Todesstrafe in den USA - Eure Meinungen Diskussion 

  • Ersteller Ersteller CharlyH
  • Erstellt am Erstellt am

Todesstrafe in den USA - Was meint Ihr?

  • Ja

    Stimmen: 0 0,0%
  • Nein, eine lebenslange Haftstrafe reicht völlig

    Stimmen: 0 0,0%
  • Nur bei erschwertem Mord (z.B. Raubmord, Vergewaltigung mit anschließendem Mord)

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
    0
  • Umfrage geschlossen .
Werden „Tendenzen“ nicht – so von der Machtelite als notwendig erachtet – von diesen Kreisen formuliert, (publizistisch) vorbereitet, finanziert und letztlich durchgesetzt?
So ist es.

Übrigens vermisse ich bei der Umfrage (nur vollständigkeitshalber) eine weitere Antwortmöglichkeit: bei Todesstrafebefürwortern ja (so schaffen sich diese ihre eigenen Spielregeln, denen sie anschliessend selbst unterworfen werden und sie haben sich somit letzten Endes selbst gerichtet - das Gejammere wird aber gross sein).
 
Ob das Ergebnis so entgegengesetzt ist, wie Du möglicherweise denkst Matthew, wage ich zu bezweifeln. Das Bild scheint mir ziemlich gemischt zu sein (wobei ich ehrlich zugebe, das ich nur bis zu Seite 7 gelesen habe).
Was mich erstaunt ist, das es besonders bei Vergewaltigung und Kindesmißbrauch einen gewissen Konsens, im Hinblick auf die Anwendung der Todesstrafe, zu geben scheint. Natürlich sind das schreckliche Verbrechen - keine Frage, aber warum nur in diesen Fällen?
Warum nicht bei Firmen und deren Vorständen, die bewußt Leib und Leben von vielen Menschen aufs Spiel setzen, nur damit der Gewinn weiter maximiert werden kann. Sind solche Taten zu abstrakt? Sind die Täter nicht skrupellos genug?
Man kann also im Grunde tun und lassen was man will, außer Kinder mißbrauchen und Frauen vergewaltigen. Dann ist der Bart/Kopf ab - gut; das ist natürlich Pech für die mißbrauchten Männer und vergewaltigten Jungen; müßte man doch andernfalls so einige Priester/Lehrer/Erzieher zum Schafott bringen (ganz zu schweigen von den Tätern deren einziges - sicherlich untaugliches- Mittel darin besteht, ihre Traumatisierung als Opfer immer wieder zu wiederholen).

Ehrlich, es ist mir wirklich ein Rätsel, wie man so limitiert denken kann. Ich versteh's nicht!

Gruß
AnakinSky
 
Warum nicht bei Firmen und deren Vorständen, die bewußt Leib und Leben von vielen Menschen aufs Spiel setzen

Logisch, diese Leute müssten genauso hart bestraft werden.
Aber nenne mir mal bitte ein paar deutsche Firmen die bewusst Leib und Leben ihrer Angestellten auf Spiel setzen.

Wenn das so wäre, ginge man als normal denkender Mensch, am nächsten Tag nicht mehr dort arbeiten.
 
@matthew

ich hatte Anakin nicht so verstanden, dass er damit Angestellte meinte?
Ich dachte dabei zb an waffenproduzierende Firmen? (Oder auch Minen)
 
Was mich erstaunt ist, das es besonders bei Vergewaltigung und Kindesmißbrauch einen gewissen Konsens, im Hinblick auf die Anwendung der Todesstrafe, zu geben scheint. Natürlich sind das schreckliche Verbrechen - keine Frage, aber warum nur in diesen Fällen?
Das hat seinen Grund darin, auf tradierten Gesellschaftswerte zurückzugreifen, als man (Männer!) sich nach einem männlich geprägten Weltbild die Welt untertan machte und die Rolle des Mannes nicht der tatsächliche Versager war (der er im Grunde genommen meist tatsächlich war), sondern der Mann als Beschützer.

Frauen und Kinder ('Frauen und Kinder zuerst') erhielten ihre Legitimation ausschliesslich dadurch, dem Helden den Rücken zu stärken oder später selber einer zu werden.

