Deutschland erwacht ... Diskussion 

  • Ersteller Ersteller StaryWojownik
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Danke für diese Steilvorlage, Anakin
inkl. der teilweisen Bestätigung deiner Vorrede :)

Durchaus auch zum Thema "Verwirrung, Verunsicherung" oder Klartext: Verarschung passend,
sowie zu den Themen
- "Stimmvieh",
- "was interessiert mich mein Geschwätz von gestern",
aber auch zum Punkt
- Desinformation
- Rechtfertigungsversuche und/oder
- versteckter Lobbyismus
Übrigens nicht nur des hier zu sehenden Spezialdemokraten Gabriel
(inhaltlich gilt all dies allerdings genauso (im leicht verändertem Sprachmodus) für "christliche" Parteigänger, genauso wie für die alte FDP, deren rechter Nachfolger AfD bzw. das neuerdings zwar etwas 'ältere', grüne/gelbe 'Wechselbalg' Pendant)

Beim Lobbytreff Weltwirtschaftsgipfel Davos
https://www.youtube.com/watch?v=baqTTt_BZCw
Tenor: "we among us and friends..."
genauer hier:
Gabriel bezeichnet Deutschland als "reich und hysterisch? | Campact Blog

Weiteres Infos dazu:
Vorsichtig, eher langweilig, nur zum Thema: Was habe ich mal gesagt und was setze ich später vllt. mal um ;)
https://www.youtube.com/watch?v=mwA-M8608hQ
Grundsätzliches zu TTIP (eher unabhängige Quelle)
https://www.youtube.com/watch?v=znlXPFeg5sw

Tja,
Religion(en), aber auch Politik und Ökonomie usw. unterscheiden sich eben meist "fundamental" von wissenschaftlich überprüfbaren Naturgesetzen. ;)

so far

PS.
In Hamburg und Bremen wird demnächst übrigens doch gewählt ;)
Wahlen: In Hamburg in Bremen stehen Sieger schon fest - DIE WELT
Mal schauen, wie blöd das "Stimmvieh" am 15.Febr. bzw. 10.Mai ist :D
 
Was die Beschreitschaft Nichtbetroffener angeht - nun ich bin gerne bei einer Gegendemo dabei - nur ändert es wenig. Was hingegen etwas ändern könnte, wäre sich aktiv gegen die Alltagsdiskriminierung von Migranten zu stellen. Öffentlich den Schulterschluß suchen - nicht auf der Demo (um sich gegenseitig als Gutmensch auf den Rücken zu klopfen), sondern beim Bäcker, in der U-Bahn, im Bus - kurzum da wo es darauf ankommt, nämlich im ganz normalen Leben.

Da kann ich dir nicht ganz beipflichten, AnakinSky.
Beides ist wichtig und hat seine Auswirkungen, sowohl der Schulterschluss und die gegenseitige Akzeptanz im Alltag als auch die Beteiligung an entsprechenden Demonstrationen.
Im ersten Fall geht es um praktische Umsetzung von Toleranz und Offenheit, die sich an einzelne richtet, im zweiten Fall geht es um das Zurechtrücken eines Gesamtbildes.

Es reicht nicht aus, wenn Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund in meinem Heimatort gut gelitten und akzeptiert sind, gleichzeitig aber der Eindruck entsteht, wir leben in einem Land, das überwiegend von Fremdenhassern beherrscht wird.

Ich halte in diesem Zusammenhang auch das gegenseitige "Schulterklopfen" durchaus als der Sache förderlich (solange es sich nicht in den motorischen Abläufen erschöpft ;) ). Einigkeit macht auch bei guten Ideen stark und gibt den Zauderern mehr Sicherheit.
 
Es reicht nicht aus, wenn Menschen mit einem anderen kulturellen Hintergrund in meinem Heimatort gut gelitten und akzeptiert sind, gleichzeitig aber der Eindruck entsteht, wir leben in einem Land, das überwiegend von Fremdenhassern beherrscht wird.

Doch, genau auf diesem Aspekt des Umgangs miteinander, sollte das Hauptaugenmerk liegen.

Andererseits halte ich Deinen Einspruch teilweise für zutreffend.

Mit Sex&Crime lassen sich Nachrichten deutlich besser vermarkten, als mit guten Nachrichten und dazu gehört neuerdings scheinbar auch die (aus meiner Sicht) unverantwortliche Berichterstattung, die diesen Eindruck eines fremdenfeindlichen Deutschland's schürt.

Wie hoch glaubst Du ist der Anteil derer, die sich als klassisch-neokonservativ einordnen würden? 3%, 5%, oder 10%? Selbst wenn ich von 10% ausgehe (was deutlich zu viel ist - keine Frage) wie kann es dazu kommen, das "man" (andere Staaten) uns in der Mehrheit als fremdenfeindlich , oder doch zumindest überwiegend fremdenskeptisch einstuft? Wie kann es sein, das sogar wir Deutschen voneinander denken, dies zu sein?

Vielleicht sollten wir unsere Wahrnehmung kritisch überprüfen - es könnten sich Fehler eingeschlichen haben.

Natürlich sind Gegendemo's ein Zeichen, natürlich sind diese nicht wirkungslos, dennoch bin ich mir ziemlich sicher, das diese nicht so wirksam sind, wie Du vielleicht vermutest, denn diese sind einmalige "Events" - Zivilcourage, das Eintreten für gegenseitigen Respekt, gegen Diskriminierung zu sein, das sind die Konstanten, welche die Grundlage eines tragfähigen Fundaments für mehr Miteinander bilden.
 
