In diesen Fällen meine ich, dass eine Therapie bei einen Schwerverbrecher einfach (noch) nicht möglich ist.
Man kann den Hebel einfach so nicht umlegen und behaupten, so, der Bursche verübt bis Lebendsende keine Verbrechen mehr aus.
Wenn er irgendwann wieder Blut lecken sollte, war es das mit der Therapie.
Das wäre auch ausgesprochen unsinnig. Verbrechen ist die eine Sache, Krankheit eine andere.
Aber selbst wenn, verlangst du da nicht ein wenig zuviel? Kannst du eigentlich garantieren, bis an dein Lebensende kein Verbrechen zu begehen? Was du da erwartest ist eine Art Generalabsolution, ein Blankoscheck für Alles und Jedes. Sorry, aber den gibt es höchstens im Märchen.
Passend dazu, aber anderes Beispiel, wenn man einen Alkoholiker versucht durch eine Therapie "trocken" zu machen. Gut, letzteres gelingt auch meistens, dass der Alki nicht mehr zu Flasche greift, aber ein Tropfen Alkohol in der Blutbahn reicht aus um ihn wieder rückfällig zu machen. Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker, auch wenn man "trocken" ist.
Alkoholismus ist trotz Therapie nicht wirklich heilbar.
Das ist schon wieder viel zu pauschal. Ich kenne ehemaliger Alkoholiker, die durchaus in der Lage sind, kontrolliert Alkohol zu trinken. Ihre Sicht der Dinge ist inzwischen eine völlig andere als früher, denn sie sind keine 'Problemtrinker' mehr.
Natürlich ist es für viele trockene Alkoholiker besser, ganz auf Alkohol zu verzichten, denn solange sie ihr Suchtverhalten selbst nicht vollkommen im Griff haben, solange ist die Gefährdung durch Alkohol natürlich da.
Aber davon einmal ganz abgesehen, Sucht als solches ist primär Sucht und wer der Sucht nicht standhalten kann (egal ob mit oder ohne Therapie), sondern ihr lediglich stofflich aus dem Wege geht, der ist nach wie vor süchtig, freilich ohne die seiner spezifischen Sucht zugehörigen körperlichen Nebenwirkungen.
Sicher ist jedenfalls, Sucht ist grundsätzlich heilbar - wenn auch nicht unbedingt für jeden.
Wenn du andere Meinung bist, nenne mir bitte dann Beispiele, wo eine erfolgreiche Therapie auf langer Sicht gelungen ist.
Beispiele sind z.B. alle ehemaligen Alkoholiker, die mittlerweile wieder kontrolliert trinken können. Oder ehemalige Raucher, welche die Gegenwart von Rauchern nicht meiden, und sich dadurch nicht beeinflussen lassen.
Oder ganz konkret im Zusammenhang mit Pädophilie. Ein ehemaliger Bekannter von mir interessierte sich stark für die Altersklasse der Schulanfänger beiderlei Geschlechts. Er konnte seine Fantasien nicht bei sich behalten und so gelangte er in die Fänge der Psychiatrie. Einem realen Kind hätte er sich ohnehin nie genähert.
Das Ergebnis ist nun, daß er nach mehreren Jahren als bedauernswerte Kreatur entlassen wurde. Seinen Trieb hat er immer noch. Aber inzwischen ist er christlicher Fanatiker, der sich fast wie im Mittelalter dafür bestraft, diesen Trieb zu haben. Und weil dieser Trieb unchristlich ist (schaut man sich die katholische Kirche an, dann kann man durchaus anderer Meinung sein), deswegen würde er ihm niemals zulassen.
Ehrlich gesagt, vorher ging es ihm weitaus besser und im Gegensatz zu andere, die ich gekannt habe, ging nie eine echte Gefahr von ihm aus. Geheilt? Die Frage ist, wovon. Aber im Sinne der 'potentiellen Opfer' natürlich schon.
Therapien sind eben keine linearen Vorgänge und auch kein Schalter, den man ein- und ausschalten kann, sondern wesentlich komplexer.