Daß sich diese Ideologie überwiegend in rechtslastigen Kreisen gehalten hat, das ist nicht wirklich verwunderlich und Überschneidungen mit der Gruppe der Todesstrafenbefürworter sind alles andere als zufällig.
 
Man mag denken, das ich zur Übertreibung neige, aber die nachfolgenden Beispiele sind imho durchaus Leib und damit letztlich auch lebensgefährdend.

- Teilweise erhebliche Dioxingehalte in Eiern und Milcherzeugnissen durch verunreinigte Futtermittel
- Mikroplastik in Körperpflege - und Zahnpflegeprodukten
- radioaktiven Lebensmittel (nur weil keiner mehr darüber redet (Tschernobyl) und die Grenzwerte angehoben wurden - wie auch im Fall Fukushima, weil es ja sonst zu Beeinträchtigungen der Wirtschaftsbeziehungen kommen könnte, sind die Gefahren noch lange existent)
- Luftverschmutzung durch Braunkohlenförderung und -verbrennung?
- Verantwortung zur Beseitigung der AKW und der strahlenden Rückstände (egal ob in der Asse, oder in Gorleben)

Sind solche Zu- und Umstände nicht hochgradig kriminell?

Zu unspezifisch, zu pauschal? Wie ist es mit diesem Beispielen?

- Pflegekräfte im Gesundheitswesen die so überlastet sind, das Menschen zu Schaden kommen (müssen). (Kann es wirklich sein, das Verwaltungsdirektoren bloß mit den Schultern zucken und auf die hohen Personalkosten verweisen?)
Dazu könnte ich sogar konkrete Details benennen, aber dies würde ich ungern im öffentlichen Forum tun; nur soviel: ich versorge in einer 10Stunden Schicht ca 40 (es können auch mehr sein) Patienten auf zwei räumlich getrennten Stationen und muß darüber hinaus noch bei Sicherstellungen auf anderen Stationen im Alarmfall assistieren. Wie intensiv kann die Betreuung sein, wenn ich mehrere Patienten mit kritischen Vitalfunktionen, oder akuter Krampfanfallgefährdung, oder oder ... überwachen muß?
- eine Firma wie Linde-Gas hat die Therapie von Frühgeborenen mit NO durch eine Verteuerung des Produktes von 300% vorübergehend (das müßte ich nochmal nach recherchieren, ob dies immer noch so ist) verunmöglicht und Menschen (kleine Menschen) sind gestorben.

Und schließlich das Beispiel von sorei. Da kommt doch schon so einiges zusammen. Wie geht man mit den Menschen um, wenn die Todesstrafe wieder eingeführt wird? Gibt es dazu Ideen?

Gruß
AnakinSky
 
spontaner Schnellschuß:

auf jeden Fall billigende Inkaufnahme von Schaden (bis hin zum Tod)
(schwere) Körperverletzung

andererseits wird vom tod - bzw. davon", von diesen Wirtschaftszweigen - zuviel profitiert, als das sich da jemals etwas ändern würde (solang das system stabil genug ist)
die machtverteilung ist entsprechend...
 
Sind solche Zu- und Umstände nicht hochgradig kriminell?
Ganz sicher.

Aber unser Rechtssystem geht langsam, aber sicher in die Richtung, daß es zweierlei Rechtsmaßstäbe gibt, und das Schlimme daran ist, daß sich der Konsens über gesellschaftliche Moralvorstellungen danach ausrichtet.

Ein kleines (noch harmloses) Beispiel. Während man aus den meisten Fotoforen herausfliegt, wenn auf einem Urlaubsfoto auch nur ein einziger Babyhintern zu sehen ist (und sich die Forenbetreiuber vor lauter Angst fast schon in die Josen machen) zeigen Geschäftemacher Babyärsche in Grossaufnahme zur besten Sendezeit und deren einzige Sorge scheint zu sein, damit nicht genügend Umsatz zu machen.

Offenbar rechtfertig Umsatz die Aufgabe rechtsstatlicher Prinzipien (Gleichheitsgebot). Was soll man da noch anderes erwarten?

Den Nachbarn schräg anschauen ist kriminell. Viele Nachbarn durch eine vergiftete Umwelt umzubringen ist hingegen ok, weil man damit schliesslich Umsatz macht und letztendlich auch Profit und dies nicht zu knapp.
 