... Zivilcourage, das Eintreten für gegenseitigen Respekt, gegen Diskriminierung zu sein, das sind die Konstanten, welche die Grundlage eines tragfähigen Fundaments für mehr Miteinander bilden.

Das ist ja nichtmal "untereinander", unter Deutschen, die Regel. Wenn es dann ggü. Anderen fehlt, ist das kein Beweis für Fremdenfeindlichkeit, sondern Zeichen eines generellen "Mangels".
Wir wissen nicht mehr, was wichtig ist, und wofür wir einstehen wollen (wir wollen für etwas einstehen???? "Ich bin doch nicht blöd") wir wissen nur noch vage, dass wir etwas vermissen.
Das drückt sich dann eben AUCH ggü. Fremden aus.
Wir haben keine "Einwanderungs-Kultur".
Die fehlt uns. Genau wie Streitkultur. Wie könnten wir die auch haben.
Einwanderungskultur würde voraussetzen, dass wir uns als Deutsche definieren können, dazu gehört mehr als den 9. November zu feiern. Das mit dem definieren ("deutsch" sein, zb) klappt seit dem 2.Weltkrieg nicht mehr wirklich, finde ich persönlich. Und mit bestimmten 2.Weltkriegsthemen nichts mehr zu tun haben wollen, hilft dem Identitätsgefühl nicht nur nicht, es schadet ihm.
Wenn das nicht klappt, kann es auch keine Einwanderungskultur geben, die würde auf einem Identitätsgefühl fußen müssen.
Und solang es kann auch letztlich keine Streitkultur geben.

"Die Unfähigkeit zu trauern" (Mitscherlich) spielt nach wie vor eine große Rolle.
Und ermöglicht auch (immer wieder) Pegida-Phänomene.
Sprich, ich bin der Meinung, ich muß VOR Pegida ansetzen, um schlimmeres als Pegida-und-danach verhindern zu können.

(Immer unter anderem, niemals mono-kausal gemeint)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wie wahr, sorei, wie wahr. Und wo Du gerade den Aspekt der Multikausalität ansprichst, möchte ich zusätzlich anmerken, das die Nationalisierungstendenzen auch der zunehmenden Globalisierung geschuldet sind - nicht nur als Gegentrend.

Egal ob in Finnland, Frankreich, Deutschland, ... der Mechanismus ist ein ähnlicher - denn natürlich gibt es neben einigen Gewinnern auch viele Verlierer, welche sich zu Gruppierungen formieren (was zudem identitätsstiftend ist) und rasch " die Anderen" als Hauptverursacher benennen. Das Schöne an den Anderen ist ihre vielseitige Einsetzbarkeit als Sündenbock.
 
@anakin

Re: Globalisierung
Da stimme ich dir schon in Post Nr. 64 zu. :D
Globalisierung und Weltbürger sein ist für viele zu abstrakt.
Die Identität fehlt. Das schürt Ängste.
 
Genau, sorei :)
Identität ist ein Stichwort.

Wo diese (auch nur teilweise) fehlt
- wobei immer zu bedenken ist, was persönliche Identität ausmacht bzw. wie sie weiter definiert wird (nämlich durchaus unterschiedlich) ;) -
und ich beziehe mich hier erst einmal vorrangig Gruppen-spezifisch auf Zugehörigkeit(en) wie Familie, Freunde, Arbeit wie Freizeit, Nachbarschaft, Kommune, Region, Volk, Nation, Religion wie aber auch informelle Gruppen, wie auch gesellschaftlich-relevante Bezüge bis hin z.B. zur sexuellen Zugehörigkeit. ;) -
ist bzw. fühlt sich die einzelne Person schnell isoliert.
Physisch wie auch psychisch.

Es wird also bestenfalls "Ersatz" gesucht, sofern nicht Resignation oder Isolation die Folge sind.

Wobei selbst bei dieser Suche auch "Fremde(n)" bestenfalls zuerst eine "Ersatz"-Funktion zukommt.

Aber auch die einer zusätzlichen Bedrohung als Konkurrenz ist realistisch, je nach Schnittmenge mit der eigenen Identität!

Erst nach näherem, persönlicherem Kennenlernen eines Fremden, wie unterschiedlich bzw. ähnlich auch dessen spezifischen Merkmale (wie z.B. dessen Gruppenzugehörigkeit aber auch Aussehen/Hautfarbe etc.pp.) auch ausfallen mögen, spielen im positiven Fall meist nur "eigensymphatische" Aspekte eine Rolle.

Fremden-Feindlichkeit bzw. besser Skepsis gegenüber Fremden ist evolutionär gesehen für uns wesentlich stärker prägend gewesen als Gastfreundlichkeit.
Immer natürlich von den jeweiligen eigenen bzw. geschichtlichen und kulturellen Erfahrungen ausgehend.

Von daher bezweifele ich auch stark Zahlen, die von 5-10 bzw.max.20% "Skepsis" bzw. Feindlichkeit gegenüber Fremden ausgehen.
Dies sind Annahmen, die neben vielem anderen wohl eher der political correctness geschuldet sind.
Realistische Zahlen liegen vmtl. eher weit über 50% und höher.

