage ich mich doch ernsthaft worin die politiker den sinn ihrer drogenpolitik sehen? es ist ja nicht gerade zu viel verlangt sich die steigenden konsumentenzahlen der letzten jahre mal anzuschauen, die trotz illegalität in die höhe zu schiessen scheinen und diese mit den statistiken über das konsummaß in den niederlanden zu vergleichen. auch ein blick auf den effekt der gesetzeslockerung in beispielweise großbritannien zeigt dass ein schritt richtung legalisierung ein schritt in die richtige richtung ist. eine drogenfreie welt gibt es nicht, hat es nie gegeben und wird es auch nie geben. das ist einfach völlige utopie - wahrscheinlich genau wie das ende der jahrelangen verteufellung von cannabis (warum auch immer).
ich könnte hier noch vielerlei über subjektive erfahrungen schreiben, allerdings gehört das nicht in eine sachliche diskussion und hat praktisch null relevanz wenn man über ein thema wie dieses spricht. von detaillierten moralischen und ideoligschen gesichtspunken, wie dass jeder mensch auf dieser welt doch frei ist und sich so ausleben sollte wie er das gerne möchte sehe ich ebenfalls besser ab, weil dass sowieso nur zu einer grundsatzdiskussion werden würde.