@AnakinSky,
alle hier von dir aufgezählten Beispiele waren nicht mal in den ehemaligen sozialistischen DDR, die sich anscheinend immer, für dass Wohl des Volkes einsetzte, umsetzbar.

Ich kann mich noch ganz gut an die Tschernobyl Katastrophe erinnern. Wäre damals das West-Fernsehen nicht gewesen, hätte uns damals niemand gesagt, dass gewisse Lebensmittel radioaktiv verseucht sind. Am liebsten hätte man die Katastrophe in der DDR ganz verschwiegen. Mit Umweltschutz und mit der Gesundheit der Bevölkerung nahm man es sowieso nicht sehr genau.

Ich dachte dabei zb an waffenproduzierende Firmen?

Du meinst, weil diese Verantwortlichen meist immer ungeschoren davon kommen, sollte das milde Strafmaß auch für alle anderen angewendet werden?

Mir geht es einzig und allein darum, dass eine Straftat gerecht geahndet wird und wer einem anderen Menschen vorsätzlich, heimtückisch mit vollster Brutalität das Leben nimmt, hat in meinen Augen auch kein Recht mehr weiter zu leben. Da spielt es keine Rolle ob der Mörder nun ein Kinderschänder oder Kriegsverbrecher ist, Mord ist Mord.

@AnakinSky
Mich würde es interessieren, wie du eigentlich reagieren würdest, wenn dir jemand eine geliebte und wichtige Person aus deinen Leben reißt.

Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass es keine Rachegelüste in dir auslöst.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Mit Umweltschutz und mit der Gesundheit der Bevölkerung nahm man es sowieso nicht sehr genau.

Aber aber - warum denn in der Verggangenheitsform? Ich wüßte nicht, was sich, Aigner und Konsorten sei Dank, daran geändert hätte.

Deinen ersten Absatz verstehe ich alerdings nicht ganz. Willst Du mir damit sagen, der der Ruf der DDR deutlich schlechter war, als die damalige Realität (woran ich übrigens nicht zweifwle)? Ich stolpere über die Worte "nicht mal" und über "umsetzbar".

Aber nochmal zur Würdigung der kriminellen Energie, im Bezug auf die Wiedereinführung der Todesstrafe - was machen wir dennn mit solchen Menschen?
Affekt - also quasi im Eifer des Gefechtes von der eigenen Gewühlswallung übermannt- kann man wohl ausschließen.
Also eher wie sorei schon schieb "billigendes in Kauf nehmen" - so nach dem Motto: ich will's nicht unbedingt, aber wenn es passiert ist auch egal.

Welche Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben als Wert, drückt sich darin aus? Wie wichtig demgegenüber scheint der eigene Vorteil zu sein? Und nochmal die Frage: "Wie gehen wir damit um?"

Gruß
AnakinSky
 
„Mehr als vier Prozent der zum Tode verurteilten Häftlinge in den USA sind einer Studie zufolge unschuldig. Dies sei noch eine sehr konservative Berechnung, berichtet ein Team von amerikanischen Juristen und Mathematikern im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences".“[...]
„"Unterm Strich ist das Resultat, dass in den USA die große Mehrheit der zu Unrecht wegen 'Capital Murder' Verurteilten weder hingerichtet noch entlastet werden. Sie werden zu lebenslanger Haft verurteilt und dann vergessen", schreiben die Forscher.“

Todesstrafe in den USA: Vier Prozent der Verurteilten sind unschuldig - SPIEGEL ONLINE

Diese Gleichgültigkeit gegenüber den unschuldig ermordeten bzw. lebenslang weggesperrten scheint bei einer Nation, deren Führer sich das Recht nimmt, ihm nicht genehme Menschen weltweit zu ermorden, nicht weiter überraschend. Dazu passt auch, wenn man betrachtet, wie groß für US-Amerikaner die Gefahr ist, von den „eigenen“ Polizisten umgelegt zu werden:
„Durch die amerikanische Polizei sind in den USA seit dem 11. September 2001 mehr Amerikaner ums Leben gekommen, als im Krieg gegen den Irak. Die Zahl sogenannter “No Knock Raids” ist im freisten Land der Welt seit den 1980er Jahren um 4000% gestiegen.“
USA: Mehr Tote durch Polizeigewalt als durch Irakkrieg - Gegenfrage.com
 
Stellt sich mir die Frage: Wie viele Zivilisten werden jährlich in den USA durch Zivilpersonen ermordet?
 