Vorurteile - gesellschaftlicher (Nation, Religion etc.pp) wie auch anderer Gruppen-spezifischer Art - lasse ich bei dieser Betrachtung mal vorsichtshalber ganz außen vor ;)

Von daher sehe ich auch DIE Globalisierung eher als abstrakten Begriff.

Wer sich also z.B. als Weltbürger fühlt (fühlen möchte), sollte diesbzgl. schon konkretere eigene Erfahrungen "mitbringen", um nicht zu sehr im Theoretischen verhaftet zu bleiben.
Urlaubserfahrungen und selbst Arbeitszeiten im Ausland können, müssen aber durchaus dabei nicht hilfreich sein.

so far
 
Zuletzt bearbeitet:
@muesli
ich denke ebenfalls, dass wir mit über 50% ganz gemütlich liegen (mehr wäre nichtmal überraschend)


Habe ich ausreichend Identität, kann ich dem Fremden ggü ein wenig offener sein, wobei Offenheit ein modernes Phänomen ist, auch da stimme ich Dir zu.
Offenheit beinhaltet einen zu lernenden Balance-Akt.

Mit zunehmend fehlenden Orientierungsstrukturen bzw. einem Wandel derselben (nur: wohin? Die müssen sich zt erstmal noch entwickeln... auch in UNS wieder) auf der einen Seite, zunehmender (Pseudo-)Globalisierung auf der anderen Seite, eiern wir in Sachen Offenheit noch sehr herum.
Noch zu oft heißt das: "Ich bin sehr offen, solang du mir ähnlich genug bist."
Letztlich brauchen wir auch die Hilfe der "Fremden" dabei. Denn wenn es nicht Ähnlich genug ist, hilft zunehmende Vertrautheit, die kriege ich nur im Umgang damit.


Früher haben sich identitätsstiftend schon Nachbardörfer verkloppt. Das verlernt sich nicht so schnell.

Fremden-Feindlichkeit bzw. besser Skepsis gegenüber Fremden ist evolutionär gesehen für uns wesentlich stärker prägend gewesen als Gastfreundlichkeit.
Immer natürlich von den jeweiligen eigenen bzw. geschichtlichen und kulturellen Erfahrungen ausgehend.
das ist so wahr.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Pegida steht vor dem Aus, zum Glück. Trotzdem haben die Islamgegner eine wichtige Rolle übernommen: Sie haben die offene Gesellschaft herausgefordert - und uns dabei drei Dinge gelehrt.

Pegida ist Geschichte. Die Wutbürger von Dresden sind gespalten und geschrumpft. Zur Demo am Montag kamen statt wie zuletzt 17.000 nur noch 2000 Leute; die Ausgründung von Ex-Sprecherin Kathrin Oertel hat gerade einmal 500 Menschen auf die Straße gebracht. Es ist vorbei.

Viele Politiker werden jetzt zum Alltag übergehen, so als ob es den Protest nie gegeben hätte. Auch aus der Berichterstattung wird Pegida rasch verschwinden. Ein Albtraum, den man ganz schnell vergessen sollte? Nein.

Der Streit über Pegida hat Deutschland vorangebracht. Und die Episode von Aufstieg und Fall der Dresdner Islam- und Systemgegner hält ein paar Lektionen für das ganze Land bereit.

Erstens: Pegida hat die Ressentiments im Lande offengelegt. Wer soziologische Studien gelesen oder sich auch nur eine halbe Stunde in Online-Foren aufgehalten hat, war zwar nur mäßig überrascht. Doch Pegida hat die Mischung aus Elitenverachtung, Ausländerhass und Verschwörungstheorien, die seit Langem im Netz tobt, für jedermann sichtbar auf die Straße gebracht. Verdrossenheit ist Politik- und Medienverachtung gewichen, in der links und rechts kaum noch eine Rolle spielen - keine Partei kann dieses Problem jetzt länger ignorieren. Es braucht Strategien gegen den Hass.

Zweitens: Wer nach dem Ausbruch von Pegida fürchtete, Ausländerhass würde jetzt mehrheitsfähig, hat sich getäuscht. Die Mehrheit hat klug, geradezu entschlossen, reagiert. Pegidas Franchise-Pläne floppten, es waren die Gegendemos, die in allen Städten bis auf Dresden mehr Leute versammelten. Und endlich gab es mal wieder eine große Debatte: Da ging es beim Feierabendbier plötzlich seltener um Kinder und Mieten, öfter um Dresden, Islam, Integration. Dieser Streit, unter Freunden und in Familien, tut Deutschland, das oft den Konsens dem demokratischen Streit vorzieht, gut. Er macht die Demokratie lebendig und attraktiv.

Drittens: Die Politik hat am Ende besonnen gehandelt. Das Beispiel SPD: Erst wurden die Demonstranten ignoriert oder verdammt ("Nazis in Nadelstreifen"), doch dann fand Parteichef Sigmar Gabriel die richtige Linie: Ausländerfeinde wie Hitler-Imitator Lutz Bachmann rechts liegen lassen, aber mit Sympathisanten reden. Das war richtig. Und die Kanzlerin? "Folgen Sie denen nicht", gab sie in einem seltenen Moment der Meinungsfreude den Deutschen mit. Bis auf die AfD widerstanden die Parteien der Versuchung, Pegida-Positionen zu übernehmen - das spricht für sie.