Sorry, - Matthew - , was hat deine Frage mit dem Thema zu tun? Willst du uns damit sagen, daß das Eine in deinen Augen das Andere rechtfertigt?

Und warum fokussierst du einzig und allein auf Zivilpersonen? Was, wenn Polizisten Zivilisten ermorden (zählt das dann anders?) oder Zivilisten etwa Armeeangehörige?

Aber auch rein statistisch erschliesst sich mir diese Logik nur sehr unvollständig. Denn wie will man Angaben wie 'mehr als vier Prozent' mit absoluten Zahlenangaben ('wie viele') vergleichen?
 
[...]die Frage: Wie viele Zivilisten werden jährlich in den USA durch Zivilpersonen ermordet?
Wenn es Dir in diesem Zusammenhang wichtig erscheint ...

Für das Jahr 2011:

US-Amerika 5 Morde pro 100.000 Einwohner (insgesamt 15.241 Morde registriert)
BRD 0,8 Morde pro 100 000 Einwohner (insgesamt 690 Morde registriert) eine geringe Rate auf.

Den kompletten Bericht kann mal sich auf der Webseite der UNODC als PDF herunterladen.
United Nations Office on Drugs and Crime

Besser: Suchen nach "Globa_study_on_homicide_2011_web.pdf"
In diesem Bericht sind die Taten/Umstände teilweise auch aufgeschlüsselt.
 
Denn wie will man Angaben wie 'mehr als vier Prozent' mit absoluten Zahlenangaben ('wie viele') vergleichen?

Aus dem Grunde nehme ich mal an, dass sich seine Rückfrage auf den zweiten Artikel bezieht - nach dem zufolge über 5000 amerikanische Bürger seit 9/11, also in etwas weniger als 13 Jahren durch die Polizei umgebracht wurden.
Naiv interpoliert wurden dann nach StaryWojowniks Antwort im selben Zeitraum etwas weniger als 200.000 Menschen von Zivilisten umgebracht, was die 5000 aus meiner Sicht durchaus relativiert. Es ist schließlich einleuchtend, dass Polizeigewalt öfter notwendig ist, wenn auch die Gewalt innerhalb der Bevölkerung höher ist.
Wobei für eine Bewertung dieser Zahl letztlich natürlich nur die genauen Umstände dieser Tötungen entscheidend sein können und kein Verhältnis zu irgendeiner anderen Zahl.
 
Ich traue den Zahlen in diesem Zusammenhang nicht, denn letztendlich lässt sich jede noch so gewagte These durch Zahlen untermauern, wenn man diese nur passend zusammenstellt.

Andererseits, was nützen die Zahlen, wenn sie mir nicht vorliegen? Wenn ich z.B. die These, daß wegen Gewaltdeliken Vorbestrafte gewaltbereiter seien als Pastorentöchter, mit Zahlen untermauern möchte, dann wird dies daran scheitern, daß mit keine Zahlen über die Gewaltbereitschaft der Pastorentöchter vorliegen und so kann ich (natürlich nur rein formal statistisch betrachtet) darüber lediglich mutmassen.

Interessiere ich mich dafür, nach welcher Dauer nach Verbüssung der Tat die Rückfallquote am Niedrigsten ist (um daraus auf den möglichen Graf einer Resozialisierung zu schliessen), dann wird diese ganz sicher nach achtzig Jahren weitaus niedriger sein als nach nur zwei Jahren. Dazu muss ich nicht einmal statistische Daten erheben.

Allein die hinreichende Vermutung, daß ein Großteil der Täter nach achtzig Jahren nicht mehr leben wird, zeitigt das gewünschte Ergebnis, denn die Rückfallquote bei inzwischen gestorbene Tätern ist ganz sicher Null. Übrigens ist die Rückfallquote bei zum Tode Verurteilten auch recht gering, einerseits mangels Gelegenheit und andererseits in Hinsicht auf die Hinrichtung.

Denn reine Zahlen lügen nicht.