Alles gut also? Natürlich nicht. Die Unzufriedenheit und die Themen, derentwegen aus Pegida kurzzeitig eine regionale Massenbewegung wurde, bleiben. Wer die Demokratie verachtet, wird weiter Beweise für ihr angebliches Versagen entdecken. Die Flüchtlingszahlen nehmen zu, die Islamisten machen weiter.

Die AfD, in der man viele Pegida-Positionen prima findet, könnte am Sonntag in Hamburg erstmals in einen Landtag im Westen einziehen. Aber die Lehre der vergangenen Wochen lautet: Die Demokratie in Deutschland hält das aus.

Quelle: Pegida: Das Ende der Bewegung (Kommentar) - SPIEGEL ONLINE
 
Danke, Eidi,
für die Infos aus der Regierungspresse ;)
Dazu einige Anmerkungen meinerseits: :)
Nicht nur eine selten undifferenzierte Verallgemeinerung diesen Begriff hier zudem unpassend zu instrumentalisieren, sondern auch ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich sowohl engagiert, aber vor allem sehr kompetent wie auch höchst konkret und begründet in Bezug auf Lösungen und Alternativen gegen Pläne äußerten, die i.P. nicht Mehrheits- fähig waren und nie umgesetzt worden wären, wenn nicht massive Subventionen aus Steuergeldern in Aussicht gestellt wären und damit Privatisierungs- und Kapitalinteressen entgegen gekommen wären.
Kurzum, Widerstand gegen ein Projekt, welches zwar auch schon wieder aus dem Gedächtnis der Meisten entschwunden ist,
wo aber geäußerte Bedenken sich inzwischen schon in einer Form bewahrheiten, die kaum jemand, auch die inzwischen grüne Landesregierung in BW ;), wahr und offen gelegt haben will ;)

Viele Politiker werden jetzt zum Alltag übergehen, so als ob es den Protest nie gegeben hätte.
Oh, la la, aber sehr treffend formuliert. Denn in der Politik muss sich so ja nichts ändern, wie zu oft ;)
Erstens, Zweitens, Drittens...
- Ressentiments (heimliche Grollgefühle) werden so kaum abgebaut, geschweige denn aufgearbeitet oder gar beseitigt;
- Ausländerhass (bzw. besser Feindbilder) werden offen demonstriert so lediglich auf wenige Rädelsführer reduziert und medien-tauglich bzw. -verwertbar.
- Mit Sympatisanten kann man ja reden. Die guten Leute sind ja lediglich 'fehlgeleitet' und dass kann schon mal passieren.
Da ist es auch enorm hilfreich (und bewährt), wenn die Politik ebenso simple Richtlinien ausgibt: >> "Folgen sie nicht..." >>
Hm, hatten wir doch alles nicht schon öfter? ;). Beileibe nicht zuletzt 1949 waren nicht nur fast alle (übrig gebliebenen) Deutschen keine Nazis, schon gar nicht in gewissen "Sektoren", auch wenn (Nicht-)Handlung, (Nicht-)Haltung bzw. Parteibuch und andere Mitgliedschaften etwas anderes vermuten ließen.

Aber das Resümee dieses Spiegeltextes lässt schon erschaudern...
Wer die Demokratie verachtet, wird weiter Beweise für ihr angebliches Versagen entdecken.
Ach ja? Kritik (wie auch immer) als Ausdruck der Netzbeschmutzung (bzw. Demokratieverachtung)?
Wann und wie oft waren solche Sätze schon Direktive?
Aber der deutsche Michel kennt seine Pflichten (jetzt wieder).
Auch wenn Probleme zu nehmen. Augen zu und durch, oder hieß es "Arsch zusammen kneifen und ... ?

I-wie habe ich wohl ein völlig anderes Problem-, Politik- bzw. Demokratie- wie auch Demoskopieverständnis als hier "angesagt" scheint. ;)

Also...
"Lieb Vaterland, magst ruhig sein..."

so far :rolleyes:

PS.
Mich hat pegida selbst nichts Neues gelehrt. Allerdings hat mich die "Reaktion" (darauf) auch schon kaum verwundert.
Wie viele Säue müssen eigentlich noch durch deutsche (oder globale) Dörfer getrieben werden (rechts, durch die Mitte oder links herum) um aufzuzeigen, wo Schweine sind, existiert auch ein Schweinestall!
(Schweine hier übrigens noch nicht einmal zwingend im orwellschen Sinne gemeint)
 
Zuletzt bearbeitet:
[…]Aber der deutsche Michel kennt seine Pflichten (jetzt wieder).[…] Allerdings hat mich die "Reaktion" (darauf) auch schon kaum verwundert.[…]
„„Wie auch immer sich Pegida offiziell von Rassismus und Gewalt distanzieren mag: Eine Bewegung, die massiv von rassistischen Ressentiments geprägt ist und sich selbst als „Volkes Wille“ inszeniert, schafft ein Klima, das rassistische Gewalttäter motiviert, den vermeintlichen „Volkswillen“ zu vollstrecken“, so Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung. PRO ASYL Geschäftsführer Günter Burkhardt warnte davor, „diese Bewegung salonfähig zu machen.“
Hetze und Gewalt gegen Flüchtlinge beschränken sich jedoch nicht auf Ostdeutschland. Die meisten Anschläge auf Unterkünfte ereigneten sich in Nordrhein-Westfalen, gefolgt von Sachsen und Bayern.“