Aber Zahlenjongleure dafür um so mehr.
 
Ganz leicht vom Thema weg, aber ...
[...]Denn reine Zahlen lügen nicht.
Aber Zahlenjongleure dafür um so mehr.
Ist dies nicht der Hauptzweck (veröffentlichter) Statistiken?
Ein treffender Spruch über Politiker geht wie folgt: Sie benutzen Statistiken so wie Betrunkene Laternenpfähle - nicht zur Erhellung, sondern um sich daran festzuhalten.

Nur ein paar Beispiele:

Kriminalitätsstatistik: Polizei Brandenburg soll Zahlen geschönt haben
Geschönte Statistik: Wie die Regierung die Arbeitslosenzahl herunterrechnet - YouTube
Traue keiner Statistik: So tricksen sich Politiker die Wahrheit zurecht - Armut-Szenarien, Teuerungsraten, Arbeitslosenzahlen - FOCUS Online - Nachrichten
Bundesregierung schönt Arbeitslosenstatistik - Politik - Süddeutsche.de
Gesellschaft: Kritiker empört über «weichgespülten» Armutsbericht - Politik - Aktuelle Politik-Nachrichten - Augsburger Allgemeine
Deutschland: Regierung soll Armutsbericht geschönt haben - Deutschland - Politik - Wirtschaftswoche

usw., usf.

Wer wird denn so blauäugig sein, „unseren“ Politikern und den von ihnen zur Veröffentlichung freigegebenen Statistiken zu trauen?
 
Ich traue Statistiken so gut wie immer. Schliesslich sind sie ein recht zuverlässiges Indiz für die Absichten deren Ersteller (oder auch Zitierer).

Winke mit einer Statistik und ich sage dir, was du willst.
 
Hallo CharlieH,

ich lehne die Todesstrafe ab; hier durchzieht der reine Gedanke der Rache das Recht und icht der Glaube an eine mögliche Resozialisierung/Vergebung.

Finaler kann man nicht strafen und sollte es auch nicht tun.

Gruß,
Tina 64
 
Auch wenn ich mit meiner Meinung mal wieder ziemlich alleine da stehe....

Ich bin für die Todesstrafe mit der folgenden Einschränkung:

Die Schuldfrage muss eindeutig geklärt und nachgewiesen sein.

Angewendet dürfte sie m.E. bei folgenden Delikten: Kindesmißbrauch und vorsätzlicher Mord.

Die Strafe müsste dann allerdings recht zeitnah vollstrekt werden.

Warum ich dafür bin?
Zum einen ist das vergehen an Kindern eines Menschen unwürdig und wer anderen mutwillig das leben nimmt hat nicht das Recht seines zu behalten. Und zum anderen schließt die Todesstrafe Wiederholungstäter zuverlässig aus.

So, nun könnt ihr auf mich einprügeln....
 
Auch wenn ich mit meiner Meinung mal wieder ziemlich alleine da stehe....

So ganz alleine stehst du nicht da,
ein paar Leute gibt es schon die die gleiche / ähnliche Meinung haben wie du.

Auch wenn es auf dem ersten Blick ganz anders aussieht... ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Die Schuldfrage muss eindeutig geklärt und nachgewiesen sein.
So eindeutig, daß etliche Leute jahrelang in der Todeszelle verbracht haben und hinterher aufgrund neuer Erkenntnisse wegen erwiesener Unschuld freigelassen werden? Wie eindeutig ist deiner Meinung nach eindeutig?

Angewendet dürfte sie m.E. bei folgenden Delikten: Kindesmißbrauch und vorsätzlicher Mord.
Aha, mal wieder. Die Emotionalisiertung hat wohl gewirkt.

Die Strafe müsste dann allerdings recht zeitnah vollstrekt werden.
Damit man keine Gelegenheit mehr hat, unschuldig Verurteilte später laufen zu lassen? Ok, ich verstehe. Die Eindeutigkeit der Statistik ist also wichtiger als das Schicksal Unschuldiger (denn genau diese trifft es am Härtesten).

Warum ich dafür bin?
Zum einen ist das vergehen an Kindern eines Menschen unwürdig und wer anderen mutwillig das leben nimmt hat nicht das Recht seines zu behalten.
Wenn das Vergehen an Kindern eines Menschen unwürdig ist, dann ist auch das Töten von Menschen einer Gesellschaft unwürdig (oder misst du hier mit zweierlei Mass?).

Ein Staat, der Menschen mutwillig Menschen das Leben nimmt hat kein Existensrecht (darum: Terroristen aller Länder vereinigt eucht!). Auch hier hast du wieder eine doppelte Moral. Du urteilst sehr grosszügig und salopp über das Lebensrecht anderer Menschen (wie wäre es, wenn wir mal über deines diskutieren würden?) und sprichst es ihnen ab. Und als Bestrafung soll der Staat dann genau das machen, weswegen der einzelne kein Lebensrecht hat (nämlich das Leben nehmen). Ich finde diese Einstellung gelinge gesagt faschistoid und pervers.

Und zum anderen schließt die Todesstrafe Wiederholungstäter zuverlässig aus.
Sicher schliesst die Todesstrafe Wiederholungstaten des gleichen Täters aus (und wo gehobelt wird, da fallen eben auch Späne - leicht zu verschmerzen, wenn man nicht gerade selbst das Opfer ist). Bist du etwa auch ein Fan des radikal-islamischen Rechts, wo Dieben die Hand abgehackt wird (damit sie damit nicht mehr stehlen können) oder untreue Ehefrauen gesteinigt werden (damit sie ihren Herrn und Meister nicht mehr betrügen können)?

Sorry, aber das widert mich an.
 
Du hast Deine Meinung, ich habe meine.....

Wir können gerne über mein Lebensrecht disskutieren, leg los. In meine Augen gibt es eben bestimmte Verbrechen die eines Menschen einfach unwürdig sind. Und das schließt Kindesmißbrauch und vorsätzlichen Mord aus niederen Beweggründen (ich glaube so nennt man das im Gerichtsdeutsch) meines Erachtens nach ein.

Ob es nun human ist oder nicht, darüber kann man streiten. Ich finde auch auch unmenschlich 20 Jahre oder tatsächlich bis zum ableben in einem türkischen Knast zu verbringen, da ziehe ich einen schnellen und schmerzlosen Tod vor.

Warum soll ich einem Individuum Menschenrechte zugestehen das selbst nicht bereit ist, eben diese anzuerkennen?

Beispiel: Ein Kinderschänder wird gefasst, an der Schuld gibt es keine Zweifel, selbst der Täter gesteht und wird von einem Gericht zu, sagen wir mal 20 Jahren Knast verurteilt....ich weiß, ist in Deutschland eher unwahrscheinlich da er so lange im Bau verschwindet (hat ja schließlich nur ein Kind mißbraucht), aber nehmen wirs einfach mal an.

Nach 10 Jahren kommt er wieder frei, er hat sich im Knast halt gut benommen und seine Triebe unter Kontrolle gehabt (fiel ihm auch nicht schwer, es waren ja keine Kinder da) und sein Anwalt holt ihn mithilfe eines geistig minderbemittelten oder bestechlichen Psychologen wegen "Guter Führung" raus.

Ein paar Tage(Wochen oder auch Monate) geht alles gut, dann überkommt es ihn wieder und ein Kind muss dran glauben.

Wie erklärst Du das dann den Eltern des Kindes oder dem Kind selber?

Und was das radikal-islamische Recht betrifft....einem Dieb die Hand abhacken? Normalerweise bringt es mich nicht um und zerstört auch nicht mein Leben wenn mir was geklaut wird, den Dieb zum Schadenersatz zwingen hielte ich da schon für weitaus angebrachter.

Der Staat, der Menschen mutwillig das Leben nimmt......Ist eine interressante Betrachtungsweise. Dann verurteilst Du aber bestimmt auch den Einsatz der Streitkräfte um die die Demokratie in (was weiß ich) zu verteidigen, oder das Deutschland am Hindukusch verteidigt werden muss. Ich halte die Einsätze dort jedenfalls für falsch, aber das ist ohnehin ein anderes Thema und gehört nicht hier her.

Welche Strafe wäre denn in Deinen Augen für vorsätzlichen Mord angemessen?

Auch wenn ich Dich anwidere...

Trotzdem schöne Grüße und ein erholsames Wochenende..;)
 
Zurück
Oben Unten