„Dabei treten häufig organisierte Rechtsextreme auf, gern unter dem Deckmantel „besorgter Bürger“.“
Amadeu Antonio Stiftung und PRO ASYL warnen vor Klima der Angst :: Pro Asyl

Zugegeben, in Sachen Pflichterfüllung kann dem Deutschen wohl keiner etwas vormachen. Zur Entschuldung pflichterfüllender Massenmörder wurde eigens der Begriff „Befehlsnotstand“ kreiert und in das „Große Wörterbuch der deutschen Sprache“ aufgenommen:
Be|fehls|not|stand, der (Rechtsspr.): Lage, Situation, in der man gezwungen ist, Befehle auszuführen, die moralisch nicht vertretbar sind: Eichmann wird sich also in seiner Verteidigung vor allem auf den B. berufen (FAZ 14. 6. 61, 5); Du hast unter B. gehandelt - © 2000 Dudenverlag
 
Pegida steht vor dem Aus, zum Glück. Trotzdem haben die Islamgegner eine wichtige Rolle übernommen: Sie haben die offene Gesellschaft herausgefordert - und uns dabei drei Dinge gelehrt.

Pegida ist Geschichte
. Die Wutbürger von Dresden sind gespalten und geschrumpft. Zur Demo am Montag kamen statt wie zuletzt 17.000 nur noch 2000 Leute; die Ausgründung von Ex-Sprecherin Kathrin Oertel hat gerade einmal 500 Menschen auf die Straße gebracht. Es ist vorbei.

einerseits: mag sein, ja.
Andererseits: Pegida war nur der Anfang.

Und gerade das "gute" Gefühl, dass wir die Gefahr im Ansatz erkannt haben und alles gut gegangen ist, und es jetzt vorbei ist, führt in die Irre.
Aber ich mag hier nicht Kassandra sein.
;)
also bin ich "ruhig" im zitierten Sinne. :cool:
 
Da wäre dann nur noch der Begriff Rassismus zu definieren. Wer bejaht, das es verschiedene Rassen (also genetische Unterschiede) gibt, ist der ein Rassist. Oder gehört da noch Diskriminierung, Vorurteile oder gar Hass dazu?
 
Da wäre dann nur noch der Begriff Rassismus zu definieren. Wer bejaht, das es verschiedene Rassen (also genetische Unterschiede) gibt, ist der ein Rassist.[…]
Selbstverständlich unterscheiden sich Menschen voneinander (Größe, Hautfarbe, Sprache, etc. pp). Diese „genetischen Unterschiede“ zur Unterscheidung von Rassen heranzuziehen, dürfte von ernstzunehmenden Diskutanten u.U. nicht mehr als tauglich angesehen werden:

„Bezogen auf die Art Homo sapiens haben molekularbiologische und populationsgenetische Forschungen seit den 1970er Jahren gezeigt, dass eine systematische Unterteilung des Menschen in Unterarten der enormen Vielfalt und den fließenden Übergängen zwischen geographischen Populationen nicht gerecht wird. Zudem wurde herausgefunden, dass der größte Teil genetischer Unterschiede beim Menschen innerhalb einer geographischen Population zu finden ist.
Die Einteilung des Menschen in Rassen entspricht daher nicht mehr dem Stand der Wissenschaft.“

Rasse ? Wikipedia

[…]Oder gehört da noch Diskriminierung, Vorurteile oder gar Hass dazu?
Das ist m.M.n. nach der hüpfende Punkt: Rassismus als (politischer) Kampfbegriff.

Eine sehr ausführliche Dissertation darüber:
DISS -- Siegfried Jäger: Rasseersatzbegriffe
 
Interessanter Artikel, es gibt genetische Unterschiede, man darf es aber nicht sagen. Meiner Meinung nach wird mit der Ächtung des Begriffes Rasse (genau wie Zigeuner, Neger u.s.w) versucht, Ressentiments abzubauen. Leider erreicht man genau das Gegenteil. Ich kann die Bezeichnung "Neger" benutzen ohne negative Assoziationen zu haben. Der so bezeichete Mensch kann schöner/klüger/reicher/höflicher oder fleißiger sein als z.B. ein Eskimo. Oder das Wort Zigeuner, die sich selbst so nennen, wir aber aus Angst man könnte das als Beleidigung auffassen, lieber Sinti und Roma sagen.
 
"Rasse", "ruhig" ... ... ...
... ... ...

Worte,
(zumeist/zuerst) nichts als (oftmals leere) Worte. ;)

Sorry, aber die Bedeutung gewählter Worthülsen ergibt sich meist erst im Kontext gesamter (bzw. gesammelter) Sätze des Urhebers und hängt zudem vom Verständnis des Lesers (und manchmal auch seinen "Fähigkeiten") ab.

In genau diesem Zusammenhang kann ich nur dringend (und erneut) auf diesen Vortrags-Link von Stary verweisen:
DISS -- Siegfried Jäger: Rasseersatzbegriffe

Wobei ich diesen Link auch nur denen empfehlen kann, die den Inhalten dort auch 'zu folgen' gewillt sind. ;)

Wobei in genau diesem Zusammenhang vmtl. nicht nur mir auffällt, sorei :)
wie missverständlich bzw. interpretierbar (je nach gusto oder coulleur)
folgender - von mir kursiv gesetzter - Satzteil wirken könnte:
also bin ich "ruhig" -> im zitierten Sinne.
Auch... wenn ein Cool-Smilie folgt.
Ich weiß "natürlich", wie der Zusammenhang hier von Dir gemeint ist :)
Aber auch das ist eigentlich ja nur eine vage 'Einschätzung' (von mir) im Zusammenhang dessen, was hier u.a. diskutiert wird.

Aber genau dies zeigt doch auch nur auf,
das Wortinhalt, Wortverständnis, und oft auch der gesamte Kontext geschriebener Worte bzw. Sätze 'verschiedenartig" aufgefasst werden kann bzw. bisweilen sogar muss!

Nichts anderes geschieht mit der 'Einschätzung' und 'Einordnung' von "Menschen"...

Abhängig von ... ?

Und ist "so etwas" hier banal oder notwendig?

so far
 
Zuletzt bearbeitet:
Siehste, sorei :D

und schon haben wir den Salat :D
(Macht ja Spaß mit Dir, solches Zeug zusammen zu schnippeln, fehlt jetzt nur noch das Dressing *bg*)

Banal = ursprünglich als >,
"bildungs"sprachlich als > bzw. trivial = >
insofern: >
" Das Adjektiv banal für ‘geistlos, nichtssagend, alltäglich’ wurde Ende des 18. Jahrhunderts ins Deutsche entlehnt."

Da kann man mal sehen... Bzw. eben auch nicht (auf den ersten Blick) :D

Der Vollständigkeit für den Bildungs-relevanten Zusammenhang noch:
Die Wacht am Rhein

so far :)


Edit (after 1.like awarded *g*):
einige möglichst "ausgewogen" augewählte Medienveröffentlichungen:
http://www.faz.net/aktuell/politik/...bklingbecken-der-zeitgeschichte-13421001.html
http://www.zeit.de/gesellschaft/2015-02/fluechtlingsunterkuenfte-angriffe-pegida
https://daserste.ndr.de/panorama/ak...efaehrdet-man-Glaubwuerdigkeit,pegida150.html
sowie thematische Statements zu/von der Auslandspresse
(die die Zerrissenheit und Hilflosigkeit zum Thema nicht nur innerhalb D's verdeutlichen):
http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-01/pegida-internationale-presse
http://meedia.de/2015/01/21/ein-vam...ie-internationale-presse-die-protestbewegung/
http://www.stern.de/politik/ausland...en-sind-nicht-muslime-als-solche-2164198.html
http://www.br.de/nachrichten/pegida-bewegung-kritik-100.html
http://www.rundschau-online.de/poli...-weltweites-presseecho,15184890,29492006.html

Nein,
"der Schoß ist fruchtbar noch" ...
 
Zuletzt bearbeitet:
[...]Bei aller Wachsamkeit bezüglich möglicherweise neu erwachender / erstarkender brauner Gesinnungen meine ich andrerseits auch, dass unsere Demokratie stark genug sein dürfte, damit fertig zu werden, dass die "Mitläufer" der Pegida-Bewegung sehr wohl wissen, bis zu welchem Punkt sie dabei bleiben wollen und wann nicht mehr.
Wer die letzten (mindestens) 50 Jahre deutscher Politik bewusst verfolgt (hat), ist sich in diesem Punkt – vor allem bei dem bei allen Parteien bestehenden immer stärkerem Abdriften in traditionelle deutsche Denkweisen, nicht so sicher.
Und: Offensichtlich wollen immer mehr Pegida-Anhänger bis zu jedem „Punkt“ bleiben.

Aber wohl alles halb so schlimm, nur ein Haufen traditionsbewusster Nostalgiker …

Aus einer Rede anlässlich des Pegida-Geburtstags zum aktuellen „Flüchtlingsproblem“:
„Es gäbe natürlich andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“
!!! Applaus !!!



1:39:13
http://www.spiegel.de/politik/deuts...-pegida-in-dresden-abgebrochen-a-1058589.html

Nebenbei: Der angesehene deutsche (?) Redner Akif Pirincci wurde nicht auf der Stelle festgenommen (dies passiert wohl Menschen, die mit durchgestrichenem Hakenkreuz gegen alte wie neue Nazis demonstrieren).
 
Der Fall entlarvt einzig die deutsche Medien, die zur Durchsetzung ihres Erziehungsauftrags Zitate beliebig aus dem Kontext reißen, um die gewünschte Aussage zur erzielen. Selbst wenn diese das Gegenteil des Gemeinten darstellt.

Das vollständige Zitat:

„Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann,wenn es gefälligst nicht pariert. Es gäbe natürlich auch andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“
Wer (nach Ansicht des Redners) hier wen ins KZ stecken könnte, sollte ja jedem, der Sinnzusammenhänge über drei Sätze hinweg erfassen kann, klar sein. Es sind weder Politiker noch Einwanderer.


Was Pirincci angeht, ich teile weder seine Ansichten noch sagt mir die unterirdische Vortragsweise derselben zu. Das, was aber medial sowie durch Posts wie obigen suggeriert wird, hat er schlicht nicht gesagt. Die "Lügenpresse"-Rufe werden mit dieser "Berichterstattung" sicher nicht so bald verstimmen…
 
[font='Arial,Helvetica,sans-serif']Mit der[/font][font='Arial,Helvetica,sans-serif'] KZ-Rhetorik in Asylkrise (lediglich) provozieren?[/font]
Der Fall entlarvt einzig die deutsche Medien, die zur Durchsetzung ihres Erziehungsauftrags Zitate beliebig aus dem Kontext reißen, um die gewünschte Aussage zur erzielen. Selbst wenn diese das Gegenteil des Gemeinten darstellt.
„Offenkundig scheint man bei der Macht die Angst und den Respekt vor dem eigenen Volk so restlos abgelegt zu haben, dass man ihm schulterzuckend die Ausreise empfehlen kann,wenn es gefälligst nicht pariert. Es gäbe natürlich auch andere Alternativen. Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb.“
Wer (nach Ansicht des Redners) hier wen ins KZ stecken könnte, sollte ja jedem, der Sinnzusammenhänge über drei Sätze hinweg erfassen kann, klar sein. Es sind weder Politiker noch Einwanderer.[...]
Ja, auch die „Lügenpresse“ (gegen diesen Begriff habe ich nichts) ist in der Lage, „Sinnzusammenhänge über drei Sätze hinweg“ zu erfassen. Manchmal gelingt dies auch mir.
Aber: Welcher „Erziehungsauftrag“ bzw. welches Ziel sollte denn Deiner Meinung nach mit welchen Mitteln erreicht werden?

Daher (nur zwei (!) Sätze):

Angesichts des Zusammenhangs ist davon auszugehen, dass Pirinçci diesen KZ-Bezug als Andeutung verstand, Kritiker von Flüchtlingsheimen könnten möglicherweise sogar in KZ gesteckt werden, sofern diese noch existieren würden. Insofern lässt sich nicht so ohne Weiteres sagen, dass Pirinçci gefordert hat, Flüchtlinge in KZ zu stecken (Pirinçci hat bereits einige Erfahrungen mit der Justiz, was Beleidigungen betrifft).

Eine andere Zielsetzung wurde nicht unterstellt, was „ja jedem, der Sinnzusammenhänge über drei Sätze hinweg erfassen kann, klar sein“ sollte.

Allerdings ist schon bemerkenswert, wie schnell der Bertelsmann-Verlag alle Verträge mit Pirinçci gekündigt und die Auslieferung seiner Bücher gestoppt hat.

Zudem:

"Wir ermitteln wegen des Verdachts der Volksverhetzung", sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase am Dienstag. Konkret gehe es um den Satz: "Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb". Allerdings hatte Pirinçci diesen Satz nicht auf Flüchtlinge bezogen. "Wir prüfen die strafrechtliche Relevanz", sagte Haase.’
 
sorei #87 schrieb:
Aber ich mag hier nicht Kassandra sein.
Ob ich ggfs. als Kassandro taugen würde, lasse ich mal dahin gestellt ;)

@topic ....
Meine Empfehlung an den bisher geduldigen Leser ...
[Einschub] Sofern i-wer überhaupt vom Anfang bis Ende mitgelesen hat... *bg*
Lesen Sie ggfs. erneut weiter bei post #1 ;)

Allen anderen bisher eifrig gedanklich folgenden Beteiligten sei doch die Geschichte der NSDAP in Erinnerung gerufen, sofern überhaupt je Bestandteil des jeweiligen Bildungsauftrages ihrer Bundesländer ...

Im Falle des Falles als Anfang und Notnagel siehe hier ->
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpartei
https://de.wikipedia.org/wiki/Faschismustheorie#Definitionen_des_Faschismusbegriffs

lg @ all :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit der KZ-Rhetorik in Asylkrise (lediglich) provozieren?
Mal anders herum, was traust du ihm denn zu, damit sonst erreichen erreichen zu wollen? Siehst du in ihm einen politischen Fanatiker, der sich seiner Gegner wirklich mit Nazi-Methoden entledigen will?

Das traue ich ihm schlicht nicht zu. Er ist seit jeher ein Krawallautor, dem es mehr um die Sensation, als um die Botschaft geht. Auch Zitate wie dieses, veröffentlicht auf seiner Website am Vorabend der PEGIDA-Rede, zeigen aus meiner Sicht deutlich, worum es diesem Menschen geht:

Morgen werde ich anlässlich des einjährigenBestehens von Pegida in Dresden auftreten und einen hübschen Text vorlesen, derin Sachen Wutrede in diesem Lande Maßstäbe setzen wird.
Wut ist bei ihm Ziel, nicht Mittel zum Zweck zur Durchsetzung irgendeiner Agenda. Er gibt ja auch recht offen zu, mit "Deutschland von Sinnen" Sarrazins Bestseller nacheifern zu wollen, anstelle von spröder Statistik mit vulgärer Polemik, die er wohl für massentauglicher hält und sich aufgrund seines Namens und Migrationshintergrundes nach den schizophrenen Regeln politischer Korrektheit auch erlauben kann (oder zumindest konnte). Vergleicht man die Verkaufszahlen, hat er sich da (für mich beruhigenderweise) wohl geirrt. Was ihn aber nicht davon abhielt, den Bogen für seine "Fans" immer weiter zu spannen. Das übersteigerter Sarkasmus im gesprochene Wort eine andere Dynamik als in Buchform entwickeln kann, wird ihn in dieser Form wohl selbst überrascht haben. In Zeiten, in denen sich Nachrichten über die diversen Kanäle derartig schnell verbreiten, wirkt die medial angefeuerte Hassmaschinerie beängstigend effektiv, wie du mit der Reaktion seines Verlags ja auch feststellst. Auch Amazon hat seine Bücher nicht mehr gelistet. Ein Buchhändler will seine Werke sogar öffentlich schreddern. Vernichten politisch geächteter Literatur, woher kennen wir das gleich nochmal?


Aber: Welcher „Erziehungsauftrag“ bzw. welches Ziel sollte denn Deiner Meinung nach mit welchen Mitteln erreicht werden?
Das Ziel der kompromisslos durchgezogenen Einwanderungspolitik wäre wohl ein eigenes Thema wert, aber dass die Medien begeistert helfen, die Bevölkerung trotz der immer deutlicher werdenden Probleme auf Linie zu halten, ist angesichts der Berichterstattung der Mainstreampresse in Fällen wie diesem wohl unzweifelhaft erkennbar. Wenn man die Diskrepanz zwischen Realität und medialer Präsentation als Indikator wertet, dann scheint PEGIDA momentan wieder eine der größeren Sorgen unserer politischen Elite zu sein. Egal wie trivial es eigentlich sein mag, pöbelnde Schulkinder, Pappgalgen oder sensationslüsterne Krawallautoren, jede Woche wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben, um eine bisher bemerkenswert friedliche Bewegung zu verteufeln. Hauptsache, der "besorgte Bürger" behält seine Sorgen für sich und fühlt sich selbst als Minderheit. Ansonsten könnte man ja den Eindruck bekommen, als würde unsere demokratisch gewählte Regierung sich herzlich wenig um den "Volkswillen" scheren. Den "Erziehungsauftrag" bezüglich PEGIDA sehe ich entsprechend darin, dass die Medien für eine Repräsentation zu sorgen haben, mit der sich der durchschnittliche (west-)deutsche Bürger auf gar keinen Fall identifizieren können darf. Funktioniert ja bisher auch recht gut, was angesichts des Ungleichgewichts zwischen Massenmedien und einer von politischen Amateuren geleiteten Lokalbewegung wenig überrascht. Die realen Probleme werden dadurch natürlich nicht weniger, die Wiedergeburt dieser schon totgesagten Bewegung belegt ihre Relevanz gewissermaßen auch selbst.
 
nile #99 schrieb:
Die realen Probleme werden dadurch natürlich nicht weniger, die Wiedergeburt dieser schon totgesagten Bewegung belegt ihre Relevanz gewissermaßen auch selbst.
Wie wäre es denn, wenn auch hier auf faktische "reale" Probleme Bezug genommen würde, anstatt mit hohlen Phrasen die Befindlichkeiten (hier als Relevanz eher verballhornt) von Hohlköpfen zu bedienen.

Muss man wirklich an jeder Stelle eines verbalen Austausches (von bestenfalls Inhalten) wirklich wichtige, herrschaftliche Maxime u.a. auch in Scheindebatten herausstellen und betonen? ;)
Seien es z.B. nun: Teile und herrsche, Wissen ist Macht etc.pp.

Die wirklich wichtigen Themen "der Menschheit" bleiben auch hier eher ungenannt und werden auch aktuell wieder einmal nur diffus (in der öffentlichen "Debatte") angekratzt... Wenn überhaupt.

Völkerwanderungen aus ökonomischen, ökologischen wie gesellschaftspolitischen Gründen (zu denen übrigens auch kriegerische Bedrohungen jeder Art gehören) hat es immer schon gegeben und wird es in naher und mittlerer Zukunft noch viel, viel verstärkter geben, sofern deren Ursachen nicht angegangen werden. (siehe u.a.auch post #51)
Das daneben
Gier nach mehr... Einfluss, Macht, Ressourcen, sowie menschliche (möglichst billige) Arbeitskraft etc.pp. auch als menschliche "Qualitäten" ihrer erklecklichen, wenn nicht sogar wesentlichen Teil dazu beitragen, sollte eigentlich überflüssig zu erwähnen sein.

Statt dessen werden individuelle Verlustängste instrumentalisiert und auch noch wortreich in allen faschistoiden Facetten gerechtfertigt bzw. medial ausgeschlachtet ...

Anstatt undifferenzierte Ängste eben NICHT zu pauschalieren SONDERN deren Herkunft klar und vor allem belegt zu benennen!
Sowohl mit deren momentanen wie auch zukünftigen WIRKUNGEN,
aber vor allem auch mit deren durchaus abstellbaren URSACHEN.

Da die Bekämpfung aber den Verzicht auf vieles "lieb und teuer" Gewordenes (ehemals kolonialistisch bzw. ausbeuterisch kapitalistisch Erworbenes) bedeuten müsste,
suhlt man sich lieber in den eigenen Vorurteilen und bemüht daneben sogar noch "Prinzipien" a la St.Florian...
UND setzt diese "Prinzipien" sogar noch zunehmend (sogar unter dem Beifall der Nachbarschaft) real um.

Nein, diese sogenannten "besorgten Bürger" sind nichts anderes als ihr Pendant im Großkapital der globalen Konzerne...
Nur eben im kleinbürgerlichen Milieu (oder sollte ich Mief sagen?) der "Biedermeier und Brandstifter"

so far
neudeutsch für: habe vorerst mal wieder fertig ;)
 
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